Summary / Zusammenfassung
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Gerisch, B. Reihe Perspektiven, Bd. 9 1998, 285 Seiten, Broschur |
Zusammenfassung:
Ausgangspunkt dieses Buches ist die mehrjährige psychotherapeutische Erfahrung mit einer suizidalen Klientel und die Beobachtung, daß Frauen doppelt so häufig wie Männer Suizidversuche unternehmen, aber das Thema der weiblichen Suizidalität in kaum einer der suizidologischen Untersuchungen einer eigenständigen Betrachtung unterzogen wird. Vor diesem Hintergrund werden die klassischen, d.h. die epidemiologischen, medizinisch-psychiatrischen, soziologischen und psychoanalytischen Erklärungsmodelle der Suizidalität mittels einer tiefenhermeneutisch orientierten Textanalyse auf ihre impliziten und expliziten Erklärungsmuster zur weiblichen Suizidalität hin befragt. Dabei zeigt sich, daß die vermeintlich objektiven Fakten zum geschlechtsspezifischen Suizidverhalten eine Reproduktion von Geschlechtsrollenstereotypen sind, mit denen lediglich die Mythen über die Differenz der Geschlechter im Gewand einer Theoriebildung fortgesetzt werden.
Die Autorin:
Benigna Gerisch, Jg. 1960, Dr. phil., Dipl.-Psych, Studium der Psychologie und Literaturwissenschaft in Hamburg; Familientherapieausbildung in Heidelberg, in psychoanalytischer Weiterbildung in Hamburg; seit 1990 tätig als Psychotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Therapiezentrum für Suizidgefährdete in Hamburg. Publikationen u.a. zur Geschlechterdifferenz und Suizidalität.
© Therapie-Zentrum für Suizidgefährdete (TZS) Hamburg, Germany