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Forschung des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie

Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden Forschungstätigkeiten zu folgenden Themenbereichen durchgeführt:

Forschungsfelder

Laufende Projekte

BMBF-Juniorprofessur für Sexualwissenschaft und präventive Internetforschung

Im Zentrum der Arbeit der Juniorprofessur steht die Frage, welche Rolle das Internet für die sexuelle Sozialisation Jugendlicher spielt, aber auch, inwiefern es als Ort sexueller Übergriffe und ihrer Vorbereitung genutzt wird. Außerdem geht es darum zu analysieren, wie das Internet als Medium der Prävention sexueller Übergriffe und sexueller Gewalt eingesetzt werden kann. Zur Beantwortung dieser Fragen steht im Mittelpunkt der Forschung eine sorgfältige sexualwissenschaftliche Untersuchung der alltäglichen sexuellen Praxis Jugendlicher im Internet. Diese dient u.a. zur Analyse von Resilienz- (Widerstandsfähigkeit) und salutogenen (gesundheitsfördernden) Faktoren für eine verbesserte sexuelle Selbstbestimmung und zur Abwehr und Verarbeitung sexueller Grenzverletzungen. Auf dieser Basis erfolgt die Erarbeitung präventiver Konzepte, Strategien und Materialien und die Erhebung dafür notwendiger Qualifikationen pädagogischen Personals. Geplant ist zunächst ein interfakultäres Lehrangebot für Studierende verschiedener Fachrichtungen sowie mittelfristig die Entwicklung eines Curriculums "Sexuelle Gesundheit und Prävention". Langfristig wird die Einführung eines eigenen entsprechenden Masterstudiengangs angestrebt.

Projektleitung: Prof. Dr. med. Peer Briken
Juniorprofessor: Prof. Dr. phil. Arne Dekker
Kontakt: dekker@uke.uni-hamburg.de

Forschungsprojekt: Sexuelle und soziale Beziehungen von 19- bis 25-jährigen Studentinnen und Studenten

Das vorherrschende Muster der Organisation von festen Partnerschaften im jungen Erwachsenenalter ist das der seriellen Monogamie. Sexualität, emotionale Bindung, Intimität, Kommunikation und Erlebensqualität, nicht Institutionen, formale Verpflichtungen oder materielle Abhängigkeiten halten studentische Beziehungen zusammen. Ziel dieser qualitativen Interviewstudie ist es, fundierte Daten darüber zu erheben, wie Studierende Sexualität und Beziehungen sozial organisieren und welche Wertvorstellungen und Erwartungen sie in Bezug auf sexuelle Beziehungen haben.
Ein Schwerpunkt der Untersuchung liegt dabei auf dem reproduktivem Verhalten. Die Gruppe der Studierenden ist einerseits eine sexuell besonders aktive Gruppe, andererseits werden Kinderwunsch und Familienplanung aufgrund der langen Ausbildungsdauer oftmals noch aufgeschoben. Aus diesem Grund ist sichere Verhütung in dieser Altersgruppe ein besonders wichtiges Thema. Die Interviews sollen explorieren, wie Studierende Verhütung in und außerhalb von festen Beziehungen organisieren, welche Erfahrungen mit Kinderwunsch, Verhütungspannen und Ängsten vor ungeplanten Schwangerschaften in dieser Gruppe vorherrschen und welche Vorstellungen und Wünsche zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Lebensplanung von angehenden Akademikerinnen und Akademiker prägen.
Ein zweiter Fokus liegt auf der sexualbezogenen Internetnutzung. Diese spielt bei jungen Erwachsenen aller Bildungsschichten heute eine erhebliche Rolle und eröffnet neue Dimensionen des Umgangs mit sexueller Erregung, Phantasie und Kommunikation in und außerhalb von festen Beziehungen. Im Mittelpunkt stehen hier die Fragen, welche Bedeutung das Internet für das Kennenlernen von Liebes- oder Sexualpartnern erlangt hat, welchen Einfluss Pornografiekonsum auf sexuelles Verhalten von Studierenden hat und welche Rolle die neuen Medien für die Organisation von Sexualität und Intimität in festen Beziehungen spielen.
Im Wintersemester 2012/2013 werden 100 Studentinnen und Studenten im Alter zwischen 19 und 25 Jahren mittels leitfadengestützter Interviews zu ihren bisherigen Erfahrungen mit Sexualität, Beziehungen, Verhütung, Kinderwunsch, Pornografie und dem Internet befragt.  

