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Telefonnummer für Rückfragen: 040-7410-53952

DIAGNOSTISCHER EINSATZ DER TUMORMARKER:

ALLGEMEINES

INDIKATION

REFERENZBEREICH

AUSWAHL DES GEEIGNETEN TUMORMARKERS

ANALYTEN NACH ALPHABETISCHER REIHENFOLGE

 

 

ALLGEMEINES:

Tumormarker sind in der Regel nicht zu Screeninguntersuchungen von
Tumorerkrankungen geeignet, weil der Anstieg eines Markers fehlen kann (mangelnde Sensitivität) - vor allen Dingen in Frühstadien - und auch benigne Erkrankungen zur einer Erhöhung von Tumormarkerkonzentrationen (mangelnde Spezifität) führen können.

Ein Ergebnis im Referenzbereich schließt daher einen Tumor nicht aus, ebensowenig wie eine erhöhte Tumormarkerkonzentration einen Tumor bestätigt, ausgenommen bei ausgeprägteren Konzentrationserhöhungen. Darüber hinaus sind die meisten Tumormarker nicht organspezifisch, eine Diagnose der Tumorlokalisation ist daher häufig nicht möglich. Hingegen sind Tumormarker zur Verlaufsbeurteilung von Tumorerkrankungen geeignet und zeigen eine Tumorprogression z.T. deutlich früher an, als andere diagnostische Verfahren. Bei der Verwendung von Testen unterschiedlicher Hersteller ist oft mit unterschiedlichen Werten zu rechnen. Daher sind Verlaufsbeobachtungen nur unter Werten eines Testsystems zulässig.

INDIKATION:

REFERENZBEREICH:

Zu beachten ist, dass jeder Patient einen individuellen Basiswert für die verschiedenen Tumormarker aufweist. Dieser Wert kann niedrig, im oberen Referenzbereich oder in Einzelfällen oberhalb der Referenzbereichsgrenze liegen. Somit ist der prozentuale Anstieg eines Markers ein entscheidendes diagnostisches Kriterium.

AUSWAHL DES GEEIGNETEN TUMORMARKERS:

 

Bronchialkarzinom
Histologie vor Therapie Verlaufskontrolle  
unbekannt CYFRA 21-1 Postoperativ: Je nach Histologie
NSE, CEA, SCC Ohne Operation: Je nach Ergebnis
der Tumormarker
Adenokarzinom CYFRA 21-1 CYFRA 21-1 und/oder CEA
Plattenepithelkarzinom CYFRA 21-1, SCC CYFRA 21-1 und oder SCC
Kleinzeller NSE, CYFRA 21-1 NSE und CYFRA 21-1
Großzeller CYFRA 21-1, CEA CYFRA 21-1 und/oder CEA

 

Hodentumoren ohne Histologie AFP, HCG, (PLAP)
reines Teratom: HCG -, AFP -
reines Embryonal-CA HCG -, AFP +/-
Chorion CA HCG +, AFP -
Dottersacktumor HCG -, AFP +
gemischte Tumoren

(abhängig von der histologischen Zusammensetzung)

HCG +/-, AFP +/-
Seminom PLAP +/- (in 70% +), HCG +/- (in 10-20 % +), AFP -,

 

Leberkarzinom
hepatozelluläres AFP
cholangiozelluläres CA 19-9

 

Kolorektales Karzinom    CEA, (CA 19-9)

 

Lymphome, Leukämie    ß2-Mikroglobulin, Ferritin

 

Magenkarzinom   CEA, CA 19-9, CA 72-4, (CA 125)

 

Mammakarzinom   CA 15-3, CEA

 

Ovarialkarzinom   CA 125, (CEA), CA 72-4 und AFP, HCG (bei Keimzelltumoren)

 

Pankreaskarzinom   CA 19-9

:

Prostatakarzinom   PSA, freies PSA, Verhältnis von freiem PSA/PSA,

 

Zervixkarzinom   SCC

 

Schildrüsenkarzinom   Calcitonin, Thyreoglobulin, CEA

 

ANALYTEN NACH ALPHABETISCHER REIHENFOLGE:
 

A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z

 

A:

