Zu den Inhalten springen

Hauptnavigation:

Kontakt | English | Sitemap

| Home > Zentren > Zentrum für Operative Medizin > Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie > Diagnostik Bauchspeicheldrüse

Bildgebende Verfahren in der Pankreas-Diagnostik

Diagnostik bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Untersuchungen des Blutes

Blutzucker

Der Blutzuckerspiegel wird über die Hormone Insulin und Glucagon, welche beide in den hormonproduzierenden (endokrinen) Zellgruppen (Langerhans-Inseln) produziert werden, konstant zwischen 60 und 120mg/dl im nüchternen Zustand gehalten. Bei wiederholt erhöhten Blutzuckerwerten im nüchternen Zustand (mindestens 2h nach der letzten Nahrungsaufnahme) sollte ein Oraler Glucose Tolleranz-Test (OGT) zum Ausschluß eines Diabetes mellitus durchgeführt werden.

Oraler Glucose Toleranz-Test (OGT)

Der Patient trinkt im nüchternen Zustand innerhalb von 5 Minuten eine bestimmte Menge einer Zuckerlösung. Der Zucker wird innerhalb kürzester Zeit vom Darm aufgenommen und gelangt in das Blut. Damit steigt nach dem Trinken der Zuckerlösung der Blutzuckerspiegel deutlich an. Wenn die hormonproduzierenden (endokrinen) Anteile (das Inselorgan) der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ausreichend Insulin produziert, wird der Blutzuckerspiegel in den nächsten zwei Stunden wieder in den Normalbereich abgesenkt. Wenn der Blutzuckerspiegel in den ersten zwei Stunden nach dem Trinken der Zuckerlösung nicht ausreichend abfällt, ist dies der Beweis für eine Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Hb-A1c

Hämoglobin stellt den roten Farbstoff im Blut dar, der sich in den roten Blutkörperchen (Erythrocyten) befindet und den Sauerstoff in den Lungen an sich bindet und in die Gewebe verteilt. Das Hb-A1c ist ein Hämoglobinderivat, welches sich in Abhängigkeit vom Blutzuckerspiegel bildet. Beim gesunden Menschen sollte der Hb-A1c-Anteil zwischen 4-6% betragen. Da ein rotes Blutkörperchen gut 120 Tage im Blutkreislauf zirkuliert, wirkt der Blutzucker von mehreren Monaten auf das Hämoglobin ein, so dass man durch den Hb-A1c-Anteil eine Aussage über den Blutzuckerspiegel der letzten Monate machen kann. Wenn der Blutzuckerspiegel in den vorangegangenen Monaten im Durchschnitt zu hoch war, ist auch der Hb-A1c-Anteil zu hoch. Damit eignet sich die Hb-A1c-Anteilbestimmung hervorragend zur Beurteilung der Einstellung einer Blutzuckerkrankheit.

Enzymbestimmung

Die Amylase und die Lipase gehören zu den Verdauungsenzymen, die von den verdauungssekretproduzierenden (exokrinen) Zellen der Bauchspeicheldrüse produziert werden. Die Amylase wird außerdem noch von den Mundspeicheldrüsen, spezielle der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) produziert. Die Amylase ist an der Aufschlüsselung der Kohlenhydrate beteiligt. Die Lipase ist für die molekulare Zersetzung der Fettbestandteile zuständig.

Bei Zerstörung der Drüsenzellen oder der Ausführungsgänge geraten diese Enzyme in das Blut und können hier in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen werden. Dies kommt zum Beispiel im Rahmen von Entzündungen (Pankreatitis) oder Verletzungen (Pankreastrauma) der Bauchspeicheldrüse vor.

