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Hintergrund medizinpsychologischer Forschung zur Telemedizin

Hintergrund medizinpsychologischer Forschung zur Telemedizin Wohl kaum eine High-Tech-Innovation hat in den letzten Jahren eine so dynamische Entwicklung vollzogen wie die Telemedizin, bzw. die Anwendung der Telemedizin in der Informationstechnologie. Die Implementation der Anwendungen in der medizinischen Gesundheitsversorgung steht jedoch in vielen Bereichen noch aus: sowohl die öffentliche als auch die fachliche Rezeption der Telemedizin hat sich zwischen Befürwortern und Kritikern polarisiert. Die hängt vermutlich damit zusammen, dass die Telemedizin relativ einschneidende Konsequenzen für die medizinische Versorgungssituation sowie die Verwaltung besitzen könnte. Trotz des hohen technologischen Entwicklungsstandes der Anwendungen stehen der Gesundheitstelematik eine Reihe hemmender Mechanismen und kritischer Stimmen gegenüber. Meinungsbildner der letzteren Position befürchten zum Beispiel, dass die Telemedizin für einen Trend der Medizin steht, der sich interessengeleitet und machbarkeitsorientiert vollzieht und dabei die Bedeutung der alltäglichen klinischen Praxis und der Arzt-Patienten-Beziehung marginalisiere.

Diese Kontroverse zeigt den Forschungsbedarf auf, die Implikationen der Telematikanwendungen in der Gesundheitsversorgung für die Anbieter und Empfänger von Gesundheitsdiensten zu untersuchen.

Am Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Eppendorf werden folgende Prozesse, die für Patienten und Professionelle im Gesundheitssystem bei der Einführung der Telemedizin wirksam werden, untersucht:

  • Prozesse der intersektoralen Kommunikation bei der Einführung von Gesundheitstelematik
  • Einfluss der Gesundheitstelematik auf Prozesse und Ergebnisse der medizinischen Versorgung
  • Wahrnehmung der Sicherheit von patientenbezogenen sowie behandlungsbezogenen Daten ("Gläserner Arzt" versus "Gläserner Patient")
  • Akzeptanz der Anwendungen auf Seiten von Patienten und Professionellen
  • Lernprozesse und -bedingungen, die für den Erwerb des Umgangs mit der Telematikanwendungen bedeutsam werden
  • Kognitive Veränderungen für Arzt und Patient in der Anwendung der von telediagnostischen Verfahren
  • Einfluss der Telemedizin auf die Arzt-Patienten-Beziehung und auf das Rollenverständnis in der Medizin
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Letzte Änderung: Dr. Dietrich Klusmann, 27.06.2005

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