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MIC Instrumente

Z E N T R U M für M I N I M A L - I N V A S I V E - C H I R U R G I E

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten ,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Willkommen auf den Internetseiten des Zentrums für minimal-invasive Chirurgie der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Diese Seiten sollen der Information von Patienten und niedergelassenen Kollegen dienen. Wir haben versucht Ihnen eine kurze Übersicht der häufigsten laparoskopisch durchgeführten Eingriffe, sowie und eine Darstellung der Behandlung der krankhaften Adipositas aus der Sicht der Chirurgie zu geben. Zur Beantwortung von Fragen stehen Ihnen jederzeit die Mitarbeiter unserer Klinik zu Verfügung.

Zu den Seiten der Spezialsprechstunde minimal-invasive Chirurgie gelangen Sie hier.

Sollten Sie spezielle Fragen zu den Möglichkeiten der minimal-invasiven (Schlüssellochchirurgie) und der narbenlosen Chirurgie haben, dürfen Sie diese auch gerne über diesen E-MAIL-LINK an uns richten.

 

 

Überblick

Der größte Vorteil seit Einführung der Minimal-Invasiven Chirurgie (Schlüssellochchirurgie) liegt in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle in den reduzierten postoperativen Schmerzen und der erheblich verkürzten Liegezeit. Durch die kleinen Hautschnitte kommt es zu einer schnelleren Heilung und die Patienten sind schneller mobilisierbar. Die meisten Patienten kehren schneller an ihren Arbeitsplatz zurück und können somit auch schneller ihren täglichen Verrichtungen nachgehen. Duch die Einführung spezieller Techniken, wie z.B. den SILS-Operationen (SILS = Single Incision Laparoscopic Surgery) bei welchen die Operation über nur einen später nahezu unsichtbaren Zugang über den Nabel durchgeführt wird, konnte das operative Trauma bei vielen Eingriffen noch weiter reduziert werden. (siehe Abschnitt: "Unsichtbare"  Laparoskopische Operationen). Auch die Operationen durch natürliche Körperöffnungen (N.O.T.E.S.), welche gar keine äußerlichen Narben hinterlassen spielen eine zunehmande Rolle. Die Minimal-Invasive Chirurgie (MIC) hat inzwischen einen festen Stellenwert bei der Behandlung gutartiger Erkrankungen und in zunehmenden Maße auch bei bösartigen Tumorleiden. Da aber die MIC-Erfahrungen und damit die Überprüfung der Langzeitbeobachtungen bei den bösartigen Erkrankungen noch nicht endgültig beurteilt werden können, sind die Einsatzmöglichkeiten der MIC in der Tumorchirurgie noch begrenzt.

 

 

 

 

 

 

 

 


Minimal invasive Eingriffe

    * Adipositaschirurgie (Magen-, oder Zwölffingerdarm-Schrittmacher/Magenband/Schlauchmagen/Bypassverfahren)

    * Bauchspiegelung (Laparoskopie)
    * Leistenhernie / Schenkelhernie / Bauchwandhernien
    * Entfernung der Gallenblase
    * Fundoplikation (Refluxerkrankung)
    * Speiseröhrenverengung (Achalasie)
    * Entfernung gutartiger oder bösatriger Speiseröhrentumore (z.B. Leiomyome)
    * Milzentfernung
    * Dickdarmentfernung bei entzündlichen  (Divertikulitis) und bösartigen Erkrankungen
    * Verwachsungen (Adhäsionsbeschwerden)
    * Schwitzen (Hyperhidrosis axillaris oder manuum)
    * Nebenniere (Überfunktion, Adrenalektomie)
    * Thymusentfernung (Thymektomie, Myasthenia gravis)
    * Thorakoskopie (VATS)
    * Lungenteilresektion (Tumoren, Metastasen, unklare Lungenerkrankungen)
    * Bullaresektion und Rippenfellresektion (Pleurektomie) bei Pneumothorax
    * Teilweise oder komplette Entfernung des Magens bei gut- und bösartigen Erkrankungen
    * Komplette Dick- und Mastdarmentfernung (Kolektomie)
       bei Colitis ulcerosa oder familiärer Polyposis coli

     * Minimal-invasive Schilddrüsenchirurgie (MIVAT/ABBA)



 


 

"Unsichtbare"  Laparoskopische Operationen

N.O.T.E.S. ist eine neue Option beim minimal-invasiven Operieren. NOTES steht für „Natural orifice transluminal endoscopic surgery“. Dabei werden bei bestimmten (wenigen) Krankheitsbildern mit Hilfe von Endoskopen bauchchirurgische Eingriffe durchgeführt. Den Zugang bildet dabei der Magen oder die Vagina. Der Vorteil dieser Methode ist, dass nahezu keine sichtbaren Narben zurückbleiben. Nachteil dieser neuen Verfahren ist, dass man den Zugang zu dem erkrankten Organ (z.B. Gallenblase oder Blinddarm) durch gesunde Organe, wie Vagina oder Magen wählen muss. Diese Verfahren werden derzeit nur bei wenigen Indikationen zum Einsatz gebracht und werden eng wissenschaftlich begleitet..

SILS - Verfahren sind eine weitere Entwicklung in Richtung weitere Minimalisierung des operativen Traumas.„SILS“ steht für „Single Incision Laparoscopic Surgery“. Im Gegensatz zur „traditionellen“ laparoskopischen Chirurgie, bei welcher in der Regel 4 bis 5 über das Abdomen verteilte kleine Hautschnitte von 5 bis 12 Millimeter länge als Zugang gewählt werden, wird bei der SILS-Technik nur noch eine Inzision von knapp 15 bis 20 Millimeter vorgenommen. Dieser Hautschnitt wird in der Tiefe des Nabels platziert und führt somit am Ende des Eingriffes zu einer kaum bis nicht sichtbaren Narbe, welche im Nabel verschwindet. 

Der Vorteil dieser Verfahren liegt in einer weiteren Reduzierung der Schmerzen und damit zu einer Verkürzung der Genesung.

 

Ansonsten gelten -wie für alle Operationsverfahren- dieselben Sicherheitsstandards über welche wir Sie im folgenden informieren möchten.

 

 

 

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Bauchspiegelung (Laparoskopie)
Definition:
Operation zur kompletten Untersuchung des Bauchraumes und seiner Organe.

 

 

 

 

 

 

 

 


Symptome und Diagnose:
Die Symptome, die eine Laparoskopie erforderlich machen, können vielfältig sein. Zum einen sind hier die unklaren, immer wiederkehrenden Schmerzen nach vorausgegangen Operationen zu nennen, zum anderen uncharakteristische Beschwerden die eine eindeutige Diagnose trotz Röntgen und Sonographie nicht erlauben. Um zu einer Diagnose zu kommen und sämtliche Organe des Bauchinnenraumes zu beurteilen, bedient man sich heutzutage der MIC.

Operation (Dauer 20-30 min):
Um einen optimalen Überblick über die Organe des Bauchinnenraumes zu erlangen wird in Höhe des Bauchnabels ein ca. 1cm Hautschnitt durchgeführt. Durch diesen Schnitt wird eine Arbeitshülse (Trokar) in den Bauchraum eingebracht und Kohlendioxid über ein Filtersystem eingeblasen. Hierbei entsteht ein genügend großer Raum, um die Organe mittels der eingeführten Kamera genau zu inspizieren. Durch die Möglichkeit der Video- oder Bildarchivierung können so Bilder mit vorausgegangenen Operationen verglichen werden. Durch das weitere Einbringen eines 5 mm Arbeitstrokars können Zangen zur Biopsieentnahme und andere Arbeitsgeräte in den Bauchraum gelangen. So ist es ohne weiteres möglich, Proben von Darm, Leber oder Bauchfell zur feingeweblichen Untersuchung (Histologie) zu gewinnen. Nach kompletter Durchsicht des Bauchraumes werden die Trokare entfernt und die Wunden nach vorheriger Unternaht mittels eines speziellen Hautklebers oberflächlich geklebt. Somit müssen keine Fäden entfernt werden und man kann schon am OP-Tag duschen gehen. Je nach erhobenem Befund können die meisten Patienten die Klinik am OP-Tag oder am Folgetag verlassen.

