Heparin-induzierte Thrombotytopenie > Spezielle Therapiekontrollen
Die folgenden Tests sind zur Kontrolle von gerinnungswirksamen Therapien geeignet, bei denen die klassischen Gerinnungstests nicht oder nicht ausreichend aussagekräftig sind. Dabei handelt es sich immer um funktionelle Tests, welche den Einfluss des untersuchten Medikaments auf einen bestimmten Gerinnungsparameter erfassen, nicht um pharmakologische Tests zur Bestimmung der Medikamentenkonzentration.
| Kenngröße |
Anti-Xa-Test LMWH (low molecular weight heparin) |
| Methode | Das im Plasma vorhandene und an Antithrombin gebundene Heparin inhibiert vorgelegten aktivierten Faktor X (F Xa). Der restliche F Xa wird photometrisch bestimmt und ist umgekehrt proportional zum LMWH-Gehalt der Probe. Durch die Zugabe von Dextransulfat zum Testansatz wird der Einfluss von Heparinantagonisten (PF4 u.a.) minimiert, und auch bereits an PF4 gebundenes Heparin kann wieder freigesetzt werden. Die Ergebnisse werden in Anti-Xa-Einheiten ausgegeben; die Kalibrierung erfolgt nach dem 1. internationalen Standard für niedermolekulare Heparine. Da sich mittlerweile alle kommerziell erhältlichen LMWH auf diesen Standard beziehen, sind individuelle Eichkurven für die einzelnen Präparate nicht mehr erforderlich. |
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Probenmaterial |
Citratblut (1:10). Die Blutentnahme sollte 4 (+/- 0,5) Stunden nach einer s.c-Injektion erfolgen. |
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Messbereich |
0,05 bis 1,5 U/ml. |
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Referenzbereich |
unterhalb der Nachweisgrenze von 0,05 U/ml. |
| Therapeutischer Bereich
Prophylaktischer Bereich |
0,4 bis 1,0 U/ml. 0,2 bis 0,4 U/ml |
| Störfaktoren |
Zu lange Probenlagerung; stark lipämische, ikterische oder hämolytische Plasmen. |
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Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Beurteilung der therapeutischen Effektivität einer Therapie mit niedermolekularem Heparin. Die Anti-Xa-Wirkspiegel sind deutlich zeitabhängig, daher ist ein standardisierter Abnahmezeitpunkt für die Beurteilung wichtig! |
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Probenannahme |
Werktags 8:00 bis 15:00; außerhalb der regulären Dienstzeit des Speziallabors nach vorheriger ärztlicher Rücksprache. |
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Resultatmitteilung |
Am gleichen Tag. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++/++ |
| Kenngröße |
Anti-Xa-Test Orgaran (Danaparoid, Orgaran®) |
| Methode |
Wie beim Anti-Xa-Test für LMWH. Die Kalibrierung erfolgt mit dem Heparinoid Danaparoid (Handelsname: Orgaran®). |
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Probenmaterial |
Citratblut (1:10) |
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Messbereich |
0,05 bis 1,5 U/ml |
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Referenzbereich |
Unterhalb der Nachweisgrenze von 0,05 U/ml. |
| Therapeutischer Bereich Prophylaktischer Bereich |
0,35 bis 0,8 U/ml. |
| Störfaktoren |
zu lange Probenlagerung; stark lipämische, ikterische oder hämolytische Plasmen. |
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Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Therapiekontrolle von Orgaran®. |
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Probenannahme |
Werktags 8:00 bis 15:00; außerhalb der regulären Dienstzeit des Speziallabors nach vorheriger ärztlicher Rücksprache. |
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Resultatmitteilung |
Am gleichen Tag. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++/++ |
| Kenngröße |
Anti-Xa-Test UF-Heparin (unfraktioniertes Heparin, Standardheparin). |
| Methode |
Wie beim Anti-Xa-Test für LMWH. Die Kalibrierung erfolgt mit unfraktioniertem Heparin. |
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Probenmaterial |
Citratblut (1:10) |
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Messbereich |
0,05 bis 1,5 U/ml |
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Referenzbereich |
Unterhalb der Nachweisgrenze von 0,05 U/ml. |
| Therapeutischer Bereich Prophylaktischer Bereich |
0,4 bis 0,8 U/ml. |
| Störfaktoren |
zu lange Probenlagerung; stark lipämische, ikterische oder hämolytische Plasmen. |
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Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Therapiekontrolle von unfraktioniertem Heparin, wenn die Therapieüberwachung mit PTT und TZ nicht den erwarteten Effekt zeigt oder diese Tests durch Interferenzen mit anderen Einflussfaktoren nicht eindeutig interpretierbar sind. |
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Probenannahme |
Werktags 8:00 bis 15:00; außerhalb der regulären Dienstzeit des Speziallabors nach vorheriger ärztlicher Rücksprache. |
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Resultatmitteilung |
