|
A:
| Kenngröße |
ACTH |
| Probenmaterial |
EDTA-Plasma (sofort nach der Abnahme in Eiswasser kühlen und ins Labor bringen) |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Vermeidung von Streß |
| Referenzbereich |
- 46 ng/l |
| Störfaktoren |
Lipämie, Biotingabe von > 5 mg/Tag |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikationen: Differentialdiagnose des Cushing-Syndroms - erniedrigte bis supprimierte Spiegel beim prim. Cushing-Syndrom. - hoch normale bis leicht erhöhte (selten auch stark erhöhte) beim zentralen Cushing-Syndrom - leicht bis mittel erhöhte bei ektoper ACTH-Produktion (s.u.)
Differentialdiagnose der NNR-Insuffizienz - erhöhte ACTH-Spiegel: primäre NNR-Insuffizienz - niedrige ACTH-Spiegel: sekundäre NNR-Insuffizienz
Anmerkungen: Der Assay mißt nur intaktes ACTH (ICMA mit 2 Antikörpern). Bei ektoper ACTH-Produktion (paraneoplastisches Syndrom) werden daher zum Teil wesentlich weniger stark erhöhte Hormonkonzentrationen (Sekretion von "big"-ACTH bzw. Fragmenten) gefunden als bei der Messung mit Hilfe der herkömmlichen RIAs. Beim Cushing-Syndrom mit "normalem" bzw. erhöhtem ACTH-Spiegel daher unbedingt sowohl einen Dexamethason-Hemmtest mit 8 mg als auch einen kombinierten Dexamethason-CRH-Test durchführen (siehe auch endokrinologische Diagnostik Medizinische Klinik). Bei einem sehr kleinen Teil des paraneoplastisch bedingten Cushing-Syndroms kann überhaupt kein ACTH mit dem ICMA gemessen werden. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++
|
| Kenngröße |
ACTH-Kurztest (Cortisol nach Synacthen) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Gabe von 1-2 mg Dexamethason evtl. auch 0,1 mg Fludrocortison direkt vor oder nach dem Test, um zu verhindern, daß durch die ACTH-Gabe eine "Addison Krise" ausgelöst wird.
Durchführung: Injektion von 0,25 mg ACTH (1-24) i.v. als Bolus am frühen Vormittag, Blutentnahmen nach 0, 30, 60 und 90 min und Messung des Cortisols im Serum |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikationen: Nachweis einer Nebennierenrindeninsuffizienz Normal ist ein Cortisol-Anstieg des 60 min.-Wert von mehr als 70 µg/l.
Anmerkung: Zur Differentialdiagnose der Nebennierenrindeninsuffizienz (primär/sekundär) sollte eine Bestimmung der ACTH-Konzentration durchgeführt werden. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++
|
| Kenngröße |
Adrenalin/ Noradrenalin /Dopamin |
| Probenmaterial |
Plasma, EDTA-Plasma (rotes Röhrchen) gekühlt umgehend in das Labor bringen Urin, 24 Std.-Urin in braunen Gefäßen sammeln, in die 10 ml 6N HCl vorgelegt wurde (Katecholamine sind äußerst lichtempfindlich und instabil bei neutralem oder nur leicht saurem pH). Gesamtmenge oder 100 ml-Aliquot (dann Gesamtmenge angeben) lichtgeschützt ins Labor bringen. |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Vermeidung von Streß, körperlicher Anstrengung Koffein- und Nikotinabusus Absetzen von interferierenden Medikamenten (s.u.) |
| Referenzbereich |
Referenzbereich Plasma: Adrenalin: 30 - 85 ng/l Noradrenalin: 185 - 275 ng/l Dopamin: 197 - 560 ng/l
Referenzbereich 24 Std.-Sammelurin: Adrenalin: 4 - 20 µg/24 Std. Noradrenalin: 23 - 105 µg/24 Std. Dopamin: 190 - 450 µg/24 Std. |
| Störfaktoren |
a-Methyldopa, MAO-Hemmer, Phenothiazine, Theophyllin, Sympathikomimetika, Sympatholytika, ACE-Hemmer |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikationen: - Schwer einstellbare Hypertonie - Blutdruckkrisen - Inzidentalom - Verlaufskontrolle nach Phäochromozytom - Abklärung bei V. a. MEN 2a, oder 2b - V. a. von Hippel-Lindau-Erkrankung
Beurteilung: Erhöhungen bei: - Phäochromozytom - Neuroblastom - Melanoblastom (Dopaminerhöhung)
Anmerkungen: Die Urinausscheidung der Katecholamine und ihrer Metabolite ist beim Phäochromozytom intra- und interindividuell sehr unterschiedlich. In seltenen Fällen findet man bei nachgewiesenem Phäochromozytom keine eindeutige Erhöhung der Katecholaminausscheidung, wohl aber einen deutlichen Anstieg der Metanephrinausscheidung. Daher sollte die Katecholamin- immer mit der Metanephrin-Bestimmung verknüpft werden. Die Mehrheit der Phäochromozytome sind adrenal lokalisiert (ca. 90 %) und produzieren Adrenalin und Noradrenalin in unterschiedlichen Anteilen, extraadrenale Phäochromozytome nur Noradrenalin. Bei Patienten mit Blutdruckkrisen kann auch die Bestimmung der Katecholamine/Metanephrine in einer Urinportion, die nach der Krise gesammelt wurde, im Vergleich mit Urin einer krisenfreien Zeit, hilfreich sein. Die Bestimmung der Vanillinmandelsäure ist der Katecholamine und Metanephrine unterlegen. Bei Patienten mit Phäochromozytom unbedingt eine multiple endokrine Neoplasie vom Typ IIa oder b ausschließen. (siehe auch CLONIDIN-TEST). |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++
|
| Kenngröße |
Aldosteron |
| Probenmaterial |
Serum oder Urin |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Einhaltung von Standardbedingungen: - mehrstündige strikte Bettruhe (mindestens 2 Std. bei Messung im Serum) - ausgeglichener Wasser- u. Elektrolythaushalt - Absetzen interferierender Medikamente (s.u.) |
| Referenzbereich |
Serum: bis 120 ng/l, für Kinder werden in der Literatur höhere Werte angegeben: bis zu 1 Jahr 1278 ng/l, 2 bis 15 Jahre 425 ng/l)
Urin: 4 - 25 µg/l (bei "normaler" Kost) < 44 µg/l (bei salzarmer Kost) < 6 µg/l (bei salzreicher Kost) |
| Störfaktoren |
EDTA-Plasma ergibt 15% höhere Konzentrationen keine nennenswerten Kreuzreaktivitäten mit anderen Steroiden |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Serum: > 250 ng/l: Hinweis für Aldosteron produzierendes Adenom (gilt nur für Standardbedingungen: s.o.)
Urin nach dreitägiger Natriumchloridbelastung: bei einer Natrumchloridausscheidung von > 200 mmol/ 24 h weisen Aldosteron- ausscheidungen von > 12 mg/24 Stunden auf einen prim. Hyperaldosteronismus hin.
