Abstracts des 5. Liquor-Symposiums der DGLN 1999, Magdeburg   



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Welche Faktoren beeinflussen die Leptinspiegel im Liquor ?

Wurster U*, Horn R**, Heidenreich F*, Brabant G**

Neurologie*, Endokrinologie**, Medizinische Hochschule Hannover
 

Trotz der bei Fettleibigen hohen Leptinkonzentrationen im Blut wird im Empfangsorgan Hypothalamus kein negatives feedback Signal ausgelöst. Dieses als Leptinresistenz bezeichnete Phänomen wird in mehreren Arbeiten an Hand von CSF/ Serum Quotienten auf die Sättigung eines Leptin in den CSF transportierenden Systems zurückgeführt. Die berichteten diskrepanten Beziehungen zwischen CSF und Serum könnten von der Konzentrierung des CSF und der mangelnden Unterscheidung von freiem und gebundenem Leptin durch die kommerziellen RIAs herrühren.

Bei N=64 neurologischen Patienten (28 Frauen), davon 36 mit einer Schrankenstörung (A=8,1-112), wurden mittels eigener RIAs freies Leptin, gebundenes Leptin und löslicher Leptinrezeptor gemessen. Obwohl die Leptinwerte im Serum 80-fach (15-1193 pMol/l) schwankten, blieb freies Leptin im CSF fast konstant (4-9,8 pMol/l). Ein Zusammenhang mit dem Albuminquotienten bestand nicht. Für gebundenes Leptin im CSF (Mittelw.=3,12, SD=2,51 pMol/l) wurde eine deutliche Abhängigkeit sowohl von der Serumkonzentration (733; 46,3 pMol/l) als auch vom Albumin Quotienten gefunden. Der mittlere CSF/Serum Quotient entsprach mit 0.0042 gut dem für ein Protein mit ca. 106000 D nach der Beziehung von Felgenhauer anzunehmenden Wert von 0.0037. Dagegen zeigt der für den ca. 90000 D schweren löslichen Rezeptor erhaltene CSF/Serum Quotient von 0.062 gegenüber einem erwarteten Wert von 0.0040 eine beträchtliche lokale Synthese an. Die Anwendung der in der Liquordiagnostik von Proteinen erarbeiteten Prinzipien auf das zur Cytokinfamilie gehörende Leptinsystem erbringt für das gebundene Leptin eine gute Übereinstimmung, für den Leptinrezeptor eine ausgeprägte lokale Produktion. Die bemerkenswerte Unabhängigkeit des freien Leptin im CSF vom Blutkompartiment könnte mit einer Abkunft aus dem ZNS oder einer Bindung an Rezeptoren der Blut-CSF Schranke erklärt werden.


Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V.
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