Tumormarker (CA 19-9, CEA)

Tumormarker sind Substanzen, die mit dem Wachstum oder dem Entstehen von bösartigen (malignen) Tumoren in Verbindung stehen. Sie werden entweder von dem Tumorgewebe selbst oder als Reaktion auf das Tumorgewebe produziert. Die verschiedenen Tumormarker weisen eine unterschiedliche Spezifität auf. Alle Tumormarker können auch im Rahmen von gutartigen Erkrankungen erhöht sein. Umgekehrt, müssen sie im Falle einer bösartigen Tumorerkrankung auch nicht erhöht sein. Daher muss die Bewertung der Tumormarker mit Vorsicht im gesamten Kontext erfolgen.

Der wichtigste Tumormarker beim bösartigen Bauchspeicheldrüsentumor (Pankreaskarzinom) ist das CA 19-9 (Carbohydrate-Antigen 19-9), welches sich als Bestandteil der Schleimhaut in der Bauchspeicheldrüse, der Galle, der Leber, des Magens, des Dickdarms und der Lunge findet.

Zum Beispiel bei Entzündungen der Gallenwege (Cholangitis), der Gallenbalse (Cholecystitis), Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und der Leber (Hepatitis) kann der Wert auch erhöht sein.

Das CEA (Carcinoembryonales Antigen) wird nach der Geburt hauptsächlich in der Darmschleimhaut, der Leber und im verdauungssaftproduzierenden Bachspeicheldrüsenanteil (exokrinen Pankreas) produziert. Bei Entzündungen der Leber (Hepatitis), alkoholbedingter Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Colitis ulcerosa und anderen kann es ebenfalls erhöht sein.

Die Tumormarker können bei Verdacht auf einen bösartigen Bauchspeicheldrüsentumor Anhalt für die Art des Tumors geben. Bösartige Tumore, die von den hormonproduzierenden (endokrinen) Zellen (neuroendokrines Pankreaskarzinom) ausgehen produzieren normalerweise keine oder nicht so hohe CA 19-9-Werte, wie der häufigste bösartige Tumor, der von den Ausführungsgängen ausgeht (duktales Pankreaskarzinom).

Cholestaseparameter (Bilirubin, AP, 0GT)

Die Galle fließt durch den Bauchspeicheldrüsenkopf (Pankreascaput) in den Zwölffingerdarm (Duodenum) ab. Der Aufstau der Galle reicht bis in die Leber. Substanzen wie das Bilirubin, welches normalerweise über die Galle in den Darm entsorgt wird und den Stuhl färbt, stauen sich zurück und gelangen vermehrt ins Blut. Dabei wird auch die Leber angegriffen, zuerst die feinen Gallenwege, was im Blut an steigenden GGT-Werten erkennbar ist. Die AP ist ein weiteres Enzym, welches beim Gallestau aus der Leber in das Blut freigesetzt wird.

Das Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Hämoglobins (roter Farbstoff in den roten Blutkörperchen), welcher von der Leber über die Galle in den Darm ausgeschieden wird. Das Bilirubin färbt den Stuhl braun. Bei einem Gallestau staut sich das Bilirubin bis in das Blut zurück. Durch das Bilirubin werden die weißen Anteile der Augen (Skleren), die Haut und der Urin intensiv gelb bis braun, gleichzeitig entfärbt sich der Stuhl und wird fahl und grau.

Die 0GT (0-Glutamyltransferase)ist ein Enzym der Leber, welches an den Zellmembranen der Leberzellen zu den Gallengängen sitzt und bei Angriffen der Leberzellen durch einen Gallestau früh im Blut vermehrt zu finden ist.

Die AP (Alkalische Phosphatase) ist ebenfalls ein membrangebundenes Enzym der Leberzelle, welches auch im Knochen zu finden ist. Auch die AP wird beim Gallestau vermehrt in das Blut freigesetzt.

Entzündungszeichen (CRP, BB)

Unspezifische Entzündungszeichen gehören ebenfalls zur Diagnostik. Im kleinen Blutbild zeigt die Konzentration der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) den Intensitätsgrad der Entzündung an. Das CRP (C-reaktive-Peptid) steigt im Rahmen von Entzündungen an und ist an der Elimination von abgestorbenen Zellen und Bakterien beteiligt.


nach oben

Untersuchungen des Stuhlgangs

Stuhlschau

Im Falle eines Gallestaus durch einen Bauchspeicheldrüsenkopf-prozesses, kann kein Bilirubin in den Darm abfließen, welches den Stuhl normalerweise dunkel färbt. Dementsprechend ist im Falle eines Gallestaus der Stuhlgang fahl und grau.

