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Heparin-induzierte Thrombotytopenie > Präanalytik und allgemeine Störfaktoren

Präanalytik und allgemeine Störfaktoren


Gerinnungsuntersuchungen zeigen eine stärkere Abhängigkeit von präanalytischen Faktoren als die meisten anderen Tests. Blutentnahme, Lagerung und Transport der Proben erfordern daher eine besondere Sorgfalt, um falsche und schwer interpretierbare Ergebnisse zu vermeiden. Dies gilt in noch stärkerem Maß für die Thrombozytenfunktionsdiagnostik, weshalb in dem entsprechenden Abschnitt nochmals speziell auf das Problem der Präanalytik bei Thrombozytenfunktionstests eingegangen wird.

Im Besonderen ist auf folgendes zu achten:
Hinweis: Proben, die erkennbar falsch abgenommen wurden, werden von einer Untersuchung ausgeschlossen!  Abgelehnt werden somit:

Allgemeine, durch die Erkrankung des Patienten bedingte Störfaktoren sind:

Diese Faktoren stören viele Tests und werden deshalb bei den einzelnen Parametern meist nicht mehr erwähnt. Der Störeffekt ikterischer und lipämischer Proben kann durch technische Maßnahmen im Labor abgeschwächt werden. Deutlich hämolytische Proben sind meist nicht mehr verwertbar; da sie überwiegend auf eine nicht optimale Blutentnahmetechnik zurückzuführen sind, sind sie meist vermeidbar. Auch stark lipämische Proben sind oft vermeidbar, wenn die Infusion von fetthaltigen Lösungen und der Zeitpunkt der Blutentnahme aufeinander abgestimmt werden. Wenn die Anforderung von Gerinnungs-Spezialtests nicht dringlich ist und mit der Rückbildung krankheitsbedingter Störfaktoren gerechnet werden kann, sollte eine Verschiebung der Untersuchungen auf einen günstigeren Zeitpunkt in Erwägung gezogen werden.

Bei einem sehr hohen Hämatokrit (>60%) ist die im Gerinnungsröhrchen vorhandene Citratmenge relativ zu hoch, und es tritt die gleiche Situation ein wie bei unterfüllten Proben. Betroffen sind vor allem Tests, bei denen das Patientenplasma unverdünnt eingesetzt wird und Calciumchlorid zur Gerinnungsauslösung erforderlich ist (Quick, PTT und Lupus-Antikoagulanz-Tests). In diesem Fall sollten Gerinnungsröhrchen mit reduziertem Citratanteil benutzt werden; eine vorherige Rücksprache mit dem Gerinnungslabor ist unbedingt zu empfehlen.

Formel für die benötigte Citratmenge bei erhöhtem Hämatokrit (Hk):

C = V*(100+Hk)/(640-Hk)

C = benötigte Citratmenge (ml); V = Gesamtvolumen der Probe (ml)

Falls Sie das Abnahmeröhrchen entsprechend selbst präparieren, bitte unbedingt auf dem Begleitschein vermerken.

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Letzte Änderung: Dr. Thomas Streichert, 03.06.2009