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Patienten
Auf der anästhesiologischen Intensivstation des Zentrums (insgesamt 16 Betten) werden pro Jahr ca. 900 Patienten behandelt, von denen mehr als 90% mechanisch beatmet sind.
Bis auf Neurochirurgie und Herzchirurgie gehören sämtliche operativen Disziplinen des UKE zu den zuweisenden Kliniken: Allgemein-, Unfall-, Thorax- und Gefäßchirurgie, hepatobiliäre und Transplantationschirurgie, HNO-Chirurgie, Gynäkologie, Orthopädie, Urologie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.
Pro Jahr werden ca. 100 Patienten nach Lebertransplantation postoperativ versorgt. Hinzu kommt regelhaft die intensivmedizinische Versorgung von polytraumatisierten Patienten mit Schädel-Hirn- und Thoraxverletzungen, zum Teil auch als Sekundärverlegungen aus dem nord- und ostdeutschen Umland.
Patientenüberwachung und -dokumentation
Datenmanagement
Zur vollständigen und lückenlosen Dokumentation sämtlicher Patientendaten ist das System "CIS" bzw. "WinCIS" der Firma CliniComp, Intl., San Diego, USA, seit 1992 im ununterbrochenen Dauerbetrieb im Einsatz. Das System wird zur Zeit durch das Patienten-Daten-Management-System "ICM" der Firma Dräger, Lübeck, Deutschland ersetzt. Über die vorhandenen Schnittstellen werden Vitalparameter (einschließlich Echtzeitkurven), Beatmungsdaten (synchron mit BGA) sowie alle Laborwerte zeitnah in die Patientenakte übertragen. Die ärztliche, pflegerische und die Konsiliardokumentation erfolgt ebenfalls papierlos.
Neben den klassischen Verfahren zur Diagnostik und Verlaufskontrolle der Kreislaufinsuffizienz wie Pulmonalarterienkatheter und HZV-Messung mittels Thermodilution kommen auch weniger invasive Methoden wie Pulskonturanalyse und transösophageale Echokardiographie routinemäßig zum Einsatz. Gerade die Pulskonturanalyse in Verbindung mit mit der Bestimmung von intrathorakalen Flüssigkeitsvolumina bildet einen wissenschaftlichen Schwerpunkt des perioperativen Managements. Dieser Forschungsbereich wird durch anlaufende klinische Studien noch vertieft und stellt eine ideale Ergänzung zu der tierexperimentellen Arbeitsgruppe, die sich mit der Therapie des Rechtsherzversagens befasst, dar.
Zur Messung des intrakraniellen Druckes werden intraparenchymatöse Sonden verwendet. Die zerebrale Blutflussgeschwindigkeit wird, wenn erforderlich auch kontinuierlich, mit modernen Zwei-Kanal-Dopplergeräten bestimmt und aufgezeichnet. Die elektrophysiologische Überwachung umfasst neben dem kontinuierlichen Mehrkanal-EEG auch SEP, AEP und abgeleitete EEG-Parameter zur Steuerung der Sedierungstiefe. Hier findet eine enge Zusammenarbeit mit der neurophysiologischen Arbeitsgruppe unserer Abteilung statt.
Die globale Leberfunktion wird bei Patienten mit akutem Leberversagen, bei lebertransplantierten Patienten und Patienten nach ausgedehnten Leberteilresektionen oder -traumen mit der nicht-invasiven ICG-Methode sequentiell bestimmt. Mittels indirekter Kalorimetrie (Deltatrac®) werden in besonderen Fällen VO2, DO2 und RQ gemessen um die Ernährungstherapie entsprechend justieren zu können.
Monitoring der Immunantwort
Bei Patienten mit SIRS, Sepsis, schwerer Sepsis und septischem Schock wird ein diagnostisches Panel von Markern der Immunfunktion initial und im Verlauf bestimmt. Hierbei sind insbesondere die HLA-DR-Rezeptor-Expression auf Monozyten und die ex-vivo TNFalpha-Produktion nach Vollblutstimulation mit LPS als Indikatoren für die zelluläre Immunkompetenz zu nennen. Weitere durchflußzytometrische Parameter befinden sich derzeit in der klinischen Evaluation. IL-6, PCT und LBP werden zur Differentialdiagnose von Infektionen ebenfalls engmaschig gemessen.
Mit HICAST® (Hamburg Intensive Care Scoring Tool) wurde ein PC-basiertes Programm entwickelt, das die schnelle Eingabe, Berechnung und Ausgabe zahlreicher Patientendaten für elf international verwendete Intensiv-Scoringsysteme erlaubt (z.B. APACHE II, SAPS II, SOFA, MODS). Die vergleichbare Erfassung der Erkrankungsschwere und des Therapieaufwands bei Intensivpatienten wird damit wesentlich erleichtert.
Nähere Informationen: HICAST®
Organersatzverfahren
Zur Nierenersatztherapie mittels CVVH oder CVVHDF stehen maximal sechs Hämofiltrationsgeräte der neuesten Generation zur Verfügung. Bei Patienten mit kritisch herabgesetzter Leberfunktion (prä/post LTX, bzw. nach ausgedehnter Leberresektion) kommen sowohl die Plasmapherese als auch die Albumindialyse zum Einsatz.
Alle 16 Betten sind mit Intensivrespiratoren ausgestattet (Evita 1, -2, -4, Bennett 840), die mehrheitlich auch nicht-invasive Beatmungsformen zulassen. Bei Patienten mit schweren Beeinträchtigungen des Gasaustausches werden die arteriellen Blutgase online mit optoelektronischen Mikrosensoren (ParaTrend®) überwacht. Zur Routineüberwachung der Blutgase und zusätzlicher metabolischer Parameter kommen vernetzte Point-of-care-Geräte der letzten Generation zum Einsatz.
Die kinetische Therapie durch die Anwendung spezieller Lagerungstechniken (Bauchlage, 135° Seitenlage, Rotationsbett) nimmt einen besonderen Stellenwert bei der Behandlung respiratorischer Störungen ein. Für die supportive Therapie des ARDS, der pulmonalen Hypertonie und des hepatopulmonalen Syndroms besteht die Möglichkeit der inhalativen Therapie mit NO oder Prostacyclin.
Bei Bedarf wird bettseitig nach Ciaglia (BlueRhino®) unter bronchoskopischer Kontrolle tracheotomiert.