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| Laufzeit | 2008 - |
| Kontakt | Anne Barzel, Hendrik van den Bussche |
| Förderung | Eigenmittel |
Erste deutschlandweite Befragung von Physio- und Ergotherapeuten zur Berufssituation
Hintergrund und Zielsetzung
Die Ergebnisse einer postalischen Befragung von Hamburger Hausärzten, Physio- und Ergotherapeuten zur Versorgungssituation von Schlaganfallpatienten gaben Hinweise darauf, dass die Therapeuten neben der Anwendung konventioneller Therapieformen (z.B. Bobath) ihre eigenen Therapiekonzepte zur Versorgung von Schlaganfallpatienten haben und auch Aufgaben des Case Management wahrnehmen. Die Zusammenarbeit mit den Hausärzten ist ihnen wichtig, stellt sie aber oft nicht zufrieden.
Zur tiefergehenden Analyse dieser Befragungsergebnisse führten wir Fokusgruppendiskussionen mit Angehörigen der Berufsgruppen durch. Dabei zeigte sich neben neuen Therapieansätzen und dem Bemühen um evidenzbasierte Therapie auch ein neues Selbstverständnis der Physio- und Ergotherapeuten. Unklar ist bislang der Einfluss der Akademisierung der Berufe und der Diskussion des sog. Erstzugangs auf die weitere Entwicklung dieser Berufsgruppen. Wir kamen zu dem Fazit, dass wir zu wenig darüber wissen, was in den therapeutischen Berufen gedacht wird, welche Probleme den KollegInnen in den Berufen wirklich wichtig sind und wohin sich der Beruf ihrer Meinung nach entwickeln soll. Zur Beantwortung dieser Fragen führten wir eine erste deutschlandweite Befragung von Physio- und Ergotherapeuten durch.
Fragestellungen
Methodik
Ergebnisse
Die Verteilung der Fragebögen erfolgte von Mai bis Dezember 2008 als Beilage in den Fachzeitschriften physiopraxis und ergopraxis, auf Fach-Kongressen und Fortbildungsveranstaltungen sowie die über die Homepage des Instituts für Allgemeinmedizin. Von den über 3800 eingegangen Fragebögen sind insgesamt 3725 Fragebögen auszuwerten.
| Haufigkeit (n) | Prozentanteil (%) | |
| Physiotherapeuten | 2233 | 60 |
| Ergotherapeuten | 1273 | 34 |
| in anderem Bereich tatig | 69 | 2 |
| nicht erwerbstatig | 33 | 1 |
| keine Angabe | 117 | 3 |
| Gesamt | 3725 | 100 |
In der Patientenversorgung sind 54% aller befragten Therapeuten voll tätig, 40% zum Teil und 6 % gar nicht. 14% der Befragten haben einen akademischen Abschluss; 30% der "nicht akademisierten" möchten gerne studieren. Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit ihrer aktuellen beruflichen Situation geben beide Berufsgruppen im Mittel 67% an.
Erste Ergebnisse wurden bereits auf Fachkongressen präsentiert. Publikationen in den Fachzeitschriften beider Berufsgruppen sind in Vorbereitung. Weiterhin sollen die Ergebnisse Grundlage für die weitere Diskussion zur Entwicklung der therapeutischen Gesundheitsfachberufe bilden.
Kooperationspartner
Publikationen
Barzel A, Ketels G, Schön G, Haevernick K, Lang H, Link K, Netzband A, Trenkner S, Wagner B, van den Bussche H.
Erste deutschlandweite Befragung von Physio- und Ergotherapeuten zur Berufssituation - Teil 1: Profil der Teilnehmer (Basisdaten).
physioscience 2011; 7: 1-7