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Hinweis: Die Polyradikulitis Guillain-
Barré, die Neuroborreliose und die Facialisparese sind mit gesonderten
Einträgen abgehandelt.
Zu den Radikulitiden gehören Entzündungen der lumbalen oder
cervicalen Nervenwurzeln, aber auch der Hirnnerven. Sie können durch
eine Liquoruntersuchung von Radikulopathien mit nicht entzündlichen
Ursachen, wie Bandscheibenvorfällen, degenerativen Veränderungen
(z. B. Spondylarthrose), Raumforderungen (Tumor, Blutung) und sog. pseudoradikulären
Schmerzen bei orthopädischen Problemen (z. B. Coxarthrose) abgegrenzt
werden. Radikulopathien im Rahmen eines Diabetes mellitus können
die für diese Erkrankung charakteristische leichte Schrankenstörung
zeigen.
Radikuläre Schmerzen sind häufig das einzige Symptom einer
frühen Neuroborreliose. Nicht selten kommt es in dieser Situation
zunächst zu der Fehldiagnose Bandscheibenvorfall und mitunter auch
zu entsprechenden, vorhersehbar jedoch erfolglosen, Operationen (Berthele
et al., 2004). Erst wenn im weiteren Verlauf gegebenenfalls typische
Hirnnervenausfälle (zu 80% N. facialis) hinzukommen und das Bild
einer Meningopolyradikultis (M. Bannwarth) komplettieren, drängt
sich klinischerseits der Verdacht auf eine Neuroborreliose auf. Obwohl
die klinischen Merkmale einer Meningitis (Fieber, Kopfschmerzen, Meningismus)
fehlen, zeigt der Liquor schon bei der frühen Neuroborreliose das
klassische Bild mit einer Pleozytose bis 500 Zellen/µl, ausgeprägter
Schrankenstörung und intrathekaler Immunglobulinsynthese mit oligoklonalen
Banden und IgM Dominanz.
Als weitere seltenere bakterielle Erreger bei Radikulitiden sind Treponema
pallidum, Mycoplasma pneumoniae und Brucellosen zu nennen. Gleichermaßen
sind spinale Abszesse und Spondylodiscitis auszuschließen. Virale
Radikulitiden werden vor allem durch VZV und HSV, seltener durch EBV
und CMV verursacht.
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