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Services for Supporting Family Carers of Elderly people in Europe: Characteristics, Coverage and Usage Ziel
Das von der Europäischen Union geförderte Projekt EUROFAMCARE untersucht die Situation pflegender Angehöriger in einem europäischen Vergleich. Damit soll ein Beitrag zu den zukünftig erforderlichen Veränderungen auf verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Ebenen geleistet werden. Ziel ist eine stärkere Orientierung der Gesundheits- und Sozialpolitik hin zu einem partnerschaftlichen Ansatz zwischen pflegenden Angehörigen, professionell Pflegenden und den pflegebedürftigen älteren Menschen selbst.
Auf unterschiedlichen Ebenen untersucht EUROFAMCARE die Rahmenbedingungen, unter denen Angehörige die Betreuung älterer Familienmitglieder leisten. Im Zentrum des Forschungsinteresses stehen neben dem Alltag der betreuenden Angehörigen deshalb Dienste, Einrichtungen und weitere Angebote, die zur Unterstützung und Entlastung pflegender Angehöriger beitragen können. Neben der Frage, welche Unterstützungs- und Entlastungsmaßnahmen es überhaupt gibt, ist insbesondere die Frage nach ihrer Verfügbarkeit, Bekanntheit, Nutzung und Akzeptanz durch Angehörige bedeutsam.
Sechs-Länder-Studie
In sechs nationalen Untersuchungen werden die konkreten Erfahrungen der pflegenden Angehörigen von älteren Menschen vor Ort erhoben. Neben den Be- und Entlastungsfaktoren sowie den direkten und indirekten Kosten, die aus der Betreuung oder Pflege resultieren, werden auch Erfahrungen mit unterstützenden Angeboten sowie Ansichten über und Wünsche an derartige Angebote erfragt.
Die sechs Länder sind Deutschland, - das auch die Koordination des Gesamtprojekts durchführt -, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen und Schweden. Sie repräsentieren in ihrer Zusammensetzung die unterschiedlichen Sozialsysteme innerhalb Europas. In jedem dieser Länder werden Informationen von 1.000 pflegenden Angehörigen und den von ihnen Gepflegten in Form persönlicher Gespräche erhoben. Der dafür verwendete Fragebogen ist in allen Ländern identisch. Eine kurze postalische und / oder telefonische Zweitbefragung (Follow-up) der Angehörigen ist nach einem Jahr vorgesehen.
Befragt werden Angehörige von Pflegebedürftigen, die
Dabei müssen die befragten Angehörigen selbst die Hauptbetreuungsperson sein.
Außerdem wird eine postalische Befragung von ausgewählten Anbietern unterstützender Dienstleistungen durchgeführt, um auch diese Perspektiven zu erfassen. Hierdurch soll insbe-sondere die mögliche Diskrepanz zwischen Bedürfnissen und angebotenen Maßnahmen deutlich werden.
Die Auswertung der Daten erfolgt sowohl auf der nationalen als auch im Ländervergleich auf der europäischen Ebene. Es sollen "typische" Betreuungskonstellationen und -situationen herausgearbeitet werden, um sowohl förderliche als auch hinderliche Bedingungen für eine gute Betreuungssituation aufzuzeigen. Insbesondere "gute" und "förderliche", d.h. trotz hohem Betreuungsbedarf weniger belastete Betreuungskonstellationen sollen Beispiele für eine "gute Praxis" geben, an denen länderübergreifend voneinander gelernt werden kann.
Gesamteuropäische Situation
Ein zweiter Schwerpunkt des Projektes befasst sich mit der gesellschaftlichen und politischen Ebene pflegender und betreuender Angehöriger. In insgesamt 23 Ländern werden anhand von Literaturrecherchen und Befragungen von ExpertInnen einheitlich strukturierte nationale Hintergrundberichte erstellt.
Zu den Projektpartnern gehört auch eine auf der europäischen Ebene ansässige Dachorganisation, die verschiedene Interessengruppen und Institutionen von und für ältere BürgerInnen vereinigt: AGE - The European Older People's Platform. Mitarbeiterinnen von AGE bringen durch die Erstellung eines Hintergrundberichtes die Perspektive der europäischen Politik ein. Neben einer Literatur- und Dokumentenanalyse führen sie Interviews mit Politikern und Entscheidungsträgern in z.B. nationalen Gesundheits- und Sozialministerien. Themen sind die Probleme und Chancen innerhalb ihrer jeweiligen Verantwortungsbereiche, pflegende Angehörige zukünftig durch Maßnahmen auf europäischer Ebene besser zu unterstützen und zu entlasten.
Auf der Basis dieser Hintergrundberichte wird ein gesamteuropäischer Bericht zur Situation pflegender Angehöriger und entsprechender Unterstützungs- und Entlastungsangebote erstellt. Hier müssen zum einen die Unterschiede in den Sozial-, Gesundheits- und Wohlfahrtssystemen und zum anderen regionale, ethnische, religiöse und schichtspezifische Unterschiede berücksichtigt werden.
Sozioökonomie
Eine sozioökonomische Evaluation soll aufzeigen, unter welchen Bedingungen eine Betreuungs- und / oder Pflegesituation für alle direkt Beteiligten nicht nur zu individuell wahrgenommener verbesserter Lebensqualität führt, sondern auch, welche ökonomischen Konsequenzen die jeweiligen Bedingungen haben können. Als Stichworte seien hier genannt: arbeitsmarktpolitische Konsequenzen, gesundheitliche Einschränkungen der Angehörigen als Folge ihrer Pflege, die Inanspruchnahme teurer Versorgungsangebote mangels häuslicher Alternativen usw..
Praxistransfer - kleinräumige Planung
Die Ergebnisse der nationalen Untersuchungen und der Hintergrundberichte werden Politikern und Entscheidungsträgern nicht nur auf den nationalen und der europäischen Ebene zurückgemeldet, sondern insbesondere auf der Ebene der Kommunen und Gemeinden, um auf regionale Besonderheiten und die jeweilige Wechselwirkung zwischen Familien, Diensten / Einrichtungen und Behörden Rücksicht nehmen zu können. Hier geht es ausdrücklich auch um die Einbeziehung der Anbieter, mit denen die Forschungsergebnisse rückgekoppelt werden sollen, um ihre Angebote bedürfnisorientiert weiterzuentwickeln.
Europäischer Tag der Pflegenden Angehörigen
Am Ende des Projekts wird auf der Basis aller vorliegenden Ergebnisse und Diskussionsprozesse ein europaweiter Tag der Pflegenden Angehörigen veranstaltet, auf dem auch eine "European Carers' Charter" verabschiedet werden soll. Alle am Projekt Beteiligten haben die Absicht, Veränderungsprozesse auf lokalen, nationalen und europäischen politischen Ebenen anzustoßen. Für die Umsetzung werden projektbegleitend Strategien entwickelt, die Grundlage für ein breites europäisches Bündnis zur Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger sein sollen.
Die Studie wird begleitet von Wissenschaftlichen Beiräten auf internationaler (International Advisory Board - IAB) und nationaler Ebene (National Advisory Groups - NAG).
Europäische Projektpartner
Mitglieder des deutschen nationalen Beirates
Projektleitung: Dr. Hanneli Döhner
Laufzeit:42 Monate, 2003/1 - 2006/6
Geldgeber: EU