Kenngröße 5-HYDROXY-INDOL-ESSIGSÄURE
Probenmaterial 24-Stundensammelurin
Patientenvorbereitung und Probenentnahme Während der Sammelperiode ist der Urin im Kühlschrank zu halten. Ist dies nicht möglich oder muß der Urin verschickt werden, muß in das Sammelgefäß 20 ml Eisessig vorgelegt werden.
Einflußgrößen
Medikamente und Nahrungsmittel können Einfluß auf die Ergebnisse nehmen:
Paracetamol, Cumarine, Mephenesin, Guaifenesin, Phenobarbital, Azetanilid, Ephedrin, Metamphetamin, Nikotin, Phentolamin, Coffein, Phenacetin, Methocarbamol, Aspirin, Levodopa, Promethazin, Isoniazid, Methenamin, Streptozocin, Chlorpromazin, Bananen, Walnüsse, Tomaten, Ananas, Johannisbeeren, Zwetschgen, Stachelbeeren, Mirabellen, Melonen, Avocados, Auberginen, Kiwis.
Diese Nahrungsmittel sollen 4 Tage vor bis während der Sammelperiode nicht gegessen werden, wenn möglich soll eine Einnahme der Medikamente vermieden werden.
Referenzbereich 2,0 - 9,0 mg/24h
Störfaktoren -
Hinweise zu Indikation und Beurteilung bei Verdacht auf neuroendokrine Neoplasien
Eine Ausscheidung > 15 mg/24h schließt Einflußgrößen weitgehend aus und spricht mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine neuroendokrine Neoplasie
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung innerhalb von 2 Wochen
Personal- und Sachmittelaufwand +++
Kenngröße AFP (=ALPHA-FETOPROTEIN)
Probenmaterial Serum (Liquor)
Patientenvorbereitung und Probenentnahme  
Referenzbereich bis 5,8 kU/l bei Erwachsenen

Bei Schwangeren Konzentrationsanstieg ab der 10. SSW mit einem Gipfel zwischen der 30.-32 SSW und einem mäßigen Abfall bis zur Geburt (demgegenüber erhöhte Werte bei Zwillingsschwangerschaften, intrauterinem Fruchttod und fetalen Erkrankungen)

Bei Kindern hohe Werte unmittelbar nach der Geburt, in der 2.-3. Lebenswoche Werte zwischen 500-4000 µg/l (im 10. Lebensmonat < 20). Halbwertzeit: ca. 4 +/- 1.8 Tage

Störfaktoren Theophyllin (Blutentnahme innerhalb 2 Std. nach der letzten Gabe)
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Verdacht auf hepatozelluläres Karzinom, histologisch gesicherte Leberzellkarzinome haben noch zu 5 - 10 % im Normbereich liegende AFP-Serumkonzentrationen.
Keimzelltumoren (Hoden, Ovar, extragonadal) Nachsorge bei Keimzelltumoren oder primären Leberzellkarzinomen

Erhöhungen bei:
- Keimzelltumoren (Hoden, Ovar, extragonadal)
- hepatozellulärem Karzinom
- gastrointestinalen Tumoren (selten)
- Bronchialkarzinom im Zusammenhang mit hepatogener Metastasierung (selten)
- Erhöhungen auch bei benignen Erkrankungen (z.B. Hepatitis, Leberzirrhose)

Anmerkungen:
Unter einer zytostatischen Therapie von Hodentumoren kann sich trotz weiterer Tumorprogression der AFP-Spiegel normalisieren (Ursache: histologischer Typenwandel). Bei intrakraniellen Keimzelltumoren Erhöhung der Liquor-AFP-Konzentration im Vergleich mit dem Serumspiegel.
Probenannahme Bestimmungsort: Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Arbeitstag
Personal- und Sachmittelaufwand ++

B:

Kenngröße Beta-2-MIKROGLOBULIN
Probenmaterial Serum
Referenzbereich Männer/ Frauen 0,60 - 2,45 mg/l
Störfaktoren Proben von Patienten, die zur Diagnose oder Therapie mit monoklonalen Antikörpern der Maus Kontakt hatten, können humane Antikörper gegen Mausimmunglobulin enthalten, was zu falsch hohen oder niedrigen Meßergebnissen führen kann.
Hinweise zu Indikation und Beurteilung
1. Verlaufsbeurteilung maligner Lymphome
Erhöhungen bei:
- Plasmozytom
- andere Non-Hodgkin-Lymphome
- M. Hodgkin
- akute und chron. myeloische Leukämien
- Erhöhungen auch bei nicht-lymphatischen Tumoren

2. Beurteilung der Nierenfunktion
- Erhöhungen bei Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate
- Diagnostik und Verlaufsbeurteilung tubulo-interstitieller Nierenschäden

