| Neurolues |
Neurolues |
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Die Neurosyphilis ist keine isolierte
Infektion des ZNS, sondern eine spezifische Organmanifestation einer
systemischen Infektionskrankheit. Zur Ausschlussdiagnostik reichen daher
negative Serumbefunde aus. Liquoruntersuchungen sind dagegen zum Nachweis
der Neurolues unerlässlich. Sie müssen immer parallel im Zusammenhang
mit den Ergebnissen der Serumuntersuchung bewertet werden. Zu diesem
Zweck müssen Liquor und Serum zeitgleich entnommen werden. Treponemen-IgG : Gesamt-IgG (Liquor) Methodisch kommen Titerbestimmungen im TPHA- und FTA-Abs-Test in Frage,
exakter wird die Bestimmung im quantitativen IgG-EIA unter Bezug auf
eine Standardkurve. Als Normalwert des ITpA gilt 1,0, mit einem Streubereich
von 0,5 bis 2,0. Werte über 3,0 gelten als beweisend für eine
intrathekale Antikörpersynthese gegen Treponemen. Wird der ITpA
mit Hilfe von Titerstufen berechnet, gilt aufgrund der höheren Ungenauigkeit
erst ein Wert größer als 4 als Nachweis einer Neurolues (www.dgn.org).
In der isoelektrischen Fokussierung werden dann auch oligoklonale Banden
im Liquor nachweisbar. Mit einem ausreichend sensitiven EIA-Test ist
eine entsprechende Bestimmung des IgM-Quotienten möglich, der jedoch
für die Diagnostik von untergeordneter Bedeutung ist. Selbst bei
negativem oder grenzwertigem Antikörperindex kann jedoch die Diagnose
einer wahrscheinlichen Neurolues klinisch gestellt werden, wenn typische
neurologische oder psychiatrische Zeichen einer Tabes dorsalis oder einer
progressiven Paralyse in Verbindung mit einer lymphozytären Pleozytose,
einer gestörten Blut-Liquor-Schranke, eine intrathekale IgG-Synthese,
der Nachweis von TPHA oder FTAabs im Serum und ein klinisches oder laborchemisches
Ansprechen auf eine Penicillin-Therapie vorliegen (www.dgn.org). Dem
Erregernachweis im Liquor mit Hilfe molekularbiologischer Nukleinsäure-Amplifikationsverfahren
(PCR) kommt dagegen wegen seiner geringen Sensitivität nur eine
untergeordnete Rolle zu (Hay, Moskophidis).
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Tabelle 16: Wertigkeit verschiedener Liquorparameter in der Diagnostik der Neurolues (o=obligat, i=informativ) |
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Literatur: DGN: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. www.dgn.org RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Ratgeber für Ärzte:
Syphilis (Lues) H.-J. Hagedorn: Syphilis. In: MiQ, Qualitätsstandards in der mikrobiologisch-infektiologischen Diagnostik Nr. 16; Urban und Fischer Verlag, München und Jena, 2001. F. Müller und H. J. Hagedorn: Syphilis. In: L. Thomas (Hrsg.) Labor und Diagnose; Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik, TH Books Verlagsgesellschaft Frankfurt am Main, 5. Auflage, S.1232-1241 (1998) P. Oschmann et al.: Immunoblot as a Diagnostic Tool in Neurosyphilis |
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| Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V. | ||||