Verlauf und Nachbehandlung:
Da es sich um eine häufige Operation handelt und diese zunehmend auch ambulant durchgeführt wird, erhalten Sie durch den Arzt detaillierte Anweisungen. Je nach Ausmaß der Probengewinnung und der Benutzung unterschiedlicher Arbeitszugänge ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie in den ersten 24 Stunden Wundschmerzen an den Einstichstellen haben. Bei unkompliziertem Verlauf können Sie am Abend der Operation die Klinik verlassen. Hierzu sind aber bestimmte Bedingungen Voraussetzung, z.B. kein Schwindelgefühl, normales Essen und Trinken, unproblematisches Wasserlassen und die Möglichkeit der Begleitung nach Hause. Auf eine ausreichende und regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme ist zu achten.

 

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Leistenhernie oder Schenkelhernie, laparoskopisch oder extraperitoneal


Definition:
Korrektur einer Verlagerung von Organteilen durch eine erworbene oder angeborene Schwachstelle in der Leiste mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie, intraperitoneal (TAPP)) oder Spiegelung vor dem Bauchraum (extraperitoneal (TEP)). 

Anatomie und Physiologie:
Die Bauchhöhle wird ausgekleidet durch eine dünne Haut, das Bauchfell (Peritoneum).
Dieses sorgt durch Flüssigkeitsabsonderung dafür, daß die Bauchorgane sich in der Bauchhöhle frei bewegen können. Es ist die innerste Schicht der Bauchwand. Darauf folgen die Muskeln sowie ihre kräftigen bindegewebigen Faszien (Umhüllungen). Im Bauchraum herrscht ein positiver Druck, der z.T. durch die muskulöse Bauchwand miterzeugt wird.
Die Konstruktion der Bauchwand sorgt jedoch dafür, daß diesem Druck Widerstand entgegengesetzt wird. In der Leistengegend verläuft bei Frauen das runde Mutterband (sog. Ligamentum rotundum), bei Männern der Samenstrang. Dieser führt Nerven und Gefäße zum Hoden. In der Entwicklung wandert der Hoden aus der Bauchhöhle durch den hier liegenden inneren und äußeren Leistenring nach außen. Später findet sich hier eine Schwachstelle, auch als Leistenkanal bezeichnet.

Symptome und Diagnose:
Deutlich sichtbar und tastbar ist der Bruch in der Leistegegend, die meist nicht schmerzhaft ist. Diese Vorwölbung kann beim Husten oder Heben schwerer Lasten größer werden und kann in liegender Position wieder zurückgehen. Die Diagnose wird von dem behandelnden Arzt durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Sie werden eingehend nach der Entwicklung und Art der Symptome befragt. Gelegentlich kann es zu Schmerzen an der Bruchstelle kommen, z.B. beim Heben von schweren Lasten oder Pressen. Es kann sein, daß keine Vorwölbung zu sehen ist, jedoch Symptome bestehen, die zum Arztbesuch führen. So kommt ein Druckgefühl vor, das benachbarte Gewebe beeinträchtigt oder es kann durch Verlagerung der Eingeweide zu Verdauungsbeschwerden kommen. Bei der körperlichen Untersuchung müssen Sie Husten oder auf andere Weise den Druck in der Bauchhöhle erhöhen. Hierbei wird der Bruch gewöhnlich größer oder ist zumindest tastbar. Ebenso wird Ihr Arzt versuchen, den Bruch zurückschieben. Sollten hierbei unerwartet Schmerzen auftreten oder ein Zurückschieben aus anderen Gründen nicht möglich sein, so kann eine umgehende Operation notwendig werden, da evtl. schon Baucheingeweide eingeklemmt werden. Sollte es zu weiteren Symptomen wie Übelkeit, Druckschmerz und Erbrechen kommen, so signalisiert das eine Einklemmung von Darmanteilen. Hier sollte unverzüglich eine Operation durchgeführt werden.

Operation (Dauer: 30-60 min):
Die Leistenbruch-Operation ist neben der Gallenblasen-Operation die häufigste Operation in Deutschland. Die Operation ist die definitive Therapie des Leistenbruchs. Wenn keine gravierenden medizinischen Gründe dagegen vorliegen, sollte eine Operation erfolgen, denn die Hernie kann sich im Laufe der Zeit erheblich vergrößern bzw. einklemmen.
Hauptindikationen für die Operation sind die Vermeidung von Komplikationen wie Eingeweide-Einklemmung sowie eine Verminderung der bestehenden Schmerzen. Die laparoskopische Leistenbruch-Operation wird inzwschen auch ambulant durchgeführt und die Entlassung kann am gleichen oder oder am darauffolgenden Tag erfolgen. Ziel ist der Verschluß der Bruchpforte zur Vermeidung des Wiederauftretens. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. In der laparoskopischen Operation wird die Bruchpforte mit einem Kunststoffnetz verschlossen, ohne daß die Bauchwandschichten durchtrennt werden. Es erfolgt zunächst ein kleiner Einschnitt oberhalb des Bauchnabels und der Bauch wird bis zu einem bestimmten Druck mit CO2-Gas gefüllt  (Pneumoperitoneum). Daraufhin wird über eine Hülse (Trokar) das Laparoskop (Kamera mit Lichtquelle) eingeführt. Zwei weitere Trokare (10 u. 5 mm) werden links und rechts im Unterbauch eingebracht, über die die Instrumente eingeführt werden. Beide Seiten der Leiste werden nun dargestellt und der Bruchsack von innen zurückgezogen. Der Verschluß der Bruchpforte erfolgt durch ein Kunststoffnetz mit resorbierbarem Anteil, das vor die Bauchwand gelegt wird. Das Bauchfell wird dann wieder verschlossen. Anschließend erfolgt der Verschluß der Arbeitswege.  Bei der extraperitonealen Operation wird der Bruchsack ebenfalls nach innen verbracht und mit einem Netz aus Kunststoff mit resorbierbarem Anteil verschlossen. Zunächst wird unterhalb des Nabels ein kleiner Schnitt durchgeführt und unter den Bauchmuskel eingegangen ohne in den Bauchraum zu gelangen. Dieser Raum wird druckgesteuert mit CO2-Gas angefüllt. Nun werden 2 weitere Arbeitstrokare (10 mm u. 5 mm) im Unterbauch eingeführt. Durch diese Arbeitstrokare wird nun der Bruch von innen operiert und in die Bauchhöhle zurückgeschoben. Abschließend wird das teilresorbierbare Netz eingelegt. Nach Ablassen des Gases werden die Instrumente entfernt und die Wunden verklebt. Vorteile der laparoskopischen / extraperitonealen Operation gegenüber der offenen Operation bestehen in geringeren postoperativen Schmerzen bei gleich guten Ergebnissen hinsichtlich Komplikationen und Rezidiven (Wiederauftreten des Bruches).
Ausserdem kann, anders als bei den offenen Verfahren, auch die körperliche Schonung nach der OP verzichtet werden, weshalb diese Methode gerade von Leistungssportlern favorisiert wird. Durch den guten Überblick von innen besteht die Möglichkeit zur beidseitigen Bruchversorgung. In einem bestimmten Prozentsatz der Fälle kann nach einer Hernienoperation erneut ein Bruch auftreten. Hier eignet sich besonders gut die minimal-invasive Technik, da nicht in ausgedehntem Narbengewebe operiert werden muß.   

