| Home > Zentren > Zentrum für Psychosoziale Medizin > Institut für Medizin-Soziologie > AG Sozialgerontologie > Abgeschlossene Projekte > sozger:abgeschlossene Projekte: professionelle Helfer
Laufzeit:
August 1994 - Juni 1996
Projektleitung:
Dr. Hanneli Döhner
e-mail: doehner@uke.uni-hamburg.de
MitarbeiterInnen:
Dipl. Psych. Frank Posiadly
cand. pol. Knut Schümann
cand. soc. Corinna Schult
cand. psych. Frank Vogel
Zusammenfassung
Ziel des Projektes war es, Möglichkeiten der Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen in der letzten Lebensphase zu untersuchen. Dabei wurde insbesondere der Frage nachgegangen, wie die Anbieter dem Wunsch der Betroffenen besser nachkommen können, ihnen das Sterben zu Hause zu ermöglichen. Auf der Grundlage einer Analyse der Versorgungsstrukturen für ältere Menschen wurden zuerst 15 Experten für eine explorative Befragung mit Vertretern verschiedener Berufsgruppen identifiziert. Hierbei wurden vorrangig professionelle Helfer angesprochen, die spezielle Angebote für die Versorgung Sterbender machen und damit ein hohes Maß an Erfahrungswissen einbringen konnten. Dabei wurden insbesondere die Defizite in ihrer Zusammenarbeit sowie Ansätze zur Förderung berufsübergreifender Kooperation untersucht. Parallel dazu wurde ein berufsübergreifender Gesprächskreis "Sterben und Tod" aufgebaut. Anschließend wurden 30 narrative Interviews geführt, die mit der erzählungsgenerierenden Aufforderung, Fallgeschichten zu schildern, eingeleitet wurden. In einer inhaltsanalytischen Auswertung des so gewonnen Datenmaterials wurden die berufsspezifischen Sichtweisen herausgearbeitet und in Beziehung zueinander gesetzt. Die Ergebnisse zeigen, daß die Mängel in der Zusammenarbeit und in der Verzahnung ambulanter und stationärer Versorgung dazu führen, daß es oft aus Hilflosigkeit der professionellen und nicht-professionellen Beteiligten zu einer Überweisung ins Krankenhaus kommt, auch wenn die medizinische Versorgung unter bestimmten Bedingungen im häuslichen Umfeld geleistet werden könnte. Die Erwartungen der potentiellen Kooperationspartner aneinander waren sehr unterschiedlich und teilweise widersprüchlich. Defizite wurden vor allem im Bereich der schmerztherapeutischen Versorgung durch den Hausarzt und seiner Bereitschaft, Hausbesuche durchzuführen, genannt. Auch die Finanzierung ambulanter Pflege wurde als nicht ausreichend geschildert. Eine umfassende patientenorientierte Versorgung erfordert den Aufbau adäquater Strukturen der Zusammenarbeit, die den Bedürfnissen der Beteiligten gerecht werden. Ansätze hierzu wurden auf lokaler Ebene in dem Gesprächskreis entwickelt.
Schlüsselwörter: ältere Menschen, ehrenamtliche Helfer, Kooperation, professionelle Helfer, Sterbebegleitung, Versorgungsstruktur