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Projekt "Auswirkungen der Gesundheitsmappe auf die Überleitung geriatrischer Patienten in die ambulante Versorgung"

Laufzeit:
September 1997 - Dezember 1999

Modellvorhaben

ProjektleiterInnen:
Dr. Jutta Wilk, Leitende Ärztin, Abteilung für Geriatrie
Brunhilde Merk, Leitende Ärztin, Abteilung für Geriatrie
Martinistr. 43-46
20252 Hamburg
Tel.: 040 / 46 68 - 350
Fax: 040 / 46 68 - 349

Begleitforschung

Projektleitung:
Dr. Hanneli Döhner
e-mail: doehner@uke.uni-hamburg.de

MitarbeiterInnen:
Dipl. Psych. Christopher Kofahl
e-mail: kofahl@uke.uni-hamburg.de
Manfred Schmölders, Arzt
cand. psych. Simone Meller (9. 1997 - 3. 1998)
cand. psych. Yvette Rosbander
cand. soc. Sven Buth (4.1998 - 9.1998)
cand. ethn. Jörn Petersen (7.1998 - 10.1998)
cand. soc. Harald Johannsen (seit 9.1998)
cand. soc. Frank Mauritz (seit 7.1999)

Zusammenfassung
Bei der Überleitung geriatrischer Patientinnen und Patienten vom Krankenhaus in die ambulante Versorgung werden häufig Diskontinuitäten in der Versorgung und ein mangelnder Informationsfluß über die Behandlungsverläufe und -empfehlungen beklagt. Die Folgen sind u.a. Wiedereinweisungen (Drehtüreffekte), Doppeluntersuchungen und -verordnungen, nicht erforderliche Pflegeheimeinweisungen, nicht genutzte Möglichkeiten der Rehabilitation etc.

Das Projekt untersuchte die Frage, ob solchen Problemen mit einem einfachen Instrument der schnellen und multiprofessionellen Informationsweitergabe, der "Gesundheitsmappe", begegnet werden kann, d.h. ob und wie sich die interdisziplinäre Verzahnung der stationären Versorgung mit dem teilstationären und ambulanten Bereich sowie dem Laiensystem verbessern läßt.

Interventionsmaßnahme: Die Gesundheitsmappe stellt ein gebündeltes Informationssystem dar, das von einer Arbeitsgruppe im Krankenhaus Bethanien mit Mitgliedern des Qualitätszirkels "Interdisziplinärer Gesprächskreis Geriatrie" entwickelt worden ist. Sie enthält als lose Blattsammlung sämtliche Befunde und Berichte, die während der Krankenhausbehandlung erstellt worden sind: den Arztbrief, den Pflegeüberleitungsbogen, die Therapie-Abschlußberichte, den Bericht des Sozialdienstes und eine Liste der verordneten Hilfsmittel sowie Bögen zur möglichen weiteren Dokumentation der ambulanten Behandlung oder Versorgung. Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus wird die Gesundheitsmappe den Patienten als deren Eigentum übergeben. Dadurch ist die Einhaltung des Datenschutzes gewährleistet.

Die Patienten - und bei kognitiv beeinträchtigten Patienten ihre Angehörigen oder Betreuer - werden über den Sinn und Zweck der Gesundheitsmappe unterrichtet und gebeten, diese zu allen Kontakten mit dem ambulanten, teilstationären und stationären Bereich mitzuführen.

Wissenschaftliche Begleitforschung
Untersucht wurden zwei Gruppen à 180 Patientinnen und Patienten. Die Kontrollgruppe erhielt bei der Entlassung den Arztbrief, in Einzelfällen die Pflege- und Therapeutenberichte sowie ein Projektbegleitschreiben. Die Interventionsgruppe erhielt die eben genannten Unterlagen und zusätzlich die Gesundheitsmappe. Bei beiden Gruppen wurde drei Tage vor der Entlassung und fünf Wochen später bei den Patienten zu Hause von einem Arzt ein multidimensionales geriatrisches Assessment durchgeführt. Anhand der gewonnenen Daten sollte überprüft werden, ob sich durch den Einsatz der Gesundheitsmappe die Versorgungskontinuität, Therapietreue, der bestimmungsgemäße Gebrauch von Medikamenten und die Hilfsmittelversorgung verbessern ließen und dieses wiederum Einfluß auf die o.g. Folgen wie Wiedereinweisung, etc. hat.

