| Kenngröße |
BASOPHILE GRANULOZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Durchflusszytometrie oder Ausstrich |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
absolut: - 0,1 Mrd/l relativ: 0,1 - 1,4 % |
| Referenzbereich bei Kindern |
Absolut: Neugeborene bis 7 Tage: -0,64 x 109/l Relativ: Neugeborene bis 14 Tage: 0 - 2,5 % Säuglinge bis 6 Monate: 0 - 1,2 % Kinder bis 2 Jahre: 0 - 1,1 % Kinder bis 18 Jahre: 0 - 1,0 % |
| Störfaktoren |
Keine spezifischen Störfaktoren |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Erhöhung bei:
- myeloproliferativen Erkrankungen
- Neoplasien
|
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag bei Automatenmessung. Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/++; manuell ++/++ |
C:
D:
| Kenngröße |
DIFFERENZIALBLUTBILD |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Zur Leukozytendifferenzierung stehen Automatenanalysen (durchflusszytometrisches Verfahren) sowie der manuelle Blutausstrich zur Verfügung. Es werden grundsätzlich folgende Zellen differenziert: neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten.
Bei der automatischen Zelldifferenzierung werden aus jeder Probe etwa 10.000 Zellen analysiert, so dass eine hohe Genauigkeit erreicht wird. Jeder fragliche Befund wird mikroskopisch kontrolliert.
Bei Neugeborenen und Kindern < 2 Jahren ist die automatische Differenzierung nicht möglich, so dass immer ein Blutausstrich angefertigt werden muss.
Die mikroskopische Beurteilung liefert zusätzlich folgende Informationen:
- Erkennung und Beurteilung granulozytärer Vorstufen
- Charakteriserung pathologischer Zellen
- Beschreibung intrazellulärer Einschlüsse
- Angaben zur Erythrozytenmorphologie
- Angaben zur Thromboyztenmorphologie
- Nachweis von Parasiten
In jedem Blutausstrich werden 100 Leukozyten ausgewertet, so dass nur eine mäßige statistische Genauigkeit erreicht wird. Der Ausstrich ist vor allem für qualitative Fragestellungen geeignet. |
| Messbereich |
Siehe einzelne Zellpopulationen |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
Siehe einzelne Zellpopulationen |
| Referenzbereich bei Kindern |
Siehe einzelne Zellpopulationen |
| Störfaktoren |
Siehe Leukozyten. Für eine genaue Differenzierung ist eine Mindestzahl von 1,0x103 Leukozyten/µl erforderlich. |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Siehe einzelne Zellpopulationen |
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag bei Automatenmessung. Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/++; manuell ++/++ |
E:
| Kenngröße |
EOSINOPHILE GRANULOZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Durchflusszytometrie oder Ausstrich |
| Messbereich |
0 - 400 Mrd/l |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
absolut: 0,1- 0,5 Mrd/l relativ: 0,4 - 7,5 % |
| Referenzbereich bei Kindern |
Absolut: Neugeborene bis 28 Tage: 0,02-1,10 x 109/l Säuglinge bis 8 Monate: 0,07-0,90 x 109/l Kinder bis 13 Jahre: bis 0,70 x 109/l Relativ: Neugeborene bis 14 Tage: 0 - 8 % Säuglinge bis 6 Monate: 0 - 5 % Kinder bis 6 Jahre: 0 - 4 % Kinder bis 18 Jahre: 0 - 5 % |
| Störfaktoren |
Keine spezifischen Störfaktoren |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Erhöhung bei:
- Allergien (Asthma, Heuschnupfen, Urtikaria, Medikamentenallergie)
- Parasitosen
- Hauterkrankungen (Ekzem, Psoriasis, Dermatitis herpetiformis)
- hämatologischen Neoplasien
- Erythema multiforme
- eosinophiles Granulom
- Polyarteriitis nodosa
- Sarkoidose
- nach Bestrahlung
- Hypereosinophiliesyndrom
- pulmonale Eosinophilie
- tropische Eosinophilie
|
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag bei Automatenmessung. Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/++; manuell ++/++ |
| Kenngröße |
ERYTHROZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Impedanzmessung |
| Messbereich |
0,00 - 8,0 x 106/µl |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
M: 4,5 - 5,9 x 1012/l F: 4,1 - 5,1 x 1012/l |
| Referenzbereich bei Kindern |
Neugeborene bis 7 Tage: 4,0 - 6,8 x 1012/l Neugeborene bis 14 Tage: 3,7 - 6,8 x 1012/l Neugeborene bis 24 Tage: 3,7 - 6,1 x 1012/l Säuglinge bis 51 Tage: 3,1 - 5,4 x 1012/l Säuglinge bis 3,5 Monate: 2,8 - 4,8 x 1012/l Kinder bis 19 Monate: 3,1 - 5,3 x 1012/l Kinder bis 10 Jahre: 3,7 - 5,3 x 1012/l Kinder bis 13 Jahre: 4,1 - 5,2 x 1012/l Jungen bis 14 Jahre: 4,2 - 5,2 x 1012/l Jungen bis 17 Jahre: 4,3 - 5,6 x 1012/l Mädchen bis 17 Jahre: 4,0 - 5,0 x 1012/l |
| Störfaktoren |
Kälteagglutinine führen zu falsch niedrigen Werten. In diesen Fällen EDTA-Blut warm halten (Wasserbad) und sofort ins Labor bringen. Leukozyten > 100 x103/µl (durch Anwendung eines Korrekturfaktors wird dieser Fehler ausgeglichen) |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Verminderung bei . Anämie: Differenzialdiagnosen unter Erythrozytenindizes
Erhöhung bei: . Polyzythämie |
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/+ |
| Kenngröße |
ERYTHROZYTENINDIZES
- Mittleres Erythrozytenvolumen (MCV)
- Mittlerer zellulärer Hämoglobingehalt (MCH)
- Mittlere zelluläre Hämoglobinkonzentration (MCHC)
|
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
MCV: Impedanzmessung (Mittelwert der direkt gemessenen Einzelerythrozytenvolumina). MCH und MCHC: Berechnung aus den Messergebnissen der Hämoglobinkonzentration, der Erythrozytenzahl und Größe der Einzelerythrozyten. |
| Störfaktoren |
MCV: Glucose >600 mg/dl, Kälteagglutinine. MCH und MCHC: Siehe Hb, Erys und MCV. |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
MCV (fl): 80,0 - 94,0 MCH (pg): 26,0 - 34,0 MCHC (g/dl): 31,5 - 37,0 |
| Referenzbereich bei Kindern |
MCV (fl): Neugeborene bis 8 Tage: 95,0 - 121,0 Kinder bis 3 Jahre: 70,0 - 86,0 Kinder bis 13 Jahre: 77,0 - 94,0 MCH (pg): Neugeborene bis 8 Tage: 31,0 - 37,0 Kinder bis 3 Jahre: 23,0 - 35,0 Kinder bis 13 Jahre: 25,0 - 35,0 MCHC (g/dl): Neugeborene bis 8 Tage: 30,0 - 36,0 Kinder bis 3 Jahre: 28,0 - 36,0 Kinder bis 13 Jahre: 27,0 - 36,0 |
| Störfaktoren |
Siehe Erythrozyten |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
MCV und MCH normal:
- Normozytäre normochrome Anämien (Blutverlust, Hämolyse, chronische Erkrankungen, Knochenmarkhypoplasie, Myelophthise).
MCV und MCH erniedrigt:
- Mikrozytäre hypochrome Anämie (Eisenmangel, Eisenverwertungsstörung, selten chronische Erkrankungen, Thalassämie).
MCV und MCH erhöht:
- Makrozytäre hyperchrome Anämie (Vitamin B12- oder Folsäure-Mangel, Lebererkrankungen, zytostatische Therapie).