Die Studie wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gefördert.
Förderzeitraum: August 2012 bis Juli 2014

Nähere Informationen unter: bzga.studentensexualität.de
Projektleitung: Dr. Silja Matthiesen
Kontakt: smatthie@uke.de

Forschungsprojekt: Studentische Sexualität im Wandel: 1966 - 1981 - 1996 - 2011

Im Mittelpunkt des Projektes steht die teilweise Wiederholung von drei Fragebogenerhebungen zur Sexualität von Studentinnen und Studenten, die vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie in den Jahren 1966, 1981 und 1996 an 12 bis 15 deutschen (bis 1981 westdeutschen) Universitäten durchgeführt wurden. Die Hamburger StudentInnenstudien bieten die Gelegenheit, den Wandel des Sexual- und Beziehungsverhaltens in Deutschland (für die soziale Gruppe der jungen, akademisch gebildeten Frauen und Männer) über einen Zeitraum von 45 Jahren systematisch zu beschreiben und zu analysieren. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und läuft zunächst von Dezember 2011 bis Dezember 2013. Die vierte Erhebungsphase soll im Sommer 2012 abgeschlossen sein.
Die bisherigen drei Untersuchungen wurden zu drei sozialhistorisch bedeutsamen Zeitpunkten durchgeführt: Die Stichprobe des Jahres 1966 beschrieb das sexuelle Verhalten Studierender zu Beginn des damaligen Liberalisierungsdiskurses, 1981 zeigten sich Ausmaß und Grenzen des Liberalisierungsprozesses, 1996 konnte u.a. eine Verringerung von Geschlechtsunterschieden in Hinblick auf sexuelle Optionen, Rechte und Verhaltensweisen dokumentiert werden. Die geplante Erhebung in den Jahren 2011/2012 wird den sozialen Wandel des Sexual- und Beziehungsverhaltens dieser Gruppe weiter verfolgen und erstmals eine umfassende Einschätzung der Auswirkungen der so genannten "neuen Medien" auf die sexuelle Sozialisation von jungen Erwachsenen ermöglichen.

Projektleitung: Prof. Dr. phil. Arne Dekker
Nähere Informationen unter: www.studentensexualitaet.de
Kontakt: dekker@uke.uni-hamburg.de

Forschungsprojekt: MiKADO: Missbrauch von Kindern: Aetiologie, Dunkelfeld, Opfer

Das Forschungsprojekt MiKADO ist ein Verbundprojekt unter der Federführung der Universität Regensburg, gemeinsam mit den Universitäten Hamburg, Bonn, Dresden, Ulm und Turku (Finnland) und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Aufgeteilt auf drei Module werden die Ausgangssituation, die Ursachen, die Folgen und präventive Möglichkeiten sexuellen Missbrauchs in Deutschland erhoben.
In Modul 1 wird mittels einer Schülerbefragung eine Erhebung der Viktimisierungsraten und -folgen durch sexuelle Gewalt bei Kindern durchgeführt. Des Weiteren ist in diesem Modul eine Erhebung der Prävalenz von Pädophilie und pädosexuellen Neigungen in der Allgemeinbevölkerung, mit Hilfe indirekter Messmethoden, geplant. Auch sollen mögliche Risikogruppen aufgedeckt werden.
In Modul 2 werden Vorbedingungen von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche untersucht. Hierbei werden u.a. genetische Ursachen für die Alterspräferenz in Bezug auf die Sexualpartner näher beleuchtet, sowie der Einfluss sexueller Erregung auf Bewertungs- und Entscheidungsprozesse. Dadurch sollen mögliche Ansatzpunkte primär-präventiver Maßnahmen identifiziert werden.
Modul 3 beschäftigt sich letztlich mit sekundär-präventiven Maßnahmen in Bezug auf sexuelle Übergriffe in den neuen Medien. In diesem Kontext soll zum einen das Verhalten von potentiellen Missbrauchstätern in auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Internetforen untersucht werden und zum anderen eine Online-Befragung der Nutzer von virtuellen sozialen Netzwerken durchgeführt werden, bezüglich ihrer Erfahrungen mit Grooming.