Verlauf und Nachbehandlung:
Da diese Operation meist ambulant durchgeführt wird, erhalten Sie durch Ihren Arzt sehr genaue Anweisungen. In den ersten 24 Stunden nach der Operation ist es wahrscheinlich, daß Sie an den Nahtstellen Schmerzen verspüren. Diese sind aber erfahrungsgemäß medikamentös sehr gut zu beherrschen. Bei normalem Verlauf können Sie schon einige Stunden nach der Operation entlassen werden. Voraussetzungen dafür sind, daß Sie kein Schwindelgefühl verspüren, der Blutdruck Ihren Werten entspricht, essen und trinken- bzw. Wasser lassen können. Wichtig ist, dass Sie eine Begleitperson für die Rückfahrt nach Hause haben. Daheim sollten Sie sich weiter ausruhen. Man beobachtet gewöhnlich eine leichte Schwellung in der Leiste, die jedoch nach einigen Tagen verschwindet. Zu den verordneten Medikamenten gehören in der Regel lediglich Schmerzmittel. Wenn Pflaster geklebt wurden, sollten diese am 2. Tag entfernt werden. Falls diese sich schon vorher lösen, können Sie mit neuen Pflastern die Wunden versorgen. In der ersten Woche nach dem Eingriff sollten Sie sich körperlich schonen und keine schweren Lasten heben. Falls Sie an den Wunden Veränderungen wie z.B. Rötung, Schmerzen bemerken, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. 

Alternativen:
Die chirurgische Versorgung stellt die einzige definitive Lösung bei einem Leistenbruch dar. Die bestehenden nicht-chirurgischen Alternativen mögen zwar zeitweise zu einer Linderung führen, können aber an dem krankhaften Befund nichts verändern. Die Alternative zum hier beschriebenen laparoskopischen bzw. extraperitonealen Verfahren ist die konventionelle (offene) Operation, bei der durch einen Leistenschnitt der Bruchkanal entweder mittels Naht, oder durch das Aufbringen eines Kunststoffnetzes von Aussen verschlossen wird.

 

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Fundoplikation – Refluxerkrankung, Sodbrennen


Definition:
Entzündung der Speiseröhre durch Rückfluß von Magensäure. Durch Bildung einer Magenmanschette wird der untere Speiseröhrenschließmuskel in seinem Verschluß zum Magen unterstützt.

Anatomie und Physiologie:
Die Speiseröhre (Ösophagus), welche zum größten Teil im hinteren Mittelfeld des Brustkorbs liegt, tritt mit ihrem unteren Anteil in den Bauchraum über. Im Übergang von Speiseröhre zum Magen befindet sich ein Schließmuskel. Dieser verhindert, dass sauerer Mageninhalt in die Speiseröhre zurücklaufen kann. Die Speiseröhre hat eine eigene Bewegung (Peristaltik) die zum einen die Speise in den Magen befördert und zum anderen als Selbstreinigungsprozess dient.

Pathologie:
Bei der Refluxerkrankung kommt es zu permantem Kontakt der Ösophagusschleimhaut mit Magensäure. Ein Grund dafür kann sein, dass der untere Schließmuskel nicht mehr richtig schließt. Häufig liegt ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) vor.

Symptome und Diagnose:
Die Patienten mit einer Refluxerkrankung klagen über Schmerzen hinter dem Brustbein, Sodbrennen, saures Aufstoßen, Heiserkeit, besonders im Liegen und bei körperlicher Anstrengung. Ausserdem sind die Beschwerden häufig Nahrungsabhängig. In seltenen Fällen kann es Lungenentzündungen, Asthma bronchiale oder Stimmbandentzündung kommen. Diagnostik: Die körperliche Untersuchung zeigt in den meisten Fällen keinen besonderen Befund. Die wichtigste Untersuchung zur Diagnosesicherung ist die Spiegelung der Speiseröhre und des Magens (Ösophagoskopie, Gastroskopie). Wenn eine Refluxerkrankung vorliegt, sind die Veränderungen sichtbar. Um aber sicher zu sein, dass eine Refluxerkrankung vorliegt, ist es notwendig, eine 24 Stunden pH-Metrie (Säuremessung) und eine Manometrie (Druckmessung) durchzuführen. Hierbei wird zunächst in nüchternen Zustand eine dünne Sonde durch die Nase in den Magen geschoben und diese unter kontinuierlicher Druckmessung in die Speiseröhre zurückgezogen. So können genau die Druckverhältnisse in der unteren Speiseröhre gemessen werden und gleichzeitig Aussagen zum unteren Schließmuskel gemacht werden. Hieran schliesst sich die 24Stunden pH-Metrie an. Hierzu wird eine dünne Sonde in die untere Speiseröhre durch die Nase eingelegt. Diese Sonde verbleibt 24Stunden in der Speiseröhre. Während dieser Zeit können Sie sich frei bewegen und haben keine Einschränkung bei der Nahrungsaufnahme. Durch diese Messungen kann Ihr Arzt feststellen, ob eine Refluxerkrankung vorliegt. Vor den Untersuchungen sollten Sie 5 Tage keine Säurehemmenden Medikamente (Protonenpumpenhemmer) einnehmen.

Operation (Dauer: 1-1,5 Stunden):
Die Therapie der Refluxkrankheit erfolgt zunächst konservativ, d.h. ohne Operation. Es werden Medikamente verordnet, die die Magensäureproduktion hemmen. Unter dieser Medikation klingt die Entzündung in der Speiseröhre meist vollkommen ab und die Beschwerden hören auf. Ziel der Operation ist es, den Reflux von Mageninhalt in die Speiseröhre zu verhindern, so dass Sie dauerhaft ohne Medikamenteneinnahme leben können und keinerlei Einschränkungen Ihrer Lebensqualität hinsichtlich Verzicht auf Speisen und Getränke (scharfes Essen, Kaffee, Alkohol etc) hinnehmen müssen. Eine Operation ist notwendig, wenn die medikamentöse Therapie keinen dauerhaften Erfolg zeigt oder Patienten die dauerhafte Einnahme der Medikamente nicht vertragen oder nicht wünschen. Ausserdem ist eine Operation dann angezeigt, wenn trotz Medikamente weiterhin Mageninhalt bis in die Mundhöhle steigt (Volumenreflux). Es wird aus dem oberen Teil des Magens eine Manschette gebildet, die um den unteren Schließmuskel des Ösophagus gelegt wird und diesen unterstützt (Fundoplicatio). Durch 4 -5 Trokare (Arbeitshülsen) werden Verwachsungen, welche vom Magen zur Milz ziehen, mittels einer speziellen Ultraschallschere gelöst. Mit dieser Ultraschallschere ist es möglich, Gefäße bis zu 4mm Größe gefahrlos zu durchtrennen.

Anschließend erfolgt die Mobilisation der Speiseröhre über eine Länge von 5-6 cm wieder zurück in den Bauchraum. Da der Raum hinter der Speiseröhre meistens erweitert ist, gehört zu dieser Operation die Verengung dieses Raumes durch 2 Nähte am Zwerchfell. Anschließend erfolgt die Bildung einer Manschette aus dem oberen, mobilisierten Magenanteil (Fundus). Diese Manschette liegt entweder in einem 360°- oder 270°-Winkel um den unteren Speiseröhrenanteil. Dabei wird diese Manschette an der Speiseröhre mit einer Naht fixiert. Nach Fertigstellung dieser Manschette werden sämtliche Trokare wieder entfernt, die Wunden in der Tiefe vernäht und an die Oberfläche verklebt.

Verlauf und Nachbehandlung:
Schon am Tag der Operation können Sie Tee und Wasser trinken. Eine intraoperativ eingelegte Magensonde wird ca. 6 Stunden nach der Operation entfernt. Sie können sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen. Medikamente gegen die Säureproduktion müssen nicht mehr eingenommen werden. Am ersten postoperativen Tag erhalten Sie ein leichtes Frühstück. Ist die Nahrungsaufnahme ohne Engegefühl möglich können Sie am 2.-3. postoperativen Tag die Klinik verlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist für 3 Monate angeraten (keine schweren Gegenstände über 5-10 kg heben). Schluckbeschwerden sind für eine Dauer von bis zu 3 Monaten keine Seltenheit, da die Speiseröhre durch die Manschette deutlich eingeengt ist. In der Regel geben sich diese Beschwerden im Laufe der Zeit. Wurden in der präoperativen Magenspiegelung Veränderungen in der unteren Speiseröhre im Sinne eines Barrettösophagus verifiziert, sollte ca. 3 Monate nach der Operation und anschließend regelmäßig in 6-12 monatigen Abständen eine Spiegelung vorgenommen werden. Dies ist notwendig um den Befund zu kontrollieren und um zu sehen ob durch die Operation die Entzündung rückläufig ist. Ausserdem dient diese Kontrolle dem Ausschluß der Entstehung von Krebsgeschüren, die gehäuft bei Barrett-Veränderungen auftreten.

