Abstracts des 5. Liquor-Symposiums der DGLN 1999, Magdeburg   



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Die klinische Relevanz der neuronenspezifischen Enolase in Liquor cerebrospinalis und Serum bei neurologischen Untersuchungen

Walther BW*, Kühn H-J**, Wagner A**

*Klinik für Neurologie, Klinikum Erfurt GmbH,
**Universität Leipzig, Klinik für Neurologie

 

Die NSE-Bestimmung war bislang im Liquor nur bei der Creutzfeld-Jacob-Erkrankung (CJD) und im Serum als Prognosemarker bei zerebraler Hypoxie etabliert. Im Rahmen eines Screenings wurde die NSE in 503 Liquor-Serum-Paaren von 362 Patienten verschiedener neurologischer Erkrankungen bestimmt, davon 107 Untersuchte für eine deduktive Referenzbereichsstudie ausgewählt. Die NSE wurde in Liquor-Serum-Paaren von Pat. mit folgenden Erkrankungen bestimmt: zerebrovaskulär (72), entzündl./ infektiös (83), degenerativ (32), tumorös (6), Traumata (5), Polyneuropathien (13), Epilepsien (18), M. Wilson (55), sonstige (13) sowie im Rahmen einer Verlaufsstudie bei 20 komatösen Patienten mit anzunehmender hypoxischer Hirnschädigung.

Ergebnisse: NSE-Konzentrationen im Liquor <25, im Serum <20 ng/ml werden als normal beurteilt. Es fand sich keine Alters- oder Geschlechtsabhängigkeit. Simultane pathologische Serum- und Liquorwerte innerhalb von 3 Tagen nach einem Hirninfarkt fanden sich nur bei 4 Patienten mit schlechtem klinischen Verlauf (Glagow Outcome Scale = GOS 1 oder 2); normale NSE-Konzentrationen in diesem Intervall sprachen für einen guten Verlauf. Pathologische NSE-Werte im Liquor fanden sich bei akuten und subakuten ZNS-Entzündungen und zeigten einen schweren klinischen Verlauf an. Bei CJD fand sich eine NSE-Erhöhung auch im Spätstadium der Erkrankung. Bei zerebraler Hypoxie wiesen alle Patienten mit Werten der Glasgow Koma Skala (GKS) <5 und pathologischen NSE-Liquorwerten ein schlechtes Outcome auf (GOS 1). Patienten mit schlechtem klinischen Verlauf (GOS 1) erreichten das NSE-Maximum im Serum rascher (2,1 Tage) als bei besserem Behandlungserfolg.

Schlußfolgerungen: Anhand der ausreichenden Testpopulation wurden Referenzwerte für die NSE im Liquor und Serum ermittelt. Bei zerebrovaskulären Erkrankungen kann die NSE in Liquor und Serum (simultan bestimmt) als zusätzlicher prognostischer Parameter angesehen werden. Bei alleiniger Bestimmung der Serum-NSE bei zerebraler Hypoxie ist eine serielle Messung innerhalb der ersten 5 Tage sinnvoll. Kaum Zusatzinformationen bringt die NSE-Bestimmung bei entzündlichen Erkrankungen. Bei anderen neurologischen Erkrankungen, die mit einem Neuronenuntergang einhergehen wie chronisch entzündliche oder degenerative Erkrankungen, fanden sich keine pathologischen NSE-Konzentrationen.


Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V.
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