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U R I N - A N A L Y T I K

Telefonnummer für Rückfragen:  040-7410-53952

Analyten nach alphabetischer Reihenfolge:

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Allgemeines:

Als Screening - Untersuchung zur Diagnostik von Erkrankungen der Nieren und der ableitenden Harnwege bieten die Zentrallaboratorien die Urinuntersuchung mittels Multiparameter-Teststreifen an.

Testreifenuntersuchungen sind lediglich semiquantitativ. Eine mittels Teststreifen diagnostizierte Proteinurie sollte daher stets durch quantitative Methoden bestätigt werden. Eine differenzierte Bestimmung einiger, nach ihrer molekularen Größe ausgewählter, Einzelproteine läßt Rückschlüsse auf die Herkunft (prärenal, glomerulär, tubulär, postrenal) der Proteinurie zu. Die beste quantitative Aussage lässt sich mit 24 h - Sammelurin treffen, da Spontanurin stets unterschiedlich stark konzentriert ist.

Bei positivem Ausfall der Teststreifen-Felder für Hämoglobin, Leukozyten, Nitrit, pH > 7 oder Protein führen wir, sofern von Ihnen angefordert, die Urinsediment-Untersuchung durch. Das Auftreten von Zylindern und deren Einschlüssen (z.B. Erythrozyten, Leukozyten) beweist die tubuläre Herkunft. Ebenso lassen sich anhand der Eryhtrozytenmorphologie Hinweise auf deren Herkunft gewinnen. Durch die Glomeruli gepresste Eryhtrozyten können "dysmorphe" Formen annehmen, während postglomerulär in den Harn gelangte Erythrozyten stets "eumorph" sind.

Bitte schicken Sie zur Sediment- Untersuchung stets frischen Urin ( nicht älter als 2 Stunden), da die geformten Bestandteile des Urins durch osmotischen Druck lysieren oder Formveränderungen annehmen können.

A:

Kenngröße ALPHA 2- MAKROGLOBULIN
Probenmaterial 2. Morgenurin
Patientenvorbereitung
Referenzbereich

10 mg/g Kreatinin

Störfaktoren keine
Hinweise zu Indikation und Beurteilung Zusammen mit der IgG-Ausscheidung wird eine Differenzierung einer Hämaturie in glomerulär und postrenal ermöglicht.
Probenannahme Zentrallaboratorien 8-13 Uhr
Resultatmitteilung Bei Probeneingang bis 12 Uhr am gleichen, sonst am nächsten Werktag
Personal- und Sachmittelaufwand ++
Kenngröße AMYLASE (Gesamt- Amylase)
PANKREASSPEZIFISCHE AMYLASE

B:

C:

Kenngröße CALCIUM
IONISIERTES CALCIUM

 

Kenngröße CHLORID

D:

Kenngröße DELTA-AMINOLÄVULINSÄURE
Probenmaterial Urin (24-Std.-Sammelurin, bei 4 - 8°C gesammelt),
in Ausnahmefällen Spontanurin.
Methode  
Referenzbereich

siehe Befund des auswärtigen Labors

Einflußgrößen und Störfaktoren

Falsch erhöhte Werte durch: Aminoketone, Chlorpromazin- und a-Methyldopa-Medikation.

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Die Analyse sollte immer aus Sammelurin erfolgen.
Nur in dringenden Fällen (Differentialdiagnose des akuten Abdomens) kann die Analyse auch aus einer Spontanurinprobe vorgenommen werden.
Sehr hohe Werte (>300µmol/24 Std.): klinische Manifestationsphase akuter hepatischer Porphyrien und akuter Bleivergiftungen.
Hohe Werte (bis 300µmol/24 Std.): Remissionsphase akuter hepatischer Porphyrien, chronische Bleivergiftungen.
Leichte Erhöhungen: Alkoholabusus, chronisch hepatische Porphyrie, Leberschäden, Gravidität.
Eine isolierte Bestimmung von d-ALA im Urin ist nur von begrenztem Wert. Eine diagnostisch relevante Bewertung der d-ALA-Ausscheidung kann nur im Rahmen der Beurteilung eines Befundprofils der Hämsynthesemetabolite erfolgen, da nicht nur die Höhe, sondern auch die Relation zueinander diagnostisch wegweisend ist.