Anmerkung:
Bei einer hyperregenerativen Anämie mit hohem Retikulozytenanteil kann, wegen des dann hohen MCV-Wertes, fälschlicherweise eine makrozytäre Anämie in Erwägung gezogen werden. |
| Probenannahme |
Täglich rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selbenTag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/+ |
| Kenngröße |
ERYTHROZYTENVERTEILUNGSBREITE (EVB) |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Die EVB ist der Variationskoeffizient des Erythrozytenvolumens. |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
EVB (%):11,5 - 14,5 |
| Referenzbereich bei Kindern |
Wie bei Erwachsenen |
| Störfaktoren |
Siehe Erythrozyten |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Zur Unterscheidung zwischen isozytären und anisozytären Erythrozyten. Hilfreich bei der Differenzialdiagnose der Anämien. Sehr hohe Werte bei akuter hämolytischer Anämie. |
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/+ |
F:
| Kenngröße |
FRAGMENTOZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Mikroskopie |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
<0,1% |
| Referenzbereich bei Kindern |
Wie bei Erwachsenen |
| Messbereich |
0,1-100% |
| Störfaktoren |
Keine spezifischen Störfaktoren |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Wichtigste Ursachen sind:
- Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
- Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)
- Disseminierte intravasale Gerinnung (DIC)
- Mechanische Herzklappen
|
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Siehe ,Allgemeine Hinweise'. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++/++ |
H:
| Kenngröße |
HÄMATOKRIT |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Der Hämatokrit-Wert wird aus der Erythrozytenkonzentration und dem MCV berechnet. Nur in besonderen Fällen wird der Hämatokrit durch Zentrifugation ermittelt. Werte der Zentrifugationsmethode etwa 2% höher als bei Automatenbestimmung (wg. eingeschlossenem Plasma). |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
M: 36 - 48 % F: 35 - 45 % |
| Referenzbereich bei Kindern |
Neugeborene bis 7 Tage: 40 - 70% Neugeborene bis 14 Tage: 38 - 70 % Neugeborene bis 21 Tage: 38 - 60 % Neugeborene bis 7 Wochen: 36 - 46 % Neugeborene bis 12 Wochen: 30 - 38 % Säuglinge bis 10 Monate: 30 - 43 % Säuglinge bis 13 Monate: 35 - 43 % Kinder bis 4 Jahre: 32 - 43 % Kinder bis 9 Jahre: 32 - 41 % Kinder bis 10 Jahre: 32 - 44 % Kinder bis 14 Jahre: 34 - 44 % Jungen bis 17 Jahre: 38 - 49 % Mädchen bis 17 Jahre: 35 - 43 % |
| Störfaktoren |
Zu langes Stauen führt zu einer Hk-Abnahme Zu hohe EDTA-Konzentration (Unterfüllung!) führt zu falsch niedrigem Wert |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Verminderter Hk bei:
- Anämie (siehe auch Erythrozyten, Erythrozytenindizes)
Erhöhter Hk bei:
- Polyglobulie bei Sauerstoffmangel, z.B. Rechts-Links-Shunt, Ventilationsstörungen. Gestörte Sauerstofftransportfunktion des Hämoglobins, vermehrter Erythropoetinbildung.