Indikationen: DD des Hypertonus insbesondere mit Hypokaliämie (K+-Ausscheidung >30-40 mmol/24 Std. bei er- niedrigten K+-Spiegeln im Serum, metab. Alkalose) Inzidentalom der Nebenniere
Beurteilung: Erhöhungen mit Hypertonie und niedrigem Renin (prim. HA) - Conn-Syndrom - idiopathische beidseitige NNR-Hyperplasie - Hyperaldosteronismus bei Cushing-Syndrom - Dexamethason-empfindlicher HA (sehr selten) mit Hypertonie und hohem Renin (sekund. HA) - renovaskuläre Hypertonie (Nierenarterienstenose) - chron. Niereninsuffizienz mit Hypertonie (nicht regelhaft) - Renin-sezernierende Tumoren (sehr selten) ohne Hypertonus und mit hohem Renin - Ödeme (Leberzirrhose mit Aszites, Nephrose, Herzinsuffizienz) - Salz- und Volumenverlust (z.B. chron. Erbrechen, Laxantien- und Diuretikaabusus) Erniedrigung: - M. Addison - Störungen der Steroidbiosynthese (bestimmte Formen des AGS etc.) - hyporeninämischer Hypoaldosteronismus (siehe RENIN, S. 5.27) Die Bestimmung des Aldosterons im Serum und Urin sollte durch die Messung der Plasma-Reninaktivität ergänzt werden. Gleichzeitige Messung der Na- u. K-Ausscheidung im 24 Std.-Sammelurin unbedingt erforderlich für die Befundinterpretation! (siehe auch FUROSEMID- bzw. CAPTOPRIL-TEST)
Anmerkungen: Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System kann durch eine Vielzahl von Faktoren u. Medikamenten stimuliert oder gehemmt werden (siehe RENIN, S. 5.27). Eine erhöhte Aldosteronkonzentration bedeutet daher nicht unbedingt, daß ein Conn-Syndrom oder eine Nierenerkrankung, ein erniedrigter Aldosteron-Wert, daß eine NNR-Insuffizienz vorliegt. Zur Unterscheidung von Conn-Syndrom und idiopathischer beidseitiger Hyperplasie eignet sich am besten die seitengetrennte Aldosteron-Bestimmung. Der Furosemid-Test ist weniger geeignet, da der für die idiopathische Hyperplasie angeblich typische überschießende Aldosteron-Anstieg nicht unbedingt vorhanden sein muß. Zum Teil (je nach Studie zwischen 7% - 38%) kann beim Conn-Syndrom eine Hypokaliämie fehlen (Ursache: Na+-Mangel). Bei der Urinbestimmung wird neben dem freien Aldosteron nach Hydrolyse auch das in der Niere gebildete Aldosteron-18-Glucuronid gemessen. Beide machen aber nur ca. 16% der täglich ausgeschiedenen Aldosteron-Menge aus. Der in der Leber gebildete Hauptmetabolit Tetrahydroaldosteron wird nicht erfaßt. Daher verändern Erkrankungen der Leber und Niere die Metabolisierung und damit die Verteilung der Metaboliten. Auch bei krankhaft gesteigerter Aldosteron-Produktion kann es zu einer Veränderung des Metaboliten-Musters kommen, ohne daß eine Leber-/Nierenerkrankung vorliegt. Daher können in seltenen Fällen auch bei nachgewiesenem Conn-Syndrom "normale" Aldosteron-Mengen im Urin gefunden werden. Lakritzen-Abusus kann zu einem Conn-Syndrom ähnlichen Krankheitsbild mit niedriger endogener Aldosteron-Konzentration führen. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++
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| Kenngröße |
Androstendion |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
Männer: 0,7 - 3,6 µg/l Frauen: 0,3 - 3,5 µg/l |
| Störfaktoren |
keine |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikationen: Hirsutismus, DD der Ovarialtumoren
Beurteilung: Erhöhung bei: - Frauen mit Hirsutismus (60%) - Stein-Leventhal-Syndrom - angeborene adrenale Hyperplasie - androgenproduzierenden Tumoren - Therapie mit Clomifen, Cyproteron
Anmerkung: Bestimmung von Androstendion nur sinnvoll mit DHEAS, Testosteron und evtl. DHT. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
innerhalb von 2 Wochen |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Anti-TPO (Schilddrüsenperoxidase-Antikörper) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
- 35 kU/l |
| Störfaktoren |
keine |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikationen: Differentialdiagnostik bei Hypo-, Hyperthyreose TSH-Anstieg unbekannter Ursache Screening bei Verdacht auf postpartale oder Schwangerschaftsthyreoiditis
Beurteilung: Mäßig erhöhte Konzentrationen werden auch bei nicht-immunogenen Schilddrüsenerkrankungen gefunden (z.B. Struma, funktionelle Autonomie) Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis: 90% Patienten mit Morbus Basedow: 70 - 80% Knotenstruma: 20% funktionelle Autonomie: 20% postpartal: 6-12% gesunde Frauen (85 Jahre): 16% gesunde Männer (85 Jahre): 9% kein gesicherter Stellenwert in der Verlaufsbeurteilung der immunogenen Thyreopathie |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
Anti-TG( Thyreoglobulin-Antikörper) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
< 40 kIU/l |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikationen: Verdacht auf Autoimmunthyreopathie wenn Anti-TPO negativ Klärung einer gestörten Wiederfindung von Thyreoglobulin
Beurteilung: Niedrig titrige Konzentrationen werden auch bei nicht-immunogenen Schilddrüsenerkrankungen gefunden (z.B. Struma, funktionelle Autonomie) und selten auch bei Gesunden. Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis: 50 - 60% Patienten mit Morbus Basedow: 20 - 30% kein gesicherter Stellenwert in der Verlaufsbeurteilung der immunogenen Thyreopathie |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
B:
C:
| Kenngröße |
Captopril-Test |
| Probenmaterial |
Plasma |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung: 0 min: Blutentnahme und Bestimmung der Plasma- Renin-Aktivität bzw. des Aldosteron-Spie- gels 60 min: Gabe von 25 mg Captopril (oral) Blutentnahme und Bestimmung der Plasma- Renin-Aktivität bzw. des Aldosteron-Spiegels (Durchführung des Tests im Liegen oder Sitzen) Patientenvorbereitung: siehe Renin, S. 5.27 |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikationen: Verdacht auf reno-vaskulären Hypertonus
Beurteilung: Bei reno-vaskulärem Hochdruck Anstieg über 14 ng/ml/h oder 100 % des Ausgangswerts (bei unilateraler Stenose in mehr als 95 %, bei bilateraler nur in ca. 50 % Fälle). Bei essentieller Hypertonie und funktionell nicht wirksamer Nierenarterienstenose Anstieg < 60 %
Anmerkungen: Der Captopril-Test sollte unklaren Fällen vorbehalten sein. Bei "seitengetrennter Renin-Bestimmung" wird durch den Captopril-Test die Trennschärfe zwischen essentieller und reno-vaskulärer Hypertonie verbessert: bei unilateralem reno-vaskulärem Hochdruck Seitendifferenz > 1,5fach. Der Test kann auch zur Sicherung der Diagnose eines prim. Hyperaldosteronismus (Messung des Aldosteron-Spiegels vor und 120 min nach Captopril) eingesetzt werden: kein oder nur ein geringfügiger Abfall der Aldosteron-Konzentration im Serum beim prim.Hyperaldosteronismus.
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| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche
|
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Clonidin-Hemmtest (Urin/Plasma) |
| Probenmaterial |
s. Adrenalin/Noradrenalin |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung (Urin): 8:00 - 20:00: Sammlung der Urinportion 1 20:00: Gabe von 0,3 mg Clonidin oral 20:00 - 8:00: Sammlung der Urinportion 2 Durchführung (Plasma): 8:00 Entnahme von Plasma Gabe von 0.3 mg Clonidin 11:00 Entnahme von Plasma Patientenvorbereitung: siehe Adrenalin/Noradrenalin |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Verdacht auf Phäochromozytom Durchführung nur sinnvoll wenn die basale Noradrenalinkonzentration im Plasma > 750 ng/l ist. Patientenvorbereitung: siehe Adrenalin/Noradrenalin
Beurteilung: beim Phäochromozytom Abfall der Noradrenalin-Ausscheidung zumeist < 50 % bei meist nicht beeinflußbarer Adrenalin-Ausscheidung
Anmerkungen: Indiziert nur in unklaren Fällen mit nicht so deutlich erhöhter Katecholamin-Ausscheidung. Besser als die Absolutmenge der Adrenalin/Noradrenalin-Ausscheidung ist für die Beurteilung der Testergebnisse die Katecholamin- bezogen auf die Kreatinin-Konzentration (parallele Bestimmung des Kreatinins im Biochemischen Labor) geeignet. Bei Patienten mit rein Adrenalin sezernierenden Tumoren werden im Clonidinhemmtest falsch negative Ergebnisse ermittelt. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
CORTISOL |
| Probenmaterial |
Serum, Urin |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Streß vermeiden, Glukokortikoide absetzen
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| Referenzbereich |
Serum: - morgens: 50 - 250 µg/l - abends: 20 - 90 µg/l - 24:00 Uhr: < 10 µg/l Urin: 20 - 90 µg/24 Std. |
| Störfaktoren |
synthetische Steroide (s.u.) Sulpirid und Dopamin führen zu falsch hohen Werten |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Verdacht auf Nebennierenüberfunktion Verdacht auf Nebennierenunterfunktion (siehe auch DIAGNOSE bzw. DIFFERENTIALDIAGNOSE DES CUSHING-SYNDROMS, S. 5.37, 5.38)
Anmerkungen: Nur ca. 10 % des Cortisols im Serum sind frei und damit biologisch aktiv. Bei Zuständen mit erhöhter Transcortin-Konzentration (Schwangerschaft, Ovulationshemmer, Hyperthyreose) kann daher der Cortisol-Spiegel erhöht sein, ohne daß die Konzentration des freien Cortisols verändert ist. Zur Erkennung einer NNR-Überfunktion ist deshalb die Messung der Cortisolmenge im 24 Std.-Sammelurin gut geeignet. Messung in mindestens 3 Sammelperioden. Die Messung der Cortisol-Menge im 24 Std. Sammelurin ist aber nicht zur Diagnose einer Unterfunktion einsetzbar, weil auch bei unauffälliger NNR-Funktion niedrige Werte gefunden werden (8:00-Bestimmung allein ist ausreichend, evtl. an mehreren Tagen wiederholen!). Zur Abklärung eines Hypercortisolismus ist ein Cortisol-Tagesprofil zumeist überflüssig (nur in Zweifelsfällen indiziert!, 24:00 Uhr-Bestimmung, evtl. an mehreren Tagen wiederholen ist am aussagekräftigsten).siehe auch Endokrinologische Diagnostik der Medizinischen Klinik. Abklärung Cushing-Syndrom. Die Kreuzreaktivität des Cortisol-Antikörpers mit Prednisolon beträgt ca. 60 %. Daher ist es nicht möglich, in Anwesenheit von Prednisolon eine mögliche endogene Restsekretion von Cortisol zu messen. Das gilt auch für die Behandlung mit Prednison, das zwar nur zu ca. 0,2 % kreuzreagiert, aber im Organismus schnell zu Prednisolon metabolisiert wird. Dexamethason zeigt praktisch keine Kreuzreaktion mit dem verwendeten Cortisolantikörper. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag (Serum) spätestens nach einer Woche (Urin-Bestimmung) |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
C-Peptid |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
1,1 - 5,0 mg/l |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Diagnostik des Insulinoms DD Hypoglykämie / Hypoglykämia factitia
Beurteilung: Mit bestimmten Einschränkungen dient die Bestimmung des C-Peptids zur Abschätzung der Insulinsekretion. Speziell bei Vorliegen von anti-Insulin-Ak die eine Messung von Insulin stören, ist die Bestimmung des C-Peptids eine Alternative. C-Peptidwerte sind bei Insulinompatienten meist erhöht, aber individuell sehr unterschiedlich. Zum Nachweis eines Inselzelltumors Insulin-Hypoglykämietest oder Hungerversuch durchführen. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
innerhalb einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
CRH-Test |
| Probenmaterial |
s. ACTH und Cortisol |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung: Intravenöse Gabe von 0,1 mg bovinem CRH und Blutentnahmen zur Bestimmung von ACTH und Cortisol zu den folgenden Zeitpunkten: -10, 0, 15, 30, 45, 60, 90 min |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Differentialdiagnose des Cushing-Syndroms Prüfung der hypophysären Funktionsreserve bei Nebenniereninsuffizienz Prüfung der Funktionsfähigkeit der Hypophysen-NNR- Achse nach Langzeit-Glucocorticoidtherapie
Beurteilung: Beim hypophysär-bedingten Cushing-Syndrom kommt es in ca. 80 - 90 % der Fälle zu einem Anstieg (z.T. überschießend) von ACTH und Cortisol, nicht jedoch beim paraneoplastisch bedingten. Anstieg des ACTH-Spiegels um mehr als 50 % sowie der Cortisol-Konzentration um >40 µg/l entspricht einer "normalen" Reaktion. Bei Patienten mit Verdacht auf hypophysär bedingten Hypercortisolismus ohne Anstieg im CRH-Test gegebenenfalls einen CRH-/LVP-Test durchführen. Bei Patienten mit adrenalem Hypercortisolismus in der Regel kein Anstieg von ACTH und Cortisol im CRH-Test. Die Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse korreliert nur bedingt mit Höhe und Dauer der Corticoidgabe. Bei Absetzen der Medikation ggf. mehrfacher CRH-Test. Der ACTH-Test ist für diese Fragestellung ungeeignet.