Probenannahme Zentrallaboratorien Mo-Fr 8-13 Uhr   
Resultatmitteilung Innerhalb einer Woche 
Personal- und Sachmittelaufwand Diese Untersuchung wird in externem akkreditiertem Labor durchgeführt.

E:

Kenngröße EINZELPROTEINE im Urin
Probenmaterial Sammelurin (24 Std.), Spontanurin
Patientenvorbereitung:

Für die Bestimmung eignen sich frische 24 Stunden- Sammelurinproben. Diese dürfen nicht tiefgefroren werden und sind grundsätzlichunverzüglich im Labor zu verarbeiten. Für die Quantifizierung der Leichtkettenausscheidung wird die Vorlage von 0,5 g Natriumazid zur Verhinderung einer Degradation durch Bakterien empfohlen.

Methode Nephelometrie
Referenzbereich

Sammelurin:

Albumin: bis 40 mg/24 Std.
IgG:  bis 17 mg/24 Std.
alpha1-Mikroglobulin:  bis 15 mg/24 Std.
Ig-Leichtketten Typ kappa:  bis 4.2 mg/24 Std.
Ig-Leichtketten Typ lambda: bis 4.2 mg/24 Std.
Transferrin: bis 2,4 mg/l

Spontanurin (2.Morgenurin):

 

 

 Albumin bis 20 mg/g Kreatinin
 alpha 1-Mikroglobulin:  
18 - 40 Jahre: bis 11 mg/g Kreatinin
 über 40 Jahre: bis 19 mg/g Kreatinin
 IgG bis 10 mg/g Kreatinin
 alpha 2-Makroglobulin bis 10 mg/g Kreatinin
Falls eine Befundung gewünscht wird, bitte 2.  Morgenurin einsenden.
Einflußgrößen und Störfaktoren

Mikrobielle Kontamination

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Albumin i.U. (MW 60 KD) gibt Auskunft über die Integrität der Glomerulum-Membran; bei erhöhter Durchlässigkeit für Albumin ist IgG (MW 150 KD) ein Maß für die Selektivität einer glomerulären Proteinurie. Die Erhöhung des alpha1-Mikroglobulins weist auf einen tubulär-renalen Defekt bzw. eine Erschöpfung der tubulären Rückresorptionskapazität für Proteine hin. Indikation für Ig-Leichtketten (MW 22 KD) ist der Verdacht auf ein Leichtkettenplasmozytom bzw. dessen Verlaufskontrolle; eine Erhöhung tritt aber auch bei tubulärer Proteinurie auf. 

Probenannahme Mo. - Fr. 8-13 Uhr
Resultatmitteilung Bei Probeneingang bis 13 Uhr am gleichen, sonst am nächsten Werktag.
Personal- und Sachmittelaufwand ++

F:

G:

Kenngröße GLUCOSE

H:

Kenngröße HARNSÄURE

 

Kenngröße HARNSTOFF-N

 

Kenngröße HÖSCH-TEST

I:

J:

K:

Kenngröße KALIUM

 

Kenngröße KREATININ

 

Kenngröße KREATININ-CLEARANCE

L:

M:

Kenngröße MAGNESIUM

N:

Kenngröße NATRIUM

O:

P:

PORPHYRIE-DIAGNOSTIK

Neben der Klassifizierung in erythropoetische und hepatische werden die Porphyrien in akute und chronische eingeteilt:

Akute Porphyrien: - Akute intermittierende Porphyrie
(Hauptsymptom: abdominelle Koliken) - Porphyria variegata
  - Hereditäre Coproporphyrie

- Defekt-Porphyrie
Chronische Porphyrien: - Kongenitale erythropoetische Porphyrie
(Hauptsymptom: Lichtsensibilität) - Erythropoetische Protoporphyrie