Beteiligte Kooperationszentren: Universität Regensburg (Prof. Dr. Osterheider), Universität Bonn (Prof. Dr. Banse), Universität Dresden (Prof. Dr. Hoyer), Universität Ulm (Prof. Dr. Goldbeck), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Prof. Briken), Abo Akademi Universität Turku (Prof. Dr. Santilla).
Projektmitarbeiter in Hamburg: Dipl.-Psych. Daniel Turner
Nähere Informationen/Kontakt: d.turner@uke.uni-hamburg.de, www.mikado-studie.de

Forschungsprojekt: Evaluation des Hamburger Modellprojektes für sexuell auffällige Minderjährige

Das Hamburger Modellprojekt versuchte, sexuell auffällig gewordene Kinder und Jugendliche möglichst frühzeitig angemessen zu versorgen. Im Rahmen einer Begleitevaluation wurde die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft, um das Angebot weiter zu entwickeln.
Von September 2007 bis September 2010 wurden in Hamburg alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, die wegen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung (StGB, 13. Abschnitt, §§ 174 bis 184) verdächtigt worden sind, von der Polizei an das Familieninterventionsteam (FIT) gemeldet. Diese zentrale Erfassung aller tatverdächtigen Minderjährigen, sowohl der strafmündigen Jugendlichen (14 bis 17 Jahren) als auch der strafunmündigen Kinder (unter 14 Jahren), bildete die Grundlage für die Arbeit im Modellprojekt.
Das FIT war für Fallbetreuung und Hilfeplanung sowie für die Überprüfung der Deliktschwere durch sozialpädagogische und psychologische Fachkräfte zuständig. Die wissenschaftliche Begleitevaluation wurde vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie durchgeführt. Neben der Erhebung der Familien- und Schulsituation, der sozioökonomischen Faktoren, der biologischen Entwicklung und tatbezogener Merkmale erfolgten eine Untersuchung von Intelligenz, Psychopathologie, devianten sexuellen Neigungen und dem Risiko für die Begehung eines erneuten Sexualdeliktes mit standardisierten Verfahren.
Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse sowie der Beurteilung durch die Fachkräfte des FIT wurde entschieden, welche Interventionen für den Minderjährigen zu empfehlen sind. In bestimmten Fällen, bei begründetem Verdacht und Interventionsindikation, wurden tatverdächtige Minderjährige zur Behandlung an den kooperierenden freien Träger Wendepunkt e.V., vermittelt.
Die Studie wird von der Behörde für Soziales, Gesundheit, Familie und Verbraucherschutzs (BSG) gefördert. Förderzeitraum: August 2007 bis September 2010.

Projektleitung: Prof. Dr. med. Peer Briken, Dr. biol. hum. Dipl.-Psych. Martin Rettenberger
ProjektmitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. Verena Klein
Kontakt: m.rettenberger@uke.uni-hamburg.de
Weitere Informationen finden Sie in diesem Flyer.

Übersetzung und Validierung des SAPROF ("Strukturiertes Assessment PROtektiver Faktoren)

Das SAPROF ist erst kürzlich von den niederländischen Kollegen und Kolleginnen Vivienne de Vogel, Corine de Ruiter, Yvonne Bouman und Michiel de Vries Robbé an der Van der Hoeven Kliniek entwickelt worden und bietet ein Instrument zur strukturierten Erfassung von Schutzfaktoren beim Risiko zu gewalttätigem Verhalten. Das SAPROF ist eine Checkliste, die zusammen mit einem Risikoprognoseinstrument für Straftäter wie dem HCR-20 (Historical, Clinical, Risk Management-20) oder dem SVR-20 (Sexual Violence Risk-20) verwendet wird. Durch diese Kombination ensteht eine balancierte Einschätzung des zukünftigen (sexuellen) Gewaltrisikos und bietet gleichzeitig Hilfestellung zur Prävention über einen positiven Behandlungsansatz. Das SAPROF konzentriert sich auf die präventive Wirkung von protektiven Faktoren, so dass sich das Instrument als hilfreich für die Risikokommunikation, Erstellung von Lernzielen und Behandlungsprogrammen entwickeln kann. Erste retrospektive Studien aus den Niederlanden zeigen gute Ergebnisse bei der Interraterreliabilität und eine gute Vorhersagevalidität von Rückfälligkeit mit Gewaltdelikten. Erste Anzeichen für Veränderungen der protektiven Faktoren werden durch Behandlungsevaluation mit dem SAPROF deutlich. In einer Pilotstudie an einem niederländischen forensisch-psychiatrischem Krankenhaus hat sich das SAPROF als zusatzlicher Gewinn in der Risikoeinschätzung und Praxisanwendung bewährt.
In Kooperation mit der Van der Hoeven Klieniek wurde das Instrument aus dem Niederländischen und Englischen ins Deutsche Übersetzt und ist über das Forum Educatief in den Niederlanden zu erwerben. Die Validierung der deutschen Version sowie die Mitwirkung an einer internationalen Vergleichsstudie sind Teil des Kooperationsprojektes zwischen der niederländische Arbeitsgruppe und dem Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie.

