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Anforderungsschein Gerinnungsdiagnostik für UKE-externe Einsender [pdf, 200 kb]
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Unser Konzept der Gerinnungsdiagnostik in der Klinik basiert auf einem dreistufigen Schema:
Stufe 1: Basisdiagnostik (Gerinnungsstatus).
Sie umfasst Quick, PTT, TZ, Fibrinogen und die Thrombozytenzahl.
Mit dieser Testkombination lässt sich eine klinisch relevante Verminderung von Gerinnungsfaktoren, Fibrinogen und/oder Thrombozyten sowie eine Antikoagulation durch Heparin oder Cumarinderivate diagnostizieren bzw. überwachen. Bei einer manifesten DIC (disseminierte intravasale Gerinnung bzw. Verbrauchskoagulopathie) und/oder Hyperfibrinolyse liefert sie erste Hinweise auf diese Gerinnungsstörungen. Der Gerinnungsstatus erfasst jedoch keine Verminderung des Faktors XIII und keine Störung der primären Hämostase.
Für die Routinediagnostik, insbesondere auch zur Abklärung der OP-Fähigkeit bei negativer Blutungsanamnese, ist dieses Programm ausreichend. Bei anamnestischen oder klinischen Hinweisen auf eine Blutstillungsstörung sind jedoch spezielle Untersuchungen erforderlich.
Abgesehen von der Überwachung einer Therapie mit einem Cumarinderivat (Marcumar®, Coumadin®) ist es immer sinnvoll, sämtliche Parameter dieses Programms gemeinsam zu untersuchen, da nicht ein einzelner Wert, sondern die Befundkonstellation eine gerinnungsphysiologische Diagnose erlaubt. Auch bei der Anforderung einer Spezialdiagnostik sollte möglichst aus der gleichen Probe ein Gerinnungsstatus mitgemacht werden. Da die Basistests, im Gegensatz zu den meisten Spezialtests, im unverdünnten Plasma durchgeführt werden, können durch sie präanalytische Einfluss- und Störfaktoren besser erkannt und das Gesamtergebnis auf Plausibilität überprüft werden; ohne Gerinnungsstatus werden aus den Ergebnissen einzelner Spezialtests nicht selten falsche Schlüsse gezogen!
Nach unserer Auffassung ist das Fibrinogen ein essentieller Bestandteil einer Basis-Gerinnungsdiagnostik. Denn 1. ist das Fibrinogen das Substrat der Gerinnung; 2. sind die übrigen Parameter des Gerinnungsstatus, wenn sie pathologisch ausfallen, nur bei Kenntnis das Fibrinogens sinnvoll interpretierbar, und 3. weist ein plötzlicher Fibrinogenabfall sensitiver und spezifischer auf eine mögliche, ernsthafte akute Gerinnungsstörung hin als die übrigen 3 Parameter der Basis-Gerinnung (ein Labor-internes Warnsystem, das bei einem unerwartet niedrigen Fibrinogen weitere Maßnahmen einleitet, hat sich in der Praxis immer wieder bewährt). Da das Fibrinogen in der Routinediagnostik in ca. 95% der Fälle als abgeleitetes Fibrinogen aus der Reaktionskurve der Quickwert-Messung bestimmt und dadurch kein zusätzliches Material verbraucht wird, halten sich auch die Kosten für dieses Konzept in vertretbaren Grenzen.
Zur Vervollständigung des Gesamtbilds sollte auch die Thrombozytenzahl immer mitbestimmt werden. UKE-intern wird diese in der Regel aus einer EDTA-Blutprobe, zusammen mit einem kleinen Blutbild, im Hämatologie-Bereich des Zentrallabors angefordert.
Stufe 2: Erweitertes Screening.
Es umfasst Batroxobinzeit, D-Dimere, Antithrombin und, falls erforderlich auch den Faktor V als Zusatz zum Gerinnungsstatus.Stufe 3: Spezialanalytik.
Die Untersuchung von Einzelfaktoren, der physiologischen und pathologischen Inhibitoren, von Reaktionsprodukten (Aktivierungsmarkern) der Gerinnungs- bzw. Fibrinolyseaktivierung sowie Tests zur Erfassung der Thrombozytenfunktion ermöglichen die genauere Differenzierung einer mit der vorangegangenen Stufendiagnostik erfassten oder klinisch vermuteten Gerinnungsstörung.Indikation und Interpretation:
Die bei den einzelnen Tests angegebenen Hinweise zur Testindikation und zur Befundinterpretation berücksichtigen die wichtigsten Ursachen pathologischer Befunde. Naturgemäß ist in diesem Rahmen keine erschöpfende Behandlung aller differentialdiagnostischen Varianten und Besonderheiten möglich.