- Polyzythämia vera
|
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selbenTag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/+ |
| Kenngröße |
HÄMOGLOBIN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Photometrisch nach Lyse der Erythrozyten (Hämiglobincyanid) |
| Messbereich |
0,5 - 25 g/dl |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
M: 14,0-17,5 g/dl F: 12,3-15,3 g/dl |
| Referenzbereich bei Kindern |
Neugeborene bis 7 Tage: 15,0-24,0 g/dl Neugeborene bis 14 Tage: 12,7-24,0 g/dl Neugeborene bis 24 Tage: 12,7-18,7 g/dl Säuglinge bis 38 Tage: 10,3-17,9 g/dl Säuglinge bis 51 Tage: 9,0-16,6 g/dl Säuglinge bis 3 Monate: 9,2-15,0 g/dl Kinder bis 4 Jahre: 10,1-13,1 g/dl Kinder bis 11 Jahre: 11,1-14,7 g/dl Kinder bis 13 Jahre: 11,8-15,0 g/dl Kinder bis 16 Jahre: 12,8-16,8 g/dl |
| Störfaktoren |
Lipämie, Hämolyse, Makroglobulinämie, Leukozytose (> 20 Mrd/l) und Thrombozytose (> 700 Mrd/l) können falsch hohe Werte verursachen. |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Verminderung bei: . Anämie (siehe auch Erythrozyten, Erythrozytenindizes)
Erhöhung bei: . Polyglobulie |
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/+; manuell ++/++ |
| Kenngröße |
HYPOCHROME ERYTHROZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Durchflusszytometrie (z.Zt. Fremdlaboranalyse) |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
Bis 2,5% der Erythrozyten |
| Referenzbereich bei Kindern |
Wie bei Erwachsenen |
| Messbereich |
0,1-100% |
| Störfaktoren |
Keine spezifischen Störfaktoren |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Sensitiver Marker zur Erkennung von Erythrozyten mit vermindertem Hb-Gehalt: Hinweis auf einen beginnenden Eisenmangel |
| Probenannahme |
Rund um die Uhr (UKE-intern: Schein für ,Externe Laboruntersuchungen' nicht erforderlich) |
| Resultatmitteilung |
In der Regel am folgenden Werktag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++/++ |
I:
J:
K:
L:
| Kenngröße |
LEUKOZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Impedanzmessung nach Lyse der Erythrozyten. |
| Messbereich |
0,00 - 400 x 103/µl |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
3,8 - 11,0 x 109/l |
| Referenzbereich bei Kindern |
Neugeborene bis 1 Tag: 9,0-34,0 x 109/l Säuglinge bis 1 Monat: 5,0-19,5 x 109/l Kinder bis 3 Jahre: 6,0-17,5 x 109/l Kinder bis 7 Jahre: 5,5-15,5 x 109/l Kinder bis 13 Jahre: 4,5-13,5 x 109/l |
| Störfaktoren |
Erythroblasten können als kernhaltige Blutzellen bei der automatischen Zählung fälschlicherweise als Leukozyten interpretiert werden. Bei entsprechenden Warnhinweisen oder bekannter Erythroblastose können die Erythroblasten im Blutausstrich gezählt und die automatisch bestimmte Leukozytenzahl kann entsprechend korrigiert werden. Riesenthromboyten können ebenfalls bei den Leukozyten mitgezählt werden. |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Leukozytosen bei: . Bakteriellen Infektionen . Myeloproliferative Erkrankungen
Leukozytopenien bei: . Erkrankungen des Knochenmarks . Oft medikamentös bedingt
Differenzialdiagnostische Klärung durch Differenzialblutbild. |
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/+ |
| Kenngröße |
LYMPHOZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Durchflusszytometrie oder Ausstrich |
| Messbereich |
0 - 400 x 103/µl |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
absolut: 1,1-3,4 x 109/l relativ: 17 - 48 % |
| Referenzbereich bei Kindern |
Absolut: Neugeborene bis 7 Tage: 2,0-11,5 x 109/l Säuglinge bis 3 Monate: 2,0-17,0 x 109/l Säuglinge bis 11 Monate: 3,5-14,5 x 109/l Kinder bis 5 Jahre: 2,0-10,5 x 109/l Kinder bis 17 Jahre: 1,2-7,0 x 109/l Relativ: Neugeborene bis 14 Tage: 18 - 55 % Säuglinge bis 6 Monate: 18 - 65 % Kinder bis 2 Jahre: 18 - 60 % Kinder bis 6 Jahre: 13 - 55 % Kinder bis 12 Jahre: 13 - 50 % Kinder bis 18 Jahre: 13 - 45 % |
| Störfaktoren |
Keine spezifischen Störfaktoren |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Lymphozytose bei:
