Qualitätssicherung
Die folgende Darstellung lehnt sich an die von Donabedian für den Gesundheitsbereich entwickelte Operationalisierung in Strukturqualität, Prozeßqualität und Ergebnisqualität an.
Strukturqualität
Personelle Mindestbesetzung
Sicherung der Öffnungzeiten und des Ad-hoc Dienstes.
Theoretische Orientierung
Psychodynamisches Grundverständnis als gemeinsame Sprache.
Qualifikation des Personals
Mehrjährige klinische Psychiatrieerfahrung (Facharzt), abgeschlossene oder fortgeschrittene psychodynamisch orientierte Psychotherapieweiterbildung und Psychotherapieerfahrung, Suizidologisches Grundwissen, eine persönliche Haltung und Einstellung zu suizidalem Erleben, Lebens- und Beziehungserfahrung, Teamfähigkeit.
Bezugstherapeutensystem
Der Patient wird vom Erstkontakt bis zum Abschluß der Behandlung vom selben Therapeuten behandelt.
Keine Wartezeiten
Eine Teamorganisation, die einen unmittelbaren Behandlungsbeginn bei akuter Suizidalität ermöglicht.
Flexibles Setting
Die Möglichkeit der Bezugstherapeuten oder eines Vertreters, auch adhoc in Krisen sowohl telefonisch als auch im direkten Kontakt zur Verfügung zu stehen oder therapeutische Kontakte notfalls auch telefonisch zu führen.
Juristische Absicherung
der Mitarbeiter durch das Universitätsklinikum.
Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Klinik.
Die Möglichkeit, in akuten suizidalen Krisen eine sofortige Einweisung in die Klinik in engem Kontakt mit der Station vornehmen zu können.
Eigenes Gebäude
Neben dem Hauptgebäude der Psychiatrischen Klinik ermöglicht es auch Patienten, die große Angst vor einer psychiatrischen Stigmatisierung haben, sich in Behandlung zu begeben. Ebenso wurde Wert darauf gelegt, daß die Räumlichkeiten wenig Krankenhausathmosphäre ausstrahlen.
Gruppenraum mit Einwegscheibe
ermöglicht die Kontrolle schwieriger Behandlungen.
Kassenzulassung
Die Möglichkeit, nicht nur Überweisungsscheine, sondern im Notfall auch Originalkrankenscheine abrechnen zu können, ermöglicht es Patienten auch ohne vorherigen Arztbesuch direkt zu kommen.
Drittmittelförderung und Spenden
ermöglichen Maßnahmen der Qualitätssicherung, die von den Kostenträgern finanziell nicht übernommen werden.
Prozessqualität
Indikation und Behandlungsstandards
Es wurden eindeutige Indikationen für verschiedene Behandlungsfälle entwickelt.
Protokolle
Jeder Patientenkontakt -vom Telefongespräch bis zur Therapiestunde- wird schriftlich dokumentiert. Ein für die Behandlung Suizidgefährdeter unerläßlicher Standard.
Fallkonferenz
In regelmäßigen Fallkonferenzen werden die laufenden Behandlungen besprochen. An ihr nehmen der Leiter und alle therapeutischen und wissenschaftlichen Mitarbeiter teil. In ihr werden die therapeutischen Entscheidungen überprüft, schwierige Behandlungssituationen supervidiert, diagnostische Einschätzungen diskutiert etc. Da hier jeder auch Kenntnis über die Patienten der anderen Therapeuten erhält, kann bei Abwesenheit des Bezugstherapeuten auch in Krisensituationen adäquat reagiert werden. Ein wesentlicher Aspekt der Diskussion ist die Behandlungsdauer. Da in vielen Fällen "short-term psychotherapy with long-term psychotherapy patients" durchgeführt wird, sind die Grenzen der Behandlung und Behandlungsziele zu diskutieren. Insoweit dient die Diskussion auch der Fortentwicklung der Standards.
Rückmeldung von Fragebogendaten
Nach einigen Tagen können die Therapeuten eine Rückmeldung über die Auswertung der standardisierten Verfahren erhalten. Z.B. können Sie daraus von ihnen bisher nicht gesehene Problembereiche erkennen.
Expertenmeinung
Zur Überprüfung und Entwicklung der Standards werden vom TZS Experten zu Fallkonferenzen eingeladen, um die therapeutische Arbeit extern evaluieren zu können. Die Experten sind ausgewiesen in Aspekten der Arbeit und des Konzepts des Therapiezentrums.
Ergebnisqualität
Abschlußbefragung
Am Ende der Behandlung werden die Patienten schriftlich zu ihrer Befindlichkeit und Einschätzung der Behandlung befragt.
Katamnese
Derzeit läuft eine langfristige katamnestische Untersuchung von im TZS behandelten Patienten.
© Therapie-Zentrum für Suizidgefährdete (TZS) Hamburg, Germany