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Das klinische Bild
Die Hidrotische Ektodermale Dysplasie 2 (HED2; OMIM #300291), auch bekannt unter dem Namen Clouston-Syndrom, wird autosomal-dominant vererbt und ist klinisch v.a. durch die Trias Nageldystrophie, Hypotrichose und Hyperkeratose der Hand- und Fußflächen charakterisiert. Desweiteren werden bei den Patienten verschiedene fakultative Symptome wie verdickte Endphalangen der Finger und eine Hyperpigmentierung der Haut, besonders über Gelenken und Knochenvorsprüngen, beobachtet. Im Gegensatz zu Patienten mit der X-chromosomal erblichen Hypohidrotischen Ektodermalen Dysplasie sind bei von der HED2 Betroffenen die Zähne zumeist nicht verändert und sie können normal schwitzen.
Die Prävalenz der HED2 wird auf etwa 1:100 000 geschätzt. Die Penetranz der Erkrankung ist vollständig, wobei die Expressivität sehr variabel ist, selbst bei intrafamiliären Fällen. Typisch sind v.a. die Nagelveränderungen, die schon bei Geburt oder im frühen Neugeborenenalter vorhanden sein können: die Nägel sind verdickt, brüchig, oft hyperkonvex, verfärbt und gestreift und wachsen langsam. Zusätzliche Symptome sind Mikroonychie, Onycholyse und rezidivierende Paronychien mit Verlust der Nägel. Die Haare der Patienten sind zumeist schon im Kindesalter spärlich, fein und brüchig. Durch voranschreitenden Haarverlust kommt es bei einem Teil der Patienten bereits in der Pubertät zur vollständigen Alopezie. Auch Augenbrauen, Wimpern, Scham-, Achsel- und sonstige Körperhaare können auffällig sein. Sofern eine palmoplantare Hyperkeratose vorhanden ist, beginnt sie meist in der Kindheit und neigt mit fortschreitendem Alter zur Verschlechterung. Die Lebenserwartung der Patienten ist nicht eingeschränkt.
Genetik
Ursächlich für die HED2 sind heterozygote Mutationen des GJB6-Gens (13q12), welches für das Gap-Junction-Protein Connexin-30 (Cx30) kodiert. GJB6-Mutationen können zudem zu allelischen Erkrankungen, darunter der autosomal-dominant vererbten Form der nicht-syndromalen, progredienten Schwerhörigkeit (OMIM #601544) führen. Bei Patienten mit der HED2 machen die drei GJB6-Mutationen p.G11R, p.V37E und p.A88V, die sich alle im Exon 3 des Gens befinden, nahezu 100% der Krankheitsallele aus.
Diagnostik
Für die durch unser Labor angebotene molekulargenetische Diagnostik werden 3-5 ml EDTA-Blut benötigt. Unsere Untersuchung beinhaltet eine Mutationsanalyse der Kodierregion (in Exon 3) von GJB6 mittels SSCP-Analyse und/oder direkter Sequenzierung.