Zu den Inhalten springen

Hauptnavigation:

Kontakt | English | Sitemap

Heparin-induzierte Thrombotytopenie > Gerinnung: Erweitertes Screening

Gerinnung: Erweitertes Screening


 
Kenngröße

Batroxobinzeit (BT), häufig auch als Reptilase®-Zeit (RZ) bezeichnet

Methode

Bestimmung der Gerinnungszeit von Citratplasma nach Zugabe eines thrombinähnlichen Enzyms aus dem Gift der Lanzenotter Bothrops atrox.

Probenmaterial

Citratblut (1:10).

Messbereich

10 bis 150 Sekunden.

Referenzbereich (Erwachsene)*

15 bis 19 Sekunden.

Referenzbereiche bei Kindern

bis 24 h:      16 - 24 Sekunden
bis 5 Tage: 16 - 21 Sekunden

Störfaktoren

Unspezifische Verlängerung durch Hyperfibrinogenämie möglich.

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Verlängert bei ausgeprägter Hyperfibrinolyse, Dysfibrinogenämie und Hypofibrinogenämie unter  ca. 0,7 g/l, jedoch nicht durch Heparin oder direkte Thrombininhibitoren. Ergibt bei sehr geringen Fibrinogenwerten unterhalb der Messgrenze noch messbare Werte.Indikationen: Differentialdiagnose zwischen der Wirkung von Antikoagulanzien (Heparin, Hirudin, Argatroban) und Fibrinpolymerisationsstörungen bei verlängerter TZ; V.a. DIC (Verbrauchskoagulopathie), Hyperfibrinolyse, Dysfibrinogenämie. Besonderheiten des von uns eingesetzten Reagenzes: geringer Einfluss einer Hyperfibrinogenämie.

Probenannahme

Rund um die Uhr.

Resultatmitteilung

Am gleichen Tag.

Personal- und Sachmittelaufwand

+/++

 

Kenngröße

D-Dimere (DD)

Methode

Polystyrolpartikel, an die kovalent ein monoklonaler Antikörper gegen die Quervernetzungsregion quervernetzter Fibrinspaltprodukte (D-Dimere) gebunden ist, agglutinieren, wenn sie mit D-Dimeren aus einer Probe gemischt werden. Die Agglutinationsreaktion wird turbidimetrisch über eine Trübungszunahme gemessen. Benutztes Reagenz: Innovance D-Dimer von Dade-Behring Messung am BCS XP®.

Probenmaterial

Citratblut (1:10).

Messbereich

0,17 bis ca. 35 mg/l FEU.
1 mg/l FEU (fibrinogen equivalent units, Fibrinogenäquivalente) bezeichnet die Konzentration an Fibrinabbauprodukten, die durch den Abbau von 1 mg/l Fibrinogen entstehehen.

Referenzbereich

Bis 0,55 mg/l: 90. Perzentil eines Kollektivs gesunder Probanden.
0,5 mg/l: Grenzwert (Cut-off-Wert) zum Ausschluss einer Thrombose/Embolie bei sonst gesunden, ambulanten Patienten.
Hinweis: Die Diskrepanz zwischen oberem Referenzwert und Cut-off-Wert erklärt sich aus der unterschiedlichen Art der statistischen Berechnung. Wenn die Fragestellung sich nicht auf den Ausschluss einer frischen Thrombose bezieht, können 0,55 mg/l als oberer Normwert angesehen werden, wobei dann immer noch 10% der gesunden Personen etwas oberhalb dieses Werts liegen können.
Hinweis: Die Ergebnisse unterschiedlicher Bestimmungsmethoden sind quantitativ nicht untereinander vergleichbar.

Referenzbereich bei Neugeborenen

wie Erwachsene.

Störfaktoren

Stark lipämische, ikterische oder hämolytische Plasmen.
Heparin in supratherapeutischer Dosierung (> 8 IU/l).
Rheumafaktor > 1330 IU/l.
In-vitro-Aktivierung von Gerinnung und Fibrinolyse bei problematischer Blutentnahme.

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Der Test erfasst nicht nur D-Dimere im engeren Sinn (2 quervernetzte D-Bruchstücke des Fibrins), sondern generell lösliches Fibrin und Fibrinspaltprodukte, die durch die Einwirkung von Faktor XIII quervernetzt sind; bei hoher Konzentration sind auch Kreuzreaktionen mit Fibrinogenspaltprodukten möglich. Erhöhte D-Dimere weisen somit in erster Linie auf eine Aktivierung der Gerinnung hin. Bei mäßig erhöhten Werten besteht nur selten eine klinisch relevante Fibrinolyseaktiverung, es sei denn, es wird überwiegend intaktes Fibrinogen gespalten. Bei höheren Konzentrationen besteht meist eine zusätzliche Aktivierung der Fibrinolyse. Erhöhte D-Dimere können auch durch die Einschwemmung von extravasal gebildeten Fibrinspaltprodukten (aus Thrombosen, Hämatomen, Angiomen oder Ascites) oder durch eine verminderte RES-Clearance (bei Leberzirrhose) entstehen.