Anmerkungen: Der CRH-Test erfaßt nicht die hypothalamisch-bedingten Störungen der NNR-Funktion (z.B. NNR-Insuffizienz nach Entfernung eines ACTH-prod. Hypophysentumors). Bei Verdacht auf eine hypothalamische Beteiligung ist - nach Beachtung der Kontraindikationen - die Durchführung eines Insulin-Hypoglykämietests in Erwägung zu ziehen. Bei der hypothalamisch bedingten Insuffizienz kommt es im CRH-Test u.U. zu einer prolongierten ACTH und Cortisolerhöhung, beim Insulin-Hypoglykämietest bleibt ein solcher Anstieg aus. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
D:
| Kenngröße |
Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
Frauen: bis 29 J: 0,65 - 3,80 mg/l bis 39 J: 0,45 - 2,70 mg/l bis 49 J: 0,32 - 2,40 mg/l bis 59 J: 0,80 - 2,00 mg/l bis 69 J: 0,30 - 1,30 mg/l > 69 J: - 0,90 mg/l Männer: bis 29 J: 2,80 - 6,40 mg/l bis 39 J: 1,20 - 5,25 mg/l bis 49 J: 0,95 - 5,30 mg/l bis 59 J: 0,70 - 3,10 mg/l bis 69 J: 0,42 - 2,90 mg/l > 69 J: 0,30 - 1,75 mg/l Kinder: 0,1 mg/l (bis 6.-8. Jahr) (hohe Spiegel bei der Geburt - während der Adrenarche Anstieg auf 1 mg/l - während der Pubertät Anstieg auf Erwachsenenwerte) |
| Störfaktoren |
Heparin, Lipämie |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Differentialdiagnose von Hirsutismus/Virilisierung Verdacht auf Androgen-produzierenden NNR-Tumor Verdacht auf Adrenogenitales Syndrom (siehe auchn HIRSUTISMUSDIAGNOSTIK, S. 5.39, 5.40 oder Endokrinologie der Medizinischen Kernklinik). Erhöhung bei: Androgen-produzierendem NNR-Tumor zentralem Cushing-Syndrom (eher erniedrigt bei NNR-Adenom) Störung der adrenalen Steroid-Biosynthese (z.B. 21-Hydroxylase-Mangel) Polycystischem Ovar (nicht regelhaft)
Anmerkung: Der DHEAS-Spiegel ist wegen der langen Halbwertzeit dieses Steroids relativ konstant. DHEA-S ist ein Indikator der adrenalen Androgenproduktion. Bei Werten > 7 mg/l besteht stets Tumorverdacht. Bei Hirsutismus/Virilisierung sollte DHEAS zusammen mit Testosteron und 17a-Hydroxyprogesteron bestimmt werden. Bei Verdacht auf einen Androgen-produzierenden NNR-Tumor sollte in unklaren Fällen ein 7 Tage-Dexamethason-Hemmtest (7 Tage 2 mg/d Dexamethason und Messung des DHEAS-Spiegels am Tag 1und 7) durchgeführt werden: bei fehlender oder partieller Suppression der DHEAS-Sekretion ist ein Tumor wahrscheinlich. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichem Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Desoxypyridinium-Crosslinks |
| Probenmaterial |
Spontan-Urin |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
Männer: 2,3 - 5,4 nmol/mmol Kreatinin Frauen: 3,0 - 7,4 nmol/mmol Kreatinin |
| Störfaktoren |
Es besteht ein zirkadianer Rhythmus mit maximalen Werten zwischen 5 und 8 Uhr. |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: postmenopausale Osteoporose primärer Hyperparathyreoidismus Osteomalazie Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises Transplantations-assozierte Knochenerkrankung Die Ausscheidung bezogen auf mg/l Kreatinin korreliert mit der Knochenresorption. Die diagnostische Sensitivität wird durch die zusätzliche Erfassung der Ausscheidung hinsichtlich resorptiver Knochenerkrankungen erhöht. Erhöhte Werte werden auch in der Schwangerschaft und bei Kindern im Wachstum gefunden.
Anmerkung: Medikation mit Östrogenen/Gestagenen, Bisphonaten und Calcitonin vermindern die Cross-Link-Ausscheidung. Ein qualitativer Unterschied zwischen einem 24 Stunden Sammelurin und Spontanurin besteht hinsichtlich der Cross-link-Ausscheidung nicht. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
einmal wöchentlich |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Dexamethason-Hemmtest (low-dose) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung: 1. Tag 8:00: Blutentnahme und Bestimmung des Cortisols 23:00: orale Gabe von 1 mg (2 mg) Dexamethason 2. Tag 8:00: Blutentnahme und Bestimmung des Cortisols
|
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Verdacht auf Cushing-Syndrom Hinweise zur Beurteilung:
Beurteilung: Bei einer Cortisol-Konzentration von < 30 µg/l am 2. Tag ist ein Cushing-Syndrom fast ausgeschlossen.
Anmerkungen: In seltenen Fällen kann eine ausreichende Suppression ausbleiben, obwohl kein Cushing-Syndrom vorliegt (bei endogener Depression, bei Alkoholikern). siehe auch DD Cushing-Syndrom Innere Medizin |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Dexamethason-Hemmtest (high-dose)
|
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung: 1. Tag 8:00: Blutentnahme und Bestimmung des Cortisols 23:00 orale Gabe von 8 mg Dexamethason 2. Tag: 8:00 Blutentnahme und Bestimmung des Cortisols
|
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Differentialdiagnose des Cushing-Syndroms (Abgrenzung "zentraler Cushing"/paraneoplastisches Syndrom)
Beurteilung: Bei einem gesicherten Cushingsyndrom spricht eine Abnahme der Cortisol-Konzentration > 50 % für einen "zentralen Cushing".