- Porphyria cutanea tarda

- Hepatoerythrop. Porphyrie


Die Bleivergiftung ist wegen der klinischen Symptomatik und den pathobiochemischen Folgen den akuten Porphyrien zuzuordnen.
Generell erfolgt bei akuten Porphyrien die Induktion des geschwindigkeitsbestimmenden Enzyms der Hämbiosynthesekette, der d-Aminolävulinsäuresynthase, mit der metabolischen Konsequenz des Porphyrinvorläufer-Anstiegs (Porphobilinogen (PBL), d-Aminolävulinsäure (d-ALA)). Bei den chronischen Formen hingegen kommt es nicht zu einer ausgeprägten Dysregulation und die biochemischen Folgen sind nicht an einen Anstieg der d-Aminolävulinsäuresynthase gebunden. Zur Diagnose der erythropoetischen Formen sind Analysen in Erythrozyten und Plasma (wird nicht in unserem Labor durchgeführt), zur Diagnostik der hepatischen Porphyrien und der Bleivergiftung die Bestimmung im Urin vorrangig. Die notfallmedizinisch relevanten akuten Formen werden durch den Nachweis der Porphyrinvorläufer und Porphyrine im Urin detektiert. Im Notfall reicht der Nachweis von Porphobilinogen aus einer Spontanurinprobe über halbquantitative Suchtests (siehe Hösch-Test), um bei der Differentialdiagnose des akuten Abdomens den Verdacht einer akuten Porphyrie zu erhärten. Wegen möglicher Störfaktoren sollte jedoch immer eine quantitative Bestimmung der Porphyrinvorläufer und Porphyrine aus 24 Std.-Sammelurin folgen. Im akuten Syndrom findet man eine analoge Konstellation der Vorläufer und Porphyrine im Urin, während in der Latenzphase die Vorläufer und Porphyrine bei den verschiedenen Porphyrien ein unterschiedliches Verhalten zeigen und somit eine Differenzierung zulassen:



d-ALA PBG Porphyrine



Akute intermittierende Porphyrie

Akutphase ++ ++ ++

>300µmol/24Std. >100µmol/24Std. 150nmol-
20µmol/24Std.




Latenzphase meist normal stärker erhöht Abfall bis auf 1


als d-ALA - 5µmol/24Std.




Bleivergiftung


akut ++ + ++

>300µmol/24Std. 7,5-40µmol/24Std. 150nmol-
20µmol/24Std.




chronisch + normal +




Porphyria variegata


Akutphase + + ++



150nmol-
20µmol/24Std.




Latenzphase normal normal normal

Die Porphyrin- und Vorläuferausscheidung geht schneller zurück als bei der akuten intermittierenden Porphyrie.




Hereditäre Coproporphyrie

Akutphase + + ++



150nmol-
20µmol/24Std.




Latenzphase normal normal normal

Die Porphyrin- und Vorläuferausscheidung geht schneller zurück als bei der akuten intermittierenden Porphyrie.

 

 

Kenngröße PORPHOBILINOGEN
Probenmaterial Urin (24-Std.-Sammelurin, bei 4 - 8°C gesammelt), in Ausnahmefällen Spontanurin.
Methode  
Referenzbereich

siehe Befund des auswärtigen Labors

Einflußgrößen und Störfaktoren

Falsch positive Werte können durch Phenothiazin, Aminoketone, Chlorpromazin und a-Methyldopa verursacht werden.

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Sehr hohe Werte (>100 µmol/24 Std.): 

  • Klinische Manifestation einer akuten Porphyrie.

Erhöhung > 40 µmol/24 Std.: 

  • akute Bleiintoxikation.

Erhöhung > 20 µmol/24 Std.: 

  • Anämie, Alkoholismus.

Keine Erhöhung bei chron. Bleivergiftungen und chron. Porphyrien (s. Porphyrie-Diagnostik).

Probenannahme Zentrallaboratorien Mo-Fr 8-13 Uhr  
Resultatmitteilung Innerhalb einer Woche 
Personal- und Sachmittelaufwand Diese Untersuchung wird in externem akkreditiertem Labor durchgeführt.


 

Kenngröße PORPHYRINE
Probenmaterial Urin (24-Std.), bei 4°C bis 8°C lichtgeschützt gesammelt); bei V.a. akute Krise auch Spontanurin.
Methode  
Referenzbereich

siehe Befund des auswärtigen Labors

Einflußgrößen und Störfaktoren

Falsch positive Werte können durch Phenothiazin, Aminoketone, Chlorpromazin und a-Methyldopa verursacht werden.

Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Klinisch manifeste akute und chronische hepatische Porphyrien sowie die akute Bleivergiftung zeigen eine Erhöhung bis auf 20µmol/24 Std. Die Beurteilung der Gesamtporphyrine ohne Kenntnis der Vorläufer ist diagnostisch jedoch nicht ausreichend (s. Porphyrie-Diagnostik)

Probenannahme Zentrallaboratorien Mo-Fr 8-13 Uhr
Resultatmitteilung Innerhalb einer Woche     
Personal- und Sachmittelaufwand Diese Untersuchung wird in externem akkreditiertem Labor durchgeführt.