Anmerkung:
Besser geeignet zur Überwachung der Nierenfunktion bei Patienten. mit Niereninsuffizienz bzw. mit Nierentransplantaten als die Kreatinin- oder Harnstoffbestimmung.
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Arbeitstag
Personal- und Sachmittelaufwand ++

C:

Kenngröße CA 125
Probenmaterial Serum
Patientenvorbereitung und Probenentnahme  
Referenzbereich < 35 kU/l (99% Vertrauensgrenze für Normalpersonen)
Störfaktoren Biotin (bei Gabe von mehr als 5 mg/Tag)
Hämolyse
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Verlaufsbeurteilung maligner Tumoren:
Ovarialkarzinom, Pankreaskarzinom (Zweitmarker nach CA 19-9)

Erhöhungen bei:
- Ovarialkarzinom
FIGO I-II 44-60%
FIGO III 68%
FIGO III-IV 78-100%

die diagnostische Sensitivität in Abhängigkeit vom Tumortyp beträgt bei:
dem serösem Typ 81-98%
dem entdifferenzierten Typ 57-88%
dem endometrioiden Typ 60-75%
dem muzinösen Typ 9-69%

- Pankreaskarzinom 45-79%
- anderen gynäkologischen Tumoren (Mamma-Ca.: 8-13%, Zervix-Ca.: 13-54%)
- Bronchialkarzinom 30-75%
- gastrointestinalen Tumoren (Magen-Ca.: 39%, Kolorektales Ca.: 20-39%)
- Leberzellkarzinom
- Lymphome

Erhöhungen auch bei benignen Erkrankungen:
- chron. Lebererkrankungen
- benignen Adnextumoren
- entzündliche Erkrankungen von Adnexen, Gallenwegen und Pankreas
- Endometriose
- Peritonitis
- Pleuraerguß und Aszites
- Autoimmunkrankheiten
- Herz- und Niereninsuffizienz

Bewertung: Beim primären Ovarialkarzinom beträgt für CA 125 die höchste diagnostische Sensitivität 82-96% (Entscheidungswert 35 kU/l). In Sekreten z.B. im Zervixsekret oder in Ovarialflüssigkeit werden extrem hohe Werte gefunden.
 
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Arbeitstag
Personal- und Sachmittelaufwand ++

 

Kenngröße CA 15-3
Probenmaterial Serum
Patientenvorbereitung und Probenentnahme  
Referenzbereich Männer / Frauen: bis 25 kU/l
Störfaktoren Biotin (bei Gabe von mehr als 5 mg/Tag)
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Verlaufsbeurteilung maligner Tumoren: metastasiertes Mammakarzinom

Erhöhungen bei:
- Mammakarzinom

Seltener Erhöhungen bei:
- Ovarialkarzinom (39-71%)
- Zervix- u. Endometrium-Karzinom
- gastrointestinalen Karzinomen
- Bronchialkarzinom

Erhöhungen auch bei:
- benignen Tumoren der Mamma wie: Myomastopathie (3-11%), Fibroadenom 8%,
- HIV-Infektionen (stadienabhänig > 50% >18kU/l)
- Tuberkulose
- Lebererkrankungen
- Pankreaserkrankungen
- Autoimmunerkrankungen.

Dialysepflichtige Niereninsuffizienz geht in etwa 20% mit Werten > 30kU/l einher.
 
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Arbeitstag
Personal- und Sachmittelaufwand ++

 

Kenngröße CA 19-9
Probenmaterial Serum
Patientenvorbereitung und Probenentnahme  
Referenzbereich Männer / Frauen: bis 27 kU/l
Störfaktoren Biotin (bei Gabe von mehr als 5 mg/Tag)
Trockenzellextrakt-Therapie
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Verlaufsbeurteilung maligner Tumoren:
Pankreas- und Magenkarzinom, cholangiozelluläres Leberkarzinom

Erhöhungen bei (diagnostische Sensitivität):
- Pankreaskarzinom 81%
- Magenkarzinom 20-60%
- Leber- 22-51% u. Gallengangskarzinom 55-79%
- kolorektalen Karzinomen (seltener)
Dukes A: 0-7%
Dukes B: 17%
Dukes C 47%
Dukes D 75%

Erhöhungen auch bei benignen Erkrankungen:
- akute und chronisch aktive Lebererkrankungen
- Gallenwegserkrankungen
- akute Pankreatitis und akuter Schub einer chronischen Pankreatitis
- Leberzellnekrose

