| Home > Zentren > Zentrum für Operative Medizin > Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie > Perspektive und Forschung
Zwei Probleme machen die Krebstherapie heute in vielen Fällen immer noch sehr schwierig. Zum einen werden viele Krebserkrankungen aufgrund mangelnder Teilnahme an den Vorsorge-untersuchungen oder nicht vorhandener Möglichkeiten der Frühdiagnostik zu spät erkannt. Eine Heilung im fortgeschrittenen Tumorstadium ist dann oft nicht mehr möglich. Zum anderen sind die zur Verfügung stehenden Mittel zu wenig spezifisch, um gezielt in das Krebsgeschehen eingreifen zu können.
Dies trifft auch auf das Bauchspeicheldrüsenkarzinom zu, welches aufgrund seines äußerst aggressiven Verhaltens mit einer hohen Rückfallrate und Ausbildung von Tochtergeschwülsten einhergeht. Tumorzellen metastasieren dabei einerseits durch lokale Ausbreitung oder durch den Blut- und Lymphkreislauf.
Die derzeitige Therapie besteht derzeit für die Patienten bei denen der Krebs frühzeitig erkannt wurde in einer Operation mit radikaler Entfernung des Tumors und den entsprechenden Lymphknoten. Die meisten Patienten erhalten postoperative eine zusätzliche Chemotherapie. Dabei ist zur Zeit noch unklar welche Patienten von einer solchen zusätzlichen Chemotherapie profitieren und welche diese "umsonst" erhalten.
Daher besteht ein Schwerpunkt der Forschung der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie in der Mikrometastasenerforschung. Mikrometastasen sind vereinzelte Tumorzellen oder kleine Tumorzellverbände, die aufgrund der geringen Größe bis jetzt weder durch die Diagnostik noch durch die Operation entdeckt. Auch in der derzeitigen histologischen Aufarbeitung des Tumorpräparates durch den Pathologen werden diese Tumorzellen nicht erkannt.
Dabei konnten anhand mehrerer -auch in unserer Klinik durchgeführten- Studien gezeigt werden, dass Patienten bei denen man postoperativ keine Mikrometastasen nachweisen konnte ein deutlich verlängertes Überleben zeigten.
Ziel der Mikrometastasenforschung ist es derzeit die Patienten zu identifizieren, die von einer zusätzlichen Chemotherapie profitieren würden. Diese Patienten könnten dann einer spezifischen, zielgerichteten adjuvante Therapie zugeführt werden. Darüberhinaus könnte man auch Patienten eventuell eine solche Behandlung ersparen, wenn diesen nach einer Operation keine Mikrometastasen nachzuweisen sind.
Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie liegt in der Erforschung und Entwicklung einer tumorspezifischen Immuntherapie.
Die zelluläre Immuntherapie basiert auf dem Einsatz von Abwehrzellen, die labortechnisch aktiviert oder modifiziert wurden und dem Patienten zur Therapie bösartiger Erkrankungen verabreicht werden. Auch das Beimpfen von Tumorbestandteilen aktiviert die zelluläre Immunantwort des Körpers.
Das Wirkprinzip der Immuntherapie mit Antikörpern besteht in der Bindung des speziell hergestellten Antikörpers (Immunglobulin) an die zuvor durch Untersuchung genau erfasste Oberflächenstruktur auf der Tumorzelle. Dabei wirkt der Antikörper selbst als Gift, das in den Zellzyklus eingreift, die Auflösung der Tumorzelle bewirkt, die zelluläre Immunabwehr in Gang setzt oder den programmierten Zelltod bewirkt. Ebenso ist der Antikörper in der Lage, durch Hemmung des Wachstums-Rezeptors und durch Unterbrechung der Signalwege innerhalb der Tumorzelle deren Untergang herbeizuführen. Oder aber er dient als Trägersubstanz für ein Gift bzw. einen radioaktiven Strahler. Hierfür wird er entsprechend beladen, so dass nach dem Transport die Tumorzellen angegriffen werden können.
Erfolge gibt es bislang bei der Behandlung von Non-Hogkin-Lymphomen, bei Brustkrebs und bei der chronisch lymphatischen Leukämie. Diese Erfolge beziehen sich vor allem auf eine deutliche Lebensverlängerung bei guter Lebensqualität.
Zentrale Aufgabe der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am UKE ist die weitere Erforschung von sowohl gutartigen, als auch bösartigen Bauchspeicheldrüsenerkrankungen.
Wenn Sie uns bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen wollen, gibt es ein Forschungskonto der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am UKE. Bitte wenden Sie sich in diesem Falle an unsere Bauchspeicheldrüsen-e-mail-Adresse (pankreas@uke.uni-hamburg.de) - wir nehmen dann umgehend Kontakt zu Ihnen auf. Selbstverständlich erhalten Sie dafür eine Spendenquitung. Im Falle einer Spende dürfen wir uns bei Ihnen sehr herzlich bedanken.