Projektleitung: Prof. Dr. med. Peer Briken, Dahlnym Yoon, M.A.
Projektmitarbeiter: Dipl.-Psych. Fritjof von Franqué
Kooperationspartner: Dr. phil. Vivienne de Vogel, Prof. Dr. phil. Corine de Ruiter, Yvonne Bouman, M.Sc., Michiel de Vries Robbé, M.Sc. (Van der Hoeven Kliniek, Niederlande)
Kontakt: d.yoon@uke.uni-hamburg.de

Weitere Informationen finden Sie in diesem Flyer.

Forschungsprojekt: Evaluation des Behandlungskonzepts der Sozialtherapeutischen Anstalt Hamburg (SOTHA)

Das Forschungsprojekt SOTHA dient der Evaluation des Behandlungskonzepts der Sozialtherapeutischen Anstalt Hamburg (SH). Seit März 2009 wurde das bisherige Haus IV der JVA Fuhlsbüttel sowie die frühere Außenstelle Bergedorf zur selbständigen SH umgeformt. Die SH verfügt derzeit über ca. 160 Haftplätze, davon entfallen ca. 40 Haftplätze auf die Außenstelle Bergedorf.
Im Fokus der Evaluation steht daher zum einen der Aufbau und die Fortführung einer standardisierte Eingangs- und Verlaufdiagnostik und Risikoeinschätzung, mit deren Hilfe anschließend die Behandlung der Insassen geplant werden kann. Zum anderen soll anhand dieser wiederholten Messung in regelmäßigen Abständen ab dem Zeitpunkt der Aufnahme die Wirksamkeit der Behandlungsmaßnahmen überprüft und verbessert werden.
Das Projekt begann am 01.08.2010 im Auftrag von der Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg und wird ab 01.08.2013 für unbestimmte Zeit verlängert.
Für die Implementierung einer umfassenden Eingangs- und Verlaufsdiagnostik werden sowohl etablierte wie auch innovative Verfahren zur Diagnostik wie auch zur kriminalprognostischen Risikoeinschätzung verwendent. Im Rahmen der Untersuchung werden daher Verfahren zur Einschätzung sowohl statischer als auch dynamischer Risikofaktoren sowie behandlungsrelevanten Einflussgrößen im Sinne von protektiven Faktoren eingesetzt. Neben zahlreichen Fremdeinschätzungsverfahren kommen dabei mehrere Selbsteinschätzungsverfahren zum Einsatz, welche persönliche Eigenschaften und Einstellungen der Insassen in Form eines Fragebogens untersuchen.
Unter Forschungsgesichtspunkt sollen einerseits durch eine deskriptive Analyse der SH-Insassen eine möglichst repräsentative Darstellung erreicht werden. Durch Einbezug dynamischer und portektiver Faktoren sollen andererseits Veränderungen der Insassen während des Aufenthalts in der SH abgebildet werden.
Zu diesen Zwecken werden alle Insassen, die in die SH aufgenommen werden, von ProjektmitarbeiterInnen des UKE hinsichtlich der Rahmenbedingungen aufgeklärt und untersucht. Zwischen den wiederholten Messzeitpunkten liegen in der Regel mindestens 12 Monate. Die Interviews mit den Inassen finden in der Sozialtherapeutischen Anstalt der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel statt.
Der erste Zwischenbericht wurde im Juli 2012 veröffentlicht und der zweite Zwischenbericht folgt im Sommer 2013.

