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Allgemeine Hinweise


Die Aussagekraft laboratoriumsmedizinischer Befunde hängt entscheidend von der sachgerechten Auswahl der Probenart, der Entnahmetechnik und der Behandlung der Probe bis zur Analyse ab (Präanalytik). Für Einsendungen der Kliniken und Institute des UKE stehen die folgenden farblich gekennzeichneten Probengefäße der Firma Sarstedt über das Zentrallager der KLE (FAX 5685) zur Verfügung:

 Farbe Probenart Untersuchung
 weiß Serum Hormone und Tumormarker
 blau Ammonium-Heparin-Plasma Klinische Chemie
 rot EDTA-Blut Hämatologische Untersuchungen
 grün Citrat-Blut Gerinnung
 violett Citrat-Blut Blutsenkungsgeschwindigkeit
 orange oder blau Lithium-Heparin-Blut
 Blutgasanalytik
 gelb Natrium-Fluorid-Blut Blutzucker
 gelb Urin Klinische Chemie

Nur für wenige Untersuchungen sind spezielle Entnahmegefäße erforderlich. Entsprechende Hinweise erhalten Sie auf den Anforderungsbelegen und im Laborführer bei den jeweiligen Analysen. Externe Einsender können Probengefäße anderer Hersteller verwenden, wenn diese die entsprechenden Antikoagulanzien enthalten.
Die Entnahmegefäße sollten unbedingt vor der Probenentnahme mindestens mit Namen, Vornamen und Geburtsdatum des Patienten gekennzeichnet werden. Probenverwechslungen gehören zu den häufigsten Fehlern in der Laboratoriumsmedizin. Sie können im Einzelfall dramatische Auswirkungen auf die Diagnostik oder die Behandlung eines Patienten haben. Insbesondere bei Patienten ohne entsprechende Vorbefunde können falsche Patientenzuordnungen auch durch das QM-System des Instituts für Klinische Chemie (EDV-gestützte und ärztliche Validation) nicht sicher erkannt werden.
Die Ergebnisse laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen hängen zum Teil erheblich von Tageszeit, Ernährung, Rauchen, Medikamenten, Körperlage, Geschlecht und Alter ab. Die wichtigsten Einfluss- und Störgrößen sind im Laborführer bei den jeweiligen Analysen aufgeführt.
Häufige Fehler bei der Probenentnahme sind:
  1. Lang andauernde Stauung mit einer Konzentration von Plasmabestandteilen und einer Aktivierung von Gerinnungs- und Fibrinolysevorgängen.
  2. Verunreinigung der Probe mit Gewebeflüssigkeit durch mehrmalige Punktionsversuche.
  3. Zu schnelle Aspiration des Blutes durch die Punktionskanüle mit Hämolyse und Schädigung der Thrombozyten.
  4. Teilgerinnung oder Thrombozytenaggregation durch inkomplette oder verspätete Durchmischung von Blut und Antikoagulans.
  5. Unvollständiges Füllen des Entnahmegefäßes (vor allem der Citratröhrchen) mit falschem Mischungsverhältnis von Blut und Antikoagulans.
In der Gerinnungs- und Thrombozytenfunktionsdiagnostik spielen präanalytische Einflussfaktoren eine besonders große Rolle. Weitere Angaben zur Blutentnahme, Probenlagerung und Probentransport für diese Untersuchungen finden sich daher im Abschnitt „Gerinnungsdiagnostik“ unter „Präanalytik und allgemeine Störfaktoren“ sowie unter „Präanalytik bei Thrombozytenfunktionstests“.
Bei Verwendung mehrerer Entnahmegefäße wird die folgende Reihenfolge empfohlen:
  1. Serum (Röhrchen ohne Antikoagulans)
  2. Citrat-Blut (Gerinnung / BSG)
  3. Heparin-Blut (Klinische Chemie, BGA)
  4. EDTA-Blut (Hämatologie)
  5. Fluorid-Blut (Blutzucker)
  6. Ggf. Spezialgefäße mit anderen Stabilisatoren
Alle Untersuchungen des Instituts für Klinische Chemie können als elektronische Auftragsübermittlung (Order-Entry) oder über den Ausdruck von KIS-Belegen angefordert werden. Für externe Einsender stellt die zentrale Annahme (Telefon 42803-2982) entsprechende Anforderungsbelege zur Verfügung. Für die Mitteilung gültiger Referenzbereiche im Befundbericht ist die Angabe von Alter und Geschlecht des Patienten erforderlich. Fehlen diese Angaben, müssen die Analysenergebnisse anhand der im Laborführer angegebenen Referenzbereiche bewertet werden.
Grundsätzlich sollten die Proben so schnell wie möglich das Labor erreichen. Innerhalb des UKE steht den Einsendern der „Hol- und Bringedienst (Labor)“ der Krankentransportzentrale (Tel. 3084) zur Verfügung. Im Laborführer werden die Anforderungen an Probenlagerung und Transportbedingungen für einzelne Analysen angegeben.
Die vom Institut für Klinische Chemie eingesetzten Untersuchungstechniken sind in einer Liste der Untersuchungsverfahren zusammengestellt. Die in der „Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung quantitativer laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen“ angegebenen Mindestanforderungen an Präzision und Richtigkeit werden für die dort genannten und analog auch für alle anderen laboratoriumsmedizinischen Untersuchungen des Instituts eingehalten. In den meisten Fällen erfolgt die Untersuchung verfahrensabhängig mit deutlich besserer Präzision und Richtigkeit. Die tatsächlich erreichten aktuellen Qualitätskennzahlen einzelner Analysen können bei Bedarf im jeweiligen Laborbereich erfragt werden.
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Letzte Änderung: Dr. Thomas Streichert, 30.06.2006