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| Home > Zentren > Zentrum für Psychosoziale Medizin > Institut für Allgemeinmedizin > Chronische Krankheiten und Multimorbidität > Der PSA-Test: Eine kritische Bestandsaufnahme

Chronische Krankheiten 5: Früherkennung des Prostatakarzinoms

Laufzeit Ab 01/06
Kontakt Hans-Hermann Dubben
Förderung Das Projekt wird von der Unna-Stiftung mit 5.000 Euro gefördert.

 

Hintergrund

Es gibt sehr viele Studien, aber keine valide Evidenz für oder gegen ein Prostatakrebs-Screening als Methode zur Früherkennung des Prostatakarzinoms. Ein Nutzen in Form reduzierter krankheitsspezifischer Mortalität ist nicht nachgewiesen. Nachteile durch Überdiagnosen sowie durch falsch-positive Testergebnisse und Biopsien sind bekannt. Da die krankheitsspezifische Mortalität sehr viel geringer als die Inzidenz von Neuerkrankungen ist und diejenigen, die an einem Prostatakarzinom sterben, überdurchschnittlich alt sind, ist ein Gesamtvorteil durch Früherkennung fraglich.

Trotz der mangelhaften Erkenntnislage sind Ärzte verpflichtet, ihre Patienten über das Krankheitsrisiko, über das Nutzen- und Schadenspotential von Früherkennung sowie über die Bedeutung eines positiven bzw. negativen Testergebnisses aufzuklären. Dafür braucht der Arzt Informationen, die verlässlich sind und für den Patienten verständlich.

 

Methode und Ziel

In diesem theoretischen und auf Literaturrecherche basierenden Projekt soll der etwaige Nutzen eines Prostatakarzinom-Screenings mittels PSA-Test eingeschätzt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen u.a. so präsentiert werden, dass sie für den Patienten verständlich sind.

 

Stand

Theoretische Betrachtungen zeigen, dass eine Reduzierung der prostatakrebs-spezifischen Mortalität um 25 Prozent in einer realistischen Studie nicht nachweisbar ist. Ebenso können etwaige erhebliche Nachteile, die die Gesamtsterblichkeit erhöhen würden, in einer Screening-Studie durchaus übersehen werden (Dubben: Basic considerations render prostate cancer screening trials unnecessary. Eingereicht bei Lancet, 2007). Diese negativ klingende Nachricht enthält drei positive Informationen: 1.) Das tatsächliche Risiko, an einem Prostatakarzinom zu versterben, ist deutlich geringer als das empfundene Risiko. Deshalb ist der Nachweis einer Reduzierung dieses Risikos auch so schwierig bzw. unter realen Bedingungen unmöglich, 2.) Publikationen, die einen Vorteil durch Prostatakarzinom-Screening behaupten, können getrost ungelesen bleiben und 3.) derartige Studien müssen auch nicht mehr durchgeführt werden.

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Letzte Änderung: Christian Piehl, 31.01.2008