In einer dritten Erhebungsphase sollten ein halbes Jahr später bei der Interventionsgruppe Stärken oder Schwächen sowie der Akzeptanzgrad der Gesundheitsmappe herausgefunden werden. Des weiteren wurde eine Nutzeneinschätzung seitens der Angehörigen und (professionell) Helfenden durchgeführt.

Das Projekt wurde von der Bayer Vital GmbH und Co. KG und der Deutschen Angestellten Krankenkasse inhaltlich begleitet und finanziell unterstützt.

Die ausfüche Projektbeschreibung und Ergebnisdarstellung wurde im Asgard-Verlag veröffentlicht:

Döhner/Kofahl (Hrsg.) Versorgungsmanagement - eine Angelegenheit nur der Profis? Die Gesundheitsmappe in der Hand des Patienten. Sankt Augustin: Asgard-Verlag Hippe, 2000

Döhner/Kofahl (Hrsg.) Versorgungsmanagement - eine Angelegenheit nur der Profis? Die Gesundheitsmappe in der Hand des Patienten. Sankt Augustin: Asgard-Verlag Hippe, 2000 (Anhang zum Buch)

Der zu dem Buch (solange das Buch vergriffen ist, können Sie es hier als PDF herunterladen) gehörige Anhang befindet sich in den drei nachstehenden PDF-Dateien, die frei heruntergeladen werden können.


Weitere Publikationen

Kofahl, C., Döhner, H. & Schmölders, M. (1998): Die Evaluationsmethodik im Projekt "Gesundheitsmappe". Posterpräsentation auf dem 4. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie: "Alternsforschung vor neuen gesellschaftlichen Herausforderun-gen" vom 21.-23. September 1998 in Heidelberg

Döhner, H., Kofahl, C., Merk, B., Schmölders, M. & Wilk, J. (1999): Auswirkungen der Gesundheitsmappe auf die Überleitung geriatrischer Patienten in die ambulante Versorgung. 1. Norddeutsches Forum gemeinsam mit dem 4. Hamburger Workshop "Qualität im Gesundheitswesen" vom 25. bis 27. Februar 1999 in Hamburg / Bergedorf.

Kofahl, C., Döhner, H., Merk, B., Schmölders, M. & Wilk, J. (1999): The Health Map and its Effects on the Transition from In-patient to Out-patient Care for Geriatric Patients. IVth European Congress of Gerontology: Aging in Europe - European Aging. Berlin, July 7-11,1999

Kofahl, C., Döhner, H., Merk, B., Schmölders, M. & Wilk, J. (1999): Die Gesundheitsmappe -ein disziplinenübergreifendes Instrument für geriatrische Patienten. In: Schmidt, R., Entzian, H., Giercke, K.I. & Klie, T. (Hrsg): Die Versorgung pflegebedürftiger alter Menschen in der Kommune. Daseinsvorsorge, Leistungserbringung und bürgerschaftliche Verantwortung in der Modernisierung der Pflege. Mabuse Verlag, Frankfurt/M. (222-234)

Schmölders, M., Döhner, H., Kofahl, C., Wilk, J. & Merk, B. (1999): Konzept der Gesundheitsmappe - Instrument zur Überleitung geriatrischer Patienten von der stationären in die ambulante Versorgung. In: Geriatrie Forschung (Journal of Clinical and Experimental Gerontology) 2, 1999, 87-89

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Letzte Änderung: Andrea Parkhouse, 02.10.2009

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