Wenn im Darm keine oder nur unzureichende Menge an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse vorhanden sind, kann die Nahrung nur unzureichend verdaut werden. Dies äußert sich durch voluminöse, übel riechende, glänzende Stuhlgänge, die sich nur sehr schwer von der Toilettenschüssel entfernen lassen.

Die Ursache kann in einem gestörten Abfluss des Bauchspeicheldrüsensaftes oder in einer unzureichenden Produktion (exokrine Pankreasinsuffizienz) nach einer Entzündung oder Operation liegen.

Enzymnachweise im Stuhl (Elastase, Chymotrypsin):

Die Produktion des Bauchspeichels mit seinen Verdauungsenzymen lässt sich durch eine Bestimmung der Enzymen im Stuhl überprüfen. Hierzu sind die Enzyme Elastase und Chymotrysin geeignet.


nach oben

Bildgebende Untersuchungsverfahren bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf stehen alle modernen Untersuchungsmethoden rund um die Uhr zur Verfügung. Diese werden in Abhängigkeit von der Art der Bauchspeicheldrüsenerkrankung zum Einsatz gebracht.

PET (Positronen Emissions Tomographie)

Die PET wird seit über zehn Jahren eingesetzt. Hierbei werden radioaktiv markierte Substanzen, so genannte Tracer, dem Körper zugeführt. Bösartige Tumorzellen sind "entartet", das heißt ihr Wachstum und ihre Zeilteilung deutlich erhöht gegenüber dem Wachstum gesunder Zellen. Dementsprechend ist der Umsatz an z. B. Zucker deutlich höher als im gesunden Gewebe. Nach Applikation der radioaktiven Substanzen werden die von den radioaktiven Substanzen ausgesendeten Signale durch eine PET-Kamera detektiert. Dazu wird der Patient langsam durch eine Röhre geschoben, ähnlich wie bei der MRT. Ein angeschlossener Computer errechnet die Signalverteilung über den Körper. Die Untersuchung benötigt in etwa 30-90 Minuten. Die radioaktiven Substanzen in den Tracern haben eine kurze Halbwertzeit und werden in sehr geringen Konzentrationen appliziert, so dass die Belastung für den Patienten in etwa dem zwei- bis dreifachem der normalen jährlichen Strahlenbelastung entspricht.

Die PET ist geeignet für Fragestellungen im Rahmen der Tumordiagnostik und der Tumornachsorge.

CT-Abdomen (Computertomographie)

Die Computertomographie existiert seit über 30 Jahren. Es handelt sich dabei um ein Röntgenverfahren, bei dem der Patient ursprünglich durch eine Röhre, heutzutage durch einen Ring, geschoben wird. In diesem Ring rotiert ein Röntgengerät, das aus den unterschiedlichen perspektiven Röntgenbilder erstellt. Die Röntgenstrahlen werden durch die unterschiedlich dichten Gewebe unterschiedlich stark absorbiert, so dass sich die Gewebe unterschiedlich abbilden. Ein angeschlossener Computer berechnet aus diesen Bildern Querschnitte des untersuchten Körpers. Mit dem Computer lassen sich auch drei Dimensionale Rekonstruktionen errechnen. Zur Beurteilung des Bauchspeicheldrüse wird ca. 30 Minuten vor der Untersuchung Kontrastmittel vom Patienten getrunken, zur Untersuchung wird zusätzlich Kontrastmittel über die Vene gegeben. Die Untersuchung benötigt bei den modernen Geräten nur noch wenige Minuten.