Anmerkung:
Bei benignen Erkrankungen Konzentrationen meist <100 kU/l (bei Pankreatitis und Leberzellnekrose in ca. der Hälfte der Fälle auch > 100 kU/l).
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 Uhr am gleichen Arbeitstag
Personal- und Sachmittelaufwand ++

 

Kenngröße CALCITONIN
Probenmaterial gekühltes EDTA-Plasma
Referenzbereich Männer: bis 18,2 ng/l
Frauen:  bis 11,5 ng/l
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Diagnostik des medullären Schilddrüsenkarzinoms
therapierefraktäre Durchfälle
unklare CEA-Erhöhung
Familienscreening beim herediterem medullärem SD-Karzinom
postoperative Verlaufskontrolle (Pentagastrin-Test).
Erhöhungen:
Pat. mit manifestem medullärem SD-Karzinom haben in der Regel deutlich erhöhte 10 - 10000 fach Konzentrationen.
Anmerkungen:
Der Pentagastrintest hat im Rahmen des Familienscreenings
seine Bedeutung seit Einführung der molekularbiologischen
Diagnostik (Nachweis von Punktmutationen im RET-Onkogen)
verloren.
 
Probenannahme Zentrallaboratorien Mo-Fr 8-13 Uhr
Personal- und Sachmittelaufwand Diese Untersuchung wird in einem externen akkreditierten Labor durchgeführt

 

Kenngröße CEA (=CARCINO-EMBRYONALES- ANTIGEN)
Probenmaterial Serum
Referenzbereich Männer / Frauen bis 3,4 µg/l
Störfaktoren Biotin (bei Gabe von mehr als 5 mg/Tag)
Hämolyse
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Verlaufsbeurteilung maligner Tumoren
kolorektale Karzinome, Magenkarzinom, Mammakarzinom, Bronchialkarzinom
Erhöhungen bei:
- Kolon- u. Rektumkarzinom
- Prozentsatz der CEA-Positivität
- Dukes A: 0 - 20%
- Dukes B: 40 - 60%
- Dukes C: 60 - 80%
- Dukes D: 80 - 85%
- Bronchialkarzinom
- Mammakarzinom
- Magenkarzinom

Seltener Erhöhungen bei:
- Uteruskarzinom,
- Pankreaskarzinom,
- Leberkarzinom
- urologischen Tumoren,
- Zervix-, Ovar- und Hodentumor
- Tumoren des lymphatischen Systems

Erhöhungen auch bei benignen Erkrankungen:
- Erkrankungen der Leber, des Gastrointestinaltrakts und des Pankreas. Bei benignen Erkrankungen Konzentrationen meist < 10 µg/l.

Anmerkungen:
CEA-Spiegel, die die obere Normgrenze um das 8-10fache überschreiten, deuten auf eine Fernmetastasierung hin. Bei Kolonkarzinomen ist der CEA-Anstieg der empfindlichste nicht-invasive Hinweis auf das Vorliegen eines Rezidives und/oder einer Fernmetastasierung. Bei gastrointestinalen Tumoren deutet ein Anstieg von > 0,25 µg/l in 10 Tagen auf vorwiegend lokale Rezidive hin. Bei Fernmetastasen liegt der Anstieg bei mehr als 1 µg/l in 10 Tagen.
 
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Arbeitstag
Personal- und Sachmittelaufwand  ++

D:

E:

F:

Kenngröße FERRITIN
Probenmaterial Serum
Referenzbereich
 bis 20 Jahre  7 - 142 mg/l
 Männer 21 bis 50 Jahre  34 - 310 mg/l
 Frauen 21 bis 50 Jahre  22 - 112 mg/l
 Männer 51 bis 60 Jahre
 34 - 400 mg/l
 Frauen 51 bis 60 Jahre  34-150 mg/l
Störfaktoren nicht bekannt
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Differentialdiagnose der hypochromen-mikrozytären Anämie
Verlaufsbeurteilung der Hämochromatose
Verlaufsbeurteilung maligner Tumoren
Erniedrigungen bei:
- Eisenmangelanämie
- Erhöhungen bei:
- Entzündungen
- Hämochromatose
- Sekundärer Eisenüberladung
- Leberparenchymschäden
- malignen Tumoren (z.B. Lymphome, Leukämien, Bronchialkarzinom, Endometriumkarzinom, Pankreaskarzinom, Hepatom, Neuroblastom)

