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Projektleitung:
Prof. Dr. Siegfried Weyerer
Tel. 0621/1703-750
weyerer@as200.zi-mannheim.de
Dr. Martina Schäufele
Tel. 0621/1703-745,
schaeufe@as200.zi-mannheim.de
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
Postfach 122120
68072 Mannheim
Projektkoordination:
Dipl. Psych. Heribert Sattel
Tel. 0621/8 326 426
Hsattel@metakontor.de
Metakontor Sozialwissenschaftliche InformationsKonzepte
Bellenstr. 61a
68163 Mannheim
Kooperationspartner in Hamburg:
Dipl. Psych. Christopher Kofahl
Tel.: 040 42803-4266
e-mail: mailto:kofahl@uke.uni-hamburg.de
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Institut für Medizinsoziologie
Sozialgerontologie
Martinistr. 40
D-20246 Hamburg
Zusammenfassung
Die angemessene stationäre Langzeitversorgung dementer alter Menschen stellt in unserer Gesellschaft eine zunehmende Herausforderung dar. Ein Anteil von etwa 20% dieser Menschen leidet unter besonders ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten und seelischen Beeinträchtigungen und bedarf einer besonderen Betreuung.
Um den Bedürfnissen dieser Bewohnerinnen und Bewohner und der sie betreuenden Pflegekräften, aber auch den Bedürfnissen der nicht dementen Bewohner gerecht zu werden, wurde in Hamburg 1991 ein "Modellprogramm stationäre Dementenbetreuung" eingerichtet. Ein verbesserter Personalschlüssel und eine intensivierte Betreuung sollen eine bessere Versorgung der Patienten ermöglichen. Aufgrund positiver Erfahrungen mit diesem Vorgehen wurde das Angebot für Bewohner mit besonderem Bedarf seit 1997 weiter ausgebaut. Dieses Programm gilt als richtungsweisend und findet bundesweit Interesse.
In einer "Gemeinsamen Vereinbarung über die besondere stationäre Dementenbetreuung" kamen 1999 die beteiligten Pflegeverbände, Kassen und die Hamburger Sozialbehörde überein, dass die festgelegten Grundsätze und Verfahrensregelungen wissenschaftlich evaluiert werden. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der damit verbundenen Fragen wurde ab März 2002 eine umfassende Evaluation des Modellprogramms gestartet.
Beteiligte
Nach einer öffentlichen Ausschreibung hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit der Hamburger Behörde für Soziales und Familie (BSF) das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim beauftragt, die Evaluation des Programms unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Siegfried Weyerer (Arbeitsgruppe Psychogeriatrie) durchzuführen. Unterstützt wird die Arbeitsgruppe des Zentralinstituts durch das Institut "Metakontor - Sozialwissenschaftliche Informationskonzepte". Aufgrund der räumlichen Entfernung zwischen Mannheim und Hamburg wurde mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur Erleichterung der Erhebungen in Hamburg eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Im Arbeitsschwerpunkt Sozialgerontologie (Leitung: Frau Dr. Hanneli Döhner) des Instituts für Medizin-Soziologie wurde eine Koordinations- und Anlaufstelle eingerichtet.
Die Begleitung der Evaluation in Hamburg wurde unterstützt durch einen Projektbeirat, dem neben den Mitgliedern der Arbeitsgruppe "Besondere Stationäre Dementenbetreuung" (Landespflegeausschuss in Hamburg), Vertreterinnen und Vertreter der Hamburger Behörde für Soziales und Familie, des BMFSFJ, der Betroffenenverbände, des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, der Heimaufsicht und der wissenschaftlichen Begleitforschung in Mannheim (Arbeitsgruppe Psychogeriatrie und Metakontor) angehören.
Ziele des Vorhabens
Der Ausgangspunkt der Evaluation bestand zunächst in einer umfassenden Beschreibung der Situation Demenzkranker in den 30 Modelleinrichtungen der besonderen stationären Betreuung in Hamburg im Vergleich zu der Situation Demenzkranker in stationären Einrichtungen der Region Mannheim und Baden-Württemberg. Die Beschreibung erfolgte hinsichtlich der wichtigsten Eigenschaften, welche einen Einfluss auf die Betreuung haben können, beispielsweise hinsichtlich der Schwere der Demenz, der Lebensqualität und sozialer Kontakte sowie der medizinischen und psychosozialen Versorgungssituation der Bewohner und Bewohnerinnen.
Darauf aufbauend wurde die Frage untersucht, in welchem Umfang
erreicht werden kann. Darüber hinaus wurden personelle, organisatorische und architektonische Merkmale aller Einrichtungen sowie die Arbeitsbedingungen und -belastungen des Pflegepersonals erfasst.
Durchführung
Die Erhebung erfolgte anhand von Fragebögen, welche durch das Pflege- und Betreuungspersonal der beteiligten Einrichtungen nach einer Schulung ausgefüllt wurden. Dadurch waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Einrichtungen ganz wesentlich in das Projekt involviert und verfolgten damit die vereinbarten Grundsätze nach qualitätssichernden Maßnahmen, spezifischer Fortbildung und Umsetzung der Evaluation. Um Zusammenhänge zwischen den angesprochenen Rahmenbedingungen, Verfahrensgrundsätzen und -regeln und einer adäquaten Versorgung nachweisen zu können, wurde die Erhebung durch die Pflegekräfte für jeden Bewohner nach 6 Monaten wiederholt. Die Erhebungen begannen im Frühjahr 2002. Sie beanspruchten insgesamt einen Zeitraum von 20 Monaten.
Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektes suchten die Einrichtungen auf und erhoben mit den Wohnbereichsleitungen die personellen, arbeitsorganisatorischen und baulichen Rahmenbedingungen. Das Pflegepersonal wurde gebeten, einen kurzen Fragebogen zur Arbeitssituation auszufüllen.
Die Perspektive der Angehörigen wurde im Rahmen einer Diplom-Arbeit von Petra Schumacher erhoben.
Die Geschichte der Besonderen Stationären Dementenbetreuung in Hamburg wurde von Bettina Jantzen aufgearbeitet.
Die Einhaltung des Datenschutzes erfolgte durch die Anonymisierung der Bewohner, des Pflegepersonals und der Einrichtungen. Bei den Auswertungen wurden alle beteiligten Einrichtungen zusammengefasst, Rückschlüsse auf einzelne Institutionen oder Personen sind daher nicht möglich.
Ergebnisse
Für die Auftraggeber BMFSFJ und BSF wurde ein umfangreicher Abschlussbericht erstellt. Eine Kurzversion dieses Berichts, der die zentralen Ergebnisse wiedergibt, ist als Internetversion in Form einer PDF-Datei verfügbar: Weyerer S, Schäufele M, Hendlmeier I, Kofahl C, Sattel H, Schumacher P, Jantzen B (2004) BestDem-Kurzbericht (PDF, 270KB).
Eine Zusammenfassung der Diplomarbeit von Petra Schumacher liegt in Form einer Broschüre vor, bzw. als PDF-Datei: Schumacher P & Kofahl C (2005) Die Besondere Stationäre Dementenbetreuung aus der Perspektive der Angehörigen (PDF, 219KB)
Die BestDem-Historie iet ebenfalls als PDF-Datei abrufbar: Jantzen B (2004) Geschichte der Besonderen Stationären Dementenbetreuung (PDF, 92KB)