Therapiezentrum für Suizidgefährdete (TZS)

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Suizidalität
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Suizidalität
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Suizidgefährdete
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Was ist Suizidalität


Suizidalität umfaßt alle bewußten und unbewußten Gedanken, Phantasien, Impulse und Handlungen, die erwägen oder darauf gerichtet sind, den eigenen Tod herbeizuführen. Suizidalität kann als Ausdruck der Zuspitzung einer seelischen Entwicklung verstanden werden, in der die Menschen hoffnungslos und verzweifelt sind und ihre Situation als ausweglos erleben. Sie fühlen sich oft innerlich zerrissen (ambivalent), überschwemmt von Gefühlen und schwer zu kontrollierenden Gedanken oder Impulsen. Das suizidale Erleben und der Drang, Suizidgedanken in die Tat umzusetzen, kann je nach Persönlichkeit und Problematik des einzelnen Menschen sehr unterschiedlich sein.

Suizidalität wird in der Regel durch äußere Krisen ausgelöst. Krisen sind besonders zwischenmenschliche Konflikte, Trennungen oder der Tod von wichtigen Bezugspersonen, Kränkungen, schwere Erkrankungen, berufliche Probleme, der Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt und - besonders im hohen Alter - Vereinsamung und Selbstwertverlust. Jeder kennt solche Krisen und die meisten können mit ihnen mehr oder weniger fertig werden. Oft helfen dann Gespräche mit Freunden, oder auch professionelle Gespräche, zum Beispiel in Beratungsstellen, Kriseninterventionseinrichtungen oder mit Psychotherapeuten.

Manche Menschen sehen in solchen Krisen keinen Ausweg mehr und werden suizidal. Warum die einen suizidal werden, andere aber nicht, erschließt sich aus unserer Sicht aus dem Verständnis der Lebensgeschichte des jeweiligen Menschen.

In den frühen Lebensjahren entwickelt jeder im Umgang mit den für ihn bedeutsamen Bezugspersonen eine Sicht seiner selbst und der anderen und eine eigene Art, Beziehungen aufzunehmen und zu leben. In dieser Entwicklung müssen eine Vielzahl von Konflikten ausgetragen und überstanden werden. Zum Beispiel, wenn man von jemanden, den man liebt, dessen Liebe man braucht und von dem man abhängig ist, verletzt wird oder sich verletzt fühlt, eine Erfahrung, die sicher keinem fremd ist. Das Kind kann vor dem Konflikt stehen, auf diejenigen wütend zu sein, die es liebt, und Angst haben, sie zu verlieren, wenn es die Wut auslebt. Es kann vor dem Problem stehen, Nähe zu wollen, aber mit der Gefahr erneuter Verletzungen, oder sich vor weiteren Verletzungen zu schützen, und den Wunsch nach Nähe zu negieren. Das Kind kann die Vorstellung entwickeln, daß es seine Schuld ist und es nicht besser verdient. Entscheidend für die weitere Entwicklung ist demnach nicht nur, wie die Anderen reagieren, sondern auch wie das Kind dieses Ereignis löst, mit möglichen Gefühlen von Angst, Wut, Schuld oder Scham umgehen kann und es in das Bild seiner selbst und der anderen einbaut.

Verlusterlebnisse, Konflikte mit häufigen Entwertungen, emotionale Vernachlässigung oder Überbehütung, gewalttätige Eltern oder sexueller Mißbrauch finden sich gehäuft in den Biographien suizidaler Patienten. Traumatische oder traumatisch erlebte Beziehungserfahrungen oder nicht ausreichen bewältigte Ablösungs- oder Autonomiekonflikte können die Bewältigung von Krisen im weiteren Leben erschweren.

Suizidalität kann entstehen, wenn eine äußere Krise eine früher nicht gelöste intrapsychische Konfliktthematik berührt und aktualisiert. Suizidalität kann - so paradox es klingt - intrapsychisch ein Lösungsversuch für diesen Konflikt sein. Diese Dynamik ist in der Regel nicht bewußt, ebenso wie der Konflikt, der möglicherweise viele Jahre vermieden und erfolgreich umschifft wurde. Ein Verständnis der Entwicklung und inneren Dynamik erschließt sich nur im Einzelfall.

So verstehen wir auch suizidales Erleben und Verhalten nicht als Endpunkt einer krisenhaften Entwicklung, in der die Fähigkeiten zur Bewältigung einer äußeren Situation nicht mehr ausreichen. Suizidalität ist mehr als eine Krise.

Suizidalität kann bei allen psychischen Krankheiten auftreten. Ein besonders enger Zusammenhang wird oft zwischen Suizidalität und der Depression hergestellt. Sicher disponiert die depressive Symptomatik für suizidales Erleben, aber nicht zwangsläufig. Nicht jeder der suizidal ist, ist depressiv, und nicht jeder der depressiv ist, ist suizidal. Es kann durchaus sein, das jemand nach der erfolgreichen Behandlung einer Depression in späteren Krisen wieder suizidal wird. Es ist fraglich, ob sich der Anlaß für suizidales Erleben und Verhalten bei psychischen Krankheiten wesentlich von dem Anderer unterscheidet. Auch psychische Krankheiten treten oft in Lebenskrisen auf.


Die Verweise auf andere Webseiten, Organisationen und Publikationen dienen der Förderung der Information und Diskussion über Konzepte auf dem Gebiet der Suizidologie, Psychoanalyse und Psychotherapie sowie des Verstehens und der Behandlung suizidalen Verhaltens. Sie repräsentieren auch kontroverse Positionen und sind nicht als Empfehlung zu verstehen.
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