In der CT lässt sich die Größe und die Beschaffenheit der Bauchspeicheldrüse (Abszesse? Zysten? Verhalt?) beurteilen. Je nach Lokalisation können auffällige Prozesse auch unter CT-Kontrolle punktiert, entlastet und Drainagen gelegt werden.

PET-CT: Unter der PET-CT versteht man die Fusion der Bilder der PET mit der CT, so dass man die Vorzüge beider Untersuchungen zusammenführt und damit die Aussagekraft der beiden Untersuchungstechniken deutlich aufwertet. So kann man nicht nur die Größe und Dichte von Strukturen sondern auch die Stoffwechselaktivität in der Beurteilung berücksichtigen.

MRT (Magnetresonanztomographie): Die MRT ist seit 1984 im klinischen Einsatz. Hierbei handelt es sich um eine Untersuchungstechnik, die ohne radioaktive Strahlung auskommt. Sie basiert auf Radiowellen und Magnetfeldern. Durch ein starkes Magnetfeld in der MRT werden die Atome des Körpers ausgerichtet, ähnlich wie ein Kompass. Durch Radiowellen werden die Atome aus ihren Positionen gerückt, die dann wieder an ihren Platz zurückspringen. Bei diesen Bewegungen werden Signale ausgesendet, die aufgefangen und berechnet werden. Die Signale richten sich nach den unterschiedlichen Geweben. Besonders geeignet ist diese Untersuchung für die nicht knöchernen Strukturen des menschlichen Körpers. Auch hier lassen sich die Bilder durch die Applikation von Kontrastmittel aufwerten.

Als MRCP (Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikographie) bezeichnet man die nicht invasive Darstellung der Gallen- und Bauchspeichdrüsenwege, ohne die Risiken einer ERCP.

Eine MRT benötigt deutlich mehr Zeit als eine CT mit zirka 30-60 Minuten.

ERCP (Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie): Bei der ERCP wird endoskopisch, wie bei einer Magenspiegelung, die Papille im Zwölffingerdarm aufgesucht und intubiert. Dann wird in die Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege Kontrastmittel gespritzt, so dass man im Röntgenbild den Negativausguss der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege erkennt. Somit können hier Engstellen und andere Gangunregelmäßigkeiten beurteilt werden.

Gallengangssteine können im Rahmen dieser Untersuchung entfernt und bei kompressionsbedingten Galleabflussstörungen Stents (Metall- oder Kunststoffröhrchen) zur Gewährleistung des Abflusses eingesetzt werden.

Oberbauchsonographie
(Ultraschall): Hierbei werden über einen Schallkopf Ultraschallwellen in den Körper gesendet, die an den Grenzen unterschiedlicher Gewebe wieder reflektiert werden. Aus den reflektierten Schallwellen wird ein Bild auf einem Monitor rekonstruiert. In der Oberbauchsonographie wird die Leber (Metastasen?), die Leberdurchblutung (Duplexsonographie), die Bauchspeicheldrüse, die Nieren und die Milz beurteilt. Teilweise lassen sich sonographisch kontrolliert Auffälligkeiten punktieren.

EUS (Endoskopische Ultraschalluntersuchung = Endosonographie): Wie bei einer Magenspiegelung wird ein kleiner Schallkopf in den Zwölffingerdarm eingeführt. Durch die unmittelbare Nähe lassen sich die Bauchspeicheldrüse und die unmittelbar umgebenden Lymphknoten gut beurteilen.

Auffälligkeiten lassen sich diagnostisch feinnadelpunktieren (FNP). Das Punktat wird dann z.B. zytologisch (siehe Zytologie) untersucht.

Zytologie: Die durch Punktion gewonnenen Zellen werden beurteilt hinsichtlich Hinweisen auf Bösartigkeit (Malignität). Eine negative Zytologie beweist in der Regel nichts, da die Probe neben dem bösartigem Tumor entnommen worden sein kann.

Seitenanfang    Seite drucken


© Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Impressum
Letzte Änderung: Andreas Plate, 21.05.2008