Anmerkungen: In ca. 20 % der Fälle mit "zentralem Cushing" Abnahme der Cortisol-Konzentration < 50 %. Bei weniger als 50 % Abfall unbedingt einen CRH-Test durchführen. siehe auch DD Cushing-Syndrom Innere Medizin
|
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
E:
| Kenngröße |
ERYTHROPOETIN |
| Probenmaterial |
Serum |
| Referenzbereich |
Männer / Frauen: 4,2 - 27,0 IU/l |
| Störfaktoren |
Hämolyse, Lipämie |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Differentialdiagnose der Anämie Kontrolle der Erythropoetin-Therapie Erniedrigungen bei: - renalen Anämien - Tumoranämien - myeloproliferativen Erkrankungen - Anämien bei chronischen Entzündungen - AIDS - Zytostatika-Therapie (vor allem nach Cis-Platin)
Erhöhungen bei: - chron. Lungenerkrankungen - kardiovaskulären Erkrankungen - paraneoplastisches Syndrom (Nieren- und Ovarialkarzinom u.a.) Nierenerkrankungen (Zystenniere, Hydronephrose) |
| Probenannahme |
Zentrallabor Mo-Fr 8-13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
Innerhalb einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
Diese Untersuchung wird in einem externen akkreditierten Labor durchgeführt |
F:
| Kenngröße |
Folsäure |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
nüchtern |
| Referenzbereich |
3 - 17 µg/l |
| Störfaktoren |
Nüchternblutentnahme! Hämolyse |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: DD. makrozytäre Anämie chronischer Alkoholismus Schwangerschaftsüberwachung(Neuralrohrdefekt)
Anmerkungen: Soll differentialdiagnostisch eine Hypovitaminose abgeklärt werden, vor der Substitution die Blutentnahme durchführen. Bei Methotrexat- oder Leukovorinmedikation Kreuzreaktivität des Bindungproteins führt zu falsch hohen Folatwerten. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
Freies T3 (fT3) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
3,1 - 6,8 pmol/l |
| Störfaktoren |
Autoantikörper gegen T3 Veränderung der Albumin-Konzentration oder -Affinität im Serum |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Bestätigung einer Hyperthyreose bei Patienten mit supprimiertem TSH. Verdacht auf T3-Hyperthyreose Prognostische Beurteilung der M. Basedow- Behandlung Auch bei grenzwertigen Befunden und dem TSH- Spiegel gegenläufigen Veränderungen kann bereits eine Störung der Schilddrüsenfunktion vorliegen.
Anmerkung: Vor der M. Basedow Therapie hohe T3-Konzentrationen weisen auf eine hohe Rezidivrate hin. Die Konzentration von fT3 ebenso wie T3 hängt von der Konversionsrate T4 zu T3 ab. Die Konversionsrate wird negativ beeinflußt durch: - schwere Allgemeinerkrankungen - Glukokortikoide - Amiodaron - Propanolol Jodmangel kann zu kompensatorisch erhöhten T3 und fT3-Konzentrationen führen. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
Freies T4 (fT4) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
12 - 25 pmol/l |
| Störfaktoren |
Autoantikörper gegen T4 Veränderung der Albumin-Konzentration oder -Affinität im Serum |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Weiterführende Untersuchung bei pathologischer TSH-Konzentration Kontrolle der Hyperthyreose-Therapie (TSH anfangs noch supprimiert). Kontrolle der SD-Substitutionstherapie Auch bei grenzwertigen Befunden und dem TSH- Spiegel gegenläufigen Veränderungen kann bereits eine Störung der Schilddrüsenfunktion vorliegen.
Anmerkung: Zur Beurteilung der Schilddrüsenstoffwechsellage bitte nur noch fT4 und nicht gesamt T4 bestimmen. Messung des T4/TBG-Quotienten nur in unplausiblen Fällen durchführen. Heparintherapie erhöht die fT4-Konzentration, daher sollte zwischen der letzten Heparingabe und der Blutentnahme ein möglichst langes Intervall liegen. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
FSH |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
Männer bis 5 J: 0,2 - 2,8 U/l bis 10 J: 0,4 - 3,8 U/l bis 13 J: 0,4 - 4,6 U/l bis 17 J: 1,5 - 12,9 U/l bis 45 J: 1,5 - 12,4 U/l bis 120 J: 1,5 - 12,4 U/l
Frauen: bis 5 J: 0,2 - 11,1 U/l bis 10 J: 0,3 - 11,1 U/l bis 13 J: 2,1 - 11,1 U/l bis 17 J: 1,6 - 17,0 U/l bis 45 J: 1,7 - 21,5 U/l bis 120 J: 25,8 - 134,8 U/l |
| Störfaktoren |
nicht bekannt |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Verdacht auf Hypogonadismus primär: niedriger FSH-Spiegel sekundär: hoher FSH-Spiegel Verdacht auf tubulären Defekts des Hodens Beurteilung von Zyklusstörungen/Sterilitätsdiagnostik
Anmerkung: Bei Männern spricht eine erhöhte FSH-Konzentrationbei unauffälligem LH-Spiegel für eine tubuläre Schädigung des Hodens. Auch bei noch "normaler" FSH-Konzentration aber überschießender Reaktion auf GnRH (siehe GnRH-TEST, S. 5.16) kann schon eine Störung der Spermatogenese vorliegen. Starke Erhöhungen der FSH-Konzentration bei hochnormalem oder leicht erhöhtem LH-Spiegel (mit zunächst noch niedrig-normalem Testosteron-Spiegel) beim Klinefelter-Syndrom. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
Furosemid-Test |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Patientenvorbereitung: Standardisierte Bedingungen einhalten (siehe Aldo- steron-Bestimmung) Durchführung: 0 min: Blutentnahme (nach mehrstündiger Bettruhe) und Bestimmung des Aldosterons Gabe von 40 mg Furosemid (i.v.) und Orthostase 30 min: Blutentnahme und Bestimmung des Aldosterons |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Differentialdiagnose des prim. Hyperaldosteronismus (bei Kontraindikationen gegen eine seitengetrennte Aldosteron-Bestimmung)
Beurteilung: In der Regel kein Anstieg oder sogar paradoxer Abfall des Aldosteron-Spiegels bei Aldosteron-produzierendem Adenom (Conn-Syndrom) im Gegensatz zur idiopathischen Hyperplasie, bei der ein z.T. überschießender Anstieg gefunden werden kann.
Anmerkung: Abweichungen von diesem Verhalten sind bekannt, daher ist zur Differentialdiagnose eine seitengetrennte Aldosteron-Bestimmung vorzuziehen. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
G:
| Kenngröße |
Gastrin |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Blutentnahme morgens
48 Std. vorher: H2-Blocker absetzen 24 Std. vorher: Ca-haltige Antazida absetzen und Milchprodukte vermeiden 12-stündige Nahrungskarenz |
| Referenzbereich |
- 108 ng/l |
| Störfaktoren |
Hämolyse |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: schweres peptisches Ulkusleiden (mit Diarrhoen, Steatorrhoe, Erbrechen oder atypischer Ulkuslokalisation) Verdacht auf MEN I Erhöhungen bei: chronisch-atrophischer Gastritis antraler G-Zell-Überfunktion Gastrinom
Anmerkungen: Leicht erhöhte Werte sind bei Patienten mit rez. Ulcera duodeni nicht selten (oder nach SP-Vagotomie). Bei deutlich erhöhtem Gastrin-Spiegel und entsprechender klinischer Symptomatik sollte ein Sekretin-Test (siehe dort) durchgeführt werden. Bei Langzeittherapie mit H2-Blockern oder Omeprazol kann es nach Therapieende zu einem deutlichem Anstieg der Gastrin-Konzentration kommen. 25 % der Gastrinom-Fälle zeigen noch andere endokrine Neoplasien (Gastrinom als Teil einer multiplenendokrinen Neoplasie vom Typ I). |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
Innerhalb einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
Diese Untersuchung wird in einem externen akkreditierten Labor durchgeführt |
| Kenngröße |
Globaler Hypophysen-Stimualtionstest |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung: 0 min: Blutentnahme und Bestimmung von LH, Prolaktin, TSH, HGH und Cortisol Simultane Injektion von GnRH, TRH, GRH und CRH (i.v.) 30 min: Blutentnahme und Bestimmung von LH, Prolaktin, TSH, HGH und Cortisol |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Verdacht auf Hypophysenunterfunktion Hinweise zur Beurteilung: siehe Einzeltests
Anmerkungen: Dieser Test kann bei Verdacht auf Hypophyseninsuffizienz an Stelle der Einzeltests durchgeführt werden. Bei Verdacht auf eine hypothalamische Störung sollte stattdessen ein kombinierter Test mit Insulin, GnRH und TRH vorgenommen werden (sorgfältige Überwachung des Patienten während des Tests!) Kontraindikationen für Insulin beachten (zerebrales Anfallsleiden, Angina Pectoris, Zustand nach Myokardinfarkt, Zerebralsklerose). |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Glucose-Supressionstest |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung: orale Gabe von 100 g Glucose und Bestimmung der HGH-Konzentration nach 0, 30, 60 und 90 min |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Verdacht auf Wachstumshormon-prod. Tumor Hinweise zur Beurteilung: eine fehlende Suppression der HGH-Konzentration unter 1 µg/l / 3 mg/l (je nach verwendetem Standard) in mindestens einem Wert spricht für eine Akromegalie
Anmerkungen: Eine teilweise Senkung der HGH-Konzentration kommt auch bei Akromegalen vor, in 20 % der Fälle wird jedoch auch ein paradoxer Anstieg während der Hyperglykämie beobachtet. Eine unzureichende Suppression des HGH-Spiegels kann auch bei nicht-akromegalen Patienten vorkommen (Anorexia nervosa, chron. Nierenerkrankungen, M.Wilson, akute interm. Porhyrie, Thyreotoxikose) |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
GnRH-TEST (=LHRH-Test) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung: 0 min: Blutentnahme und Bestimmung des LH u. FSH Gabe von 100 µg GnRH (=LHRH) 30 min: Blutentnahme und Bestimmung des LH u. FSH |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Sicherung der Diagnose eines sekundären oder tertiären Hypogonadismus Verdacht auf Hypophysenfunktionsstörung Differenzierung zwischen hypothalamischem und hypophysärem Hypogonadismus (s.u.)