- Virusinfektionen (Rubella, Pertussis, Mumps, infektiöse Mononukleose)
- Chronische Infektionen (Tuberkulose, Brucellose, Syphilis, Virushepatitis)
- Thyreotoxikose
- Lymphatischen Leukämien
Lymphozytopenien bei:
- HIV-Infektion
- Systemischem Lupus erythematodes
- Tuberkulose
- Chemotherapie
- Strahlentherapie
|
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag bei Automatenmessung. Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/++; manuell ++/++ |
M:
| Kenngröße |
MONOZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Durchflusszytometrie oder Ausstrich |
| Messbereich |
0 - 400 x 103/µl |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
absolut: 0,2 - 0,9 x 109/l relativ: 4 - 12 % |
| Referenzbereich bei Kindern |
Absolut: Neugeborene bis 7 Tage: 0,2-3,6 x 109/l Säuglinge bis 6 Monate: 0,1-2,7 x 109/l Kinder bis 2 Jahre: -1,2 x 109/l Relativ: Neugeborene bis 14 Tage: 2 - 20 % Säuglinge bis 6 Monate: 5 - 20 % Kinder bis 2 Jahre: 5 - 15 % Kinder bis 12 Jahre: 4 - 10 % Kinder bis 18 Jahre: 4 - 8 % |
| Störfaktoren |
Keine spezifischen Störfaktoren |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Ursachen einer Monozytose sind :
- Infektionen (Tuberkulose, Bruzellose, bakterielle Endokarditis, Malaria, Typhus, Trypanosomiasis, Kala-Azar)
- andere entzündliche Erkrankungen (Sarkoidose, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn, Rheumatoide Arthritis, Sytemischer Lupus Erythematodes)
- Morbus Hodgkin und andere maligne Neoplasien,
- Leukämien, Myelodysplastisches Syndrom
|
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag bei Automatenmessung. Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/++; manuell ++/++ |
N:
| Kenngröße |
NEUTROPHILE GRANULOZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Durchflusszytometrie oder Ausstrich |
| Messbereich |
0 - 400 x 103/µl |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
absolut: 1,8-7,7 x 109/ relativ: 39 - 75 % |
| Referenzbereich bei Kindern |
Absolut: Neugeborene bis 7 Tage: 5,0-28,0 x 109/l Säuglinge bis 6 Monate: 1,0-10,0 x 109/l Kinder bis 10 Jahre: 1,0-8,5 x 109/l Kinder bis 17 Jahre: 1,8-8,0 x 109/l Relativ: Neugeborene bis 14 Tage: 20 - 60 % Säuglinge bis 6 Monate: 15 - 60 % Kinder bis 2 Jahre: 20 - 70 % Kinder bis 6 Jahre: 30 - 75 % Kinder bis 18 Jahre: 40 - 75 % |
| Störfaktoren |
Keine spezifischen Störfaktoren |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Neutrophile Leukozytose bei:
- Bakteriellen Infektionen
- Entzündlichen Nekrosen (Ischämien, Myokardinfarkt, Trauma, Vaskulitis)
- Stoffwechselstörungen (Urämie, Azidose, Gicht, Vergiftungen, Eklampsie)
- Corticosteroid-Therapie
- Akuten Blutungen
- Myeloproliferativen Erkrankungen
- Leukämien
- Malignen Tumoren
Neutropenie bei:
- Knochenmarksinsuffizienz
- Splenomegalie
- Autoimmunerkrankungen
- Virale Infektionen
- Medikamente
Bei Hinweisen auf granulozytäre Vorstufen (Linksverschiebung) wird eine mikroskopische Beurteilung dieser Zellen im Blutausstrich vorgenommen. |
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag bei Automatenmessung. Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/++; manuell ++/++ |
O:
P:
Q:
R:
| Kenngröße |
RETIKULOZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Durchflusszytometrie oder Mikroskopie nach Spezialfärbung |
| Messbereich |
Absolut: 0-0,75 x 106/µl Relativ: 0 - 30% |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
0,5 - 2,0 % der Erythrozyten
|
| Referenzbereich bei Kindern |
Neugeborene bis 7 Tage: bis 6 % der Erythrozyten Riesenthrombozyten, kernhaltige Erythrozyten, Erythrozyten mit Malariaparasiten oder Howell-Jolly-Körperchen |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Die Retikulozytenzahl im peripheren Blut spiegelt die erythropoetische Aktivität des Knochenmarks wider. Bei einer Anämie mit normaler Knochenmarkfunktion ist die Retikulozytenzahl erhöht. Bei einer Eisen-, Folsäure- oder Vitamin B12-Mangelanämie sollte die Retikulozytenzahl bei adäquater Substitution nach 3 bis 4 Tagen ansteigen.
