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Psychotherapie und Suizidalität - Vortragsreihe 1997

Dr. M. Hirsch
Suizidalität und Selbstbeschädigung, 20.3.1997

Zusammenfassung

Natürlich sind sowohl Suizidalität als auch Selbstbeschädigungshandlungen selbstdestruktiv, aber die Qualität des Selbst, gegen das sie sich jeweils richten, ist verschieden. Der Grundgedanke meines Beitrags ist, daß Suizidalität sich gegen ein Selbst richtet, das in primärer, entsprechend Freud melancholischer Identifikation mit dem versagenden Objekt verschmolzen ist, während sich die autoaggressive Handlung gegen einen Selbstanteil, meist den Körper oder einen Teil von ihm, richtet, der aufgrund traumatischer Einwirkung durch Dissoziation abgespalten wurde. Bei der Suizidalität ist mit dem Selbst stets das Objekt, entweder ein feindliches oder ein utopisch alternatives, fusionäres gemeint, so daß das eine mit dem andern ausgelöscht werden soll, die Dissoziation eines Selbstanteils, gegen das die Aggression gerichtet wird, ermöglicht dagegen die Erhaltung des Gesamtselbst.


Zur Person

Jahrgang 1942, Facharzt für Psychiatrie und Facharzt für psychotherapeutische Medizin - Psychoanalyse. In psychoanalytischer Praxis in Düsseldorf niedergelassen. Dozent und mit Lehranalysen beauftragt am Düsseldorfer Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie. Leiter des Instituts für Analytische Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik Düsseldorf (Institut für Analytische Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik Düsseldorf (IAGD)).

Forschungsschwerpunkte: psychoanalytische Traumatologie (insbesondere sexueller Mißbrauch in der Familie: Buch "Realer Inzest", 3. Aufl. 1994, Springer Verlag); des Weiteren ein Gebiet, das sich an die Traumatologie anschließt: Psychoanalyse des Körpers (Herausgeber des Buches "Der eigene Körper als Objekt - Psychodynamik selbstdestruktiven Körperagierens" 1989, Springer Verlag); auch mit dem Traumagebiet zusammenhängend: "Schuld und Schuldgefühl - Psychoanalyse von Trauma und Introjekt" (erscheint im April 1997 im Vandenhoeck & Ruprecht Verlag Göttingen). Darüber hinaus zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. zu Aspekten der Objektbeziehungstheorie.


Die Verweise auf andere Webseiten, Organisationen und Publikationen dienen der Förderung der Information und Diskussion über Konzepte auf dem Gebiet der Suizidologie, Psychoanalyse und Psychotherapie sowie des Verstehens und der Behandlung suizidalen Verhaltens. Sie repräsentieren auch kontroverse Positionen und sind nicht als Empfehlung zu verstehen.
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