| |
Rolle der Apoptose und der Apoptose-regulierenden
Proteine in Zellen des Liquor cerebrospinalis
Zettl, U.K.*, Knappe, S.*, Böttcher, T.* , Lehmitz,
R.*, Nau, R.**, Brück, W.***, Benecke, R.*
*Universität Rostock, Klinik für Neurologie und Poliklinik,
**Georg-August-Universität Göttingen, Klinik für Neurologie,
***Georg.August-Universität Göttingen, Institut für Neuropathologie
|
| |
Rezente Untersuchungen sowohl im Tierexperiment als auch
im humanen Untersuchungsmaterial zeigen, daß die Apoptose einen
hocheffektiven Mechanismus zur selektiven Zellelimination sowohl von Parenchym-
als auch von Tumor- und Immunzellen bei neurologischen Erkrankungen darstellt.
Von besonderer Praxisrelevanz ist, daß es aufgrund der morphologischen
Veränderungen im Rahmen der Apoptose zu keiner Liberation von Zellinhaltsstoffen
in den Extrazellulärraum kommt. Im Gegensatz hierzu führt der
Zelltod durch Nekrose zu einer zellulären Desintegration mit Freisetzung
von hochselektiven Zellinhaltsstoffen in das umgebende Gewebe, die konsekutiv
eine starke Entzündungsreaktion initialisieren oder potenzieren.
Da in vivo Untersuchungen zum apoptotischen Zelltod
im Nervensystem nur in Ausnahmefällen möglich sind, kommen Untersuchungen
im unmittelbar angrenzenden Kompartiment - dem Liquor cerebrospinalis
- eine besondere Bedeutung zu.
Im Vortrag werden einerseits die verschiedenen Methoden
zur Detektion des apoptotischen Zelltods wie die Licht- und Elektronenmikroskopie,
die Immunhistochemie sowie die entsprechenden molekularbiologischen Techniken
(in situ-Tailing, DNA-Gel-elektophorese) dargestellt. Andererseits werden
erste Ergebnisse des apoptotischen Zelltods von Immunzellen im Liquor
cerebrospinalis im Tierexperiment der bakteriellen Meningitis sowie bei
entzündlichen humanen Erkrankungen des zentralen Nervensystems dargestellt.
Von praktischer Relevanz sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse zu
den Apoptose-regulierenden Proteinen, insbesondere dem Apoptose- protektiven
Protein bcl-2.
|