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Geschichte des Instituts für Medizinische Informatik

Der Einsatz von rechnergestützten Verfahren für die klinische Forschung läßt sich im UKE bis in die 60er Jahre zurückverfolgen. Entscheidende Impulse für den Einsatz der Datenverarbeitung im UKE entsprangen der guten Kooperation der Arbeitsgruppe um Bochnik mit dem Rechenzentrum der Universität und der im Jahre 1969 ins Leben gerufenen Zusammenarbeit mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY), die im gleichen Jahr zur ersten Installation eines Rechners im UKE führte. Am 10. Januar 1966 stimmte die Fakultät der Gründung einer ihr unmittelbar unterstellten Einrichtung für Dokumentation zu. Der erste Tätigkeitsbericht der Dokumentations- und Auswertungsabteilung des Klinikums datiert aus dem gleichen Jahr. Diese Einrichtung nannte sich später Abteilung für Medizinische Dokumentation und Statistik und wurde zuletzt von Sönke Lensch geleitet, der danach Direktor des Rechenzentrums des Klinikums wurde.

Im Jahre 1978 wurde das Institut für Mathematik und Datenverarbeitung in der Medizin (IMDM) mit der Berufung von PD Dr. rer. nat. Karl Heinz Höhne für die Abteilung Informatik in der Medizin und von PD Dr. med. vet. Jürgen Berger für die Abteilung Mathematik in der Medizin ins Leben gerufen und am 20. März 1981 als wissenschaftliche Einrichtung gemäß § 16 des Hamburgischen Hochschulgesetzes anerkannt. Das Rechenzentrum des Klinikums bildete die dritte Abteilung des Instituts.

Den Forschungsschwerpunkt der von Professor Höhne geleiteten Abteilung bildete die Bildverarbeitung in der Medizin. Die frühen Versuche bezogen sich auf die quantitative Auswertung einfacher Bilder wie der aus der Nuklearmedizin, sowie die Analyse von angiografischen Bildfolgen. Mit dem Aufkommen der tomografischen Verfahren konzentrierte sich die Entwicklung auf die 3D-Modellierung mit schwerpunktmäßigen Anwendungen in der Planung und Simulation von Eingriffen. Die Verbindung von räumlichen Modellen mit einer formalen Beschreibung führten schließlich zu neuartigen Formen der medizinischen Wissensrepräsentation, deren erste Ausprägungen neuartige Atlanten der Anatomie, Funktion und der radiologischen Erscheinungsform des menschlichen Körpers sind. Die entwickelten Methoden und Anwendungen wurden unter dem Namen VOXEL-MAN bekannt. Ein Überblick über das wissenschaftliche Werk dieser Ära wurde im Jahre 2002 in einem Guest Editorial für IEEE Transactions on Medical Imaging veröffentlicht.

Neben der Forschung hat die Abteilung seit 1989 das UKE-Forschungs-Kommunikations-System (UKE-FOKUS) mit verschiedenen Funktionen und Dienstleistungen rund um das Internet aufgebaut und betrieben. Im Jahre 2003 waren fast 4000 Teilnehmer des Systems registriert. Die Entwicklung von UKE-FOKUS ist in einem Beitrag für die UKE-Zeitung beschrieben.

Mit der Umstrukturierung des UKEs wurde dieAbteilung Informatik in der Medizin Anfang 2003 in das selbständige Institut für Medizinische Informatik innerhalb des neu gegründeten Zentrums für Experimentelle Medizin umgewandelt. Zum 30. September 2003 wurde Professor Höhne emeritiert. Als sein Nachfolger wurde PD Dr. rer. nat. Heinz Handels zum 1. Oktober 2003 berufen.


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Letzte Änderung: Andreas Pommert, 19.05.2005

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