Beurteilung: Männer: Anstieg - normal: LH: 3-5fach FSH: 1,3-2fach Frauen: Anstieg - normal: Follikelphase: LH > 20 IU/l FSH: 5-10 IU/l Ovulation: LH > 40 IU/l FSH: 5-15 IU/l Lutealphase: LH > 30 IU/l FSH: 5-10 IU/l Eine überschießende Reaktion - vor allem des FSH - spricht für beginnende gonadale Insuffizienz. Beim sekundären wie beim tertiären (=hypothalamischen) Hypogonadismus finden sich sowohl erniedrigte Werte mit normalem Anstieg der Gonadotropine als auch erniedrige Konzentrationen mit geringer oder fehlender Stimulierbarkeit (je nach Ausmaß der Schädigung).
Anmerkungen: Bei erhöhten Gonadotropinwerten liefert der GnRH-Test keine zusätzliche Aussage. Bei Prüfung der Hypophysenfunktion reicht auch die Messung der Stimulierbarkeit der LH-Sekretion. Zur Unterscheidung zwischen hypothalamischem und hypophysärem Hypogonadismus ist die Durchführung eines GnRH-Tests vor und nach einwöchigen pulsatilen GnRH-Behandlung notwendig. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
H:
| Kenngröße |
HGH (= Wachstumshormon, Somatotropin) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Patientenvorbereitung: Vermeidung von Streß 10-12 Std. Nahrungskarenz Absetzen von interferierenden Medikamenten 3-4 Tage vor der Blutentnahme (Clonidin, Metoclopramid, Propranolol, Benzodiazepine etc.) Mindestens 2 Std. körperliche Ruhe |
| Referenzbereich |
- 15 mU/l |
| Störfaktoren |
Hämolyse, Lipämie |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: - Verdacht auf Akromegalie/Gigantismus - Verdacht auf Wachstumsstörungen
Eine Konzentration von < 1 µg/l schließt eine Akro- megalie aus. In einigen Fällen haben Patienten mit nachgewiese- ner Akromegalie HGH-Spiegel im Referenzbereich.
Anmerkung: Zur Diagnose einer Akromegalie simultane Bestimmung von HGH und IGF I durchführen. Erhöhte HGH-Spiegel finden sich auch bei Diabetikern, bei Hypoglykämie, Streß und körperlicher Belastung. Bestätigung der Diagnose u.U. durch den GLUKOSE-SUPPRESSIONSTEST (siehe dort) oder durch TRH-bzw. GnRH-Stimulation. Darüberhinaus sollte die Mitsekretion von Prolaktin geprüft werden, da ca. 30 - 40 % der Patienten mit Akromegalie auch eine erhöhte Prolaktin-Sekretion haben ("Mischtumoren","Begleithyperprolaktinämie" durch mechanische Hypophysenstielläsion). Außerdem muß die inkretorische Leistungsfähigkeit der Hypophyse getestet werden (z.B. durch einen GLOBALEN HYPOPHYSEN-STIMULATIONSTEST oder Insulin-Hypoglykämie-Test), da es sowohl durch mechanische Irritation als auch funktionell (hypothalamischer Hypogonadismus, Hypothyreose) zu einer partiellen oder totalen HVL-Insuffizienz kommen kann. Die Gabe von TRH führt bei 50-60% der Patienten mit aktiver Akromegalie (vor allem bei Patienten, die auf eine Dopamin-Agonisten-Therapie ansprechen) zum Anstieg der HGH-Konzentration, bei 15 % findet sich dieses Phänomen auch bei GnRH-Gabe. Beides wird bei Gesunden nicht beobachtet und kann daher als zusätzliches diagnostisches Kriterium benutzt werden. Die TRH/GnRH-Stimulation kann auch postoperativ eingesetzt werden, um den Erfolg der Therapie zu überprüfen. Ein "unspezifischer" Anstieg der HGH-Konzentration nach TRH/GnRH findet sich bei Niereninsuffizienz, Leberzirrhose, Anorexia nervosa, Diabetes mellitus und bei 70% aller hochwüchsigen Adoleszenten. 99 % der Patienten mit Akromegalie haben einen HGH-produzierenden Hypophysentumor, 1 % einenGRH-produzierenden Tumor (Pankreas, Lunge). Eine ektope HGH-Produktion stellt eine extreme Rarität dar. Zur Abklärung eines HGH-Mangels müssen Funktionstests (z.B. Bewegungstest, Clonidin-Test etc.) durchgeführt und die Diagnose durch definitive Tests (z.B. Insulin-Hypoglykämie-Test, Glucagon-Propranolol-Test, Arginin-Test etc.) bestätigt werden. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
17alpha-Hydroxyprogesteron |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
je nach Fragestellung (u.U. Absetzen einer Glucocorticoid-Therapie). |
| Referenzbereich |
bis 2 Wochen: 0,45 - 2,48 µg/l bis 2 Monate: 0,37 - 1,9 µg/l bis 3 Monate: 0,34 - 1,71 µg/l bis 3 Jahre: Männer: 0,08 - 1,11 µg/l Frauen: 0,1 - 1,25 µg/l bis 7 Jahre: Männer: 0,08 - 1,11 µg/l Frauen: 0,13 - 0,96 µg/l bis 11 Jahre: Männer: 0,08 - 1,11 µg/l Frauen: 0,10 - 1,45 µg/l bis 17 Jahre: Männer: 0,18 - 1,67 µg/l Frauen: 0,11 - 1,14 µg/l Männer bis 39 Jahre: 0,60 - 3,42 µg/l Frauen bis 45 Jahre: 0,19 - 4,69 µg/l bi 120 Jahre: 0,2 - 1,72 µg/l |
| Störfaktoren |
nicht bekannt |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Diagnose eines Adrenogenitalen Syndroms (AGS) (21-Hydroxylase-Mangel)
Anmerkungen: Blutentnahme morgens 8:00 (zirkadiane Rhythmik). Starke Erhöhungen des 17a-Hydroxyprogesterons bei der "klassischen" Form des 21-Hydroxylase-Mangels ± Salzverlust. Bei Frauen sollte die Bestimmung in der Follikelphase vorgenommen werden. Der 21-Hydroxylase-Mangel ist die häufigste Form des AGS (95% der Fälle). Eine Erhöhung der Basal-Konzentration kann bei kryptischen Formen des 21-Hydroxylase-Mangels und dem "late-onset" AGS oder der heterozygoten Form des "klassischen" 21-Hydroxylase-Mangels fehlen. In diesem Fall sollte die 17a-Hydroxyprogesteron-Bestimmung +/-ACTH Stimulation durchgeführt werden. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
17a-Hydroxyprogesteron nach ACTH |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung: 0 min: Blutentnahme und Bestimmung des 17a-Hydroxyprogesterons Gabe von 0,25 mg ACTH (1-24) 30 min: Blutentnahme und Bestimmung des 17a-Hydroxyprogesterons Patientenvorbereitung: je nach Fragestellung (u.U. Absetzen einer Glucocorticoid-Therapie) |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Verdacht auf kryptische Form des AGS oder "late-onset" AGS (21-Hydroxylase-Mangel) Hinweise zur Beurteilung: ein Anstieg auf Werte > 10 µg/l spricht für einen "late-onset" 21-Hydroxylase-Mangel. (bei heterozygotem "klassischem" AGS Anstieg auf ca. 2,6 - 10 µg/l).
