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Die klinische Relevanz der neuronenspezifischen Enolase
in Liquor cerebrospinalis und Serum bei neurologischen Untersuchungen
Walther BW*, Kühn H-J**, Wagner A**
*Klinik für Neurologie, Klinikum Erfurt GmbH,
**Universität Leipzig, Klinik für Neurologie
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Die NSE-Bestimmung war bislang im Liquor nur bei
der Creutzfeld-Jacob-Erkrankung (CJD) und im Serum als Prognosemarker
bei zerebraler Hypoxie etabliert. Im Rahmen eines Screenings wurde die
NSE in 503 Liquor-Serum-Paaren von 362 Patienten verschiedener neurologischer
Erkrankungen bestimmt, davon 107 Untersuchte für eine deduktive Referenzbereichsstudie
ausgewählt. Die NSE wurde in Liquor-Serum-Paaren von Pat. mit folgenden
Erkrankungen bestimmt: zerebrovaskulär (72), entzündl./ infektiös
(83), degenerativ (32), tumorös (6), Traumata (5), Polyneuropathien
(13), Epilepsien (18), M. Wilson (55), sonstige (13) sowie im Rahmen einer
Verlaufsstudie bei 20 komatösen Patienten mit anzunehmender hypoxischer
Hirnschädigung.
Ergebnisse: NSE-Konzentrationen im Liquor <25,
im Serum <20 ng/ml werden als normal beurteilt. Es fand sich keine
Alters- oder Geschlechtsabhängigkeit. Simultane pathologische
Serum- und Liquorwerte innerhalb von 3 Tagen nach einem Hirninfarkt
fanden sich nur bei 4 Patienten mit schlechtem klinischen Verlauf (Glagow
Outcome Scale = GOS 1 oder 2); normale NSE-Konzentrationen in diesem Intervall
sprachen für einen guten Verlauf. Pathologische NSE-Werte im Liquor
fanden sich bei akuten und subakuten ZNS-Entzündungen und zeigten
einen schweren klinischen Verlauf an. Bei CJD fand sich eine NSE-Erhöhung
auch im Spätstadium der Erkrankung. Bei zerebraler Hypoxie wiesen
alle Patienten mit Werten der Glasgow Koma Skala (GKS) <5 und pathologischen
NSE-Liquorwerten ein schlechtes Outcome auf (GOS 1). Patienten
mit schlechtem klinischen Verlauf (GOS 1) erreichten das NSE-Maximum im
Serum rascher (2,1 Tage) als bei besserem Behandlungserfolg.
Schlußfolgerungen: Anhand der ausreichenden
Testpopulation wurden Referenzwerte für die NSE im Liquor und Serum
ermittelt. Bei zerebrovaskulären Erkrankungen kann die NSE in Liquor
und Serum (simultan bestimmt) als zusätzlicher prognostischer Parameter
angesehen werden. Bei alleiniger Bestimmung der Serum-NSE bei zerebraler
Hypoxie ist eine serielle Messung innerhalb der ersten 5 Tage sinnvoll.
Kaum Zusatzinformationen bringt die NSE-Bestimmung bei entzündlichen
Erkrankungen. Bei anderen neurologischen Erkrankungen, die mit einem Neuronenuntergang
einhergehen wie chronisch entzündliche oder degenerative Erkrankungen,
fanden sich keine pathologischen NSE-Konzentrationen.
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