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Im Schwerpunkt Chronische Krankheiten und Multimorbidität wird die Entstehung und Entwicklung von mehreren chronischen Krankheiten zu Multimorbidität untersucht. Erforscht wird die Entwicklung im Längsschnitt, die Interaktion zwischen den einzelnen Krankheiten und Beschwerden, die subjektiven und objektiven Folgen für die Patienten sowie die Bedarfe und Ansprüche, die sich daraus an die Organisation der hausärztlichen Versorgung ergeben.
In diesem Schwerpunkt werden vier Projekte durchgeführt, die unter dem Acronxym MultiCare (multimorbidity in primary care) subsumiert sind und alle vom BMBF im Rahmen des Verbundes "Gesundheit im Alter" gefördert werden. Die Verbundstruktur wird auf der nachfolgenden Seite unter der Überschrift "Konsortium MultiCare" beschrieben.
Ferner werden einzelne chronische Krankheiten und Beschwerdebilder gesondert untersucht.
Die Projekte im Einzelnen:
Informationen zu abgeschlossenen Projekten finden Sie im Projektarchiv.
Eine Liste der Veröffentlichungen befindet sich im Publikationsverzeichnis.
Antragsteller und Projektleiter
Prof. Dr. med. Hendrik van den Bussche (Sprecher)
Institut für Allgemeinmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Tel.: +49 40 7410 2400; Fax: +49 40 7410 3681
E-mail: bussche@uke.uni-hamburg.de
Prof. Dr. phil. Monika Bullinger
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Tel.: +49 40 7410 2977; Fax: +49 40 7410 4940
E-mail: bullinger@uke.uni-hamburg.de
Prof. Dr. phil. Olaf von dem Knesebeck
Institut für Medizin-Soziologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Tel.: +49 40 7410 7849; Fax: +49 40 7410 4934
E-mail: o.knesebeck@uke.uni-hamburg.de
Prof. Dr. rer. pol. Karl Wegscheider
Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße. 52, 20246 Hamburg
Tel.: +49 40 7410 3652; Fax: +49 40 7410 4882
E-Mail: karl.wegscheider@t-online.de
Prof. Dr. med. Wolfgang Maier
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Str. 25, 53105 Bonn
Tel.: +49 228 287 57 22; Fax: +49 228 287 60 97
E-Mail: wolfgang.maier@ukb.un-bonn.de
Ziele des Konsortiums
Die Ziele des Konsortiums sind:
Zusammenfassung
Multimorbide Patienten werden vor allem in Hausarztpraxen behandelt. Das Konsortium hat eine umfassende Analyse von Multimorbidität in der primärärztlichen Versorgung zum Ziel (Projekte 1 und 2). Außerdem soll mit verschiedenen Interventionen die Qualität der Versorgung für diese Patienten verbessert werden (Projekte 3 und 4). Das Konsortium ist eine multidisziplinäre Kooperation aus vier Instituten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn. Sie repräsentieren die Disziplinen Allgemeinmedizin, medizinische Psychologie, medizinische Soziologie, Biometrie, Epidemiologie und Psychiatrie, die allesamt erforderlich sein werden, um die Komplexität des Phänomens Multimorbidität zu erfassen.
Das zentrale Projekt 1 besteht aus einer längsschnittlichen Kohortenstudie an multimorbiden Patienten mit einem Alter von 70 und höher, die zufällig aus hausärztlich versorgten Populationen ausgewählt werden. Die Untersuchung beruht einerseits auf umfassenden Interviews bei den Patienten zuhause, andererseits auf einer Datenerhebung bei den jeweiligen Hausärzten. Dieses Projekt ermöglicht die Identifikation von häufig vorliegenden spezifischen Multimorbiditätsmustern und die Beschreibung von Variablen, die mit diesen Mustern in Zusammenhang stehen, jeweils hinsichtlich der Entwicklung im Zeitverlauf sowie der Lebensqualität und subjektiven Belastung des Patienten. Daneben werden auch Behandlungsbedarfe, Inanspruchnahme von ärztlichen und pflegerischen Leistungen und Kosten der Versorgung analysiert.
Inanspruchnahme und Kosten von Gesundheitsleistungen sind ebenfalls zentrale Fragestellungen in Projekt 2, werden aber mit Hilfe einer anderen Datenbank untersucht. Es handelt sich hierbei um die Datenbank der "Gmünder ErsatzKasse" aus den Jahren 2004 bis 2009, die 70.000 Mitglieder in der Alterklasse 70 Jahre und älter umfasst. Diese längsschnittliche Sekundäranalyse wird es ermöglichen, die in Anspruch genommenen Leistungen und damit verbundenen Kosten innerhalb der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen in Deutschland zu quantifizieren. Diese Analysen werden einerseits für die häufigsten Multimorbiditätsmuster allgemein durchgeführt, andererseits vertiefend für Patienten mit chronischen Folgen eines Schlaganfalls und der damit verbundenen Komorbidität.
Bezogen auf die Auswertung der Inanspruchnahme bei Schlaganfallpatienten wird in Projekt 3 die Machbarkeit von verschiedenen Interventionen zur Verbesserung der ambulanten Behandlung von Patienten mit einem chronischen Schlaganfall evaluiert. Die Interventionen beinhalten Schulungen von Hausärzten, Assessments bei Hausbesuchen eines Case Managers, Beratungen durch Spezialisten der Neurologie und der Psychiatrie und einer Telefonhotline für die Hausärzte. Projekt 4 ist die Vorstudie einer radomisiert-kontrollierten Studie, mit der der Effekt einer regelmäßigen hausärztlichen Spezialsprechstunde für multimorbide Patienten untersucht wird. Hauptzielgrößen sind Symptombelastung sowie Inanspruchnahme und Kosten von Gesundheitsleistungen.
Kooperationspartner
Projekt 1
Projekt 2
Projekt 3
Projekt 4
Kooperierende Verbundprojekte in der BMBF-Ausschreibung "Gesundheit im Alter"