Anmerkung: Test kann auch zum Nachweis von Heterozygoten des "klassischen" 21-Hydroxylase-Mangels benutzt werden. Gegebenenfalls eine molekularbiologische Diagnostik durchführen. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Hydroxyindolessigsäure |
| Probenmaterial |
24-Stunden-Sammelurin nach Vorgabe von 10 ml Eisessig |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Keine Einnahme serotoninhaltiger Nahrungsmittel oder Medikamenten (s.u.) |
| Referenzbereich |
2,0 - 9,0 mg/24h |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Erhöhte Ausscheidung bei Karzinoiden
Anmerkung: Falsch negative Ergebnisse sind bei Karzinoiden mit einem Mangel an Dopa-Decarboxylase möglich, da keine Umwandlung von 5-Hydroxytryptamin in 5- Hydroxytryptophan und damit in HIES erfolgt. 2 Tage vor und während der Urinsammelperiode dürfen keine serotoninhaltige Nahrungsmittel oder Medikamente gegessen bzw. eingenommen werden:
Nahrungsmittel: Bananen, Walnüsse, Tomaten, Ananas, Johannisbeeren, Zwetschgen, Stachelbeeren, Mirabellen, Melonen, Avocados, Auberginen, Kiwis
Medikamente: Paracetamol, Cumarine, Phenobarbital, Azetanilid, Ephedrin, Metamphetamin, Nikotin, Phentolamin, Coffein, Phenazetin,Falsch niedrige Werte bei: Levodopa, Promethazin, Isoniazid, Chlorpromazin |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
Innerhalb einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
I:
| Kenngröße |
IGF I |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
0 - 5 J.: 14 - 248 (w) 17 - 248 (m) 6 - 8 J.: 18 - 474 (w) 18 - 474 (m) 9 - 11 J. 117 - 771 (w) 110 - 565 (m) 12 - 15 J.: 261 - 1096 (w) 202 - 957 (m) 16 - 26 J.: 182 - 780 (w) 182 - 780 (m) > 26 J.: 123 - 463 (w) 123 - 463 (m) |
| Störfaktoren |
Heparin (IGF I ist bei Raumtemperatur nur 4 Std. stabil) |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Verdacht auf Akromegalie/Gigantismus Verdacht auf Wachstumsstörung (als Ergänzung zur HGH-Bestimmung) Erhöhte Werte: Akromegalie/Gigantismus Schwangerschaft (2. Hälfte) Hypercortisolismus (gering) Erniedrigte Werte: HGH-Mangel Mangelernährung Hypothyreose schwere chronische Erkrankungen
Anmerkung: IGF I ist zum größten Teil an ein Bindungsprotein (IGFBP 3) gebunden. Daher wird IGF I durch Säure-Ethanol extrahiert, bevor es gemessen wird (höhereWerte als bei Assays ohne Extraktion). Im Gegensatz zum HGH-Spiegel ist die IGF I-Konzentration wesentlich geringeren Schwankungen unterworfen und damit besser zur Beurteilung der Aktivität einer Akromegalie geeignet. Neben HGH stimulieren auch HPL und gering T4, Insulin, Prolaktin, Glucocorticoide, Östrogene (bei physiologischer, bei pharmakologischer Konzentration Hemmung) und Progesteron die IGF I-Sekretion. Bei Patienten mit Kraniopharyngeom oder Prolaktinom können trotz eines HGH-Mangels normale IGF I-Konzentrationen vorkommen. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
nach 1 Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
INSULIN |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
abhängig von der Fragestellung
|
| Referenzbereich |
6 - 27 mIU/l |
| Störfaktoren |
Hämolyse (Erythrozyten enthalten Insulin-abbauende Enzyme) |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Verdacht auf Insulinom Nachweis einer Insulinresistenz
Anmerkung: Die Insulinbestimmung sollte - je nach Fragestellung - im Rahmen von Funktionstests erfolgen (Hungerversuch, Tolbutamid-Test, Glucosebelastungstest). Die Kreuzreaktivität des Tests beträgt mit Proinsulin 40%, 0% mit C-Peptid, 35% mit Rinder- und 85% mit Schweineinsulin. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
J:
K:
| Kenngröße |
Knochenspezifische Alkalische Posphatase |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
Männer: 8.0 - 16.8 mg/l Frauen: 7.5 - 16.8 mg/l |
| Störfaktoren |
Eine erhöhte Leber-AP > 300 IU/l führt zu höheren Serumkonzentrationen im Assay (Kreuzreaktion des AK). |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: DD: AP-Erhöhung osteopenische oder osteoporotische Knochenerkrankungen Nierentransplantation Osteodystrophie
Anmerkung: Die knochenspezifische alkalische Phophatase wird durch einen Immunassay bestimmt. Direkte Umrechnungen in Anteile der Gesamt-AP (Biochemisches Labor)sind nicht möglich. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
L:
| Kenngröße |
LH |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
Männer bis 8 J: 1.0 - 6.0 U/l bis 10 J: 1.0 - 6.0 U/l bis 12 J: 2.0 - 12.0 U/l bis 14 J: 6.0 - 14.0 U/l bis 45 J: 1.7 - 8.6 U/l > 45 J: 1.7 - 8.6 U/l
Frauen bis 8 J: 2.0 - 5.0 U/l bis 10 J: 2.0 - 5.0 U/l bis 12 J: 2.0 - 11.0 U/l bis 14 J: 2.0 - 14.0 U/l bis 45 J: 1.0 - 95.6 U/l > 45 J: 7.7 - 58.5 U/l |
| Störfaktoren |
Schwangerschaft Kreuzreaktivität des Assays zu HCG: 0.2% |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Verdacht auf Störung der Gonadenfunktion - primär: niedriger LH-Spiegel - sekundär: hoher LH-Spiegel Beurteilung von Zyklusstörungen/Sterilitätsdiagnostik
Anmerkung: Diagnostik bei einer Amenorrhoe: Bei niedrigen bis normalen LH- und FSH-Werten spricht ein LH/FSH-Quotient < 1 für eine hypogonadotrope Amenorrhoe. Ein erhöhter LH-Spiegel bei normaler FSH-Konzentration (LH/FSH-Quotient > 3) spricht für eine hypothalamisch-hypophysär bedingte Anovulation, eventuell kombiniert mit einem gestörtem Androgenhaushalt (z.B. Syndrom des polycystischen Ovars). Bei hohen Gonadotropin-Spiegeln und einem LH/FSH-Quotient < 1 liegt eine hypergonadotrope Amenorrhoe (mit Östrogen-Mangel) vor. Eine Hyperprolaktinämie führt über eine Hemmung der GnRH-Sekretion zur Abnahme der LH-Sekretion. Bei Gonadotropin-Mangel sollte daher auch eine Kontrolle des Prolaktin-Spiegels durchgeführt werden. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
M:
| Kenngröße |
Metanephrine |
| Probenmaterial |
24 Std. Sammelurin |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
siehe Adrenalin/Noradrenalin
|
| Referenzbereich |
Normetanephrin: - 275 mg/24 h Metanephrine: - 298 mg/24 h
|
| Störfaktoren |
falsch positive Werte: Chlorpromazin, Imipramin, a-Methyldopa, Tetracyclin, Phenacetin, Phenothiazine |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Bei 92 % der Pat. mit Phäochromozytom erhöht. Bei 53 % der Pat. mit symp. Paragangliomen erhöht.
Anmerkung: Die Metanephrine sind die primären Abbauprodukte der Katecholamine. Die Messung der Vanillinmandelsäure bringt keine zusätzliche Information und ist deshalb verzichtbar. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
N:
O:
| Kenngröße |
beta-ÖSTRADIOL (E2) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Absetzen von Östrogen-haltigen Medikamenten |
| Referenzbereich |
Frauen: 24,5 - 411 ng/l (Prämenop.) < 39,5 ng/l (Postmenop.) Männer: 13,5 - 59,5 ng/l |
| Störfaktoren |
Estracyt-Therapie |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikationen: Mann: Gynäkomastie, Libido- u. Potenzstörung Frau: Beurteilung der Ovarialfunktion
Anmerkungen: Besser als die Östrogen-Konzentration allein ist zur Beurteilung des Sexualsteroid-Haushalts bei Männern der T/E2-Quotient (normal: 0,20-0,30) geeignet. HCG-produzierende Hodentumoren können durch Überstimulation eine partielle Umschaltung zugunsten der Östrogen- gegenüber der Testosteron-Produktion führen. Die synthetischen Östrogene, die in Kontrazeptiva enthalten sind, zeigen nur eine sehr geringe Kreuzreaktivität mit dem Östrogen-Antikörper. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
Osteocalcin |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Blutentnahme immer morgens und nüchtern.
