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Das klinische Bild
Beim kardialen-fazialen-kutanen (CFC) Syndrom (OMIM #115150) handelt es sich um ein sehr seltenes Fehlbildungssyndrom, das durch eine charakteristische Fazies, Kleinwuchs, Hautauffälligkeiten, angeborene Herzdefekte, Entwicklungsverzögerung, vor allem die Sprache und Motorik betreffend, und mentale Retardierung gekennzeichnet ist. Patienten mit CFC-Syndrom zeigen oftmals die typischen Gesichtszügen mit hoher Stirn, nach oben-unten abfallenden Lidachsen, bitemporaler Konstriktion, kurzer Nase mit flachem Nasenrücken, niedrigem Ohransatz und insgesamt nach hinten rotierten Ohren, Hypertelorismus und Ptosis. Ebenso weisen sie häufig einen relativen Makrozephalus auf. Hinzu kommen ektodermale Auffälligkeiten wie spärliche, langsam wachsende und lockige Haare, wenig ausgeprägte oder nicht vorhandene Wimpern und Augenbrauen, Ichthyosis, Hyperkeratosis, generalisierte Hyperpigmentierung, dehnbare und redundante Haut mit tiefen palmaren und plantaren Furchen sowie Wachstumsverzögerung der Nägel. Zu den angeborenen Herzdefekten gehören Pulmonalklappenstenose, Vorhofseptumdefekt und hypertrophe Kardiomyopathie.
Genetik
Das CFC-Syndrom ist genetisch heterogen. Bisher wurden heterozygote de novo Mutationen in vier verschiedenen Genen, BRAF, MAP2K1 (MEK1), MAP2K2 (MEK2) und KRAS, bei Patienten mit CFC-Syndrom beschrieben. Bei den bisher beschriebenen Mutationen handelt es sich ausschliesslich um Missense-Mutationen, die in bestimmten Exons der Gene gehäuft vorkommen und evolutionär konservierte Aminosäuren betreffen. Unter den mutationspositiven Patienten mit CFC-Syndrom weist die Mehrzahl (~70%) eine heterozygote Mutation im BRAF-Gen auf. Mutationen in MAP2K1/2 finden sich am zweithäufigsten (~20%), und KRAS ist am seltensten mutiert (~10%). Bisher wird davon ausgegangen, dass die Mutationen zu einem Funktionsgewinn der betreffenden Proteine führen, so dass Störungen innerhalb des RAS-MAPK-Signalwegs mit dem CFC-Syndrom assoziiert sind.
Diagnostik
Für eine molekulargenetische Diagnostik werden 3-5 ml EDTA-Blut benötigt, sollte es sich um eine Diagnostik bei Neugeborenen handeln, kann auch weniger Blut geschickt werden. Sehr hilfreich für die Abschätzung, in welcher Reihenfolge die Mutationsanalyse der vier Gene bei dem jeweiligen Patienten/der jeweiligen Patientin erfolgen soll, ist die Bereitstellung von Fotos des Gesichts des Patienten/der Patientin sowie eine kurze Zusammenfassung des klinischen Bildes, da es sowohl phänotypische Überschneidungen mit dem Costello- als auch mit dem Noonan-Syndrom gibt.