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Das klinische Bild
Die Mucopolysaccharidose Typ III (MPS III, Morbus Sanfilippo; OMIM #252900, #252920) umfasst eine Gruppe klinisch nicht unterscheidbarer Erkrankungen, die aufgrund des jeweiligen Enzymdefektes in vier Subtypen unterteilt werden (MPS IIIA-D). Die MPS IIIA beruht auf einer Defizienz des Enzyms Sulfamidase, die MPS IIIB ist auf eine Defizienz der N-Acetyl-α-D-glucosaminidase zurückzuführen. Infolge der Enzymdefekte kommt es zu einer Speicherung des nicht oder partiell abgebauten Glykosaminoglykans (GAG) Heparansulfat und Chondroitinsulfat in den Lysosomen der Zellen und deren Ausscheidung im Urin. Das klinische Erscheinungsbild der Erkrankung ist variabel. Zu den typischen klinischen Manifestationen können u.a. Hyperaktivität, Aggressivität, Verhaltensauffälligkeiten, Schlafstörungen, vergröberte Gesichtszüge, ein Makrozephalus, eine Schwer-hörigkeit, Herzklappenverdickungen, eine variabel ausgeprägte Hepatospleno-megalie, eine Dysostosis multiplex, ein Kleinwuchs, Gelenkkontrakturen und eine psychomotorische Entwicklungsretardierung gehören. Die MPS III ist die häufigste Form der Mucopolysaccharidosen. Die Häufigkeit der Erkrankung wird auf 1:66.000 geschätzt. Bisher gibt es keine ursächliche Therapie für die MPS III.
Genetik
Die MPS III wird autosomal-rezessiv vererbt. Das SGSH-Gen (MPS IIIA) liegt auf dem langen Arm von Chromosom 17. Bisher sind mehr als 70 Mutationen im SGSH-Gen identifiziert worden. Genotyp-Phänotyp Korrelationen sind beschrieben. Das NAGLU-Gen (MPS IIIB) liegt ebenfalls auf dem langen Arm von Chromosom 17. Bisher sind mehr als 100 Mutationen im NAGLU-Gen identifiziert worden. Genotyp-Phänotyp Korrelationen konnten bisher nicht eindeutig identifiziert werden.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch Nachweis einer erhöhten Ausscheidung der Glykosaminoglykane Heparan- und Chondroitinsulfat im 12- oder 24-Stunden Sammelurin sowie Nachweis einer Defizienz der Sulfamidase bzw. N-Acetyl-α-D-glucosaminidase in Leukozyten/Serum oder Fibroblasten. Für die durch unser Labor angebotene molekulargenetische Diagnostik werden 3-5 ml EDTA-Blut benötigt.