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Wissenschaftlicher Hintergrund und Forschung in der Andrologie

Forschungsgruppe Molekulare Andrologie

Leiterin: Prof. Dr. Christiane Kirchhoff

Ungewollte Kinderlosigkeit

Etwa 15% aller Paare im fortpflanzungsfähigen Alter sind von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen. Was viele nicht wissen: In ungefähr der Hälfte der Fälle ist eine Störung beim Mann daran beteiligt, und in etwa 20% der Fälle liegt die Ursache allein in der Unfruchtbarkeit des männlichen Partners. Mit Hilfe moderner molekularbiologischer und proteinchemischer Methoden und in enger Verbindung mit der andrologischen Klinik werden in der Arbeitseinheit "Molekulare Andrologie" die  Grundlagen männlicher Fortpflanzung und ihrer  Störungen erforscht. Mit  Microarray-Analysen werden die der Spermatogenese bzw. bestimmten Hodenpathologien zugrunde liegenden molekularen Mechanismen untersucht. Unser Ziel ist es, die beteiligten  molekularen Mechanismen aufzuklären, um einerseits neue Diagnose-Verfahren und Therapien für männliche Infertilität zu entwickeln, und andererseits Angriffsziele für eine Methode der männlichen Verhütung zu finden.

Grundlagen der männlichen Fortpflanzung: Wie werden befruchtungsfähige Spermien gebildet?

Die Genitalorgane des Mannes produzieren, transportieren und speichern Spermien bis zur Ejakulation. Diese Vorgänge laufen während des gesamten reproduktiven Lebens eines Mannes ab und werden durch verschiedene Hormone reguliert.

Die Spermienproduktion oder  Spermatogenese, findet im Hoden (=Testis) statt, wo auch die Geschlechtshormone gebildet werden, darunter das Testosteron. Während der Spermatogenese entwickeln sich die männlichen Keimzellen mit der Unterstützung besonderer Zellen, sog. Sertoli-Zellen innerhalb der Samenkanälchen des Hodens zu Spermien.

Spermien, die den Hoden verlassen, sind funktionell noch unreif und werden erst durch die Mitwirkung sog. akzessorischer Organe befruchtungsfähig. Das wichtigste Organ für die funktionelle Spermienreifung ist der  Nebenhoden (=Epididymis), der die Spermien transportiert und das Milieu für die Spermienreifung und -speicherung bereitstellen muss. Während der Ejakulation werden schließlich Sekrete der Seminalvesikel und der Prostata zugefügt.

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Letzte Änderung: Andreas Plate, 22.04.2008