Psychotherapie und Suizidalität - Vortragsreihe 1997
Dr. A. Wiese
Zusammenfassung
Der Prozeß der Etablierung der Selbst- und Objektrepräsentanzen kann bei der Täterin so weit gestört verlaufen sein, daß sie sich vollkommen als Einheit mit dem eigenen Kind erlebt. Bei dieser "Fusion" kann die Zerstörung des eigenen Lebens sich auch durch das Vernichten des mit ihr als Einheit verbundenen Kindes vollziehen. Es besteht mit dieser Tötung die Chance, daß die Idealwelt konserviert und so das Gute in eine andere Welt gerettet wird. Das Kind wird vor der von der Mutter als feindselig erlebten Außenwelt bewahrt. Die Tötung wird oft in Akte mütterlicher Fürsorge eingebettet.
Annegret Wiese wurde 1955 in Celle geboren. Studium der Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen. 1976 wechselte sie an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Ab 1978 Studium der Psychologie mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie/Psychoanalyse. Erstes Juristisches Staatsexamen 1980. Während der Referendarzeit, die sie 1984 mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen abschloß, war sie u.a. bei einem Anwalt in Neu Delhi/Indien tätig. A. Wiese beschäftigte sich in ihrer Ausbildung eingehend mit dem Erscheinungsbild und der Genese von Delinquenz. 1987 legte sie das Diplom in Psychologie ab. 1992 promovierte sie bei Prof. Dr. Schüler-Springorum mit dem Thema "Mütter, die töten". A. Wiese ist in München als Rechtsanwältin in eigener Praxis mit dem Schwerpunkt Familien- und Scheidungsrecht tätig. Sie ist darüber hinaus beratend tätig in dem Bereich familiärer Gewalt.
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