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Das klinische Bild
Die Mucopolysaccharidose Typ I (MPS I; OMIM #607014, #607015, #607016) ist eine lysosomale Speichererkrankung, die auf eine Defizienz des Enzyms α-Iduronidase zurückzuführen ist. Infolge des Enzymdefekts kommt es zu einer Speicherung der nicht oder partiell abgebauten Glykosaminoglykane (GAG) Dermatansulfat und Heparansulfat in den Lysosomen der Zellen und deren Ausscheidung im Urin. Das klinische Erscheinungsbild der Erkrankung ist hochvariabel und reicht von schweren Verlaufsformen, welche bereits in den ersten Lebensjahren zum Tod führen können (Morbus Hurler) bis zu milderen Verläufen mit einer nahezu normalen Lebenserwartung (Morbus Scheie). Zu den typischen klinischen Manifestationen können u.a. vergröberte Gesichtszüge, ein Hydrozephalus, eine Corneatrübung, eine Schwerhörigkeit, Herzklappen-verdickungen, eine obstruktive und restriktive Atemwegserkrankung, eine Hepatosplenomegalie, eine Dysostosis multiplex, ein Kleinwuchs, Gelenk-kontrakturen und eine psychomotorische Entwicklungsretardierung gehören. Die Häufigkeit der Erkrankung wird auf 1:145.000 geschätzt. Therapeutische Optionen stellen die Enzymersatztherapie und Knochenmarktransplantation/hämatopoetische Stammzelltransplantation dar.
Genetik
Die MPS I wird autosomal-rezessiv vererbt. Das IDUA-Gen liegt auf dem kurzen Arm von Chromosom 4. Bisher sind mehr als 100 Mutationen im IDUA-Gen identifiziert worden. Die Nonsense-Mutationen W402X und Q70X sind für etwa 60% aller Mutationen. Genotyp-Phänotyp Korrelationen sind beschrieben.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch Nachweis einer erhöhten Ausscheidung der Glykosaminoglykane Heparan- und Dermatansulfat im 12- oder 24-Stunden Sammelurin sowie Nachweis einer Defizienz der α-Iduronidase in Leukozyten oder Fibroblasten. Für die durch unser Labor angebotene molekulargenetische Diagnostik werden 3-5 ml EDTA-Blut benötigt.