Anmerkungen:
Bei der Diagnostik der Eisenmangelanämie Entzündungsprozeß ausschließen!
Eine Serumferritinkonzentration < 15mg/l ist immer ein Beweis auf einen Eisenmangel mit oder ohne Anämie. Medikamentöse Eisengabe führt zu einem raschen Anstieg der Ferritinkonzentration. Daher die Kontrolle der Ferritinkonzentration erst einige Tage nach dem Absetzen der Eisentherapie durchführen.
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Arbeitstag
Personal- und Sachmittelaufwand ++

G:

H:

Kenngröße HCG (=HUMANCHORIONGONADOTROPIN)
Probenmaterial Serum (Liquor)
Referenzbereich Frauen bis 45 Jahre: -3 U/l
Männer bis 45 Jahre: -2 U/l
Männer und Frauen über 45 Jahre: -7 U/l
Störfaktoren nicht bekannt
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Beweis oder Ausschluß einer Gravidität
Verlaufsbeurteilung maligner Tumoren:
Keimzelltumoren, Chorionkarzinom

Erhöhungen bei:
Gravidität
Keimzelltumoren (Hoden, Ovar, extragonadal)
Chorionkarzinom (siehe auch: "Diagnostischer Einsatz von Tumormarkern")

Seltener Erhöhungen bei:
- Pankreaskarzinom
- Mammakarzinom
- Magenkarzinom
- Hepatom
- Kolonkarzinom
- Bronchialkarzinom
- Nierenkarzinom
( hier sind die Erhöhungen viel geringer, daher nicht zur Verlaufskontrolle geeignet)

Anmerkungen:
Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen unter Dialysebehandlung treten gelegentlich erhöhte Werte auf. Bei Frauen vor der Menopause Schwangerschaft ausschließen.
Der Test misst sowohl das intakte HCG-Molekül als auch die freie b-Kette (HCG-b).
Bei primär intrakraniellen Keimzelltumoren ist die HCG-Konzentration im Liquor wesentlich stärker als im Serum erhöht, da HCG die Blut-Hirn-Schranke nur in geringem Maße (0.2-0.5 %) passiert. Bei gemischten Keimzelltumoren ist die gleichzeitige Bestimmung von AFP u. HCG nötig, da unter Therapie ein histologischer Typenwandel eintreten kann und der eine oder andere Marker trotz Tumorprogression abfällt.
Halbwertzeit: 1-3 Tage
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Arbeitstag

bei Verdacht auf intrauterine Gravidität und nach Rücksprache mit dem ärztlichen Dienst des Inst. für Klinische Chemie: rund um die Uhr

Personal- und Sachmittelaufwand ++

 

 

I:

J:

K:

L:

M:

N:

Kenngröße NSE (=NEURON-SPEZIFISCHE-ENOLASE)
Probenmaterial Serum, Liquor
Referenzbereich Männer/ Frauen: < 15,2 µg/l
Störfaktoren Hämolyse, Freisetzung von intraerythrozytärer NSE führt zu einer Erhöhung der NSE-Konzentration in der Probe. Lipämische oder ikterische Seren beeinflussen der Bestimmung nicht.
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Verlaufsbeurteilung maligner Tumoren
Erhöhungen bei:
- malignen Lungenerkrankungen
- Neuroblastom:
Stadium I: Median: 13 mg/l
Stadium II: Median: 23 mg/l
Stadium III: Median: 40 mg/l
Stadium IV: Median: 214 mg/l
- Wilms-Tumor:
Stadium I: Median: 16,6 mg/l
Stadium II: Median: 18,0 mg/l
Stadium III: Median: 29,0 mg/l
Stadium IV: Median: 47,0 mg/l
- APUDome
- Seminome

Erhöhungen auch bei benignen Erkrankungen: z.B.
- benigne Lungenerkrankungen (5% > 12mg/l),
- zerebrale Erkrankungen ( bei zerebraler Ischämie gleichzeitige Bestimmung im Liquor indiziert)
Probenannahme Zentrallaboratorien Mo-Fr 8-13 Uhr
Resultatmitteilung Innerhalb einer Woche
Personal- und Sachmittelaufwand Diese Untersuchung wird in einem externen akkreditierten Labor durchgeführt

O:

P:

