| Kenngröße |
MOLEKULARBIOLOGISCHE THROMBOPHILIEDIAGNOSTIK
Nachweis der G20210>A Mutation im Prothrombin-Gen; Nachweis der G1691>A Mutation im Faktor V |
| Probenmaterial |
EDTA-Blut |
| Methodik |
DNA-Präparation von Leukozyten aus antikoaguliertem Vollblut; enzymatische Amplifikation eines Exon 10-Fragments des Faktor V-Gens mittels PCR; enzymatische Amplifikation der 3´-untranslatierten Region des Prothrombingens; allelspezifischer reverser Hybridisierungsblot mit colorimetrischem DNA-Nachweis (evtl. Mutationsanalytik durch RFLP; Gelelektrophorese). |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Faktor II (Prothrombinmutation 20210A):
Prothrombin (Faktor II) ist nach Aktivierung zum prokoagulatorischen Thrombin das wesentliche Eiweiß für die Umsetzung des Fibrinogen in Fibrin. Die in der 3´-untranslatierten Region der Faktor II-mRNA vorkommende Variante "G20210>A" führt durch Basenaustausch von Guanin zu Adenin zu einer zytoplasmatischen Stabilisierung der Faktor II-mRNA. Hieraus resultiert eine verstärkte Prothrombinsynthese, in welcher die pathobiochemische Ursache der Thromboseneigung gesehen wird.
Faktor V (Leiden):
Die Mutation Leiden "G1691>A" führt durch Basenaustausch zu einem Aminosäureaustausch des Faktor V-Moleküls (Arg506>Gln). Dieser verursacht über eine erhöhte Faktor V-Stabilität gegen aktiviertes Protein C (aPC-Resistenz) eine prolongierte Wirkung des prokoagulatorischen Kofaktors. Wir empfehlen bei klinischen oder anamnestischen Verdacht auf eine Thromboseneigung aus laboratoriumsdiagnostischer Sicht die zusätzliche Abklärung von Verminderungen des Protein C, Protein S sowie Antithrombin III. (siehe auch Thrombophiliediagnostik) |
| Probenannahme |
täglich rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Die Analytik wird in der Regel einmal pro Woche durchgeführt. |
| Beratung |
Für eine Beratung stehen Ihnen die Ärzte unseres Gerinnungslabors gerne zur Verfügung (Tel.: 040/7410-53435 oder -56111. Für Fragen zu Therapieempfehlung/-steuerung setzen Sie sich bitte mit der Abteilung für Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Klinik des UKE (Herr Dr. Langer, Frau Dr. Holstein, Herr Dr. Lentz, Tel.: 040/7410-52453, 53982 oder - 56110) in Verbindung. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
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| Kenngröße |
Nachweis der Mutation C282Y und H63D im HFE-Gen |
| Probenmaterial |
EDTA-Vollblut |
| Methodik |
DNA-Präparation von Leukozyten aus antikoaguliertem Vollblut; enzymatische Amplifikation von Fragmenten des HFE Gens mittels PCR; reverse Hybridisierung an immobilisierte Gensonden für jeweils die Wildtyp- und mutierte Sequenz der beiden untersuchten Genloci. Gelelektrophorese. |
| Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Die C282Y-Mutation findet sich in heterozygoter Konstellation bei 4-9% der kaukasischen Bevölkerung. Heterozygote Träger der C282Y-Mutation besitzen kein erhöhtes Risiko für eine Hämochromatose, allerdings ist bei gleichzeitiger chronischer Virushepatitis oder alkoholtoxischer Leberschädigung mit einer erhöhten Leberfibrosierung zu rechnen. Bei 83% bis 100% der Patienten mit hereditärer Hämochromatose ist die homozygote Mutation C282Y nachweisbar. Mindestens 70% der männlichen und 40% der weiblichen Bevölkerung mit der homozygoten Mutation C282Y entwickeln eine klinisch manifeste Hämochromatose. Die H63D-Mutation ist mit einer Prävalenz von 17% in der Normalbevölkerung nachweisbar, dem homozygoten oder dem heterozygoten Nachweis der nur der H63D-Mutation wird aber zur Zeit keine klinische Bedeutung zugemessen. Bei 4-5% der Hämochromatose-Patienten sind die C282Y-Mutation und die H63D-Mutation (Compound-Heterozygotie) nachweisbar. Aber auch in der Normalbevölkerung ist in ca. 2 % der Fälle mit dieser Befundkonstellation zu rechnen, so dass die klinische Bedeutung dieses Befundes zur Zeit unklar ist. Da weitere modifizierende Gendefekte für die phänotypische Expression der Hämochromatose zu vermuten sind, sollte dieser Befund nur in Verbindung mit klinischen Befunden und zusätzlichen Laboruntersuchungen (z.B. Serum-Eisen, Serum-Ferritin, Transferrin-Sättigung) in der Diagnostik der Hämochromatose eingesetzt werden. |
| Probenannahme |
täglich rund um die Uhr |
| Resultatmitteilung |
Die Analytik wird in der Regel einmal pro Woche durchgeführt. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
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