Am gleichen Tag. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++/++ |
| Kenngröße |
Anti-Xa-Test Arixtra (Fondaparinux, Arixtra®). |
| Methode |
Wie beim Anti-Xa-Test für LMWH. Die Kalibrierung erfolgt mit einem Fondaparinux-Standard in µg/ml. |
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Probenmaterial |
Citratblut (1:10) |
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Messbereich |
0,02 bis 2,5 µg/ml. |
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Referenzbereich |
Unterhalb der Nachweisgrenze von 0,02 µg/ml. |
| Therapeutischer Bereich Prophylaktischer Bereich |
0,6 bis 1,2 µg/ml. |
| Störfaktoren |
zu lange Probenlagerung; stark lipämische, ikterische oder hämolytische Plasmen. |
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Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Wie beim niedermolekularen Heparin; stärkere Abhängigkeit von der Nierenfunktion. |
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Probenannahme |
Werktags 8:00 bis 15:00; außerhalb der regulären Dienstzeit des Speziallabors nach vorheriger ärztlicher Rücksprache. |
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Resultatmitteilung |
Am gleichen Tag. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++/++ |
| Kenngröße |
rHirudin (chromogener Ecarin-Test) |
| Methode |
Citratplasma wird mit einem Puffer, dem Prothrombin zugesetzt ist, zusammen mit einem chromogenen Substrat bei 37°C inkubiert. Durch die anschließende Zugabe von Ecarin entsteht Meizothrombin, das p-Nitroanilin aus dem chromogenen Substrat freisetzt, das photometrisch gemessen wird. In der Probe vorhandenes Hirudin hemmt diese Spaltung in Abhängigkeit von seiner Konzentration. Die Zeit bis zum Erreichen einer definierten Absorption (Ecarin-Reaktionszeit) ist proportional zur Hirudinkonzentration in der Probe. |
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Probenmaterial |
Citratblut (1:10) |
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Messbereich |
0,05 bis 2,0 µg/ml; höhere Bereiche durch Vorverdünnen der Probe. |
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Referenzbereich |
unterhalb der Nachweisgrenze von 0,05 µg/ml. |
| Therapeutischer Bereich Prophylaktischer Bereich |
0,5 bis 1,5 µg/ml |
| Störfaktoren |
Andere direkte Thrombininhibitoren. Der Test wird, im Gegensatz zur koagulometrisch gemessenen Ecarin-Zeit, nicht durch die Prothrombin- und die Fibrinogenkonzentration der Probe beeinflusst. |
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Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Therapiekontrolle bei Behandlung mit rHirudin. Der Test ist besser geeignet zur Erkennung einer Überdosierung als die aPTT, da diese oberhalb des therapeutischen Bereichs nur noch wenig ansteigt. Eine Überwachung der Therapie mit einem spezifischen Hirudin-Test ist generell zu empfehlen; bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist sie unbedingt erforderlich. |
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Probenannahme |
Werktags 8:00 bis 15:00; außerhalb der regulären Dienstzeit des Speziallabors nach vorheriger ärztlicher Rücksprache. |
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Resultatmitteilung |
Am gleichen Tag. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++/++ |
| Kenngröße |
Argatroban (chromogener Ecarin-Test). |
| Methode |
Wie beim chromogenen Ecarin-Test für Hirudin. Die Kalibrierung erfolgt mit einem Argatroban-Standard. |
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Probenmaterial |
Citratblut (1:10) |
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Messbereich |
0,05 bis 3,0 µg/ml; höhere Bereiche durch Vorverdünnen der Probe. |
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Referenzbereich |
unterhalb der Nachweisgrenze von 0,05 µg/ml. |
| Therapeutischer Bereich |
0,3 bis 0,7 µg/ml |
| Störfaktoren | Wie beim chromogenen Ecarin-Test für Hirudin. |
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Hinweise zu Indikation und Beurteilung |
Therapiekontrolle bei Behandlung mit Argatroban. Eine Überwachung der Therapie mit einem spezifischen Argatroban-Test ist bei Problempatienten zu empfehlen, vor allem bei Leberinsuffizienz, sowie in allen Fällen, in denen die PTT durch zusätzliche Einflussfaktoren verändert ist. Hinweis zum Argatroban: Alle koagulometrischen Tests (Quick, PTT, TZ, Fibrinogen, Gerinnungsfaktoren, Lupus-AK-Tests), mit Ausnahme der Batroxobinzeit, werden durch Argatroban stark verändert und sind unter dieser Therapie nicht verwertbar. |
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Probenannahme |
Werktags 8:00 bis 15:00; außerhalb der regulären Dienstzeit des Speziallabors nach vorheriger ärztlicher Rücksprache. |
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Resultatmitteilung |
Am gleichen Tag. |
| Personal- und Sachmittelaufwand |
++/++ |