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(allgemeine Vorbemerkungen zur Urindiagnostik finden Sie hier)
Die Ergebnisse einer Urinsediment- Untersuchung sind semiquantitativ, da schon abhängig von der Urin-Konzentration und Verweildauer in der Blase.
HPF: high power field (Gesichtsfeld bei 400-facher Vergrößerung)
LPF: low power field (Gesichtsfeld bei 100-facher Vergrößerung)
Leukozyten:
Referenzbereich: Männer: 0-1 / HPF Frauen: 0-5 / HPF
erhöht bei Entzündungen der Nieren und ableitenden Harnwegen, insbesondere bei Pyelonephritis.
Erythrozyten:
Referenzbereich: 0-1 /HPF
erhöht bei renaler und postrenaler Hämaturie.
bei glomerulärer Hämaturie kann man dysmorphe Eryhtrozyten beobachten. Die Formveränderung entsteht beim Durchtritt durch die glomeruläre Basalmembran.
Eine Sonderform der dysmorphen Eryhtrozyten ist der Akanthozyt. Beträgt der Anteil an Akanthozyten mehr als 5 % aller Erythrozyten im Sediment, liegt die diagnostische Spezifität für eine Glomerulonephritis bei 95 %. Die Sensitivität ist leider nicht so hoch, d.h. es gibt auch glomeruläre Hämaturien ohne Akanthozyten.
Bakterien:
Referenzbereich: negativ
Eine geringe, im Sediment diagnostizierte Bakteriurie ist meistens auf Kontamination zurückzuführen und ist kein Zeichen für einen Harnwegsinfekt.
Eine fehlende Bakteriurie schließt einen Harnwegsinfekt nicht aus (insbesondere bei chronischen Infekten)
Entscheidender für die Infektions-Diagnostik ist der Nachweis einer Leukozyturie.
Bei Frauen ist im Spontanurin in bis zu 30 % mit einem positiven Leukozytennachweis aufgrund von Kontamination mit Leukozyten aus dem Vaginalsekret zu rechnen.
Pilze:
Referenzbereich: negativ
Signifikante Zylinder:
Referenzbereich: negativ /LPF
Die einzigen Zylinder, die man gelegentlich auch beim Gesunden beobachtet, sind hyaline Zylinder.
Zelleinschlüsse in die Grundsubstanz aus Tamm-Horsfall-Protein (Nierenepithel, Erythrozyten, Leukozyten) beweisen die renale Herkunft dieser Zellen.
Signifikante Kristalle:
Referenzbereich: negativ
Die wenigsten Kristalle haben eine diagnostische Bedeutung. Häufig findet sich das sog. Ziegelmehlsediment, welches nach Zentrifugation schon makroskopisch sichtbaren rötlichen Bodensatz aus Urat-Kristallen auffällt. Das Entstehen wird durch sauren Harn begünstigt.
Diagnostisch bedeutsam sind lediglich Leucin und Tyrosin-Kristalle bei schwerem Leberparenchym-Schaden.
Cystinkristalle findet man bei der sehr seltenen angeborenen Cystinurie.
Epithelien:
Referenzbereich: vereinzelt
Zumeist handelt es sich um Plattenepithelzellen aus der Urethra und des Genitale. Ein vermehrtes Auftreten von Plattenepithelien hat keine diagnostische Bedeutung sondern spricht gegen sauber gewonnenen Mittelstrahlurin.
Übergangsepithelien werden vermehrt bei Harnwegsinfektionen gefunden.
Tubulusepithelien finden sich nur bei Tubulusnekrosen (z.B. toxisch) und in der polyurischen Phase nach einem Nierenversagen. |