Abstracts des 5. Liquor-Symposiums der DGLN 1999, Magdeburg   



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Ferritin im Liquor - ein lokal synthetisiertes Protein

Wick M*, Wick Marianne*, Fink W*, Pfister H-W**

Institut für Klinische Chemie* und Neurologische Klinik** am Klinikum Großhadern der LMU München
 

Ferritin dient der nicht toxischen Eisenspeicherung. Hohe Konzentrationen im Liquor wurden vor allem bei Blutungen, mäßig erhöhte gelegentlich auch bei anderen akuten ZNS-Erkrankungen gefunden. Ziel der vorliegenden Untersuchungen war, die lokale Synthese im ZNS zu belegen sowie die Herkunft und Bedeutung vor allem bei Blutungen näher einzugrenzen. Hierzu wurden die Ferritin-Liquor-Serumquotienten von 367 unausgewählten Patienten mit den Albuminquotienten verglichen, die Ferritinquotienten waren nahezu immer deutlich höher als die jeweiligen Albuminquotienten. Um zu bestätigen daß Ferritin auch im Liquor als Makromolekül vorliegt, wurde in 6 Fällen mit FPLC das Molekulargewicht untersucht und mit ca. 445 kD vergleichbar mit Serum bzw. Gewebeferritin ermittelt. In 20 immunzytologischen Experimenten erwiesen sich vor allem Makrophagen, zum kleineren Anteil auch Tumorzellen oder Leukozyten als mögliche Ferritinquelle. Die Abhängigkeit der Ferritinsynthese vom Eisen bzw. Erythrozyten wurde in 10 Zellkulturexperimenten mit Monozytenzellinien untersucht, Erythrozyten steigern die basale Syntheserate bis zu 10fach, Eisen bis zu 20fach. In einer prospektiven Untersuchung bei 181 Patienten mit Blutungsverdacht wurde in 71 Fällen eine SAB bestätigt, in 54 Fällen eine Blutung ausgeschlossen. In diesem Patientenkollektiv läßt sich, bei einem Cut-off-Wert von 15 ng/ml, 95 % Sensitivität bei 95% Spezifität für eine SAB erreichen. Bei 30 % der SAB-Patienten und 15 % nach neurochirurgischen Eingriffen war neben hohen Ferritinkonzentrationen auch freies, ultrafiltrierbares Eisen nachweisbar, nicht jedoch bei traumatischen Punktionen oder anderen Erkrankungen.

Folglich wird Ferritin im Liquor in großen Mengen von Makrophagen nach Blutungen produziert und erweist sich als hochempfindlicher und spezifischer Indikator einer SAB. Nach Blutungen verschiedener Ursachen können auch freie Eisenionen mit einem möglichen toxischen Effekt nachweisbar sein.


Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V.
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