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Auswahlverfahren für Studienbewerber(innen).
Das Interesse an Medizinstudienplätzen ist weit größer als das Angebot: Pro Jahr bewerben sich in Hamburg mehrere Tausend Abiturienten auf die ca. 400 vorhandenen Studienplätze, davon mehr als 2000 mit Hamburg als erster Ortspräferenz. Ist die Abiturdurchschnittsnote das alleinige Auswahlkriterium, haben Bewerber mit einem Notendurchschnitt schlechter als 1,6 praktisch keine Chance, zugelassen zu werden.
Wir haben am UKE in den letzten Jahren unterschiedliche Tests eingeführt, die Bewerbern mit Abiturnoten bis 2,4 den Zugang zum Medizinstudium ermöglichten. Als erstes weiteres Auswahlkriterium zusätzlich zur Abiturnote wurde 2008 der HAM-Nat eingeführt, ein multiple-choice-Test zu naturwissenschaftlichen Themen, die schon in der gymnasialen Oberstufe behandelt werden. Motivierte Bewerber können sich anhand eines Themenkatalogs auf den Test vorbereiten und somit zugleich das Basiswissen schaffen, auf dem die naturwissenschaftlich geprägten ersten Studiensemester aufbauen. Durch die Vorbereitung auf den HAM-Nat erhöhen Bewerber ihre Chancen auf eine Zulassung zum Studium und auf das erfolgreiche Absolvieren der ersten Studiensemester. Erste Analysen haben gezeigt, dass Studierende mit guten HAM-Nat Ergebnissen seltener das Studium abbrechen und häufiger in Regelstudienzeit das Physikum schaffen.
Neben fundierten Kenntnissen in den Naturwissenschaften benötigt jeder Arzt gute psychosoziale Kompetenzen. Auch diesen Aspekt berücksichtigen wir in unserem Auswahlverfahren. Während manche Universitäten klassische Auswahlgespräche führen, setzen wir ein Verfahren ein, welches sich an die in Kanada entwickelten Multiplen Mini-Interviews anlehnt. Unser HAM-Int besteht aus mehreren kurzen Interviewstationen in denen die Bewerber z.B. ein Gespräch mit einem Interviewer über ein medizinrelevantes Thema führen oder aber mit einem geschulten Schauspieler interagieren. Jeder Bewerber durchläuft also eine Art Parcours,in dem er verschieden Situationen bewältigen muss. An jeder Station sitzen unterschiedliche Juroren, so dass jeder Bewerber eine Vielzahl unabhängiger Bewertungen erhält. Dadurch bekommen wir ein umfassenderes und zuverlässigeres Bild von unseren Studienbewerbern.
Für den Studiengang Zahnmedizin setzen wir zudem einen Test für manuelle Fertigkeiten, den Drahtbiegetest HAM-Man, ein.
Unsere Arbeitsgruppe untersucht die Eigenschaften dieser Testverfahren und setzt den Studienerfolg in Bezug zu den Testergebnissen. Aufbauend auf den Ergebnissen werden die Tests weiterentwickelt. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten für Studienbewerber .
Nationale Kooperationen
Internationale Kooperationen
Auswahlverfahren für das Medizinstudium: Kein Ersatz für die Abiturnote W. Hampe, J. Hissbach (2010). Dtsch. Arztebl. 107(26): A-1298 free full text
Who will be a good physician? Admission procedures for medical and dental students. Hampe W, Hissbach J, Kadmon M, Kadmon G, Klusmann D, Scheutzel P.Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2009 Aug;52(8):821-30.Abstract...
Reduzierbarkeit der Abbrecherquote im Humanmedizinstudium durch das Hamburger Auswahlverfahren für Medizinische Studiengänge - Naturwissenschaftsteil (HAM-Nat). W. Hampe, D. Klusmann, H. Buhk, D. Münch-Harrach, Sigrid Harendza (2008). GMS Z. Med. 25, 1-11
Forschen lehren. Wie lehrt man erfolgreiches Forschen? Was ist Forschungserfolg und wovon hängt er ab? Alexander Laatsch (Dezember 2010). HeLM, 8-9. free full text
SorLA signaling by regulated intramembrane proteolysis. Bohm C, Seibel N, Henkel B, Steiner H, Haass C, Hampe W. J. Biol. Chem. 2006 :281, 14547-14553
Abstract