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In unserer nephrologischen Ambulanz für Nierentransplantation bieten wir die Betreuung rund um die Nierentransplantation an.
Wir beraten Dialyse-Patienten aus nephrologischen Praxen, die sich auf die Warteliste zur Nierentransplantation über Eurotransplant aufnehmen lassen möchten, koordinieren auf Wunsch die dafür erforderlichen Untersuchungen ambulant oder stationär, bereiten die Durchführung von Lebendnierentransplantationen vor und kümmern uns nach der Transplantation um die Nachsorge.
Die Vergabe von Organen erfolgt für die Länder Deutschland, Österreich, Kroatien, Niederlande und Belgien über eine gemeinsame Zentrale, die ihren Sitz in Leiden in den Niederlanden hat.
Vor der Aufnahme auf die Warteliste muss zu Ihrem Schutz geklärt werden, ob eine Transplantation unter körperlichen und seelischen Aspekten Erfolg versprechend ist. Um die Risiken einer Transplantation für den einzelnen Patienten abschätzen zu können, sind daher eine Reihe von Voruntersuchungen erforderlich. Diese Untersuchungen können ambulant über Ihre Praxis erfolgen, auf Wunsch aber auch gerne ambulant oder stationär im UKE durchgeführt werden. Sind alle Untersuchungen abgeschlossen, wird in einer interdisziplinären Konferenz gemeinsam mit den Kollegen der Transplantationschirurgie entsprechend der medizinischen Befunde die Aufnahme auf die Warteliste beschlossen.
Aktuell liegt die Wartezeit für eine Nierenspende über Eurotransplant im Durchschnitt bei ca. 6-8 Jahren. Nach Aufnahme auf die Warteliste sollten Sie sich einmal jährlich in unserer Ambulanz vorstellen, um mit uns in Kontakt zu bleiben. Dabei können wir neu aufgetretene Fragen klären, neu aufgetretene Sachverhalte und die erforderlichen Verlaufskontroll-untersuchungen besprechen.
Ist ein geeigneter Nieren-Spender vorhanden, gibt es die Möglichkeit, die meist lange Wartezeit auf ein Organ zu verkürzen.
Gesetzliche Voraussetzung für die Spende ist eine emotionale Verbundenheit zum Empfänger. Es können daher nicht nur Familienangehörige und Verwandte, sondern auch enge Freunde eine Niere spenden. Zudem muss der Spender natürlich körperlich gesund sein, um ihn keinem Risiko auszusetzen. Daher sind auch beim Spender eine Reihe von Voruntersuchungen erforderlich. Generell auszuschließen ist eine Spende bei vorbekanntem Diabetes mellitus, da dieser die Nieren im Laufe der Erkrankung schädigen kann. Bei einem bekannten Bluthochdruck kann eine Nierenspende erfolgen, falls der Blutdruck medikamentös gut eingestellt ist und keine Folgeerkrankungen durch den Bluthochdruck nachweisbar sind. Studien haben gezeigt, dass die Nierenspende für den Spender keine wesentlichen gesundheitlichen Nachteile mit sich bringt.
Studien zeigen, dass die Lebendspende einer Spende durch einen Verstorbenen (über Eurotransplant vermittelt), bezogen auf die Funktionsraten der Niere, überlegen ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Eingriff über längere Zeit planbar ist und daher unter optimalen Bedingungen durchgeführt werden kann. Zudem handelt es sich bei den Organen um die Nieren gesunder Spender von sehr guter Qualität.
Die Organentnahme und Transplantation findet unmittelbar nacheinander statt, sodass die Zeit, in der die Niere nicht durchblutet ist, sehr kurz ist.

Blutgruppenunverträgliche (ABO-inkompatible) Lebendnierentransplantation
Seit einigen Jahren sind in Deutschland auch blutgruppenunverträgliche Nierentransplantationen möglich.
Mit einer entsprechenden Vorbehandlung (Rituximabtherapie, Immunsadsorption), werden beim Empfänger vorbestehende Antikörper, die gegen die Blutgruppe des Spenders gerichtet sind, reduziert. Insgesamt sind bei dieser Methode die Langzeitfunktionsraten denen einer Spende durch einen Verstorbenen (über Eurotransplant) gleichwertig, der blutgruppenverträglichen Spende aber leicht unterlegen. Sieht man die lange Wartezeit auf eine Organspende durch einen Verstorbenen über Eurotransplant und die dialyseassoziierten Probleme, die sich häufig bei langjähriger Dialysetherapie einstellen, ist bei einem vorhandenen geeigneten Spender die blutgruppenunverträgliche Transplantation zu empfehlen.
Durch die Gabe von Bluttransfusionen oder durch Geburten kann die Bildung von Antikörpern gegen Fremdgewebe ausgelöst werden. Dies kann bewirken, dass kein geeigneter Spender trotz ausreichender Wartezeit über Eurotransplant gefunden werden kann und auch eine Lebendspende nicht möglich ist. In diesem Fall ist die gesetzlich vorgeschriebene Verträglichkeitsprobe (Antikörper im Blut des Empfängers dürfen nicht mit Lymphozyten im Blut des Spenders reagieren) positiv. Diese Untersuchung nennt man crossmatch. Die entsprechenden Antikörper können durch zusätzliche Vorbehandlungen häufig erfolgreich eliminiert werden, sodass die Transplantation im Verlauf doch möglich werden kann. Bei dieser Konstellation beraten wir Sie bezüglich der Möglichkeiten.
Auf Wunsch bieten wir die Nachsorge nach Nierentransplantation gemeinsam mit Ihrer nephrologischen Praxis an, stehen aber auch bei auftretenden Problemen (Infektionen, Kreatininanstieg) jederzeit zur Verfügung. Nach Nierentransplantation sollten Sie sich mindestens einmal im Jahr zur Verlaufskontrolle vorstellen.
Bei erforderlichem stationärem Aufenthalt koordinieren wir entsprechend der Dringlichkeit die Aufnahme auf die Station.
Spender sollten sich zur Verlaufskontrolle ebenfalls mindestens einmal im Jahr vorstellen.
Sollte nach einer erfolgten Spende ein Problem auftreten, stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Bildnachweis: Mark Strozier, Mark Kostich, Elzbieta Sekowska