Indikationen zur Bestimmung der D-Dimere: Diagnose einer DIC (disseminierte intravasale Gerinnung bzw. Verbrauchskoagulopathie - DD meist stark erhöht).
Ausschluss von Thrombosen/Embolien: Das Überschreiten eines Reagenz-spezifischen cut-off-Werts schließt eine Thrombose/ Embolie nicht aus; anderfalls ist eine Thrombose sehr unwahrscheinlich - der absolute Wert der gemessenen D-Dimere ist bei dieser Fragestellung nicht relevant; der cut-off-Wert bezieht sich nur auf Patienten ohne wesentliche Begleiterkrankung und ohne gerinnungshemmende Therapie.
Nachweis einer latenten Gerinnungsaktivierung (z.B. während und nach dem Absetzen einer gerinnungshemmenden Therapie).
Die D-Dimer-Bestimmung kann auch zur Differentialdiagnose zwischen Aortendissektion/Aortenaneurysma (stark erhöht) und akutem Koronarsyndrom (normal bis leicht erhöht) eingesetzt werden. Erhöhte D-Dimere finden sich außerdem bei einer Reihe anderer Erkrankungen, wie hepatogener Koagulopathie, Entzündungen, Tumoren, Abstoßungskrisen, beim Vorhandensein größerer Hämatome, intra- und postoperativ und bei einer fibrinolytischen Therapie (leicht erhöhte Werte bereits durch körperliche Aktivität vor der Blutentnahme möglich). Die Beurteilung erhöhter D-Dimere muss daher immer im Kontext der übrigen Laborbefunde und der klinischen Diagnosen erfolgen.
Besonderheiten des von uns angewendeten Reagenzes: Negativ prädiktiver Wert >= 99%

Probenannahme

Rund um die Uhr.

Resultatmitteilung

Am gleichen Tag.

Personal- und Sachmittelaufwand

+/++

 

Kenngröße

Antithrombin (AT); ältere Bezeichnung: Antithrombin III

Methode

Das Antithrombin der Probe wird durch Heparin in einen Sofortinhibitor überführt und inaktiviert vorgelegten aktivierten Faktor X (Faktor Xa). Der verbleibende Rest-Xa wird photometrisch bestimmt und ist umgekehrt proportional zur AT-Aktivität.

Probenmaterial

Citratblut (1:10).

Messbereich

4 - 140% d.N.

Referenzbereich

70 - 130 % d.N.

Referenzbereich bei Kindern

 bis 24 h:  39 - 87%
 bis 5 Tage:  41 - 93%
 bis 30 Tage:  48 - 108%

Störfaktoren

Unter einer Heparin-Therapie kann es zu einem leichten bis mäßigen Verbrauch von Antithrombin kommen. Unter einer Therapie mit direkten oralen Faktor Xa-Inhibitoren können u.U. falsch hohe Werte gemessen werden. Fondaparinux (Arixtra®) führt in therapeutischer Dosierung nicht zu falsch hohen Werten.

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Angaben zum angeborenen Antithrombin-Mangel im Abschnitt "Thrombophilie". Ein erworbener Mangel kann auftreten durch eine gestörte Synthese (Lebererkrankungen, Asparaginase-Therapie), durch einen erhöhten Verlust (Blutung, nephrotisches Syndrom, entzündliche Darmerkrankungen) oder einen gesteigerten Umsatz (mäßig: intraoperativ, große Wundflächen, Heparintherapie; deutlich: akute DIC, unspezifische Proteolyse bei Sepsis). In der Kombination mit der Batroxobinzeit, den D-Dimeren und dem Faktor V dient die Bestimmung des Antithrombins vor allem zum Nachweis oder Ausschluss einer akuten DIC (Verbrauchskoagulopathie). Zu beachten ist, dass eine chronische DIC auch mit normalen Werten einhergehen kann. Antithrombin-Werte oberhalb des Normbereichs haben keinen Krankheitswert.

Probenannahme

Rund um die Uhr.

Resultatmitteilung

Am gleichen Tag.

Personal- und Sachmittelaufwand

+/++

Seitenanfang    Seite drucken


© Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Impressum
Letzte Änderung: Dr. Thomas Streichert, 17.09.2009