Summary / Zusammenfassung
english/deutsch
Lindner, R., Duru, A. (1996)
Krisentheorien, Krisenintervention und Suizidalität.
Fortschr. Neurol. Psychiatr. 64 Sonderheft 1 (1996), 16
Ausgehend vom klassischen Krisenbegriff (Lindemann, Caplan, Cullberg) erfolgt eine kurze Darstellung der grundlegenden Krisen- und Kriseninterventionskonzepte.
Auf dieser Grundlage und einer aktuellen Literaturrecherche (MacSPIRS Exerpta Medica) wird der Stellenwert der Suizidalität sowohl in den Krisentheorien als auch in Kriseninterventionsstrategien herausgearbeitet.
In diesen theoretischen Ansätzen und den daran orientierten Kriseninterventionskonzepten hat Suizidalität die Rolle eines deskriptiven Symptoms, eines unangepaßten Problemlösungsverhaltens oder eines katastrophalen Endpunktes einer neurotischen Entwicklung. Die klassische Krisenintervention nach Suizidversuch ist bei neurotischen und persönlichkeitsgestörten Patienten längerfristig wenig erfolgreich (Szmukler). Deshalb kam es zu Integrationen klassischer Kriseninterventionsstrategien und psychodynamischer Kurzpsychotherapie. Einerseits wurden psychodynamische Modelle der Suizidalität (Narzißmustheorie, Objektbeziehungstheorie) in Strukturen der Krisenintervention integriert (Arentewicz). Andererseits führte das Verständnis von Suizidalität im Kontext der Gesamtpersönlichkeit und ihrer Konflikte zu Bestrebungen, neurotische und persönlichkeitsgestörte Patienten nach Suizidversuch möglichst umgehend einer kontinuierlichen Psychotherapie zuzuführen (Pulakos).
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