Projektleitung: Prof. Dr. Peer Briken, Dahlnym Yoon, M.A.
Externer Kooperationspartner: jun. Prof. Dr. Martin Rettenberger
Kontakt für weitere Informationen: d.yoon@uke.de
Weitere Informationen zur SH: http://www.hamburg.de/justizbehoerde/sozialtherapeutische-anstalt/

Abgeschlossene Projekte

Forschungsprojekt: Androgene, Lebensqualität und Weiblichkeit: Ein Vergleich von Frauen mit kompletter Androgeninsensitivität (Bei 46,XY Chromosomensatz), Frauen mit Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom und Frauen mit einem Polyzystischen Ovar Syndrom

Ziel dieser Studie ist ein Vergleich von Frauen mit verschiedenen Formen der Beeinträchtigung von Unfruchtbarkeit hinsichtlich ihrer Lebensqualität, psychischen Befindlichkeit, Sexualität und erlebten Weiblichkeit. Untersucht werden sollen in diesem Zusammenhang Faktoren wie Testosteronproduktion und -wirkung, Fehlanlagen des weiblichen Genitales und Folgen der Entfernung der Gonaden. Darüber hinaus wird der Einfluss von Hormontherapien und der "weibliche" (46,XX) und "männliche" (46,XY) Chromosomensatz berücksichtigt. Personen mit kompletter Androgeninsensitivität (CAIS) - einer Form von Intersexualität - haben auf Grund einer gestörten Testosteronwirkung bei einem 46,XY (männlichen) Chromosomensatz ein weibliches Erscheinungsbild, wobei die Gebärmutter fehlt und die Vagina oft verkürzt ist. In ihrer Geschlechtsidentität erleben sie sich als Frauen, die Mitteilung der Diagnose und des abweichenden Chromosomensatzes kann zu großer Verunsicherung führen. Zum Vergleich sollen zum einen Frauen mit Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom untersucht werden: Bei diesem Syndrom kommt es bei einem unauffällig weiblichen Chromosomensatz und weiblicher Hormonproduktion zu einer angeborenen Fehlanlage von Vagina und Gebärmutter, hier sind somit Ähnlichkeiten zu CAIS vorhanden. Außerdem sollen Frauen mit dem Syndrom der polyzystischen Ovarien zum Vergleich herangezogen werden, bei denen eine Überproduktion von Androgenen zu eingeschränkter Fruchtbarkeit, Zyklusstörungen und Vermännlichung im Aussehen (z.B. starker Körperbehaarung) führt. Durch den Vergleich dieser Gruppen sollen Beeinträchtigungen der Lebensqualität bei verschiedenen Formen der Unfruchtbarkeit, welche durch hormonelle und genitale Auffälligkeiten bedingt sind, untersucht werden. Die Untersuchung soll mittels halbstandardisierter Interviews und schriftlicher Fragebögen - welche standardisierte und selbst entwickelte Teile enthalten - erfolgen.

Die Studie wird von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (UKE) gefördert. Förderzeitraum 2008-2010.  
Nähere Informationen und Möglichkeiten zur Teilnahme: www.sexualforschung-hamburg.de  
Projektleitung: Prof. Dr. phil. Hertha Richter-Appelt
Projektmitarbeiterin: Dipl.-Psych. Kerstin Huber
Nähere Informationen/Kontakt: k.huber@uke.de


Forschungsprojekt: Sexuelle und soziale Beziehungen von 17- und 18-jährigen Frauen und Männern

Angesichts der zunehmenden öffentlichen Sorge über die Gefahren von Pornographiekonsum und Sexchats und über möglicherweise chaotische sexuelle Verhältnisse bei Jugendlichen ist es Ziel dieser Studie, fundierte empirische Daten darüber zu erheben, wie Jugendliche gegenwärtig Sexualität und Beziehungen organisieren und welche Wert- und Idealvorstellungen sie dabei leiten. Im Mittelpunkt steht das Thema "Jugendsexualität und Internet", also die Frage, wie der einfache, jederzeit mögliche Zugang zu sexuell expliziten Bildern, Chats und Filmen im Internet gegenwärtig die sexuellen Sozialisationsbedingungen Jugendlicher verändert.
Im Hinblick auf die Auswirkungen der neuen Medien gibt es in Deutschland viele, zum Teil exaltierte Befürchtungen, aber bislang nur wenig empirische Forschung. Diese Untersuchung soll detailliert erheben, in welchem Umfang und in welcher Weise Jugendliche Pornographie nutzen und welchen Einfluss Pornographiekonsum auf sexuelle Phantasien und sexuelle Skripte hat. Die Bedeutung des Chattens für die sexuelle Sozialisation sowie für das Kennenlernen von Liebes- oder Sexualpartnern sollen beschrieben werden.
Viele Studien zur Jugendsexualität zeigen, dass die meisten Jugendlichen ihre Sexualität in festen Beziehungen organisieren - wie erwachsene Männer und Frauen auch. Jedoch sind feste Beziehungen im Jugendalter oft kurz und seriell. Die Bedeutung der Sexualität für Beziehungen sowie Formen außerpartnerschaftlicher Sexualität werden erhoben. Jugendtypische Beziehungs- und Sexualbiographien werden im Längsschnitt dokumentiert.
In Hamburg und Leipzig wurden im Herbst 2009 160 17- und 18-jährige Frauen und Männer unterschiedlicher Bildungsschichten (Gymnasiasten und HauptschulabsolventInnen) mittels leitfadengestützter Interviews zu ihren bisherigen Erfahrungen mit Sexualität, Liebe, Beziehungen, Pornographie und dem Internet befragt.
Die Studie wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gefördert. Förderzeitraum: Juni 2009 bis Dezember 2011