Kenngröße PSA (=PROSTATA-SPEZIFISCHES-ANTIGEN)
Probenmaterial Serum
Patientenvorbereitung und Probenentnahme keine mechanische Irritation der Prostata in den letzten 72 Std.
Referenzbereich Männer bis 40 J:   - 1,4 µg/l
Männer bis 50 J:   - 2,0 µg/l
Männer bis 60 J:   - 3,1 µg/l
Männer bis 70 J:   - 4,1 µg/l
Männer bis 120 J: - 4,4 µg/l
Störfaktoren Lipämie
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Diagnose des met. Prostatakarzinoms
Verlaufskontrolle des Prostatakarzinoms
Erhöhungen auch bei der benignen Prostatahyperplasie (meist < 10 µg/l)

Anmerkungen:
Nach Beseitigung eines akuten Harnverhalts PSA-Bestimmung frühestens nach 3 Tagen.
Nach vollständiger Entfernung des Tumors Normalisierung des PSA-Spiegels in 2-3 Wochen. Bei nachgewiesenem Prostatakarzinom findet man nicht selten eine Erhöhungen der PSA-Konzentration ohne gleichzeitigen Anstieg des PAP-Spiegels.
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Arbeitstag
Personal- und Sachmittelaufwand ++

 

Kenngröße PSA, FREIES
Probenmaterial Serum
Patientenvorbereitung und Probenentnahme keine mechanische Irritation der Prostata in den letzten 72 Std.
Störfaktoren Lipämie
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Die Bestimmung des freien PSA ohne Gesamt-PSA ist nicht sinnvoll. (siehe auch Freies PSA/PSA-Quotient). Es sollte auch kein freies PSA bei Gesamt-PSA-Konzentrationen >25 µg/l bestimmt werden.

Anmerkungen:
In mehreren Studien wurde nachgewiesen, das der Anteil des freien PSA bei BPH-Patienten und gesunden Personen höher ist als bei Karzinompatienten.
Probenannahme Hormon- und Tumormarkerlabor
Resultatmitteilung bei Probeneingang bis 12:00 am gleichen Arbeitstag
Personal- und Sachmittelaufwand ++

 

Kenngröße PSA-FREIES/PSA-Quotient
Probenmaterial berechnet aus freiem und gesamt PSA
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Die Grauzone in der Anwendung der PSA-Bestimmung liegt zwischen 4 und 10 mg/l. In dieser Grauzone weisen 26 % ein Prostatakarzinom und 74 % eine BPH auf. Will man möglichst viele Patienten erfassen müsste man den Cut-Off für freies PSA % bei ca. 20% ansetzen. Diese hohe Sensitivität geht aber mit einem Spezifitätsverlust einher. Die höchste Spezifität erreicht man bei einem Cut-Off von 8%. Bei diesem Cut-Off ist aber die Sensitivität zu niedrig. Der angegebene Cut-Off von 15% hat eine Spezifität von 78% und eine Sensitivität von 83%. Zum Vergleich: Die Bestimmung der gesamt-PSA-Konzentration bei gleicher Sensitivität nur eine Spezifität von 54%.

Wichtig: Zur Berechnung des Quotienten nur Teste eines Herstellers verwenden!!

Q:

R:

S:

Kenngröße SCC (=Plattenepithelkarzinomantigen)
Probenmaterial Serum
Referenzbereich < 1,5 µg/l
Störfaktoren Lipämie (Triglyceridgehalt > 1200 mg/dl)
Ikterus ( Bilirubingehalt > 50 mg/dl )
Hämolyse (Hb > 80 mg/dl)
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Verlaufsbeurteilung maligner Tumoren

Erhöhungen bei:
- Zervixkarzinom
- Plattenepithelkarzinom der Lunge
- Ösophaguskarzinom
- Analkarzinom
- Plattenepithelkarzinome von Kopf, Mund und Hals

Erhöhungen auch bei benignen Erkrankungen: z.B.
- benigne Lungenerkrankungen (0-40%),
- Niereninsuffizienz (30 - 64%),
- Psoriasis (83%)

Anmerkung:
SCC wird im Schweiß, Speichel und anderen Körperflüssigkeiten ausgeschieden (Kontamination vermeiden!).
Probenannahme Zentrallaboratorien Mo-Fr 8-13 Uhr
Resultatmitteilung innerhalb einer Woche
Personal- und Sachmittelaufwand Diese Untersuchung wird in einem externen akkreditierten Labor durchgeführt

T:

U:

V:

W:

X:

Y:

Z:

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© Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Impressum
Letzte Änderung: Dr. Thomas Streichert, 09.08.2011