 

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Speiseröhrenverengung (Achalasie)


Definition:
Übermäßiger Druck des unteren Speisröhrenschließmuskels bei fehlender (reflexiver) Entspannung.

Anatomie und Physiologie:
Die Speiseröhre (Ösophagus), welche zum größten Teil im hinteren Mittelfeld des Brustkorbs liegt, tritt mit ihrem unteren Anteil in den Bauchraum über. Im Übergang von Speiseröhre zum Magen befindet sich der untere Ösophagussphinkter. Dieser verhindert, dass sauerer Mageninhalt in die Speiseröhre zurücklaufen kann. Die Speiseröhre hat eine eigene Bewegung (Peristaltik), die zum einen die Speise in den Magen befördert und zum anderen als Selbstreinigungsprozess dient.

Pathologie:
Bei der Achalsie kommt es durch den erhöhten Druck des unteren Speisröhreschließmuskels zu Schluckbeschwerden, da die Speise nicht oder nur schwerlich in den Magen gelangt. Hierdurch kommt es auf Dauer zu einer Erweiterung der Speiseröhre mit Veränderungen der Schleimhaut.

Symptome und Diagnose:
Die Patienten mit einer Achalasie klagen über Schmerzen hinter dem Brustbein, Aufstoßen, Mundgeruch und wiederholtem Erbrechen von unverdauter Speise. Diagnostik Die körperliche Untersuchung zeigt in den meisten Fällen keinen besonderen Befund. Die wichtigste Untersuchung zur Diagnosesicherung ist die Röntgenuntersuchung der Speiseröhre, Spiegelung der Speiseröhre und des Magens (Ösophagoskopie, Gastroskopie und die Druckmessung des Schließmuskels der unteren Speiseröhre (Manometrie)). Hierbei findet sich eine erhebliche Verengung der unteren Speiseröhre. Die Therapie der Achalasie erfolgt zunächst konservativ, d.h. ohne Operation. Es werden Medikamente verordnet, die auf den unteren Speiseröhrenmuskel wirken. Unter dieser Medikation kann es zu einer Besserung der Schluckbeschwerden kommen. Ein weiteres Vorgehen ist die endoskopische Erweiterung mittels Druckballon. Hierzu wird bei der Magenspiegelung ein Ballon in die Speiseröhre eingeführt und der Schließmuskel geweitet. Ausserdem können durch Medikamenteninjektion (Botox) in den Schließmuskel während einer Magenspiegelung die Symptome gelindert werden. Allerdings müssen dieses Verfahren bei vielen Patienten mehrfach wiederholt werden.

Operation (Dauer 1,5-2 Stunden):
Eine Operation ist nur notwendig, wenn die medikamentöse oder endoskopische Therapie keinen dauerhaften Erfolg zeigt. Die Operation führt zu einer dauerhaften Erweiterung des Schließmuskels. Die Speise kann so wieder ungehindert in den Magen übertreten. Unter intraoperativer endoskopischer Kontrolle wird der Schließmuskel ohne Schleimhaut mit der Ultraschallschere gespalten. Durch 4 -5 Trokare (Arbeitshülsen) werden Verwachsungen, welche vom Magen zur Milz ziehen mittels einer speziellen Ultraschallschere gelöst. Mit dieser Ultraschallschere ist es möglich, Gefäße bis zu 4mm Größe gefahrlos zu durchtrennen. Anschließend erfolgt die Mobilisation der Speiseröhre über eine Länge von 5-6 cm in den Bauchraum. Dann erfolgt die Bildung einer Manschette aus dem oberen, mobilisierten Magenanteil (Fundus). Diese Manschette liegt auf dem unteren, gespaltenen Speiseröhrenmuskel. Dabei wird die Manschette an der Speiseröhre mit Nähten fixiert. Nach Fertigstellung der Manschette werden sämtliche Trokare wieder entfernt, die Wunden in der Tiefe vernäht und an die Oberfläche verklebt.

Verlauf und Nachbehandlung:
Schon am Tag der Operation können Sie Tee und Wasser trinken. Eine intraoperativ eingelegt Magensonde wird ca. 6 Stunden später entfernt. Sie können sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen. Am ersten postoperativen Tag wird eine Darstellung der unteren Speiseröhre mittels Röntgen-Kontrastmittel durchgeführt. Dies dient zum einen dem Ausschluß einer Undichtigkeit und zum anderen der Kontrolle der Passage. Finden sich hier unauffällige Verhältnisse, erfolgt zunächst der Kostaufbau über flüssige und breiige Kost. Am 4. postoperativen Tag können Sie die Klinik verlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist in der ersten Woche angeraten. Ab der zweiten Woche können Sie sich wieder mit normaler Kost ernähren.

 

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Milzentfernung


Anatomie und Physiologie:
Die Milz liegt im hinteren, oberen linken Bauchraum. In direkter Nachbarschaft liegen der Magen, die Bauchspeicheldrüse und der Dickdarm. Zu den Aufgaben der Milz gehört die Speicherfunktion von Blutzellen.

Symptome und Diagnostik:
Bei einer Vergrößerung der Milz kann es zu Beschwerden im linken Oberbauch kommen. Bei einer zu geringen Thrombozytenanzahl kommt es wiederholt zu Ausbildung von Blutergüssen (Hämatome) oder Nasenbluten. Zur Diagnosesicherung gehören die körperliche Untersuchung, Untersuchung des Blutbildes, Ultraschall des Bauchraumes. Gegebenenfalls muß eine Punktion des Knochenmarks erfolgen. Zur Verhinderung einer Infektion mit Pneumokokken bzw. anderen Erregern (Hämophilus), bedürfen Patienten ohne Milz einer regelmäßigen Impfung. Die erste Impfung erhalten Sie 2 Wochen vor der Operation.

Operation (Dauer: 1-1,5 Stunden):
Bei der laparoskopischen Operation erfolgt die komplette Entfernung der Milz. Hierzu werden insgesamt 4-5 Trokare in den linken Mittel- und Oberbauch eingebracht. Die Milzarterie wird mittels Titanclips verschlossen und anschließend die Milz mobilisiert, bis nur noch eine Verbindung zur großen Milzvene besteht. Diese Vene wird mittels eines speziellen Klammernahtgerätes verschlossen. Durch eine kleine Erweiterung eines Schnitts auf ca. 4cm Länge wird die Milz anschließend aus dem Bauchraum geborgen. Nach Einlage einer weichen Drainage werden alle Instrumente und Trokare entfernt, die Wunden in der Tiefe vernäht und die Haut geklebt.

Verlauf und Nachbehandlung:
Schon am Tag der Operation können Sie Tee und Wasser trinken. Sie können sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen. Die Entfernung der Drainage erfolgt am 2. postoperativen Tag. Bei unauffälligen Laborparametern können Sie am 3. oder 4. Tag die Klinik wieder verlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist in der ersten Woche angeraten. Bei Ihrem Hausarzt sollten Sie in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle des Blutbildes durchführen und den Impfstatus überprüfen lassen.

 

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Dickdarmentfernung bei gutartigen Erkrankungen (z.B. Divertikulitis)


Definition:
Die Divertikultis ist eine Entzündung von Darmwandausstülpungen (Divertikulose), die sowohl im Dünndarm als auch im Dickdarm vorkommen kann. Sehr häufig finden sich die Ausstülpungen am sog. Krummdarm (Sigma).

Anatomie und Physiologie:
Der Dickdarm beginnt im rechten Unterbauch, zieht durch den Oberbauch und entlang der linken Seite bis zum Endarm. Im linken Unterbauch verläuft er S-förmig. Die Hauptfunktion des Dickarms ist der Entzug von Wasser zur Eindickung des Stuhl.

