Psychotherapie
Suizidalität kann psychotherapeutisch behandelt werden.
Wie generell in der Psychotherapie, ist die Beziehung, die sich zwischen Therapeut und Patient herstellt, wesentliches Moment der psychotherapeutischen Arbeit. In der Psychotherapie entwickelt sich ein Verständnis für die individuelle suizidale Problematik. Das Besondere in der Arbeit mit Suizidalen ist das hohe Ausmaß der Gefährdung der Patienten, die zu unmittelbarem Handeln zwingt. Gelingt es, eine tragfähige Beziehung herzustellen, kann sich die Suizidalität in einer psychotherapeutischen Behandlung entaktualisieren und der Handlungsdruck dauerhaft nachlassen.
Für Suizidale ist die Aufnahme einer therapeutischen Beziehung meistens hochambivalent. Diese Ambivalenz erschwert gerade den Beginn der Behandlung. Sie drückt sich oft z.B. in aggressivem, anmaßendem Verhalten, in Entwertungen des Therapeuten oder in nicht eingehaltenen Terminen aus. Eine psychiatrische, psychotherapeutische und insbesondere eine stationäre Behandlung können als kaum aushaltbare Kränkung erlebt werden. Die innere Dynamik, die zur Suizidalität führt, widersetzt sich gleichsam ihrer Behandlung.
Bei akuter Suizidalität ist eine sofortige Behandlung indiziert. Für die ambulante Behandlung akut suizidaler Patienten ist wichtig, daß die therapeutische Beziehung soweit trägt, daß der Patient zum nächsten vereinbarten Termin kommt und bei akuter Verschlechterung in der Zeit zwischen den Terminen den Therapeuten aufsucht.
© Therapie-Zentrum für Suizidgefährdete (TZS) Hamburg, Germany