 

Kenngröße PHOSPHAT (anorganisch)

 

Kenngröße PHOSPHAT-CLEARANCE

Q:

R:

S:

T:

Kenngröße TESTSTREIFEN - UNTERSUCHUNG 
Probenmaterial 10 ml Urin
Patientenvorbereitung und Probenentnahme Mittelstrahlurin, nicht älter als 2 Stunden
Referenzbereich
Störfaktoren zahlreich, von den einzelnen Testfeldern abhängig
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

Leukozyten:

Infektionen und andere Entzündungen der Nieren und der ableitenden Harnwege (insbesondere Pyelonephritis, Cystitis).

Erythrozyten/Hämoglobin:

prärenale, glomeruläre und postrenale Hämaturie, insbesondere: Tumoren der ableitenden Harnwege, Nierensteine, Pyelonephritis, Cystitis, Hämolyse, Myoglobinurie.

Nitrit:

Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege durch nitrit-bildende Bakterien (z.B. E.coli).

Ein negativer Nitrit-Nachweis schließt eine bakterielle Infektion nicht aus, ein positiver Nachweis ist nach Ausschluss von Störfaktoren und bei Verwendung von frischem Urin beweisend für eine Infektion.

Protein:

Cave:

der Teststreifen ist mit einer unteren Nachweisgrenze von 20 mg/dl zu unsensitiv, um eine Mikroalbuminurie nachzuweisen.

Bence-Jones-Proteine werden nicht erfasst

Glukose:

Diabetes mellitus

Ketone:

Diabetes mellitus, Ketoazidose, katabole Stoffwechsellage nach Fasten.

Urobilinogen:

Urobilinogen entsteht im Darm aus Bilirubin und gelangt durch Resorption in den enterohepatischen Kreislauf. In der Leber wird es weiter abgebaut und mit der Galle ausgeschieden.

Geringe Mengen Urobilinogen sind also physiologischerweise in Blut und Urin vorhanden.

Urobilinogen fehlt im Urin bei komplettem Verschluss der ableitenden Gallengänge.

Es tritt in erhöhten Konzentrationen im Blut und Urin auf bei eingeschränkter (Hepatitis, Zirrhose u.a.) oder überlasteter (Hämolyse, vermehrte Urobilinigenbildung im Darm bei Obstipation u.a. )Funktionskapazität der Leber.

Insbesondere ist Urobilinogen im Urin häufig bei der Virushepatitis positiv, auch wenn der Ikterus fehlt.

Bilirubin:

Der Harn des Gesunden ist frei von Bilirubin.

Eine Bilirubinausscheidung findet sich bei intra-und extrahepatischem Verschlußikterus, sowie bei Parenchymikterus. An Albumin gebundenes Bilirubin kann nicht renal filtriert werden. Nur das wasserlösliche Bilirubindiglucuronid gelangt in den Harn.

pH:

Abhängig vom aktuellen Säure-Basen -Haushalt, i.d.R. sauer bei Fleischnahrung, alkalisch bei pflanzlicher Kost. Harnwegsinfekte können einen alkalischen Harn bewirken.

spezifisches Gewicht (Dichte):

gibt Hinweise über den Hydratisierungszustand des Organismus und Konzentrierungsvermögen der Nieren.

Unter Zuhilfenahme dieses Testfeldes lassen sich andere Testfelder besser beurteilen. Bei gering-konzentriertem Urin können die anderen Testfelder falsch-negativ ausfallen.

 

Probenannahme täglich rund um die Uhr
Resultatmitteilung innerhalb von 2 Stunden nach Probeneingang
Personal- und Sachmittelaufwand

 +

 

U:

Kenngröße URINSEDIMENT
Probenmaterial 10 ml Urin
Patientenvorbereitung und Probenentnahme sauber gewonnener Mittelstrahlurin, nicht älter als 2 Stunden
Referenzbereich siehe bei den einzelnen Bestandteilen
Störfaktoren ausfallende Harnsäurekristalle (sog. "Ziegelmehlsediment"), Lyse und morphologische Veränderungen von Zylindern und Zellen durch zu langes Stehen oder Hypo/Hyper-Osmolarität.
Hinweise zu Indikation und Beurteilung

(allgemeine Vorbemerkungen zur Urindiagnostik finden Sie hier)

Die Ergebnisse einer Urinsediment- Untersuchung sind semiquantitativ, da schon abhängig von der Urin-Konzentration und Verweildauer in der Blase.

