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Bei einer Beteiligung des Zentralnervensystems
im Rahmen einer Neurosarkoidose kann es zu disseminierten Marklagerläsionen,
Granulomen oder einem Meningitis-ähnlichen Bild kommen. Entsprechend
unterschiedliche Liquorbefunde können angetroffen werden: So finden
sich bei parenchymatösen Formen der Neurosarkoidose oft nur gering
erhöhte, wenn nicht sogar normale Zellzahl, während bei der
meningitischen Form bis zu mehrere 100/µl Zellen gefunden werden.
Die Zelldifferenzierung ist überwiegend lymphozytär. Insbesondere
bei den meningitischen Formen kann das Gesamteiweiß und der Albumin-Quotient
im Rahmen einer Blut-Liquor-Schrankenstörung bei bis zu 73% der
Patienten erhöht sein (Jakobasch). Ein erniedrigter Glukose-Quotient
und ein erhöhtes Liquor-Laktat finden sich ein einem Teil der Fälle.
Gelegentlich findet sich eine intrathekale Immunglobulinsynthese, typischerweise
IgA, aber auch IgG oder eine 2- oder 3-Klassen-Reaktion (Reske). Oligoklonale
Banden sind bei 37% der Patienten nachweisbar (Zajicek). Dabei sind die
oligoklonalen Banden bei der Sarkoidose im Gegensatz zur Multiplen Sklerose
Glukokortikoid-sensitiv. Damit kann der Liquorbefund bei der Neurosarkoidose
von einem Normalbefund (etwa 30%) über unspezifische Veränderungen
bis zu einem chronisch-entzündlichen Liquorsyndrom oder Befunden
wie bei einer (tuberkulösen) Meningitis reichen (Tabelle 17). Um
so bedauerlicher ist der Umstand, dass es keine zuverlässigen differenzialdiagnostischen
Tests gibt. Eine gesicherte Neurosarkoidose lässt sich nur bioptisch
diagnostizieren. Eine wahrscheinliche Neurosarkoidose kann angenommen
werden, wenn neben typischen klinischen Zeichen eine systemische Sarkoidose
gesichert ist und entzündliche Veränderungen im Liquor gefunden
werden. In diesem Sinne verwertbare Befunde sind eine erhöhte Zellzahl,
ein erhöhtes Liquoreiweiß oder eine intrathekale Immunglobulinsynthese
(Zajicek).
Erhöhte Werte für Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) im Serum
oder Liquor haben nur eine geringe Sensitivität von unter 30-50% für
den Nachweis einer Neurosarkoidose (Zajicek, Oksanen). Ähnliches gilt
für Lysozym. Die Quantifizierung von ACE wird dadurch weiter erschwert,
dass sie bei bestimmten Genotypen höher ist (Homozygote für Allel
D auf Chromosom 17) als bei Heterozygoten oder bei fehlendem D-Allel. Die
Interpretation der ACE-Aktivität in Unkenntnis des Genotyps muss also
zwangsläufig unpräzise sein (Schurmann). Im Serum zeigt sich
eine bessere Sensitivität von löslichem Interleukin (IL)2-Rezeptor
für den Nachweis einer Sarkoidose. Löslicher IL2-Rezeptor lässt
sich auch im Liquor nachweisen und korreliert mit der Aktivität einer
Neurosarkoidose (Petereit, Manuskript in Vorbereitung). Auch eine Abgrenzung
zu Erreger-bedingten Meningitiden und neuroimmunologischen Krankheitsbildern
scheint mit Hilfe des löslichen IL2-Rezeptors im Liquor möglich
zu sein.
Der Nachweis einer Erhöhung des CD4/CD8-Quotienten im Liquor setzt
eine Immunzytochemie oder Durchflusszytometrie der Liquorzellen voraus
und wird immer wieder als typischer Befund diskutiert. Die Sensitivität
und Spezifität dieser Methode in der Diagnostik der Neurosarkoidose
ist allerdings noch nicht etabliert.
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Literatur:
Jakobasch E, Reichmann H. Neurosarkoidose. In: Kirsten D, Magnussen H. Sarkoidose
Up-date 2000. Interpneu Verlag. ISBN 3-8311-1194-4
Oksanen V. Neurosarcoidosis: Clinical presentation and course in 50 patients.
Acta Neurol Scand 1986: 73:283-90.
Reske D, Petereit HF. Differential diagnosis of chronic inflammatory diseases
of the central nervous system. Cerebrospinal fluid diagnosis and immunological
parameters. Nervenarzt. 2004; 75: 945-52.
Schurmann M. Angiotensin-converting enzyme gene polymorphisms in patients
with pulmonary sarcoidosis: impact on disease severity. Am J Pharmogenomics
2003;3:233-43.
Zajicek JP, Scolding NJ, Foster O, Rovaris M, Evanson J, Moseley IF, Scadding
JW, Thompson EJ, Chamoun V, Miller DH, McDonald WI, Mitchell D. Central nervous
system sarcoidosis – diagnosis and management. Q J Med 1999;92:103-117.
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