Projektleitung: Dr. phil. Silja Matthiesen
ProjektmitarbeiterInnen: Dr. Uta Starke, MA Psych. Urszula Martyniuk, Anja Wermann, André Aude, Dennis Krämer, Christian Gruber
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Nicola Döring (Illmenau), Angelika Hessling (Köln), Prof. Dr. Ulrike Schmauch (Frankfurt am Main), Prof. Dr. Gunter Schmidt (Hamburg), Prof. Dr. Kurt Starke (Leipzig)
Nähere Informationen/Kontakt: smatthie@uke.uni-hamburg.de, http://www.jugendsex-forschung.de

Forschungsprojekt: Prognose bei sexuell motivierten Tötungsdelikten

Ziel dieser von der DFG geförderten Untersuchung war es, valide Kriterien für die Gefährlichkeitsprognose bei sexuell motivierten Tötungsdelikten zu ermitteln. Es wurden 166 überwiegend in den 1970er und 1980er Jahren erstellte psychiatrische Gutachten über Männer ausgewertet, die aufgrund eines sexuellen Tötungsdelikts (gem. Definition von Ressler et al., 1986) begutachtet worden sind. Die Auswertung erfolgte retrospektiv mittels eines operationalisierten Kriterienkatalogs einschließlich der Vergabe von Lebenszeit- und Tatzeit- Diagnosen gemäß DSM-IV durch die Auswerter und Anwendung der Prognose-Instrumente PCL-R, SVR-20, HCR-20 sowie Static-99. In einem zweiten Schritt wurden 139 aktuelle (zwischen 2002 und 2004 erstellte) Bundeszentralregisterauszüge hinsichtlich der darin enthaltenen Informationen zu den Rechtsfolgen der sexuellen Tötungsdelikte (z. B. Verurteilung zu lebenslanger Freiheitsstrafe, Anordung einer Unterbrinung im Maßregelvollzug, Strafaussetzung und Entlassung etc.) und Folgedelikten während der Haft und nach einer Entlssung aus Gewahrsam auswertet. Mit den Daten zur Rückfälligkeit wurden Kaplan-Meier-Analysen für verschiedene Täter-, Alters- und Deliktgruppen berechnet.

Projektleitung: Prof. Dr. med. Wolfgang Berner, PD Dr. med. Andreas Hill
Mitarbeiter: Prof. Dr. med. Peer Briken, Dr. phil. Dipl.-Psych. Niels Habermann
Kooperationspartner: Prof. Dr. med. Norbert Leygraf (Essen), Prof. Dr. med. Friedemann Pfäfflin (Ulm), Dr. med. Rüdiger Müller-Isberner (Gießen)

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (BE 2280/2-1), Beginn 15.3.2002

Weitere Informationen: berner@uke.de, hill@uke.de

Forschungsprojekt: Schwangerschaftsabbruch bei minderjährigen Frauen: Erforschung der Lebenslagen und Beweggründe junger Frauen sowie Entwicklung sexualpädagogischer Maßnahmen und Qualitätsstandards für eine altersgerechte Schwangerschaftsabbruchversorgung

Der pro familia Bundesverband führt in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie eine zwölf monatige Machbarkeitsstudie zu Schwangerschaften bei minderjährigen Frauen durch. Vor dem Hintergrund steigender Schwangerschaftsraten bei Minderjährigen soll untersucht werden, in welchen Lebenslagen minderjährige Frauen ungewollt schwanger werden, für welche demographischen Gruppen die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft besonders groß ist und welche Bedarfe minderjährige Frauen und ihre Partner in der krisenhaften Situation haben.