|
| Referenzbereich |
3,1 - 13,7 µg/l |
| Störfaktoren |
Antikoagulantienz.B. EDTA, Citrat, Heparin führen zu erniedrigten Werten Prednisolon und Dicumarolderivate hemmen die Osteocalcinsynthese |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Verdacht auf Osteoporose renale Osteopathie primärer Hyperparathyreoidismus
Anmerkung: Osteocalcin unterliegt einer zirkadianen Rhythmik mit hohen Werten morgens. Der Maximalwert wird zwischen 24:00 und 4:00 Uhr erreicht. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
innerhalb einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
P:
| Kenngröße |
Parathormon (PTH) |
| Probenmaterial |
EDTA-Plasma |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
10 - 65 ng/l |
| Störfaktoren |
bisher nicht bekannt |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Störungen des Calcium- und Phosphathaushalts Erhöhungen bei: prim. Hyperparathyreoidismus sekund. Hyperparathyreoidismus (häufig stark er- höht) - Niereninsuffizienz - Vitamin D-Mangel (z.B. bei Malabsorption) - Pseudohypoparathyreoidismus (sehr selten) - Langzeit-Therapie mit Lithium Erniedrigungen bei: - Hypoparathyreoidismus - nicht parathyreogene Hypercalcämien (z.B. bei Tumoren, Sarkoidose, Vitamin-D-Überdosierung) - Hyperthyreose
Anmerkung: Beurteilung nur in Zusammenhang mit den Calcium- und Phosphatkonzentrationen im Serum! Der Assay erfaßt nur das biologisch aktive, intakte Parathormonmolekül, daher kann es Diskrepanzen zu Werten geben, die mit Assays gegen andere Epitope (mid-region, C-terminal) bestimmt wurden, vor allem bei Störungen der Nierenfunktion. Eine Kreuzreaktion mit dem "PTH-related protein", das von manchen Tumoren produziert wird, besteht nicht. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
beim Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Pentagastrintest |
| Probenmaterial |
Serum, EDTA- Plasma |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Postoperative Verlaufskontrolle:
Anstieg bei Rezidiv oder Metastasen |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
Innerhalb einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
Diese Untersuchung wird in einem externen akkreditierten Labor durchgeführt. |
| Kenngröße |
Procalcitonin |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine, zügiger Transport ins Labor
|
| Referenzbereich |
-0,1 µg/l |
| Störfaktoren |
nicht bekannt |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: - als Akutparameter zur Differenzierung bakterieller und autoimmuner Entzündungen
- als Akutparameter zur Differenzierung bakterieller und viraler Pneumonien
- aufgrund der Halbwertszeit von 19 -24 h ist der Parameter zur infektiologischen Überwachung von Risikopatienten, z.B. nach Operation, Organtransplantation und bei Polytraumen zur Erfassung von systemischen Infektionen geeignet. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Prolaktin |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Blutentnahme frühestens 2 Std. nach dem Aufwachen Streß und taktile Reizung der Mamillen vermeiden Absetzen interferierender Medikamente (s.u.) |
| Referenzbereich |
Männer: 4,04 - 15,2 µg/l Frauen: 4,79 - 23,3 µg/l (während der Schwangerschaft 50 -250 µg/l - nach der Geburt Normalisierung in 4- 6 Wochen) |
| Störfaktoren |
keine |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Frauen: Oligo-/Amenorrhoe, Galaktorrhoe, Corpus luteum-Insuffizienz, anovulatorische Zyklen Mann: Libido- u. Potenzstörungen, Hypogonadismus, Galaktorrhoe Bei Werten über 250 µg/l ist ein Prolaktinom wahrscheinlich. Bei Konzentrationen unter 250 µg/l kann eine Hyperprolaktinämie neben dem Prolaktinom auch andere Ursachen haben: - Medikamente (a-Methyldopa, Reserpin, Phenoxybenzamin, Phentolamin, Propranolol, Metoclopramid, Cimetidin, Ranitidin, Phenothiazine, Butyrophenone, zyklische Antidepressiva) - Hormone (Östrogene, TRH) - Hypophysenstielläsion (Trauma, Tumor) - Erhöhte Werte auch bei Hypothyreose, Niereninsuffizienz, Adipositas und malignen Lymphomen
Anmerkungen: Patientinnen mit latenten (funktionellen) Hyperprolaktinämien und nur passageren Erhöhungen des Basalspiegels zeigen eine erhöhte Stimulierbarkeit durch Metoclopramid, was diagnostisch verwertet werden kann (MCP-Test: Prolaktinbestimmung vor und 25 min nach i.v.-Gabe von 10 mg Metoclopramid während der Lutealphase): ein Anstieg >200 µg/l spricht für eine funktionelle (Hypothalamisch-bedingte) Prolaktinämie. Die niedrigen Östrogenmengen von Antikonzeptiva führen zu keiner Hyperprolaktinämie. Umrechnungsfaktor: µg/l x 17 = mU/l |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
beim Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
Prolaktin nach TRH |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Durchführung: wie TRH-Test (siehe dort) |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Verdacht auf Prolaktinom (in Fällen mit erhöhten Prolaktin-Konzentrationen von < 250 µg/l und keiner anderen nachweisbaren Ursache der Hyperprolaktinämie)
Beurteilung: bei Mikroprolaktinom Prolaktin-Anstieg nach TRH < 2fach (in 90 % der Fälle)
Anmerkungen: Dieser Test ist nicht zuverlässig: auch wenn kein Mikroprolaktinom vorliegt, kann die TRH-Stimulierbarkeit < 2fach sein. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
beim Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
Q:
R:
| Kenngröße |
Renin (= Plasma-Reninaktivität) |
| Probenmaterial |
EDTA-Plasma (Heparinplasma ist nicht geeignet) (Probe sofort nach der Abnahme in Eiswasser kühlen und ins Labor bringen) |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
siehe Aldosteron
|
| Referenzbereich |
liegend: 0,2 - 2,8 µg/l/h stehend: 1,5. - 5,7 µg/l/h (Anhaltswerte bei einer Natrium-Aufnahme von 100-150 mval/24 Stunden) |
| Störfaktoren |
Hämolyse (Erythrozyten enthalten Angiotensinasen), Lipämie, Ikterus, Heparin |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Verdacht auf renal-bedingte Hypertonie Differentialdiagnose des Hyperaldosteronismus Überwachung einer Mineralocorticoid-Therapie bei NNR-Unterfunktion Erhöhungen: mit Hypertonie - reno-vaskuläre Stenose (seltener bei reno-parenchymatösen Störungen) - Renin-produzierender Tumor (sehr selten) ohne Hypertonie - Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts (Bartter-Syndrom, Aszites, Diuretika- u. Laxan- tienabusus) Erniedrigungen: - prim. Hyperaldosteronismus - essentieller Hypertonus in 30% - hyporeninämischer Hypoaldosteronismus - (primär bei Unterfunktion des juxtaglomerulären Systems, sekundär bei Störungen der Nierenfunktion durch Diabetes mellitus, Pyelonephritis, Gicht mit Serum-Kreatinin-Anstieg, Hyperkaliämie und Azidose) - Lakritzenabusus, Carbenoxolon-Therapie
Anmerkungen: Der Assay mißt die Bildung von Angiotensin I aus dem im Patientenplasma vorhandenen Angiotensinogen durch das Renin. Da keine Substratsättigung vorliegt, führt ein Anstieg der Angiotensinogen-Konzentration (z.B. durch eine Östrogentherapie, Kontrazeptiva, Schwangerschaft, Hypercortisolismus) zu einem Anstieg der Plasma-Reninaktivität. Ein unsachgemäßer Umgang mit den Proben kann zu einem Anstieg der Plasma-Reninaktivität führen, weil von den juxta-glomerulären Zellen neben aktivem auch inaktives Renin sezerniert wird, das durch im Blut vorkommende Proteasen aktiviert werden kann. Nur in 2/3 der Fälle läßt sich bei gesicherter Nierenarterienstenose ein eindeutiger Hyperreninismus nachweisen. In allen Fällen aber ist eine Seitendifferenz > 1,5fach zwischen stenosierter und nicht-stenosierter Seite zu beobachten (seitengetrennte Renin-Messung durchführen!). Bei der essentiellen Hypertonie werden sowohl niedrige (in 15-30%) als auch "normale" (in 50-70%) und erhöhte (in 5-15%) Plasma-Reninaktivitäten gefunden. Eine erniedrigte Reninplasmaaktivität ist nicht spezifisch für einen primären Hyperaldosteronismus. Aussagekräftiger ist der Aldosteron( ng/l)/Reninaktivitäts (mg/l/h)-Quotient: Quotienten größer 350 sind hoch verdächtig auf einen primärer Hyperaldosteronismus, ab einem Ouotient > 100 sollte an einen pHA gedacht werden.
Folgende Faktoren stimulieren das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System: - Hyponatriämie und neg. Wasserbilanz - übermäßige Kaliumzufuhr - Sympathikus-Stimulation - Diuretika (Thiazide, Aldosteron-Antagonisten) - Laxantien - Antihypertensiva (z.B. Hydralazin, ACE-Hemmer, a-Blocker)
Folgende Faktoren hemmen das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System: - übermäßige Kochsalzzufuhr, Kalium-Mangel - ß-Blocker, Clonidin, a-Methyldopa, Guanethidin - Carbenoxolon - Corticosteroide
Orthostase und physische Aktivität steigern die Reninausschüttung durch Stimulierung des renalen Sympathikus ohne Veränderung der Hämodynamik. Die Plasmarenin Bestimmung ist nur diagnostisch wertvoll, wenn sie unter Kontrolle der Natrium- und Kaliumzufuhr und Berücksichtigung der Körperstellung bei der Probengewinnung durchgeführt wird. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
spätestens nach einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
S:
| Kenngröße |
Sekretin-Test |
| Probenmaterial |
siehe Gastrin |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
siehe Gastrin Durchführung: Gabe von 75 KE Sekretin i.v. und Bestimmung des Gastrin-Spiegels nach folgenden Zeiten: -15, 0, 2, 5, 10, 15 und 30 min |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Erhöhter basaler Gastrin-Spiegel (Ausschluß eines Gastrinoms)
Beurteilung: Anstieg der Gastrin-Konzentration > 100 ng/l bei 90 % der Gastrinom-Patienten innerhalb von 5 min Bei anderen Ursachen der Hypergastrinämie (antrale G-Zellhyperplasie, "excluded antrum" oder chron. atrophischer Gastritis Abfall des Gastrin-Spiegels nach Sekretin).
