Heparin-induzierte Thrombotytopenie > Laboruntersuchungen bei Thrombozytopenie
Die möglichen Ursachen einer Thrombozytopenie sind sehr zahlreich und können hier nicht erschöpfend dargestellt werden. Sie können nur zum Teil mit Hilfe von Laboruntersuchungen direkt bzw. indirekt nachgewiesen werden. Eine entsprechende Labordiagnostik ist sinnvoll bei Verdacht auf eine der folgenden Ursachen:
# Diese Tests werden zur Zeit nicht in unserem Labor durchgeführt; bei Bedarf erfolgt eine Verschickung der Proben.
Folgende, häufige Ursachen einer Thrombozytopenie können nicht durch Gerinnungs- bzw. Thrombozytenfunktionstests diagnostiziert werden: Splenomegalie; Verlust durch ausgeprägte bzw. anhaltende Blutung; bakterielle Infektionen, insbes. gramnegative Sepsis; virale Infektionen; nicht-immunologisch bedingte, medikamentös induzierte Thrombozytopenien; Knochenmarksinfiltration bei Karzinomen; hämatologische Systemerkrankungen.
In den Fällen, in denen der klinische Hintergrund keinen konkreten Verdacht auf eine bestimmte Ursache ergibt, führt eine Untersuchung des Knochenmarks eher zum Ziel als Labortests aus einer peripher abgenommenen Blutprobe.
Kenngrösse: Thrombozytenzahl:
Angaben zur Thrombozytenzählung in "Hämatologische Spezialanalytik" .
Hinweis: Auch bei der Suche nach einer Thrombozytopenie-Ursache empfiehlt sich immer die Anforderung eines Blutausstrichs zur Beurteilung der Thrombozytenmorphologie.
| Kenngröße |
Thrombozytenzählung bei Verdacht auf eine Pseudothrombozytopenie |
| Methode |
Thrombozytenzählung aus EDTA- und Citratblut oder besser aus Blut, das mit einem Spezialröhrchen (ThromboExact-Röhrchen*) abgenommen wurde; zur Messmethodik siehe 'Hämatologische Spezialanalytik'. |
|
Probenmaterial |
EDTA-Blut und Blut aus ThromboExact-Röhrchen*, ev. aus Citratblut. |
|
Messbereich |
siehe 'Hämatologische Spezialanalytik'. |
|
Referenzbereich |
Im Normalfall kein wesentlicher Unterschied zwischen dem Ergebnis beider Proben. Bei einer Untersuchung aus Citratblut sollte das Ergebnis mit 1,11 multipliziert werden, da in der Befundausgabe die Verdünnung durch das Citrat nicht berücksichtigt wird. |
| Störfaktoren |
siehe 'Hämatologische Spezialanalytik'. |
|
Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Vor jeder weiteren Differentialdiagnostik einer Thrombozytopenie sollte eine EDTA-induzierte Pseudothrombozytopenie (Laborartefakt ohne Krankheitswert) ausgeschlossen werden. Die Thrombozytenzahl fällt dann nach längerem Stehen der Probe im EDTA-Blut deutlich ab. Niedrigere Werte im Citratblut werden beobachtet bei in-vivo aktivierten Thrombozyten (z.B. bei Sepsis) und nicht optimaler Blutentnahme; gelegentlich kann auch das Citrat selbst zu einer Aggregatbildung in vitro führen, so dass die neuen ThromboExact-Röhrchen unbedingt vorzuziehen sind und an Stelle der Citratröhrchen bei dieser Fragestellung benutzt werden sollten. |
|
Probenannahme |
Täglich rund um die Uhr. |
|
Resultatmitteilung |
Am gleichen Tag. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
+/+ |
* UKE-intern: ThromboExact-Röhrchen können in kleinen Mengen an der Annahme des Zentrallabors abgeholt werden. Bei größerem Bedarf bitte selbst bestellen.
| Kenngröße | |
| Methode |
Blutausstrich und panoptische Färbung nach Pappenheim. |
|
Probenmaterial |
EDTA-Blut oder ThromboExact-Röhrchen. |
|
Messbereich |
Qualitative Beurteilung. |
|
Referenzbereich |
Normale Größe und Morphologie der Thrombozyten |
| Störfaktoren |
Zu alte Proben (>8h). |
|
Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Unklare Thrombozytopenie und/oder -pathie. Beurteilt werden Größe und Morphologie der Thrombozyten; Thrombozytenaggregate und Thrombozytensatellitose können ebenfalls dargestellt werden. Größere Thrombozyten bis zur Größe von normalen Lymphozytenkernen, bezeichnen wir als ,Makrothrombozyten', noch größere als ,Riesenthrombozyten'. Die Größe der Thrombozyten kann Hinweise auf die Ursache einer Thrombozytopenie und ev. auch auf eine mögliche Unterschätzung der Thrombozytenzahl bei der Automatenzählung geben. Morphologische Besonderheiten finden sich bei einigen, allerdings sehr seltenen, angeborenen Thrombozytopathien. |
|
Probenannahme |
Täglich rund um die Uhr. |
|
Resultatmitteilung |
Am gleichen Tag. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++/+ |