Projektleitung: Prof. Dr. phil. Gunter Schmidt (Bundesverband der pro familia, Institut für Sexualforschung und forensische Psychiatrie, Universität Hamburg), Elke Thoss (Geschäftsführerin, pro familia Bundesverband) Mitarbeiterin: Dr. phil. Dipl.-Soz. Silja Matthiesen
Kontakt: smatthie@uke.uni-hamburg.de

Forschungsprojekt: Behandlungserfahrungen und Behandlungszufriedenheit von Personen mit verschiedenen Formen der Intersexualität

Unter der Leitung von Frau Prof. Richter-Appelt untersucht die Forschergruppe in Kooperation mit der Abteilung für Pädiatrische Endokrinologie des Universitätsklinikums Schleswig Holstein (Standort Lübeck, Leitung Prof. Hiort) in einer bundesweiten Studie die körperliche und psychische Entwicklung und die Behandlungserfahrungen von erwachsenen Personen mit verschiedenen Formen der Intersexualität, aber auch ihr soziales Leben, ihre Interessen und Intersexualitätsbedingten bzw. spezifischen Schwierigkeiten und Erlebnisse nicht nur im Bereich der Sexualität. Dabei spielt die Traumatisierung durch die Intersexualität selbst, aber auch durch den Umgang damit eine wichtige Rolle. Ziel der Studie soll es sein, Schlussfolgerungen für die Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit Intersexualität ziehen zu können und ein angemessenes Behandlungsmodell für die Betreuung von Personen mit Intersexualität zu entwickeln. Die Studie wird seit 2002 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Hamburger Stiftung für Bildung und Forschung und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gefördert und ist 2009 abgeschlossen worden.

Nähere Informationen: http://www.intersex-forschung.de

Forschungsprojekt: Projekt GiK - Gewaltprävention im Kindesalter

Das Projekt "Gewaltprävention im Kindesalter" wurde von der Behörde für Soziales, Gesundheit, Familie und Verbraucherschutz (BSG) in Auftrag gegeben und finanziert. In Kooperation mit dem Institut für Medizinische Psychologie wird als Teil des "9-Säulen- Konzepts" im Rahmen des "Hamburger Handlungskonzepts gegen Jugendgewalt" ein Präventionskonzept für Kinder mit aggressivem, dissozialem Verhalten ("early starter") evaluiert. Die "early starter" Maßnahme ist ein Modellprojekt und in Hamburg einzigartig. Anfang des Jahres 2009 wurde das UKE mit der Evaluation beauftragt, die vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie und dem Institut für Medizinische Psychologie durchgeführt wird. Die Maßnahme GiK wird vom Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) und den Regionalen Beratungs- und Unterstützungsstellen (RESUS) für Schulen unter der Leitung des BSG ausgeführt. Kindertagesstätten und Schulen sollen gewaltauffällige Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren an die jeweiligen Stellen melden, wo in einem kooperativen regionalen Fachteam bestehend aus GiK-Fachkräften des ASD und REBUS mit Erhebungsinstrumenten "early starter" identifiziert werden sollen. In einem nächsten Schritt werden geeignete Hilfemaßnahmen geplant und durchgeführt.Zunächst wurde eine Arbeitsgruppe aus Psychologen und Sozialpädagogen von ASD und REBUS in der Erstellung eines geeigneten Erhebungsinstrumentes unterstützt. Die Evaluation beinhaltet die Befragung der Fachkräfte, der Zuweiser in den KiTas und Schulen, der Familien der Kinder, sowie die Prüfung der Diagnostik und der durchgeführten Maßnahmen. Die wissenschaftliche Begleitevaluation ist ebenfalls formativ, d.h. der Verlauf der Maßnahme wird in regelmäßigen Abständen an die BSG rückgemeldet um die Maßnahme zu gestalten und zu optimieren.
Die Studie wurde von der Behörde für Soziales, Gesundheit, Familie und Verbraucherschutzs (BSG) gefördert.

Projektleitung: Prof. Dr. med. Peer Briken
Projektmitarbeiterinnen: Dipl.-Psych. Judith Koch
Kontakt: mailto:j.koch@uke.de

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Letzte Änderung: Urszula Martyniuk, 26.03.2014