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Morbus Gaucher

Das klinische Bild

Der Morbus Gaucher (OMIM #230800, #230900, #231000, #608013) ist eine lysosomale Speichererkrankung, die auf eine Defizienz des Enzyms β-Glucozerebrosidase (GBA) zurückzuführen ist. Infolge des Enzymdefekts kommt es zu einer Speicherung der nicht oder partiell abgebauten Glucozerebroside überwiegend in den Lysosomen von Makrophagen. Zu den typischen klinischen Manifestationen können u.a. eine Hepatosplenomegalie, Anämie, Thrombozytopenie und Blutungsneigung, Knocheninfarkte, schmerzhafte Knochenkrisen sowie pathologische Frakturen gehören. Auch akut- oder chronisch-neuronopathische Verläufe werden beobachtet (ca. 10% der Fälle). Die Häufigkeit der Erkrankung wird auf 1:50.000 geschätzt. Therapeutische Optionen stellen die Enzymersatztherapie und Substratreduktionstherapie dar.

Genetik

Der Morbus Gaucher wird autosomal-rezessiv vererbt. Das GBA-Gen liegt auf dem langen Arm von Chromosom 1. Bisher sind mehr als 190 Mutationen im GBA-Gen identifiziert worden. Die Mutationen p.N370S, p.L444P, c.84insG, IVS2+1G>A sind für etwa 50-60% der Mutationen verantwortlich. Genotyp-Phänotyp Korrelationen sind beschrieben. Die Mutation p.L444P ist mit einem neuronopathischen Verlauf der Erkrankung assoziiert.

Diagnostik

Die biochemische Diagnostik erfolgt durch Nachweis einer Defizienz der β-Glucozerebrosidase in Leukozyten oder Fibroblasten. Für die durch unser Labor angebotene molekulargenetische Diagnostik werden 3-5 ml EDTA-Blut benötigt.

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Letzte Änderung: Odonell Roscher, 23.01.2008