Symptome und Diagnostik:
Patienten mit einer Divertikulose haben in den allermeisten Fällen keine Beschwerden. Erst bei Vorliegen einer Divertikulitis kommt es zu Beschwerden im linken Unterbauch. Dies ist bedingt durch eine Entzündung dieser Ausstülpungen, z.B. durch Verfestigung von hartem Stuhl. Zu den Symptomen gehört neben den Unterbauchbeschwerden, Fieber und Entzündungszeichen im Blut und u. U. auch der anale Blutabgang. Zur Diagnosesicherung gehört die klinische Untersuchung, Laborparameter, Ultraschall, Dickdarmspiegelung, ggf. Kontrastmitteleinlauf oder die Computertomographie. Hierbei findet sich dann meistens eine Verengung des entzündeten Abschnitts.

Pathologie:
Tritt zum ersten Mal eine Divertikulitis auf, kann diese mit Antibiotika konservativ behandelt werden. In der Folge muß eine Ernährungsumstellung mit ballaststoffreicher Kost und ausreichender Flüssigkeitsmenge erfolgen. Kommt es zum zweiten Schub einer Divertikulitis, sollte mit Ihrem Arzt die Notwendigkeit einer Operation besprochen werden.

Operation (Dauer: 1,5-2 Stunden):
Bei der Operation wird der divertikeltragende Anteil des Dickdarm entfernt. Hierzu werden 4 Trokare in den Mittel- und Unterbauch eingebracht und der gesamte linke Dickdarm mobilisiert. Durch eine kleine Schnitterweiterung im Unterbauch erfolgt die Entfernung des Dickdarms. Nach der Entfernung wird die Passage durch ein direktes Zusammennähen des Dickdarms mit dem Endarm wiederhergestellt. Nach Einlage von 2 weichen Drainagen werden alle Instrumente und Trokare entfernt, die Wunden in der Tiefe vernäht und die Haut geklebt.

Verlauf und Nachbehandlung:
Schon am Tag der Operation können Sie Tee und Wasser trinken. Sie können sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen. Die Entfernung der Drainage erfolgt am 2. postoperativen Tag. Der Kostaufbau kann zügig am 1. postoperativem Tag beginnen. Bei unauffälligen Laborparametern können Sie am 5. Tag die Klinik wieder verlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist in der ersten Woche angeraten. Eine weitere spezielle Therapie ist nicht angezeigt. Verdauugsschwierigkeiten (z.B. Durchfall) sind bedingt durch die Verkürzung des Dickdarms und legen sich innerhalb von 3-6 Monaten.

 

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Verwachsungen (Adhäsionsbeschwerden)


Definition:
Bedingt durch vorausgegangene Bauchoperationen oder Entzündungen können Verklebungen von Darmanteilen mit der Bauchwand oder zu anderen Organen auftreten.

Symptome und Diagnostik:
Führende Symptome können Passageschwierigkeiten, Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang, ziehende Schmerzen im Unter- oder Oberbauch und Übelkeit sein. Zur Diagnostik bedient man sich des Ultraschalls und manchmal auch der Kontrastmitteldarstellung des gesamten Dünndarms. Obwohl auch hier u. U. keine krankhaften Befunde erhoben werden können, schlagen wir eine Bauchspiegelung vor, denn nur mittels der Kamerasicht kann man sicher eine Diagnose und die entsprechende Therapie ableiten.

Operation (Dauer: sehr variabel; 30 Min.-3 Stunden):
Bei der Operation werden abhängig von dem Ort der Beschwerden die Trokare platziert. Hierbei benutzen wir fast ausnahmslos nur 5 mm Instrumente um erneute größere Wunden zu vermeiden. Bei der Operation werden alle Verklebungen und Verwachsungen mit der Schere gelöst, so dass abschließend der Darm frei beweglich und die Passage damit ungehindert ist. Nach der Operation werden die Wunden in der Tiefe vernäht und die Haut geklebt. Auf die Einlage einer Drainage wird meistens verzichtet.

Verlauf und Nachbehandlung:
Schon am Tag der Operation können Sie Tee und Wasser trinken. Sie können sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen.
Nach einem Frühstück und ungehinderter Passage können Sie am 1. postoperativen Tag die Klinik verlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist in der ersten Woche angeraten. Eine weitere spezielle Therapie ist nicht angezeigt

 

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Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrosis axillaris oder manuum)


Definition:
Durch eine verstärkte Aktivität des Grenzstrangs (N. sympathicus) kommt es zu einer übermäßigen Absonderung von Schweiß in den Achselhöhlen und /oder den Händen. Nicht selten kommt es auch zu einer überschießenden Gesichtsrötung.

Anatomie und Physiologie:
Der Grenzstrang verläuft im Brustkorb entlang zu beiden Seiten der Wirbelsäule und zeiht dann durch das Zwerchfell in den Bauchraum. Seine Funktion ist u. a. die Anregung der Schweißdrüsen zur Produktion. Im Fall der Hyperhidrosis ist ein pathologischer Zustand erreicht, der eine permanente Überfunktion der Schweißdrüsen zur Folge hat.

Symptome und Diagnostik:
Patienten mit einer Hyperhidrosis klagen über permanente Feuchtigkeit oder Nässe in den Achselhöhlen oder an den Händen unabhängig von Temperatur oder Aktivität.
Zur Diagnostik dient der Schweißtest bei dem der Salzgehalt und die Menge der abgesonderten Flüssigkeit gemessen wird.

Operation (Dauer: 30-60 min):
Bevor eine Operation durchgeführt wird, sollten zunächst alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Hier sind in erster Linie die Wechselbäder und spezielle Deodorants zu nennen. Wird hiermit kein langdauernder Effekt erzielt, ist ein Operation zu erwägen. Bei der Operation wird auf beiden Seiten im Brustkorb über zwei 5 mm Zugänge an der seitlichen Brustwand der N. sympathicus durchtrennt. Dies geschieht vom 2. bis zum 5. Segment. Durch die Kameravergrößerung kann der Nerv sicher identifiziert und durchtrennt werden. Auf die Einlage von Drainagen wird in unserer Klinik verzichtet. Die Wunden werden nach der Operation geklebt.

Verlauf und Nachbehandlung:
Schon am Tag der Operation können Sie normal essen. Sie können sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen. Nach einem Frühstück und einer Röntgenkontrolle können Sie am 1. postoperativen Tag die Klinik verlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist in der ersten Woche angeraten. Eine weitere spezielle Therapie ist nicht angezeigt.

 

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Nebenniere (Überfunktion, Adrenalektomie)


Definition:
Durch eine Überfunktion der Nebenniere kann es zu einer Vergrößerung und zu unterschiedlichen Veränderungen im Hormonhaushalt des Organismus kommen.
Zu diesen Krankheitsbildern gehören u. a. das Phäochromozytom und der M. Cushing.

Anatomie und Physiologie: Die Nebennieren liegen im hinteren Bauchraum (Retroperitoneum) direkt auf den oberen Polen beider Nieren und sind an der Regulation des Hormonhaushaltes beteiligt.

Symptome und Diagnostik:
Die Symptome einer Überfunktion der Nebennieren sind vielseitig und werden meistens durch Untersuchungen des Blutes verifiziert. Ist über die Blutentnahmen und bildgebenden Verfahren (CT, MR, Ultraschall) keine eindeutige Seitenlokalisation zu erzielen, bedient man sich eines Katheters, der durch die untere Hohlvene geschoben wird. Hierdurch ist es möglich, seitengetrennt Blut aus den Nebennierenvenen zu entnehmen. Sollte von ihrem behandelnden Arzt die Indikation zur Entfernung einer Nebenniere gestellt werden, ist dies normalerweise ohne Funktionsverlust möglich, da die Gegenseite komplett die Funktion beider Nebennieren übernimmt. In ganz seltenen Fällen ist es notwendig, beide Nebennieren zu entfernen. In einem solchen Fall müssen die fehlenden Hormone als Medikamente eingenommen werden.

