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Das klinische Bild
Beim Costello-Syndrom (OMIM #218040) handelt es sich um ein sehr seltenes Fehlbildungssyndrom, das durch postnatale Gedeihstörung, relativ grobe Gesichtszüge, relativen Makrozephalus, wenige und lockige Haare, Kleinwuchs, Hautauffälligkeiten, angeborene Herzdefekte und mentale Retardierung gekennzeichnet ist. Die Neugeborenen weisen ein eher erhöhtes Geburtsgewicht auf, dem oft eine schwere postnatale Gedeihstörung mit Fütterungsproblemen folgt. Als wesentliche faziale Merkmale gelten eine hohe Stirn, lockiges Haar, tief ansetzende Ohren, ein flacher Nasenrücken, volle Lippen und ein großer Mund, die insgesamt den für das Costello-Syndrom typischen „groben“ Gesichtsausdruck ergeben. Die wichtigsten Hautmerkmale sind die tiefen palmaren und plantaren Furchen sowie die weiche und redundante Haut. Ein erst im späteren Alter auftretendes Charakteristikum sind die Papillomata, welche vor allem im Gesichtsbereich, aber auch an anderen Körperstellen zu finden sind. Kongenitale Herzfehler sind bei Patienten mit Costello-Syndrom häufig, dazu gehören eine Pulmonalklappenstenose, ein Ventrikelseptumdefekt und eine hypertrophe Kardiomyopathie. Kinder mit Costello-Syndrom und einer nachgewiesenen HRAS-Mutation (siehe unten) haben ein erhöhtes Risiko, einen Tumor zu entwickeln. Dazu zählen benigne Tumoren ektodermalen Ursprungs, wie z.B. die o.e. Papillomata, jedoch auch die Entwicklung maligner Tumoren, wobei das Rhabdomyosarkom der am häufigsten vorkommende Tumor ist.
Genetik
Dem Costello-Syndrom liegen in der Mehrzahl der Fälle (>90%) heterozygote de novo Mutationen im HRAS-Gen zugrunde. Dabei handelt es sich fast ausschliesslich um Missense-Mutationen, die das Kodon 12 oder 13 betreffen, und zu einem Funktionsgewinn des vom HRAS-Gen kodierten Proteins führen.
Diagnostik
Für eine molekulargenetische Diagnostik werden 3-5 ml EDTA-Blut benötigt, sollte es sich um eine Diagnostik bei Neugeborenen handeln, kann auch weniger Blut geschickt werden. Da es zwischen dem Costello- und dem CFC-Syndrom einige phänotypische Überschneidungen gibt, helfen Fotos des Gesichts des Patienten/der Patientin sowie eine kurze Zusammenfassung des klinischen Bildes bei der Planung einer weiterführenden molekulargenetischen Diagnostik sehr, wenn keine Mutation in HRAS gefunden wurde.