Die mit unterschiedlichen Methoden oder an unterschiedlichen Analyzern gemessenen Werte sind nicht vergleichbar. |
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag bei Automatenmessung. Bei manueller Analyse: siehe ,Allgemeine Hinweise'. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/++; manuell ++/++ |
S:
| Kenngröße |
SICHELZELL-TEST |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Inkubation mit Na-Disulfit unter Sauerstoffabschluss und anschließende Mikroskopie |
| Messbereich |
Qualitativ: negativ/positiv |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
negativ |
| Referenzbereich bei Kindern |
negativ |
| Störfaktoren |
nicht bekannt |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Der Sichelzelltest dient dem qualitativen Nachweis von Sichelzellen im peripheren Blut. Auch im krisenfreien Intervall ist der Test positiv. Zur Sicherung der Diagnose sollte eine Hb-Elektrophorese durchgeführt werden. |
| Probenannahme |
Werktags bis 16:00; außerhalb dieser Zeit nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Resultatmitteilung |
Bei Probeneingang bis 13:00 (werktags) liegt das Ergebnis am selben Tag vor. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+++/++ |
T:
| Kenngröße |
THROMBOZYTEN |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Analytik |
Impedanzmessung oder Mikroskopie |
| Messbereich |
5 - 3000 Mrd/l |
| Referenzbereich (Erwachsene) |
150 - 400 Mrd/l |
| Referenzbereich bei Kindern |
Kinder bis 15 Jahre: 150 - 500 Mrd/l Sonst wie Erwachsene |
| Störfaktoren |
Falsch niedrige Werte durch: Mikrogerinnsel, Kälteagglutinine sowie Riesenthrombozyten, die bei der Automatenzählung als Erythrozyten gezählt werden können. Bei einigen Patienten kommt es zu einer EDTA-induzierten Thrombozytenaggregation. Zum Ausschluss von EDTA-Effekten eignet sich am besten eine vergleichende Thrombozytenzählung aus Blut, das mit den neuen ThromboExact-Röhrchen abgenommen wurde (Siehe ,Allgemeine Hinweise'). Falsch hohe Werte möglich bei Fragmentozyten, Mikrozyten, Kern- und Zytoplasmafragmenten von Lymphozyten bei CML (Automatenzählung). Bei Hinweisen auf eine Störung der automatischen Thrombozytenzählung wird eine Thrombozyten-Kammerzählung durchgeführt, ggf. erfolgt auch eine mikroskopische Beurteilung im Blutausstrich. |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Die wichtigsten Ursachen einer verminderten Thrombozytenzahl sind: . Pseudothrombozytopenie (EDTA) . Infektionen (v.a. bei Bakteriämie, aber auch durch Viren, Pilze oder Parasiten) . medikamentös induziert: - durch Knochenmarkschädigung - durch Störung der Thrombopoese - immunologisch bedingt speziell: Heparin-induzierte Thrombopenie . disseminierte intravasale Gerinnung (DIC) . Haemorrhagie . Immunthrombozytopenie . TTP/HUS . Splenomegalie . haematologische Systemerkrankungen
Weitere Hinweise im Gerinnungsabschnitt unter ,Diagnostik bei Thrombozytopenie'.
Erhöhte Thrombozytenzahlen (> 500 Mrd/l) vor allem bei : . akuten und chronischen Infektionen . reaktiv nach Blutverlust, großen OPs, Entbindung; bei Eisenmangelanämie und hämolytischer Anämie. . nach Splenektomie . malignen Tumoren . myeloproliferativen Erkrankungen . Nierenerkrankungen . Essentieller Thrombozythämie |
| Probenannahme |
Rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Am selben Tag |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/+; Mikroskopie ++/+ | |