Operation (Dauer:1,5-2 Stunden):
Es bestehen zwei Möglichkeiten, die Nebennieren zu entfernen. Die eine Möglichkeit besteht in einem Zugang vom Bauchraum aus. Bei der anderen Möglichkeit wird vom Rücken aus operiert. Die Wahl des Zugangs richtet sich nach der Größe und evtl. vorausgegangenen Operationen des Bauchraumes. Beide Verfahren sind gleichwertig und von der Erfahrung des Operateurs abhängig. In unserer Klinik werden beide Verfahren angewandt. Nach Darstellung der Nebennieren wird zunächst die Vene mit Titanclips verschlossen und anschließend die komplette Nebenniere entfernt. Dies geschieht im Allgemeinen über 3 Trokare im rechten oder linken Oberbauch oder aber am Rücken unterhalb der 12. Rippe. Nach der Operation wird eine weiche Drainage für 24 Stunden eingelegt. Die Wunden werden in der Tiefe vernäht und die Haut geklebt.

Verlauf und Nachbehandlung: Schon am Tag der Operation können Sie Tee und Wasser trinken. Sie können sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen. Die Drainage wird am 1. postoperativen Tag entfernt. Nach einem Frühstück und ungehinderter Passage können Sie am 2. postoperativen Tag die Klinik verlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist in der ersten Woche angeraten. Eine weitere spezielle Therapie ist nicht angezeigt.

 

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Thymusentfernung (Thymektomie, Myasthenia gravis)


Definition:
Entfernung des Thymus bei Tumoren oder bei Erkrankungen des Muskelrezeptorenkomplexes

Anatomie und Physiologie:
Der Thymus liegt hinter dem Brustbein und auf dem Herzbeutel und zieht mit seinen beiden Hörnern bis an die unteren Pole der Schilddrüse.
Der Thymus beteiligt sich im Kindesalter an der Ausbildung von Abwehrzellen und ist im Erwachsenenalter meist nur noch ein Fettkörper ohne spezielle Funktion. Bei einer krankhaften Veränderung kommt es zu einer Antikörperbildung gegen Muskelrezeptoren mit der Ausbildung einer Muskelermüdungssymptomatik.

Symptomatik und Diagnostik:
Bei den meisten Patienten stellen sich zunächst uncharakteristische Symptome ein. Hierzu zählen Schluckbeschwerden, Kauermüdung, das Schielen und die Kraftlosigkeit in Armen und Beinen. Bei der neurologischen Untersuchung findet sich eine provozierbare Ermüdung der Muskulatur. Gesichert wird die Diagnose einer Myasthenia gravis durch die Antikörperbestimmung im Blut. Zur bildgebenden Diagnostik, welche aber nicht immer eine Vergrößerung des Thymus zeigt, gehört das CT oder MR.

Operation (Dauer: 2-3 Stunden):
Zunächst wird eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Kommt es hierunter zu einer wiederholten Dosiserhöhung ohne adäquaten Therapieerfolg, sollte die Operation erfolgen. Die Operation erfolgt von der linken Seite durch die Zwischenrippenräume des Brustkorbs. Bei der konventionellen Operation wird das Brustbein auf ganzer Länge eröffnet.
Bei der minimal-invasiven Chirurgie kann auf die Durchtrennung des Brustbeins verzichtet werden. Das gesamte Thymusgewebe wird vollständig entfernt. Zusätzlich wird das Fettgewebe, welches auf dem Herzbeutel liegt, entfernt denn es konnte gezeigt werden, daß sich in seltenen Fällen versprengtes Thymusgewebe hier befindet.
Am Ende der Operation wird auf der linken Seite für 24 Stunden eine Saugdrainage eingelegt. Die übrigen Wunden werden in der Tiefe vernäht und die Haut verklebt.

Verlauf und Nachbehandlung:
Schon am Tag der Operation können Sie Tee und Wasser trinken. Am ersten postoperativem Tag wird nach Erstellung eines Röntgenbildes die Drainage entfernt. Abschließend können Sie sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen. Die folgenden Tage verbringen Sie in der neurologischen Klinik und Sie werden nach Maßgabe Ihrer betreuenden Ärzte entlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist in der ersten Woche angeraten. Die weitere spezielle Therapie erfolgt durch die neurologischen Kollegen.

 

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Thorakoskopie (VATS)

Definition:
Operation zur kompletten Untersuchung des Brustraumes und der Lunge.

Symptome und Diagnose:
Die Symptome, die eine Thorakoskopie erforderlich machen, können vielfältig sein. Am häufigsten dient die Operation der Sicherung oder dem Ausschluß einer Krebsdiagnose (z.B. bei Asbestexposition (Pleuramesotheliom) u.a.). Während der Operation können Gewebsproben (Biopsien) genommen werden, die feingeweblich unter dem Mikroskop die Diagnose sichern. Die Patienten werden gezielt von einem Lungenspezialisten zur Operation zugewiesen. Als Diagnostik wird ein Röntgenbild und in der Regel auch eine Computertomographie (CT) benötigt. Eine Lungenfunktionsuntersuchung ist bei Lungeneingriffen ebenfalls wünschenswert.

Operation (Dauer: 30-60 min):
Der Eingriff findet in Vollnarkose statt. Über einen ca. 1,5 cm Hautschnitt am seitlichen Brustkorb wird eine Arbeitshülse (Trokar) in den Brustraum eingebracht. Während der Untersuchung ist in der Regel nur der gegenseitige Lungenflügel belüftet, damit man eine bessere Übersicht hat, was für den Patienten aber keine Nachteile hat. Nach Einbringen einer Kamera kann dann die gesamte Brustraum und die Lunge untersucht werden. Zusätzlich können noch 1-2 Trokare (1 cm) bei Bedarf eingebracht werden, wenn eine Gewebeprobe entnommen wird. Anschließend werden (je nach Befund) eventuell Drainagenschläuche eingelegt und die Haut verschlossen.

Verlauf und Nachbehandlung:
Je nach Ausmaß der Probengewinnung müssen die Drainagen für 12-48 Stunden verbleiben, wobei sie an ein Saugsystem angeschlossen sind, welches im Brustraum einen Unterdruck erzeugt, damit sich die Lunge wieder an den Brustkorb anlegt. Dieses wird meistens als etwas unangenehmes Gefühl wargenommen; dabei auftretende Schmerzen können problemlos durch Schmerzmittelgabe behandelt werden. Am Tag nach der Operation wird ein Röntgenbild angefertigt. Je nach Befund können dann die Drainagen zügig entfernt werden. Sobald die Drainagen entfernt sind, können Sie die Klinik verlassen. In jedem Falle können Sie am Tag der Operation schon aufstehen, was aber wegen der Drainagen mit Hilfe geschehen sollte.

 

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Lungenteilresektion (Tumore, Metastasen, unklare Lungenerkrankungen)

Definition:
Operation zur Entfernung eines Lungenteils, der tumorbefallen ist, oder bei unklaren Lungenerkrankungen (Lungengerüsterkrankungen), um eine Diagnosesicherung zu erhalten, damit eine adäquate Therapie erfolgen kann (z.B. Kortison oder Antibiotika).


Anatomie und Physiologie:
Die Lunge liegt im Brustraum und besteht rechts aus 3 bzw. links aus 2 Lappen. Sie dient dem Gasaustausch, wobei dem Körper Sauerstoff zugefügt wird und „Abgase“ (z.B. Kohlendioxyd) abgegeben werden. Die Lunge liegt durch einen Unterdruck im Brustraum dem Rippenfell an, an dem sie gleiten kann. Die Entfernung von Anteilen der Lunge ist in der Regel ohne wesentlichen Funktionseinschränkungen möglich; selbst die komplette Entfernung eines ganzen Lungenflügels wird bei lungengesunden Patienten toleriert.