HPF: high power field (Gesichtsfeld bei 400-facher Vergrößerung)

LPF: low power field (Gesichtsfeld bei 100-facher Vergrößerung)

Leukozyten:

Referenzbereich:
Männer: 0-1 / HPF
Frauen:  0-5 / HPF

erhöht bei Entzündungen der Nieren und ableitenden Harnwegen, insbesondere bei Pyelonephritis.

Erythrozyten:

Referenzbereich: 0-1 /HPF

erhöht bei renaler und postrenaler Hämaturie.

bei glomerulärer Hämaturie kann man dysmorphe Eryhtrozyten beobachten. Die Formveränderung entsteht beim Durchtritt durch die glomeruläre Basalmembran.

Eine Sonderform der dysmorphen Eryhtrozyten ist der Akanthozyt. Beträgt der Anteil an Akanthozyten mehr als 5 % aller Erythrozyten im Sediment, liegt die diagnostische Spezifität für eine Glomerulonephritis bei 95 %. Die Sensitivität ist leider nicht so hoch, d.h. es gibt auch glomeruläre Hämaturien ohne Akanthozyten.

Bakterien:

Referenzbereich: negativ

Eine geringe, im Sediment diagnostizierte Bakteriurie ist meistens auf Kontamination zurückzuführen und ist kein Zeichen für einen Harnwegsinfekt.

Eine fehlende Bakteriurie schließt einen Harnwegsinfekt nicht aus (insbesondere bei chronischen Infekten)

Entscheidender für die Infektions-Diagnostik ist der Nachweis einer Leukozyturie.

Bei Frauen ist im Spontanurin in bis zu 30 % mit einem positiven Leukozytennachweis aufgrund von Kontamination mit Leukozyten aus dem Vaginalsekret zu rechnen.

 

Pilze:

Referenzbereich: negativ

Signifikante Zylinder:

Referenzbereich: negativ /LPF

Die einzigen Zylinder, die man gelegentlich auch beim Gesunden beobachtet, sind hyaline Zylinder.

Zelleinschlüsse in die Grundsubstanz aus Tamm-Horsfall-Protein (Nierenepithel, Erythrozyten, Leukozyten) beweisen die renale Herkunft dieser Zellen.

Signifikante Kristalle:

Referenzbereich: negativ

Die wenigsten Kristalle haben eine diagnostische Bedeutung. Häufig findet sich das sog. Ziegelmehlsediment, welches nach Zentrifugation schon makroskopisch sichtbaren rötlichen Bodensatz aus Urat-Kristallen auffällt. Das Entstehen wird durch sauren Harn begünstigt.

Diagnostisch bedeutsam sind lediglich Leucin und Tyrosin-Kristalle bei schwerem Leberparenchym-Schaden.

Cystinkristalle findet man bei der sehr seltenen angeborenen Cystinurie.

Epithelien:

Referenzbereich: vereinzelt

Zumeist handelt es sich um Plattenepithelzellen aus der Urethra und des Genitale. Ein vermehrtes Auftreten von Plattenepithelien hat keine diagnostische Bedeutung sondern spricht gegen sauber gewonnenen Mittelstrahlurin.

Übergangsepithelien werden vermehrt bei Harnwegsinfektionen gefunden.

Tubulusepithelien finden sich nur bei Tubulusnekrosen (z.B. toxisch) und in der polyurischen Phase nach einem Nierenversagen.

Probenannahme täglich bis 14:00
Resultatmitteilung am gleichen Tag
Personal- und Sachmittelaufwand

 +++

 

V:

W:

X:

Y:

Z:

** Referenzbereiche aus Literaturangaben werden vom Zentrallabor nicht zur medizinischen Validation herangezogen und erscheinen nicht auf den Befunden. Für die Richtigkeit dieser Angaben wird keine Haftung übernommen.
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© Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Impressum
Letzte Änderung: Dr. Thomas Streichert, 09.08.2011