Anmerkungen: Bei Patienten, bei denen trotz dringenden klinischenVerdachts auf ein Gastrinom der Sekretin-Test negativ ausfällt (ca. 10 % der Gastrinome), sollte ein Calcium-Test (Gabe von Calcium-Gluconat i.v.) durchgeführt werden. Zur Differentialdiagnose antrale G-Zellhyperplasie/Gastrinom eignet sich auch eine "Testmahlzeit". |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
Innerhalb einer Woche |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
Diese Untersuchung wird in einem externen akkreditierten Labor durchgeführt |
T:
| Kenngröße |
T3 (= Trijodthyronin) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
0,8 - 2,0 µg/l |
| Störfaktoren |
Autoantikörper |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikationen: Hinweise zu Indikation und Beurteilung: Verdacht auf T3-Hyperthyreose
Beurteilung: Eine erniedrigte T3-Konzentration bei unauffälligen TSH- und T4-Spiegel spricht für eine nicht-thyreoidal bedingte Störung ("low-T3-Syndrom" durch verminderte periphere T4-Metabolisierung) des Schilddrüsenhormonsystems. Da die Affinität des TBGs für T3 etwa 10fach geringer ist als für T4, beeinflussen Änderungen des TBG-Spiegels die Konzentration des Gesamt-T3 wesentlich weniger als die des Gesamt-T4. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
T4 (= Thyroxin) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
51 - 141 µg/l |
| Störfaktoren |
|
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: zusammen mit TBG bei unplausiblen Schilddrüsen- hormon-Befunden
Anmerkungen: Die alleinige Bestimmung von T4 ist als Parameter zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion nicht geeignet, da nur ca. 0,03 % des Hormons in der biologisch-aktiven freien Form vorliegt und daher Veränderungen der TBG-Konzentration sich massiv auf denHormonspiegel auswirken, ohne daß sich die Konzentration des freien T4 verändert. Bei stark erhöhten T4-Spiegeln, die nicht in das klinische Bild passen, sollte ein TRH-TEST (siehe dort) durchgeführt werden. Eine thyreotoxische Krise ist eine klinische Diagnose und korreliert nur schlecht mit der Höhe der T4-Spiegel. Bei Patienten, die mit D-Thyroxin-haltigen Medikamenten behandelt werden, kann der T4-Spiegel wegen der hohen Kreuzreaktivität dieser Verbindung nicht gemessen werden. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
Testosteron |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
Männer: < 1 J: - 0,42 - 0,72 µg/l 1-6 J: 0,10 - 1,12 µg/l 9-12 J: 0,10 - 2,87 µg/l 13-17 J: 0,98 - 38,5 µg/l Frauen: 0,06 - 0,82 µgl |
| Störfaktoren |
Hämolyse, Lipämie |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: - Verdacht auf Hypogonadismus - Verdacht auf Androgen-produzierenden Tumor - Hirsutismus siehe DD: HIRSUTISMUS-DIAGNOSTIK/Innere Medizin
Anmerkungen: Die Testosteron-Konzentration ist starken tageszeitlichen Schwankungen unterworfen (bis zu 40%). Daher sollte die Blutentnahme zu definierten Zeiten erfolgen (morgens zwischen 7:00 und 10:00, entspricht der max. Konzentration). Bei grenzwertig niedrigen Werten bei Männern sollte eine dreimalige Bestimmung des Testosterons (innerhalb einer Stunde) vorgenommen werden, um einen genaueren Überblick über das Ausmaß einer möglichen Mindersekretion zu bekommen. Veränderungen der SHBG-Konzentration (Anstieg: Zustände mit erhöhter Östrogen-Konzentration, Leberzirrhose, Hyperthyreose - Abfall: Zustände erhöhter Testosteron- oder HGH-Konzentration, nephrot. Syndrom, Enteropathie mit Proteinverlust) führen zuVeränderungen des Testosteron-Spiegels, ohne daß die biologisch aktive Testosteron-Menge verändert sein muß (ggf. freies Testosteron betimmen). Zur Beurteilung der Hodenfunktion ist in manchen Fällen der T/E2-Quotient (normal: 0,20-0,30) besser geeignet als der Testosteron-Spiegel allein. Bei Frauen ist eine Testosteron-Konzentration > 1,5 µg/l verdächtig für einen Androgen-prod. Tumor. Als ergänzende Diagnostik sollte LH (evtl. auch FSH) bestimmt werden. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
Testosteron, freies |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
Männer: bis 39 J: 8,8 - 27 ng/l 59 J: 7,2 - 23,0 ng/l >59 J: 5,9 - 19 ng/l
Frauen: bis 39 J: 0,06 - 2,57 ng/l 59 J: 7,2 - 23,0 ng/l >59 J: 0,03 - 1,55 ng/l |
| Störfaktoren |
keine bekannt |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: DD: SHBG (sexual hormone binding globuline)-Vermehrung Funktionsstörung der männlichen Gonaden V. auf Hypogonadismus Abklärung Hirsutismus
Anmerkungen: siehe gesamt Testosteron, freies Testosteron im Zusammenhang mit DHEAs gesamt Testosteron und ggf. Andostendion und DHT anfordern.
|
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
innerhalb von 2 Wochen |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
negativ: -0,9 U/l |
| Störfaktoren |
keine |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Differentialdiagnose der Hyperthyreose Kontrolle Schwangere mit M. Basedow Abklärung endokrine Orbitopathie
Anmerkungen: Morbus Basedow 80-90% Hashimoto-Thyreoiditis: selten Kein gesicherter Stellenwert in der Verlaufskontrolle einer immunogenen Thyreopathie. Persistenz der AK-Titer unter Medikation wird als Riskoparameter für ein Rezidiv nach Absetzen angesehen. |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien Mo.- Fr. 8 - 13 Uhr |
| Resultatmitteilung |
innerhalb 4 Tagen |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++ |
| Kenngröße |
TSH |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
Erwachsene: 0,27 - 4,2 mIU/l |
| Störfaktoren |
keine |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Screeninguntersuchung auf Schilddrüsenfunktionsstörung (Basisdiagnostik zusammen mit fT4)
Anmerkungen: Auch bei euthyreoten Patienten können die basalen TSH-Spiegel gelegentlich unterhalb der Norm liegen. Eine im Normbereich liegende TSH-Serumkonzentration schließt eine Schilddrüsenfunktionsstörung nahezu aus. (Voraussetzung: Hypophysen gesunde Patienten) |
| Probenannahme |
Zentrallaboratorien rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
| Kenngröße |
TRH-Test |
| Probenmaterial |
|
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
Patientenvorbereitung: Leichtes Frühstück einnehmen (zur Minimierung von Nebenwirkungen) Durchführung: 0 min: Blutentnahme und Bestimmung des TSH Gabe von 200 µg TRH (bei Erwachsenen) 30 min:Blutentnahme und Bestimmung des TSH |
| Referenzbereich |
|
| Störfaktoren |
|
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation: Verdacht auf Schilddrüsenfunktionsstörung Verdacht auf Hypophyseninsuffizienz
Beurteilung: Euthyreose: Anstieg um 2,5 bis 20 mIU/l vom Ausgangswert Hyperthyreose: Anstieg < 2,5 mIU/l prim. Hypothyreose: Anstieg > 20 mIU/l sekund. Hypothyreose: Anstieg < 2,5 mIU/l
Anmerkungen: Bei der tertiären (=hypothalamischen) Hypothyreose kommt es bei basal niedrigen Spiegeln zu einem verzögerten TSH-Anstieg (60 min-Wert > 30 min-Wert). Ein TSH-Anstieg kann auch bei "normaler" Schilddrüsen-Funktion unter den folgenden Bedingungen ausbleiben: Cushing-Syndrom Akromegalie Leberfunktionstörung Nierenerkrankungen Medikamente (Glucocorticoide, Jodid) TRH stimuliert auch die Freisetzung von Prolaktin und bei Akromegalen auch die von HGH. |
| Probenannahme |
Hormon- und Tumormarkerlabor |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
U:
V:
| Kenngröße |
Vitamin B12 |
| Probenmaterial |
Serum |
| Patientenvorbereitung und Probenentnahme |
keine |
| Referenzbereich |
198 - 982 ng/l |
| Störfaktoren |
keine |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Indikation und Beurteilung: Verdacht auf Vitamin B12-Mangel DD: makrozytäre Anämie chronisch atrophische Gastritis neuro-psychiatrische Symptomatik chronischer Alkoholismus AIDS-Patienten
Anmerkungen: Vitamin B12-Bestimmung ist nur dann sinnvoll wenn über Wochen bis Monate keine Vitamin B12-Substitution erfolgt ist. Als Goldstandard zur Evaluierung des klinischen Vitamin-B12-Mangels werden die Erhöhung von Homocystein und Methylmalonsäure angesehen. In unklaren Fällen die Bestimmung dieser Metabolite in die Abklärung mit einbeziehen. |
| Probenannahme |
Hormon- und Tumormarkerlabor |
| Resultatmitteilung |
bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++ |
|