Pathologie:
Die Lunge kann bei bestimmten Krebserkrankungen von Metastasen befallen sein. Diese Metastasen können bei speziellen Krebserkrankungen chirurgisch entfernt werden, um die Erkrankung einzudämmen. Als Beispiele sind hier zu nennen die Metastasen bei Nierenzell Ca, Sarkomen, Dickdarm oder Mastdarm Ca u.A.. Bei anderen Erkrankungen hat die Chirurgie der Metastasen keinen Stellenwert (z.B. Bauchspeicheldrüsen-Ca.). Bei bösartigen Tumoren der Lunge (Bronchial-Ca) ist ebenfalls eine Operation Therapie der Wahl, wenn die Erkrankung noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Diese wird in unserer Klinik ebenfalls durchgeführt, aber nicht in minimal-invasiver Technik, sondern in konventioneller Technik mit Eröffnung des Brustraumes, da die Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie hier die Nachteile nicht überwiegen.

Symptome und Diagnose:
Häufig fallen Metastasen eher zufällig bei der Krebsnachsorge im Röntgenbild auf. Hinweise auf das Vorliegen von Metastasen der Lunge können Husten und Atemnot sein, was aber eher eine Ausnahme ist. An Diagnostik ist eine Röntgenaufnahme und eine Computertomographie (CT) der Lunge notwendig. Eine Lungenfunktionsprüfung ist ebenfalls wünschenswert. Wenn der Tumor nicht unmittelbar aussen liegt, so dass man ihn während der Operation sehen kann, so kann vor der Operation in der CT ein kleiner Draht in den Tumor eingebracht werden, an dem sich dann die Resektion orientieren kann. Dies geschieht in lokaler Betäubung.

Operation (Dauer: 45-90 min):
Der Eingriff findet in Vollnarkose statt. Über einen ca. 1,5 cm Hautschnitt am seitlichen Brustkorb wird eine Arbeitshülse (Trokar) in den Brustraum eingebracht. Während der Untersuchung ist in der Regel nur der gegenseitige Lungenflügel belüftet, damit man eine bessere Übersicht hat, was für den Patienten aber keine Nachteile hat. Nach Einbringen einer Kamera kann dann die gesamte Thoraxhöhle und die Lunge untersucht werden. Zusätzlich werden noch 1-2 Trokare (1 cm) eingebracht. Der Lungenanteil mit dem Tumor wird dann mittels eines Klammernahtgerätes, welches speziell für die minimal-invasive Chirurgie entwickelt wurde, reseziert. Bei unklaren Lungenerkrankungen wird einfach ein Stück der Lunge reseziert, welches anatomisch am günstigsten zu liegen kommt. Anschließend werden Drainagenschläuche eingelegt und die Haut verschlossen.

Verlauf und Nachbehandlung:
Je nach Ausmaß der Resektion müssen die Drainagen für 1-4 Tage verbleiben, wobei sie an ein Saugsystem angeschlossen sind, welches im Brustraum einen Unterdruck erzeugt, damit sich die Lunge wieder an den Brustkorb anlegt. Dieses wird meistens als etwas unangenehmes Gefühl wargenommen; dabei auftretende Schmerzen können problemlos durch Schmerzmittelgabe behandelt werden. Am Tag nach der Operation wird ein Röntgenbild angefertigt. Je nach Befund können dann die Drainagen zügig entfernt werden. Sobald die Drainagen entfernt sind, können Sie die Klinik verlassen. In jedem Falle können Sie am Tag der Operation schon aufstehen, was aber wegen der Drainagen mit Hilfe geschehen sollte.

 

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Bullaresektion und Rippenfellresektion (Pleurektomie) bei Pneumothorax

Definition:
Operation zur Entfernung einer geplatzten Lungenblase (Bulla) und des Rippenfells

Anatomie und Physiologie:
Die Lunge liegt im Brustraum und besteht rechts aus 3 bzw. links aus 2 Lappen. Sie dient dem Gasaustausch, wobei dem Körper Sauerstoff zugefügt wird und "Abgase“ (z.B.Kohlendioxyd) abgegeben werden. Die Lunge wird durch einenn Unterdruck im Brustraum dem Rippenfell an, an dem sie gleiten kann. Die Entfernung von Anteilen der Lunge inklusive Bulla ist in der Regel ohne wesentlichen Funktionseinschränkungen möglich; selbst die komplette Entfernung eines ganzen Lungenflügels wird bei lungengesunden Patienten toleriert.

Pathologie:
Ein Pneumothorax hat, wenn er spontan ohne äusserliche Einwirkung auftritt, meistens eine geplatzte Lungenblase als Ursache. Hauptsächlich sind junge Männer von dieser Erkrankung betroffen. Die Lungenblasen können aber auch bei Patienten mit Lungenemphysem (meistens durch Rauchen verursacht) auftreten. Dabei ist die Lungenblase Teil der Lunge; sie ist aber nicht mehr von funktionierendem Lungengewebe ausgefüllt, so dass sie nicht am Gasaustausch teilnimmt. Wenn sie platzt, dann strömt ungehindert Atemluft in den Brustraum, was den physiologisch wichtigen Unterdruck aufhebt, so dass die Lunge, die ansonsten gleitend mit dem Rippenfell verbunden ist, zusammenfällt.

Symptome und Diagnose:
Das wichtigste Symptom ist die plötzlich einsetztende Atemnot, die gelegentlich mit einem spontanen Schmerzereignis einhergeht. An Diagnostik ist meist lediglich eine Röntgenaufnahme vonnöten. Nur in Ausnahmefällen ist zusätzlich eine Computertomographie (CT) der Lunge erforderlich.

Operation (Dauer: 1-1,5 Stunden):
Der Eingriff findet in Vollnarkose statt. Über einen ca. 1,5 cm Hautschnitt am seitlichen Brustkorb wird eine Arbeitshülse (Trokar) in den Brustraum eingebracht. Während der Untersuchung ist in der Regel nur der gegenseitige Lungenflügel belüftet, damit man eine bessere Übersicht hat, was für den Patienten aber keine Nachteile hat. Nach Einbringen einer Kamera kann dann die gesamte Thoraxhöhle und die Lunge untersucht werden. Zusätzlich werden noch 1-2 Trokare (1 cm) eingebracht. Der Lungenanteil mit der Blase wird mittels eines speziellen Klammernahtgerätes entfernt, wobei so wenig wie möglich gesundes Lungengewebe entfernt wird. Anschließend wird das Rippenfell über dem entfernten Lungenanteil ebenfalls reseziert, damit die Lunge fest mit dem Brustraum verkleben kann. Dies soll ein erneutes Auftreten des Pneumothorax verhindern. Anschließend werden Drainagenschläuche eingelegt und die Haut verschlossen.

Verlauf und Nachbehandlung:
Je nach Ausmaß der Resektion müssen die Drainagen für 2-4 Tage verbleiben, wobei sie an ein Saugsystem angeschlossen sind, welches im Brustraum einen Unterdruck erzeugt, damit sich die Lunge wieder an den Brustkorb anlegt. Dieses wird meistens als etwas unangenehmes Gefühl wahrgenommen; dabei auftretende Schmerzen können problemlos durch Schmerzmittelgabe behandelt werden. Am Tag nach der Operation wird ein Röntgenbild angefertigt. Je nach Befund können dann die Drainagen zügig entfernt werden. Sobald die Drainagen entfernt sind, können Sie die Klinik verlassen. In jedem Falle können Sie am Tag der Operation schon aufstehen, was aber wegen der Drainagen mit Hilfe geschehen sollte.

 

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Dickdarmentfernung bei bösartigen Erkrankungen (Krebs)

Definition:
Radikale Entfernung des Krebsbeschwulst-tragenden Darmanteils unter Mitnahme der Lymphknoten.


Anatomie und Physiologie:

Der Dickdarm beginnt im rechten Unterbauch, zieht durch den Oberbauch und entlang der linken Seite bis zum Endarm. Im linken Unterbauch verläuft er S-förmig. Die Hauptfunktion des Dickarms ist der Entzug von Wasser zur Eindickung des Stuhl. Darmkrebs ist eine häufige Erkrankung und kann chirurgisch geheilt werden. Voraussetzung ist, dass die Krebsgeschwulst radikal entfernt wird, zur Not auch unter Mitnahme von anderen Organen, die mitbetroffen sind. Zusätzlich müssen die Lymphknoten, welche zu einer Tumorzellverschleppung in den Organismus beitragen können, ebenfalls radikal entfernt werden.


