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Prof. Dr. med. Helmut Bauer
Die DGLN trauert um Prof. Dr. med. Helmut Bauer. Das Ehrenmitglied unserer
Gesellschaft ist am 16. Januar 2008 im Alter von 93 Jahren verstorben.
Mit Prof. Bauer ist einer der Nestoren der modernen Liquordiagnostik Deutschlands
von uns gegangen. Wir verehrten in Ihm nicht nur den Arzt und Wissenschaftler
sondern auch den Menschen und begnadeten Hochschullehrer.
Am 31. März 1914 im Erzgebirge geboren, verbrachte er einen Teil
seiner Kindheit in Siebenbürgen und wanderte 1922 mit seiner Familie
nach Amerika aus. Zum Medizinstudium ging Helmut Bauer an die Berliner
Charité, wo er 1938/39 promoviert wurde. Nach Militärdienst
und Kriegsgefangenschaft arbeitete er in Hamm und Hamburg-Eppendorf,
1955 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die "Einführung
der Elektrophorese in die Liquordiagnostik und die Identität der
Liquorproteine mit den Eiweißkörpern des Blutes" für
das Fach Neurologie. Sie begründete sein Interesse für die
Multiple Sklerose, die Zeit seines Lebens sein Hauptarbeitsgebiet blieb.
1959 gehörte Prof. Bauer zu den Gründungsmitgliedern der Kommission
für Neurochemie der World Federation of Neurology. 1961 und 1962
folgte eine Gastprofessur an der St. Louis University, Ohio.
Von 1963 bis 1980 hat der international bedeutende Neurologe, Liquor- und Multiple
Sklerose - Forscher die Abteilung Neurologie an der Universität in Göttingen
aufgebaut und durch vielfältige wissenschaftliche Aktivitäten gleichsam
zu einem "Mekka" der deutschen Liquor- und MS-Forschung entwickelt.
Prof. Bauer hat sich wie kaum ein anderer deutscher Neurologe für die
Entwicklung der Liquordiagnostik eingesetzt. Beim Aufbau der Göttinger
Neurologie ist ihm die Einrichtung einer innovativen Liquordiagnostik mit Schwerpunkt
auf der Neurochemie sehr wichtig. Später wird dieser Bereich durch Prof.
Hansotto Reiber als Leiter des Neurochemischen Labors und Prof. Klaus Felgenhauer
als Nachfolger von Prof. Bauer weiterentwickelt und die Qualitätsstandards
der modernen Liquordiagnostik deutschland- und europaweit maßgeblich
mitbestimmt.
Unvergessen bleibt seine Mitwirkung an Veranstaltungen noch bis ins
hohe Alter.
Wir werden ihn stets in ehrendem Gedenken behalten.
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