Neuroborreliose   



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Neuroborreliose
 
 

Die Serodiagnostik der systemischen Borrelieninfektion beinhaltet ein 2-Stufenschema: Zunächst ein Suchtest (z. B. EIA), gefolgt von einem Bestätigungstest (Western-Blot) (Wilske 2000). Eine positive Serologie beweist bei hoher Durchseuchung nicht die Aktivität der Infektion. Dies gelingt über die Erfassung einer Serokonversion, eines Titeranstiegs oder einer Zunahme der Bandenzahl im Immunoblot. Die Bedeutung des Lymphozytentransformationstests ist umstritten.
Für den Nachweis einer ZNS-Beteiligung bei Borrelieninfektionen im Stadium II und III kommt der Untersuchung des Liquor cerebrospinalis die größte Bedeutung zu. Nur durch den Liquor-Serumvergleich wird die Diagnose einer Neuroborreliose gesichert (www.rki.de). Die intrathekale spezifische Antikörperproduktion gegen Borrelia burgdorferi wird durch die Bestimmung des Liquor-/Serum-Index nachgewiesen. Sie entwickelt sich bei unbehandelten Patienten frühestens ab der 2. Krankheitswoche, ist nach 3 Wochen bei etwa 75% der Patienten nachweisbar und nach 8 Wochen bei über 99% der Patienten (Tumani 1995). Für die Akuität spricht im Liquor eine überwiegend lymphozytäre Pleozytose (meist 100-400/µl) mit hohem Plasmazellanteil, eine deutlich gestörte Blut- Liquor-Schrankenfunktion (Gesamtprotein meist > 1000 mg/L) und eine intrathekale Mehrklassenreaktion (IgM>IgG>IgA). Nur bei Akuitätszeichen im Liquor ergibt sich eine Behandlungsindikation (www.dgn.org). Ein direkter Erregernachweis über Kultivierung gelingt im Liquor nur bei 2 – 5% der Patienten. Auch molekularbiologische Methoden (PCR) weisen für die Erregerdiagnostik der Neuroborreliose nur eine niedrige Sensitivität von 20-50% auf. In der Routinediagnostik übertrifft die Sensitivität des Grundprogramms der Liquordiagnostik deutlich die Sensitivität des spezifischen Erregernachweises.

 
 
 
 
Methode
Diagnose
sichernd

Diffdg. relevant
Therapie
entscheidend
Zellzahl
o   o
Zelldifferenzierung o    
Blut-Liquor-Schranke
• Gesamtprotein
• QAlbumin

o
o


o
o
Humorale Immunreaktion
• Intrathekale IgG-Synthese
• Intrathekale IgM-Synthese
• Intrathekale IgA-Synthese
• Oligoklonale Banden

o
o
o
o






Laktat
Glukose-Quotient
  o
o
 
Al o o  

Tabelle 15: Wertigkeit verschiedener Liquorparameter in der Diagnostik der Neuroborreliose. (o=obligat, i=informativ)

 
 
 
 
Literatur:

Diener HC, Hacke W (Hrsg). Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, Thieme 2002.

Tumani H, Nölker G, Reiber H. Relevance of cerebrospinal fluid variables for early diagnosis of neuroborreliosis. Neurology 1995;45:1663-1670.

Wilske B et al.: Lyme-Borreliose. MiQ Qualitätsstandards in der mikrobiologisch-infektiologischen Diagnostik (früher : Verfahrensrichtlinien für die mikrobiologische Diagnostik) 12/2000.

Zettl UK, Lehmitz R, Mix E (Hrsg.): Klinische Liquordiagnostik. Walter de Gruyter Verlag 2005.



 

Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V.
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