Symptome und Diagnostik:

Patienten mit Darmkrebs bemerken neben unspezifischen Unterbauchbeschwerden,u.U. Blutauflagerungen (oder Durchmischung) beim Stuhlgang, wechselnde Stuhlbeschaffenheit (Verstopfung und Durchfall), Schleimabgang, auffällig dünnen Stuhlgang (wie ein Bleistift) u.a.. Zur Diagnosesicherung gehört die klinische Untersuchung, Laborparameter, Ultraschall, Dickdarmspiegelung, und gelegentlich die Computertomographie.


Operation (Dauer: 2-4 Stunden):

Die in unserer Klinik durchgeführete Operation entspricht exakt der radikalen Operation, die wir auch offen (konventionell) durchführen. Ob der Patient für eine minimal-invasive Operation geeignet ist, muß im Einzelfall vom Operateur entschieden werden. In unserer Klinik werden nur kleine Dickdarm Krebsgeschwulste minimal invasiv entfernt.
Hierzu werden 4-5 Arbeitshülsen (Trokare, ca 1cm) in den Mittel- und Unterbauch eingebracht und zunächst die Gefäßversorgung des tumortragenden Dickdarmanteils unterbunden, so dass durch die Operation keine Tumorzellen mehr über die Blutbahn eingeschwemmt werden können. Anschließend wird der Dickdarmanteil mobilisiert. Durch eine kleine Schnitterweiterung im Unterbauch erfolgt die Entfernung des Dickdarms unter Mitnahme sämtlicher Lymphknoten. Nach der Entfernung wird die Passage durch ein direktes Zusammennähen der beiden Enden wiederhergestellt. Wenn ein tiefsitzender Mastdarm Krebs (Rektum Ca) vorliegt, so wird das komplette Rektum unter Mitnahme der Hüllfaszie, die die Lymphknoten enthält, entfernt (TME). Die Passage wird dann durch eine Verbindung vom Dickdarm zum Anus mit Reservoir (Pouch) wiederhergestellt. Um diese Naht zu schützen, kann für 4-6 Wochen ein künstlicher Darmausgang angelegt (Nur bei sehr tief sitzendem Rektum Ca). In unserer Klinik wird in der Regel kontinenzerhaltend operiert, so dass der Patient nach Abheilung normal zur Toilette gehen kann. Nach Einlage von 2 weichen Drainagen werden alle Instrumente und Trokare entfernt, die Wunden in der Tiefe vernäht und die Haut geklebt.

Verlauf und Nachbehandlung:
Schon am Tag der Operation können Sie Tee und Wasser trinken. Sie können sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen. Die Entfernung der Drainage erfolgt am 2. postoperativen Tag (beim Rektum Ca nach 5 Tagen). Der Kostaufbau kann zügig am 1. postoperativem Tag beginnen. Bei unauffälligen Laborparametern können Sie am 7. Tag die Klinik wieder verlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist in der ersten Woche angeraten. Eine weitere spezielle Therapie ist nicht angezeigt. Verdauugsschwierigkeiten (z.B. Durchfall) sind bedingt durch die Verkürzung des Dickdarms und legen sich häufig innerhalb von 3-6 Monaten. Wenn ein künstlicher Darmausgang angelegt wurde, so kann dieser in einem kleinen Eingriff nach 4-6 Wochen zurückverlagert werden. Hierfür ist ein ca. 3-4 tägiger Krankenhausaufenthalt vorgesehen.

 

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Komplette Dick- und Mastdarmentfernung (Kolektomie) bei Colitis ulcerosa oder familiärer Polyposis coli


Definition:
Entfernung des kompletten Dick- und Mastdarms unter Erhaltung der Kontinenz


Anatomie und Physiologie:

Der Dickdarm beginnt im rechten Unterbauch, zieht durch den Oberbauch und entlang der linken Seite bis zum Endarm. Im linken Unterbauch verläuft er S-förmig. Die Hauptfunktion des Dickarms ist der Entzug von Wasser zur Eindickung des Stuhl. Bei der Colitis ulcerosa kann eine komplette Dickdarmentfernung notwendig werden, da Patienten danach dauerhaft auf die Medikamenteneinahme verzichten können (Immunsuppressiva) und die Gefahr der Krebsgeschwulstentstehung, welche bei diesen Patienten erhöht ist, eliminiert ist. Diese Patienten gelten nach der Operation als geheilt. Dies ist auch der Grund, weshalb eine komplette Entfernung bei familiärer Poliposis coli indiziert ist (Krebsentstehung verhindern).


Symptome und Diagnostik:

Patienten mit Colitis ulzerosa bzw. mit Polyposis coli haben meist eine lange Krankheitsgeschichte und sind dauerhaft in Behandlung (oder Beobachtung) eines Darmspezialisten. Daher wird auf eine genauere Auflistung der Symptome verzichtet.
Zur Diagnosesicherung gehört die klinische Untersuchung, Laborparameter, Ultraschall, Dickdarmspiegelung und gelegentlich die Computertomographie. Die Diagnose der Colitis ulcerosa muß histologisch durch Probeentnahmen gesichert sein.

Pathologie:

Bei beiden Erkrankungen werden ausschließlich der Dick- und Mastdarm befallen. Bei der Colitis ulcerosa ist der Darm entzündet, während sich bei der Poliposis coli zahlreiche Polypen im Dickdarm bilden, die häufig als Krebsgeschwulste entarten.

Operation (Dauer: 4-5 Stunden):

Die in unserer Klinik durchgeführete Operation entspricht exakt der Operation, die wir auch offen (konventionell) durchführen. Ob der Patient für eine minimal-invasive Operation geeignet ist, muß im Einzelfall vom Operateur entschieden werden. Hierzu werden 4-5 Arbeitshülsen (ca 1cm) in den Bauchraum eingebracht und zunächst die Gefäßversorgung des Dickdarms unterbunden. Anschließend wird der komplette Darm mobilisiert. Durch eine kleine Schnitterweiterung im Unterbauch erfolgt die Entfernung des Dick- und Mastdarms Nach der Entfernung wird die Passage durch ein direktes Zusammennähen des Dünndarms, aus dem vorher ein Reservoirs gebildet wurde mit dem Anus wiederhergestellt. Um diese Naht zu schützen, wird für 4-6 Wochen ein künstlicher Darmausgang angelegt. In unserer Klinik wird in der Regel kontinenzerhaltend operiert, so dass der Patient nach Abheilung normal zur Toilette gehen kann. Nach Einlage von 2 weichen Drainagen werden alle Instrumente und Trokare entfernt, die Wunden in der Tiefe vernäht und die Haut geklebt.


Verlauf und Nachbehandlung:
Schon am Tag der Operation können Sie Tee und Wasser trinken. Sie können sich auf der Station frei bewegen und durch die Verklebung der Wunden am Abend duschen. Die Entfernung der Drainage erfolgt am 5. postoperativen Tag Der Kostaufbau kann zügig am 1. postoperativem Tag beginnen. Bei unauffälligen Laborparametern können Sie am 7. Tag die Klinik wieder verlassen. Ihr Hausarzt wird in den folgenden Tagen die Wunden kontrollieren. Eine körperliche Schonung ist in der ersten Woche angeraten. Eine weitere spezielle Therapie ist nicht angezeigt. Durchfall stellt sich regelmäßig ein und ist bedingt durch die Entfernung des Dickdarms, der für die Eindickung des Stuhles verantwortlich ist. Dieser kann durch Medikamente behandelt werden und die Stuhlkonsistent und Frequenz verbessern sich häufig innerhalb von 3-6 Monaten. Wenn ein künstlicher Darmausgang angelegt wurde, so kann dieser in einem kleinen Eingriff nach 4-6 Wochen zurückverlagert werden. Hierfür ist ein ca. 3-4 tägiger Krankenhausaufenthalt vorgesehen.

 


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Letzte Änderung: Dr. Oliver Mann, 20.12.2009